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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Einleitung 3
2. Hauptteil
2.1. Erzählzeit 4
2.2. Anordnung und Größe der einzelnen Bilder 4-7
2.3. Wenn ein Bildgitter zu einem Bild verschmilzt 7
2.4. Was verbirgt sich zwischen den einzelnen Bildern 8-11
3. Schlussteil 11
3.1. Die Macht visueller Eindrücke 11
4. Literaturverzeichnis S 12
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1.1. Einleitung
Das Literaturgenre Comic, speziell das 1986 erschienene Superheldenheft „Watchmen“ von Alan Moore und Dave Gibbons soll hinsichtlich der Konstruktionen von Bildern durch comiciale erzählerische Stilmittel und ihrer Wirkung auf den Leser, Gegenstand dieser Arbeit sein.
Charakteristisch für ein Comic ist die semiotische Komplexität von verbalen und nonverbalen Zeichen. Diese interagieren miteinander und fordern den Leser zur Entschlüsselung oder zu einer individuellen Interpretation des Gesamtzusammenhangs auf.
Im folgenden möchte ich im Hauptteil meiner Arbeit zuerst auf die Anordnung und die Größe der einzelnen Bilder der Geschichte zu sprechen kommen und anhand dessen versuchen den Erzählthytmus des Comics zu begründen. Hierbei möchte ich auch auf einen besonderen Fall der Einteilung zu sprechen kommen und auf das Vollbild mit seiner speziellen Wirkung näher eingehen.
Daran anknüpfen möchte ich mit der Frage, was sich zwischen den einzelnen Bildern gedanklich beim Leser abspielt und herausfinden, was der englische Begriff closure umschreibt. In diesem Teil der Arbeit soll deutlich werden welche Wirkung verschiedene Bilddetails auf die Zeit innerhalb der Erzählung haben. Bei der Erarbeitung dieser genannten Aspekte werde ich keine Stellung nehmen zu verbalen Zeichen, wie Texten die als Äußerung oder Gedanken von Figuren oder die Szene beschreibend (storytelling) in die Bilder eingefügt sind. Ebenso wenig berücksichtige ich in diesem Text die farbliche Gestaltung der behandelten Bildergeschichte. Die Konzentration liegt auf bildlichen, formalen Bestandteilen mit denen ein Comic erzählt wird.
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2. Hauptteil
2.1. Erzählzeit
In Auseinandersetzung mit einer Bildergeschichte und Zeit gilt es diese, ähnlich wie bei allen anderen Literaturformen, in Erzählzeit und erzählte Zeit zu teilen. Erstere beschreibt die Zeit die man für das Lesen eines Comics im allgemeinen aufzuwenden hat. Sie ist subjektiv, das heisst von Leser zu Leser unterschiedlich und abhängig von verschieden formellen Aspekten. Bei Bilder-geschichten sind neben den Texten die vor allem die bildlichen Details aufzunehmen und zu verarbeiten. Mit der Textform vertraute Leser können den Inhalt der einzelnen Bilder (englisch panel/frame) schneller verinnerlichen, als jemand der das erste Mal zu einer Bildergeschichte greift.
Auf die Lesegeschwindigkeit aber auch auf den inhaltlichen Anspruch einflussreiche formelle Aspekte sind die Anordnung der einzelnen Bilder und ihr Format, der Detailreichtum in ihnen und ihr Zeichenstil. Das Erzählen anhand von vielen Bildern passiert schneller, als das Erzählen in wenigen Bildern. Bilder zeigen innerhalb einer Sequenz (Abfolge von mehreren Bildern, die eine Handlung beschreiben) immer nur Teile einer bestimmten Handlung, das heisst je mehr Bilder für eine Handlung verwendet werden, desto kürzer ist der zeitliche Abstand zwischen ihnen. 1
2.2. Anordnung und Größe der einzelnen Bilder
Die einzelnen Bilder einer Comicseite wirken bei erster Betrachtung zuerst gemeinsam, da der Leser alle Bilder auf einen Blick betrachtet. Das heisst alle Abbildungen vermitteln im ersten Moment gemeinsam einen Eindruck, bevor jede einzelne von ihnen (gewöhnlich von links nach rechts) unter die Lupe genommen wird. Erst danach kann der Leser durch nähere Anschauung und Fokusierung einzelner Bilder eine Handlung aus ihrer gemeinsamen Wirkung aufeinander erschließen, es entsteht ein Zusammenhang zwischen ihnen. Der formale Zusammenhang steht vor dem inhaltlichen Zusammenhang. Eine Comicseite zeigt durch ein Konstrukt von Bildern
1 Vgl. Jakob F. Dittmar, Comic Analyse, Konstanz, 2008, S. 165f.
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eine Konstruktion von inhaltlichen Zusammenhängen.
Allein beim Durchblättern unterschiedlicher Comics, ohne Berücksichtigung auf den Inhalt, wird ersichtlich, dass es ein rechteckiges Standardformat gibt. Es ist ausschlaggebend auf die Lesegeschwindigkeit und den Erzählrhythmus wie die Bilder im gesamten Bildgitter angeordnet sind und ob sie durch abweichende Größe und dem damit einhergehenden Raum für Details besonders ins Auge des Lesers stechen.
Jakob F. Dittmar hat dies in seiner Auseinandersetzung der Konstruktion von Narration in Comics vortrefflich auf den Punkt gebracht: Das Bildgitter (Panel Grid) erlaubt die Kontrolle über den
Erzählfluss und die Lenkung der Aufmerksamkeit des Lesers zu einem
gewissen Punkt, da dem menschlichen Sehen entgegenkommende
Bereiche der Seite gezielt für einzelne Motive oder Schwerpunkte der
Narration genutzt werden können, die so direkt ins Auge springen.
Je nach Regelmäßigkeit des Rasters kann der Detailreichtum und damit auch
der Erzählrhythmus gesteuert werden. 2
Der Superheldencomic Watchmen ist in zwölf Kapitel unterteilt von denen jedes außer das letzte, welches aufgrund inhaltlicher Aspekte, die den Höhepunkt der Geschichte beschreiben, separat zu betrachten ist, exakt über achtundzwanzig Seiten erzählt wird. Wir finden demnach über elf Kapitel hinweg pro Kapitel achtundzwanzig Bildgitter mit derselben Größe von 367,2 cm². Der leere, weiße Raum zwischen den einzelnen Bildern (englisch Gutter) beträgt stets 2mm.
Die einzelnen Bildgitter dieser insgesamt 308 Seiten sind wie folgt unterteilt: 133 Seiten mit 9 einzelnen Bildern 3 7 Seiten mit 3 einzelnen Bildern 74 Seiten mit 7 einzelnen Bildern 1 Seite mit 10 einzelnen Bildern 25 Seiten mit 6 einzelnen Bildern 1 Seite mit 12 einzelnen Bildern 21 Seiten mit 4 einzelnen Bildern 1 Seite mit 13 einzelnen Bildern 18 Seiten mit 5 einzelnen Bildern 1 Seite mit 17 einzelnen Bildern 17 Seiten mit 8 einzelnen Bildern
2 Jakob F. Dittmar, Comic Analyse, Konstanz, 2008, S. 124, Z. 9-14
3 Alan Moore/Dave Gibbons, Watchmen, New York City, 2007, Kapitel 5, S. 27.
Arbeit zitieren:
Christian Schneider, 2011, Narrative Strukturen und ihre Konstruktion mit dem Schwerpunkt auf Zeitlichkeit in Alan Moores und Dave Gibbons „Watchmen“, München, GRIN Verlag GmbH
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