Inhaltsverzeichnis
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I. Einleitung 3
II. Begriffsbestimmungen
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1. Kompetenzen
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2. Informelles Lernen
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3. Biografisches Lernen
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4. Bildungsbenachteiligte junge Erwachsene
III. Kompetenzfeststellungsverfahren
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1. Systematik der Kompetenzen
2. Der ProfilPASS
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2.1 Genese
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2.2. Der ProfilPASS für junge Menschen als Kompetenzfeststellungsverfahre n
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2.3. Die Beratung
IV Der ProfilPass für junge Menschen als integratives Angebot
einer Berufsorientierungsphase
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1. Die Zielgruppe
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2. Praxisbeispiel
V. Kritische Reflektion 15
VI. Fazit 17
VII. Literatur 18
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I. Einleitung
Veränderungen am Arbeitsmarkt, der schnelle technische Fortschritt, zunehmende Kommunikationsmöglichkeiten machen Bildung in unserer „Wissensgesellschaft“ zu einem „kurzlebigen Wissen“, das einer sukzessiven Ergänzung bedarf. Im Zuge dieser „Lerngesellschaft“ wird dem informellen, selbstorganisiertem Lernen viel Beachtung geschenkt. Da Erwachsene ca. 70% außerhalb der formalen Bildungsinstitute lernen (Dohmen, 2003, S. 7) ist die Förderung und Anerkennung dieses Lernen von größter Bedeutung. In dieser neuen Lernkultur stehen eher Kompetenzen als Qualifikationen im Fokus der Betrachtung.
„Ich kann etwas wissen, aber nichts können“ (Prof. Dr. Arnold, im Rahmen der Einführungsveranstaltung am 11.11.07). Die Maxime lautet nun vom “Wissen” zum “gewusst wie” (Arnold, Lermen, 2003, S. 25).
Der ProfilPASS, dem „Weiterbildungspass zur Zertifizierung informellen Lernens“, ist eine Methode der Bilanzierung von Fähigkeiten und Kompetenzen. Es handelt sich um ein zielgruppen- und - bildungsbereichsübergreifendes, prozessoffenes Instrument des lebensbegleitenden Lernens. Ziel ist, dass die Teilnehmer neben der Analyse ihrer Bildungsbiographie durch biografisches und informelles Lernen einen Kompetenzzuwachs erfahren.
In der vorliegenden Arbeit soll das Thema Kompetenzentwicklung und Dialogfähigkeit am Beispiel des ProfilPASS für junge Menschen betrachtet werden. Die Fragestellung erfolgt vor dem Hintergrund der Integration bildungsbenachteiligte Jugendlicher in ein nachhaltiges „lebenslanges Lernen aller“ (Dohmen, 2001, S. 9).
Dieses Spannungsverhältnis wird in verschiedenen Aufsätzen zur
Kompetenzentwicklung deutlich. Während Dohmen (ebd. S.8) die Anerkennung und Förderung des informellen Lernens als einen zentralen Ansatz erachtet, um Bildungsbenachteiligte in ein nachhaltiges „lebenslanges Lernen aller“ einzubeziehen und dies als kompetenzentwickelndes Lernen charakterisiert (ebd., S. 8 u. 43), schreibt G. Schaub, dass dies womöglich illusorisch ist, da sogenannte Benachteiligte im informellen Bildungssektor, wie Familie und Peers, wenig Anregung erhalten (Schaub, 2005, S. 38).
