Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2.1 Marx Moralkritik 4
2.2 Moralische Prämissen der Moralkritik 5
3. Marx normatives Fundament 7
4. Auslegungen der Moralkritik 8
5. Fazit 9
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1. Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit Karl Marx‘ Moralkritik, die Teil der von ihm radikal bekämpften illusorischen Ideologie darstellt. Diese Moralkritik nimmt sich die Entlarvung und Destruktion aller Moral zum Ziel 1 und beansprucht, sich nicht auf eigene moralischen Prämissen zu berufen. Im ersten Teil der Arbeit werde ich Marx‘ Moralkritik kurz erläutern und diese anschließend darauf untersuchen, ob sie nicht selbst moralischer Natur ist. Nachdem ich dann Marx‘ eigene normative Elemente seiner Gesellschaftsvorstellung auf deren moralischen Ursprung untersuche, stelle ich die nach seinem Tode erfolgten moralischen Auslegungen seiner Moralkritik dar. Schlussbetrachtend beende ich meine Ausführung mit einem Fazit, dass die vorangegangene Untersuchung abschließend bewertet und ebenfalls eine Überlegung zur Bedeutsamkeit der Moral in der heutigen Gesellschaft enthält.
1 Vgl. Marx/Engels, MEW Bd. 4, S. 404.
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2.1 Marx’ Moralkritik
In folgender Ausführung werde ich mich mit Karl Marx’ Moralkritik auseinandersetzen, indem ich diese zunächst schildere und anschließend auf den Gehalt von moralischen Prämissen untersuche. Berücksichtigt werden hier lediglich die Aussagen seiner späteren Zeit; die Auffassung des „jungen Marx’“, welche eine moralische Dimension - die er nachträglich revidiert - enthält, soll in meiner Darstellung außer Acht gelassen werden. Karl Marx kritisiert jede Art der Ideologie, zu der „neben der Moral außerdem Recht, Religion, Metaphysik und die Philosophie überhaupt gehören“ 2 . Er sieht Ideologie als „falsches Bewusstsein“ 3 an, was für die Moral bedeutet, dass „Werte, Pflichten und Tugenden imaginär sind, bloße Nebelbildungen des Bewusstseins“ 4 , ein „falscher Anspruch auf Objektivitäts- und Wirklichkeitsbezug[...]“ 5 .
Neben dieser Kritik an dem Wirklichkeitsanspruch der Moral und der Ideologie insgesamt, versucht Marx ebenfalls das Missverständnis, dass die Moral objektiv und unabhängig sei und dass das Interesse der Moral der gesamten Gesellschaft diene, zu beseitigen. In Wahrheit nämlich stellen Ideologien und somit auch die Moral, die Interessen bestimmter Gruppen dar. Die Moral enthält „bürgerliche Vorurteile, hinter denen sich [...] bürgerliche Interessen verstecken“ 6 . Damit wird außerdem klar, dass moralische Werte zeitabhängig sind, d.h. nicht universell, da diese Werte lediglich Ausdruck der Interessen bestimmter Gruppen zu einer bestimmten Zeit sind. Marx leugnet „die Existenz von ewigen Wahrheiten wie Freiheit, Gerechtigkeit usw., die allen gesellschaftlichen Zuständen gemeinsam sind“ 7 . Diese Art der Ideologiekritik, welche die Illusion des falschen Bewusstseins und die Interessenabhängigkeit partikularer Gruppen bekämpft, zeigt deutlich Marx’ Abneigung gegen die Moral, die sich nicht gegen bestimmte moralische Missstände in einer Gesellschaft richtet, sondern gegen die Moral überhaupt. Moral ist für ihn „nichts als der ideelle Ausdruck der herrschenden materiellen Verhältnisse“ 8 .
Aus dieser Überlegung folgt, dass Marx’ Kritik an jeglicher Moral keine eigenen moralischen Forderungen und Argumente für sein Gesellschaftsbild enthalten darf, denn dann würde er sich selber der von ihm angeklagten Ideologie bedienen. Es stellt sich nun die Frage, wie
2 Schröder, 2005, S. 113.
3 Marx/Engels, MEW Bd. 3, S. 26.
4 Ebenda.
5 Schröder, 2005, S. 113.
6 Marx/Engels, MEW Bd. 4, S. 472.
7 Marx/Engels, MEW Bd. 4, S. 480.
8 Marx/Engels, MEW Bd. 3, S. 46.
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Arbeit zitieren:
Tobias Kröner, 2011, Normative Elemente in Marx' Moralkritik, München, GRIN Verlag GmbH
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