Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 4
2. Geschichte der Klontechnik 6
3. Klontechnik und ihre Forschungssektoren 6
3.1 Wie klont man? 6
3.2 Reproduktives Klonen 7
3.3 Therapeutisches Klonen 8
3.4 Projekte und Ergebnisse 10
4. “Cloning all over the world 10
4.1 Positionen verschiedener Staaten zum Klonen 11
4.2 Wirtschaftsfaktor Klonen 12
5. Klonen - eine kontrollierbare Technik? 12
5.1 Risiken der Klontechnik 13
5.2 Ethische Einwände 14
6. Zukunft im Klonen? 14
6.1 Chancen und Möglichkeiten 14
6.2 Stand der Forschung und Grenzen 15
6.3 Fazit 16
7. Literaturverzeichnis
8. Anhang
Bildverzeichnis
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1. Einleitung
Was haben Prominente und Durchschnittsbürger, Raucher sowie Extremsportler, Unfallopfer und Behinderte, Haustiere als auch Raubkatzen, alte und junge Menschen mit dem Thema Klonen zu tun?
Um diese Frage zu beantworten, muss man erst einmal wissen, was Klonen eigentlich ist. Das lässt sich zunächst mit einem Satz Ian Wilmuts und Keith Campbells umreißen: „Von »klonen« oder »klonieren«, wie es im wissenschaftlichen
Sprachgebrauch heißt, sprechen wir, wenn Wissenschaftler die ungeschlechtliche
Vermehrung eines Lebewesens bewirken.“ ¹
Tatsächlich eröffnet diese Möglichkeit der Reproduktion eines Organismus, also die Anfertigung eines Duplikates, der Menschheit eine neue Welt. Unter dem Druck des ewig jungen Schönheitsideals könnte man jugendliche, unverbrauchte Ersatzteile für den alternden Körper herstellen, Organe im Labor züchten, um so nicht länger auf Spender angewiesen zu sein, was nicht zuletzt Schwerverletzte und Krebskranke mit Hoffnung erfüllt. Vom Aussterben bedrohte Tiere sowie geliebte Haustiere könnten einfach wieder „hergestellt“ werden. Schließlich macht Klonen es möglich Behinderungen durch Selektion vorzubeugen oder zu „entfernen“. Bezogen auf die Ausgangsfrage machen die genannten Beispiele deutlich, dass sich diese Technik auf zahlreichen Feldern anwenden lässt. Folglich geht Klontechnik uns alle etwas an. Da die Anwendungsgebiete so groß sind und die Klontechnik noch in den Kinderschuhen steckt, kann sie aber auch zu einem grandiosen Misserfolg werden. Genau darum soll es in dieser Arbeit gehen: Um die Chancen dieser Technik, aber auch um die damit verbundenen Risiken und Grenzen.
Im Folgenden, werde ich zunächst einen Blick auf die bisherige Entwicklung dieses Sektors werfen, um dann genauer auf die verschiedenen Klontechniken einzugehen und exemplarisch einige Projekte vorzustellen. Danach werde ich kurz einige Positionen verschiedener Staaten zu diesem Thema skizzieren und auf die Bedeutung der Klontechnik für den Weltmarkt und die Wirtschaft eingehen. Anschließend wird es sowohl um die immer aktuelle ethische Diskussion rund um das Klonen gehen als auch um die tatsächlichen Risiken. Schließlich diskutiere ich dann die zentrale Frage, ob es eine Zukunft für und im Klonieren gibt. Zusammenfassend gesagt, liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Darstellung der Klontechniken und ihren Chancen und Risiken. Diese werde ich zum Schluss noch einmal konkret in Anbetracht der neuesten Forschungsergebnisse gegeneinander abwägen.