Die Arbeit beginnt mit einer Begriffsbestimmung. Dies dient als Basis, um das Kompetenzfeststellungungsverfahren „ProfilPASS“ sowie eine Beschreibung der
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Zielgruppe, „bildungsbenachteiligte Erwachsene“, zu erläutern. Danach folgen eine Darstellung der Messmethoden, die bei den unterschiedlichen
Kompetenzfeststellungsverfahren eingesetzt werden und das Instrument ProfilPASS. Als Grundlagen dienen Studien, Aufsätze und Quellen, die die Kompetenzmessung und die Bedeutung des informellen sowie biografischen Lernens als Thema behandeln. Nach einer Charakterisierung der Zielgruppe erfolgt eine Projektbeschreibung, in der die gewählte Methode dargelegt wird. In der abschließenden kritischen Reflexion über den Stellenwert von Deutungen in biographischen Lernprozessen wird auch auf die Grenzen dieses Verfahrens hingewiesen. In der kritischen Auseinandersetzung werden außerdem der Kompetenzzuwachs und die Dialogfähigkeit erläutert. Die Arbeit endet mit einer Schlussfolgerung.
II. Begriffsbestimmungen
1. Kompetenzen
Der ProfilPASS dient der Erfassung von Kompetenzen, die der Passinhaber selbst ermittelt; dies wird durch begleitende Beratung unterstützt. Der Begriff Kompetenz wird in der Literatur vielseitig beschrieben. Er entstammt unterschiedlichsten Theorietraditionen (Arnold, 2002, S. 28). In dieser Arbeit kann jedoch nicht weiter darauf eingegangen werden.
Der „Trend zur Kompetenz“, der den Begriff „Schlüsselqualifikation“ abgelöst hat, ist nach Geißler und Orthey als Antwort auf die Probleme in der beruflichen Aus- und Weiterbildung entstanden (Geißler, Orthey, 2002, S.69). Aufgrund veränderter Aufgaben im Arbeitsbereich ist es notwendig, dass Erwachsene nicht nur Wissen anhäufen, sondern dieses Wissen handlungsbezogen in unterschiedlichen Situationen anwenden können. Dies macht es notwendig, dass sie (fachliche) Inhalte und Informationen selbst erschließen und in ihr Handeln integrieren (Arnold, Schüßler, 1996, S. 185).
Allgemein lässt sich sagen, dass Kompetenzen erlernbare oder verfügbare Fähigkeiten, Kenntnisse und Haltungen sind, die in verschiedenen Situationen der Problemlösung dienen.
Erpenbeck und Rosenstiel bezeichnen „Kompetenzen als Disposition selbstorganisierten Handels, als Selbstorganisationsdispositionen“ (Erpenbeck, Rosenstiel, 2007, S. XI). Zu den Formen des kompetenzentwickelnden Lernens gehören das biographische sowie
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das informelle Lernen.
2. Biographisches Lernen
Die Biographie einer Person umfasst ihre gesellschaftlichen Bedingungen und ihre subjektive Sicht. „Biographie ist einmal die soziale Hülle eines Individuums, eine Art äußerliches Ablaufprogramm“ und „andererseits eine ganz spezifische und intime Binnenansicht des Subjekts, die Synthese einer einzigartigen Erfahrungsaufschichtung“ (Alheit, 1992, S. 59).
Beim biographischen Ansatz, der dem ProfilPASS zugrunde liegt, handelt es sich um „biographisches Lernen, das sich durch die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgeschichte und deren Aneignung vollzieht“ (Buschmeyer, 1990, S. 15). Biographisches Lernen bedeutet die Reflexion der Vergangenheit, der Blick auf Heute und auf Zukünftiges (ebd., S. 15). Die Zukunft kann im Sinne eines biographischen Entwurfs thematisiert werden, z.B. darüber was man noch erreichen oder erleben will.
Hier besteht die Aufgabe, sich selbst zum Untersuchungs- und Erfahrungsgegenstand zu machen, mit dem Ziel die Ergebnisse für die zukünftige Biographie zu nutzen. Diese Aktivierung von „ungelebtem Leben“ bezeichnet Peter Alheit als Schlüsselqualifikation „Biographizität“ (Alheit, 1992, S. 76-77).
