Inhaltsverzeichnis
1 Zusammenfassung 1
2 Einführung 2
3 Theoretische Grundlagen und begriffliche Abgrenzung 3
3.1 Cash Management und sein Anwenderkreis 3
3.2 Cash Management Systeme 5
3.3 Bedeutung von Liquidität 5
3.4 Abgrenzung des Begriffes „Krisenzeit“ 6
4 Wirkungskreis und Instrumente des Cash Management 7
4.1 Aufgabenbereiche 8
4.2 Ausgestaltungsmöglichkeiten 12
5 Strukturen des Cash Management 14
5.1 Aktualität und Notwendigkeit 14
5.2 Aufgaben und Ziele 15
6 Beurteilung von Cash Management 18
6.1 Vorteile und Chancen 18
6.2 Nachteile und Risiken 19
7 Perspektiven 21
Verzeichnis der Abbildungen
Abb. 1-1 Anzahl der Insolvenzen im Europäischen Vergleich
Abb. 2-1 Phasengliederung der Unternehmenskrise
Abb. 4-1 Zielsystem des Cash Management
Abb 4-2 Maßnahmen der optimalen Liquiditätsdisposition
1 Zusammenfassung
Die Erfahrungen vieler Großkonzerne haben gezeigt, dass ein aktiv betriebenes Cash Management wesentlich zum Unternehmenserfolg beitragen kann. Es sichert das laufende Tagesgeschäft, macht Unternehmen hinsichtlich strategischer Vorhaben und Investitionen flexibel, reduziert Kosten, erhöht die Flexibilität und maximiert die Rentabilität von überschüssigen liquiden Mitteln. Darüber hinaus verschafft die Planung der optimalen Unternehmensliquidität kurz- wie mittelfristig die notwendigen Informationen um den Geldmittelbedarf des Unternehmens zu optimieren. Ferner kann unter Cash Management damit die Gesamtheit aller Aktivitäten verstanden werden, die direkt sowie indirekt eine zielgerichtete und aktive Gestaltung der kurzfristigen Finanzplanung eines Unternehmens unterstützen. Besonders in Krisenzeiten zeigt sich die enorme Bedeutung des Cash Managements, weil sich die allgemeinen Finanzierungsbedingungen für Unternehmen, beispielsweise in Form von Bankkrediten, auf-grund steigender Risikostrukturen verschlechtern. Knappes Risikokapital der Banken sowie eine entsprechend niedrige Kreditvergabekapazität sind maßgebliche Faktoren dieses Um-standes. Daher nimmt die Bedeutung der effektiven Planung und Steuerung der vorhandenen liquiden Vermögensmittel erheblich zu. Bei den Darstellungen zum Cash Management in Krisenzeiten konnten Erkenntnisse über wesentliche Unterschiede gewonnen werden, welche sich insbesondere in veränderten Risikostrukturen wiederspiegeln. Darüber hinaus wird in den Ausarbeitung deutlich, dass Cash Management anwendende Unternehmen häufig über eine zu geringe Risikoausstattung und nur unzureichende Sicherheiten oder sonstige Mittel im Sinne eines angemessenen Risikomanagements verfügen. Dieser Zustand wird insbesondere in Zusammenhang mit der Risikoverlagerung deutlich, aufgrund derer die Krise einer Konzerngesellschaft ein Bonitätsrisiko für den Gesamtkonzerns darstellt. Neben der Ausgestaltung einer umfangreicheren Risikoausstattung kann eine Lösung zur Einschränkung verschiedener Risiken des Cash Management, im Abschluss eines entsprechenden Vertrages liegen, in dem die Einstandspflichten der Muttergesellschaft sowie Verzichte und Ansprüche der Tochtergesellschaften geregelt werden. Ein derartiges Vertragswerk könnte jedoch in Krisenzeiten, durch die besondere Finanzlage und eine mögliche Existenzbedrohung des Konzerns, unter Umständen weitestgehend gegenstandslos sein.
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2 Einführung
Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen in Westeuropa lag 2009 bei gut 185.000. In dieser auch als Krisenjahr bezeichneten Periode ist allein in Deutschland die Anzahl der Unternehmenszusammenbrüche um 16 Prozent, von 29.800 auf 34.300, gestiegen (Creditreform, 2010: 2). Die Gründe für den Niedergang der einzelnen Unternehmen sind vielfältig. Sie stehen aber alle in einem direkten Zusammenhang, denn neben einem vergleichbaren Krisenverlauf, weisen sie am Ende vor allem eines auf: fehlende Liquidität. Abb. 1-1: Anzahl der Insolvenzen im Europäischen Vergleich
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Creditreform, 2009: 4.
Mit der Anzahl der Insolvenzen ist auch die Zahl der Unternehmenskrisen in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Krisen entstehen dabei in der Regel nicht über Nacht sondern werden während der Zeit ihres entsprechend langen Vorlaufes schlicht ignoriert und häufig erst endgültig erkannt, wenn infolge von Umsatzeinbrüchen und Gewinnrückgängen bereits eine angespannte Liquiditätssituation entstanden ist (Hutzschenreuther, 2006: 5 f.).
In diesem Zusammenhang geht der vorliegende Artikel der Frage nach, welche Potenziale und Gefahren Cash Management insbesondere in schwierigen Unternehmenslagen aufweist und warum es zu einem unverzichtbaren Bestandteil in der Unternehmensfinanzierung von Konzernen avanciert ist. Um im Rahmen dieses Artikels ein ausführliches Verständnis über das Cash Management zu vermitteln wurden in den einzelnen Kapiteln zunächst die Grundzüge des regulären Cash Managements erläutert und darüber hinaus jeweils auf die in Krisenzeiten auftretenden Besonderheiten eingegangen. Der Artikel zeigt ferner, unter der Einbeziehung eines angemessenen Praxisbezuges, welche Dimension Cash Management insbesondere in der kurzfristigen Finanzplanung von Unternehmen einnimmt und wie groß seine Bedeutung für jederzeitige Aufrechterhaltung der Unternehmensliquidität ist. Dabei wird den Ausführungen ein bereits implementiertes Cash Management zugrunde gelegt und die Einführung eines solchen Systems daher nicht einbezogen. Ebenso wird auf die Berücksichtigung rechtlicher Grundlagen und Fragestellungen verzichtet.
3 Theoretische Grundlagen und begriffliche Abgrenzung
Um der zentrale Fragestellung vollumfänglich nachgehen zu können, ist einleitend die umfangreiche Darstellung und Abgrenzung grundlegender Begrifflichkeiten unumgänglich.
3.1 Cash Management und sein Anwenderkreis
In der einschlägigen Fachliteratur besteht eine außerordentliche Fülle unterschiedlicher Definitionen des Cash Management Begriffs. Neben der Verwendung von synonymen Begrifflichkeiten aus dem Finanzwesen oder der Darstellung einzelner Instrumente, welche in diesem Artikel eingehend betrachtet werden, als gesamtes Cash Management-System, erfolgt die Definition gleichermaßen über Wortbilder oder die Erläuterung einzelner Aufgabengebiete (Müller-Bullinger, 1999: 9 ff.).
Der aus dem Englischen stammende Begriff Cash Management kann in die deutsche Sprache wie folgt übertragen werden: Als „Cash“ wird die Gesamtheit liquider Mittel einer Unternehmung bezeichnet. Darunter fallen neben Bargeld und Bankguthaben auch die kurzfristig ver-
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Arbeit zitieren:
Fabian Mascher, 2010, Cash Management von Unternehmen in Krisenzeiten, München, GRIN Verlag GmbH
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