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2. Geschichte der Klontechnik
Die Geschichte der Klontechnik ist lang und umfasst neben bahnbrechenden Erkenntnissen und Durchbrüchen auch viele Details, Rechtsstreitigkeiten wie den vom März 2009 („US-Klinik zieht ihr umstrittenes Angebot an Eltern, das Aussehen des Kindes zu bestimmen, zurück“ 2 ), absurde Behauptungen über angebliche Klonerfolge, sowie Diskussionen, Markterfolge, Kampagnen zu gentechnisch veränderten Lebensmitteln und noch einiges mehr. Ich möchte darauf hinweisen, dass dies alles im Folgenden nur ausschnitthaft zusammengefasst wird. Genau genommen begann die Geschichte der Klontechnik 1859 mit Charles Darwins moderner Evolutionstheorie „On the Origin of Species“. Die „[…]Selektion, die seit Darwin bevorzugt zur Erklärung von Evolution herangezogen wurde […]“ 3 stellt insofern schon eine Verbindung zum Thema her, da Klontechnik auch das Auswählen eines Embryos mit gewünschten Merkmalen möglich macht und die Selektion somit nicht länger der Natur überlässt.
„Eines der ersten richtigen Klonierungsexperimente […]“ 4 führte aber erst der Deutsche Hans Spemann zwischen 1928 und 1935 durch, indem er mittels einer Trennung der beiden Zellen des Zwei-Zell-Stadiums aus Salamanderembryos künstlich Zwillinge schuf. 1952 klonten dann Robert Briggs und Thomas J. King unabhängig von Spemann Leopardenfrösche durch Transplantation von Zellkernen in vorher entkernte Eizellen. 21 Jahre später gelang es den US-Wissenschaftlern Herbert Boyer und Stanley Cohen die DNA aus zwei verschiedenen Organismen miteinander zu verknüpfen und so in Bakterien zu verpflanzen, dass diese menschliches Insulin produzierten, welches nach gut fünf weiteren Jahren auf den Markt kam.
Die damit angebrochene Ära der Gentechnik setzte sich unaufhaltsam mit dem ersten geklonten Säugetier fort: 1981 kamen die ersten genetisch identischen Kälber zur Welt. Nur drei Jahre darauf klonte der Forscher Willadsen die „Schiege“, eine Chimäre (Organismus aus Zellen verschiedener Embryonen) aus Schaf und Ziege. Der Boom hielt an: 1986 gab es die ersten Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen, Projekte zur Genomentschlüsselung liefen an. 1988 wurde die „Human Genome Organisation“ gegründet, nach drei weiteren Jahren und langer Diskussion wurde in Deutschland ein „Embryonenschutzgesetz“ (siehe Anhang) erlassen und 1995 gab es in den USA die ersten Gentherapien zur Behandlung von Mukoviszidose und Muskelschwund. Letztere schlugen jedoch fehl.
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Nur ein Jahr später geriet dann das Klonschaf „Dolly“ in den Blickpunkt der Öffentlichkeit und der Medien und 2000 wurden in Amerika genetisch identische Affen geklont, was insofern einen Meilenstein darstellt, als ihre DNS der menschlichen größtenteils entspricht. Zur gleichen Zeit verkündete das Privatunternehmen „Celera Genomics Corp.“ eine 99-prozentige Entschlüsselung des menschlichen Genoms und im folgenden Jahr behauptete „Advanced Cell Technology“ den ersten menschlichen Klon produziert zu haben. Mehr und mehr wurde die große Bedeutung dieser Technik erkennbar und als neues weltweites Ziel die Gewinnung embryonaler Stammzellen ausgemacht, die neue Wege der Diagnostik und Therapie ermöglichen sollten. 2002 gelang internationalen Forschern die vollständige Entschlüsselung des Erbguts der Maus und die Hoffnung, die Ursachen menschlicher Erbkrankheiten irgendwann aufklären zu können, stieg. Ein Jahr danach wurde in den USA erfolgreich das erste Maultier geklont sowie das Bateng, eine vom Aussterben bedrohte japanische Rinderart. 1999 glückte es Professor Eckhard Wolf, „[…]erstmals in Deutschland durch Kernübertragung ein Tier zu klonen - das Rind Uschi“ 5 . Nach seinem Vorbild wurden daraufhin Rinder von deutschen Forschern geklont, jedoch hauptsächlich zu Forschungszwecken. 2003 starb „Dolly“. In den folgenden Jahren wurde es scheinbar ruhig, die laufenden Forschungen führten zu keinen weiteren, extremen Neuerungen. Dennoch befassten sich Regierungen und Menschen weiterhin mit dem Thema. Schließlich kam 2009 das „[…]erste genetisch ausgewählte Baby Großbritanniens ohne Brustkrebsgen […]“ 6 zur Welt. Dieses Ereignis löste erneut gleichermaßen Wellen der Empörung und Faszination aus. Unter dem Stichwort des „Designer-Babys“ 5 wurde überall intensiv diskutiert. Im selben Jahr gelang ein immenser Durchbruch in der Geschichte der Klontechnik und der Stammzellenforschung. Forscher aus Münster vom Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin verwandelten erfolgreich „[…] Körperzellen mit nur einem Gen und ohne Krebsrisiko in Stammzellen zurück […]“ 7 . Die „ethisch unbedenklich[en] […] ipS-Zellen (induzierte pluripotente Stammzellen) […]“ 7 werden aus körpereigenen Zellen gewonnen und daher vom Patienten nicht abgestoßen. Bis dahin konnte man an solches - alle Gewebetypen formfähiges - Zellmaterial nur durch die Zerstörung eines embryonalen Klons des jeweiligen Patienten gelangen. Nun ersetzte die risikofreie Rückführung von Nervenzellen des eigenen Körpers in die Ausgangsform der Stammzelle diesen Schritt. Im Hinblick auf die ethische Diskussion gelang dem Forscherteam um Prof. Hans Schöler damit ein entscheidender Erfolg.