3. Informelles Lernen
Der ProfilPASS dient der Ermittlung informell erworbener Kompetenzen. Lernen als ganzheitliches Lernen findet sowohl in formalen Bildungsinstituten als auch in allen Lebenszusammenhängen statt.
In der Literatur wird zwischen dem formalen, dem non - formalen und dem informellen Lernen unterschieden.
Das formale Lernen findet in Bildungs- oder Ausbildungseinrichtungen statt und wird zertifiziert, es ist in Bezug auf Lernziele, Zeit und Förderung strukturiert und aus Sicht der Lernenden zielgerichtet (Kommission der Europäischen Gemeinschaft, 2001, S. 33).
„Lernen, das außerhalb von Bildungs- und Berufsbildungseinrichtungen und üblicherweise nicht zur Zertifizierung führt“, wird als non - formales Lernen (ebd. S. 35) bezeichnet, dazu gehört z.B. das Lernen am Arbeitsplatz, der Kurs an einer privaten Sprachschule oder die externe private Prüfungsvorbereitung. Es ist planmäßig in Bezug
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auf Lernziele, Lerndauer und Lernmittel und zielgerichtet. Gerade die Abgrenzung zum informellen Lernen erweist sich als schwierig, da die Definitionen hier auseinandergehen, ob es sich um ein intendiertes oder nur beiläufiges Lernen handelt. Da im Deutschen der Begriff des non - formalen Lernens nicht geläufig ist, schlägt Dohmen vor, auf diese Abgrenzungen zu verzichten und sich auf eine undifferenzierte Zusammenfassung unter dem gemeinsamen Begriff des „informellen Lernens“ zu einigen (Dohmen, 2001, S.25).
Günther Dohmen charakterisiert das informelle Lernen als Lernen, das aus Facetten des Erfahrungslernen, des impliziten Lernens, des Alltagslernens und des selbstgesteuerten Lernens besteht. Aus der Integration dieser Lernprozesse entsteht im Handeln
Kompetenz, dies führt wiederum zu einem „besser leben lernen“ 1 (ebd., S. 43). Die Anerkennung des informellen Lernens dient als ein Ansatz Bildungsbenachteiligte in die „Lerngesellschaft“ zu integrieren.
4. Bildungsbenachteiligte junge Erwachsene
Laut Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland darf niemand, aufgrund seiner Herkunft, benachteiligt werden.
Zu den alarmierenden Ergebnissen von PISA 2006 gehört jedoch, dass in Deutschland weiterhin ein enger Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status der Herkunftsfamilie und der Schülerleistung besteht. Schüler mit Migrationshintergrund erreichten bei den internationalen Vergleichsuntersuchungen in allen erfassten Kompetenzbereichen deutlich niedrigere Testleistungen als Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund. Deutschland verzeichnet auch 2006 - trotz der Verbesserung gegenüber 2001 - hohe migrationsbedingte Disparitäten (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung, 2008, S.5).
Die Schwierigkeiten, mit denen bereits Jugendliche in der Schule konfrontiert sind, lassen sich häufig in sehr frühe Phasen ihres Bildungsverlaufs zurückverfolgen und hängen z. T. mit der mangelnden Sprachförderung für Kinder aus Zuwandererfamilien zusammen (Braun, Richter, Marquardt, 2007, S.8).
1 Besser leben lernen“ - das impliziert sowohl eine Verbesserung der materiellen Lebensverhältnisse, z. B. durch qualifiziertere Arbeit, wie eine Verbesserung der geistig-seelischen Lebenssituation, z. B. durch eine Weiterentwicklung ihres Lebensverständnisses, ihrer Sinnorientierung, ihrer bürgerschaftlichen Verantwortung und ihrer sozialen Einbindung und Solidarität.“ (Dohmen, 2001, S. 13)
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Arbeit zitieren:
Edith Altebäumer, 2009, Der ProfilPass für junge Menschen–ein wirksames Verfahren zur Kompetenzfeststellung?, München, GRIN Verlag GmbH
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