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3. Klontechnik und ihre Forschungssektoren
3.1 Wie klont man?
Klonen ist erst einmal ein vollkommen natürlicher Vorgang. Bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung zum Beispiel werden Nachkommen durch Zellteilung (Mitose) erschaffen. Aus einer parentalen Zelle werden durch Replikation der DNS viele Zellen. Es entstehen natürliche oder ‚wahre’ Klone. Um es mit Keith Campells Worten zu sagen: „Klonierung ist eine Form der ungeschlechtlichen Vermehrung,
genaugenommen allerdings nicht nur eine einzige Form der ungeschlechtlichen
Vermehrung, denn es gibt viele Klonierungsprozesse.“ 8 . Beobachten kann man dieses biologische Phänomen bei allen großen Eukaryotengruppen, unter anderem bei Einzellern, Pilzen und Pflanzen, aber auch bei manchen Tieren wie Korallen, Insekten und einigen Wirbeltieren. Spricht man in der Wissenschaft vom Klonen oder auch Klonieren, so geht es aber meistens darum, „durch künstlich herbeigeführte
ungeschlechtliche Vermehrung genetisch identische Kopien von Lebewesen
her[zu]stellen“ 9 . Man nennt sie „DNS-Klon[e] oder genomische[…] Klone“ 10 . Es gibt zwei Arten des wissenschaftlichen Klonens, das therapeutische und das reproduktive Klonen, die zwar beide den gleichen Ansatz, aber völlig verschiedene Ziele haben. Die einzelnen Techniken werden im Folgenden vorgestellt.
3.2 Reproduktives Klonen
Das reproduktive Klonen ist nach wie vor heftig umstritten, da es dabei - wie der Name schon sagt - um die Erschaffung identischer Kopien geht. Das Klonieren eines Menschen, Tieres oder einer Pflanze ist hier das Hauptziel. Meist nutzt man in diesem Fall die Technik des (somatischen) Nukleustransfers: der Zellkern einer embryonalen, Soma- oder fetalen Zelle wird einem Organismus entnommen und in eine entkernte, also erbsubstanzfreie, Eizelle gepflanzt. Dann wird die Entwicklung zum Embryo künstlich angestoßen, meist durch eine entsprechende Nährlösung oder einen elektrischen Impuls. Ist das Klonieren geglückt, „[…] wird der Embryo wie bei einer normalen Schwangerschaft im Uterus einer hormonell "synchronisierten" Leihmutter ausgetragen.“ 11 . Eine weitere Klontechnik stellt das sogenannte Metaklonen dar. Hierbei wird das Erbgut der Eizelle beibehalten, jedoch mit dem Erbgut eines anderen Organismus kombiniert, so dass ein „[…] aus zwei verschiedenen Zelllinien zusammengesetztes Tier […]“ 12 , eine Chimäre, entsteht. Es werden also zwei unterschiedliche Zelltypen
Arbeit zitieren:
Franca König, 2009, Chancen und Risiken der Klontechnik, München, GRIN Verlag GmbH
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