Sozialisationsinstanz Familie
Zusammenfassung
Im Hinblick auf den Begriff der Sozialisation soll in dieser Arbeit ein Überblick über die Thematik der Familie gegeben werden. Anfangs sollen die Begriffe „Sozialisationsinstanz“ und „Familie“ definiert werden. Daraufhin werden die in der Gegenwart existierenden Familienformen, die Beziehungsgefüge innerhalb der Familie, die Übergangsphasen des Familienlebens, sowie das Gesamtfamiliensystem und dessen Subsysteme vorgestellt. Desweiteren werden zwei Elternverhaltensweisen näher beschrieben und es wird die Problematik der Familien mit Migrationshintergrund erläutert. Eltern-Kind-Beziehungen, Erziehungsziele und
Elternkompetenzen sind weitere wichtige Punkte auf die eingegangen werden soll. Auch verschiedene Erziehungsstile, auf die näher eingegangen werden soll, sind Teil dieser Arbeit. Daneben soll auch der „autoritativ-partizipative Erziehungsstil“ (nach Hurrelmann) erklärt werden. Schlagworte: Familie -- Sozialisation - Erziehung - Erziehungsstile - Familienformen
4
Sozialisationsinstanz Familie
1 Einleitung
Als Sozialisationsinstanzen werden bestimmte Gruppen, Menschen und Institutionen bezeichnet, die im Rahmen des Sozialisationsprozesses auf die Art und Weise der Persönlichkeitsbildung einwirken. Auch die Familie ist eine Sozialisationsinstanz und kann außerdem als „primäre Sozialisation“ bezeichnet werden, da sie als erste Instanz am nachhaltigsten auf die Entwicklung des Kindes einwirkt.
Die ursprüngliche Definition einer Familie erweist sich heute als nicht mehr aktuell, da das System Familie einem ständigen Wandel unterliegt und verschiedenste Familienformen nebeneinander existieren. Im Gegensatz zu damals entscheiden sich auch immer weniger Menschen für eine Eheschließung, um unabhängig zu bleiben. Aus diesen Gründen sollte die Familie aus heutiger Sicht „als eine soziale Lebensform definiert werden, die durch das dauerhafte Zusammenleben von mindestens einem Elternteil und einem Kind charakterisiert ist“ 1 . In der Gegenwart lassen sich zwei Formen von Familien unterscheiden: Die Klein- und die Kernfamilie (Vater - Mutter - Kind). Dabei ist die traditionelle Form der Familie, in der der Vater die Rolle des Oberhauptes und des Geldverdieners und die Mutter die Rolle der Erzieherin übernimmt, heute kaum noch vorzufinden. Das liegt in erster Linie daran, dass die Familie nicht mehr wie früher auf der Ebene von Zweckbündnissen basiert. Gegenwärtig stehen die emotionalen Faktoren im Vordergrund. Wichtig sind auch die Beziehungsgefüge innerhalb der Familie. Somit können sich Partnerschaften auf der Geschlechter-und Generationenebene (z. B. Mutter und Tochter; Vater und Mutter) entwickeln. Eine weitere Partnerschaft besteht zwischen den beiden Elternteilen, die insbesondere nach der Geburt des ersten Kindes eine Störung der Balance und somit eine enorme Veränderung in der Beziehung durchmacht. Die Partnerbeziehung muss neu ausgerichtet und die bisherigen Rollenmuster verschoben werden. Desweiteren hat die Familie verschiedene Übergangsphasen zu bewältigen (z. B. Übergang zur Elternschaft, Psychische Ablösung der Kinder von den Eltern in der Pubertät, …).
Das Gesamtfamiliensystem verlangt eine gegenseitige Rücksichtnahme der Mitglieder. Somit beeinflussen sich das Gesamtsystem Familie und dessen Subsysteme gegenseitig. Bedeutend sind außerdem zwei Verhaltensmuster seitens der Eltern: Responsivität und Wärme. Unter Responsivität ist ein angemessenes
1 Hurrelmann, Klaus (2006). Einführung in die Sozialisationstheorie. Weinheim und Basel: Beltz Verlag. S. 130.
5
Sozialisationsinstanz Familie
Reagieren auf kindliche Signale zu verstehen. Unter Wärme hingegen ein positiver emotionaler Umgang mit dem Kind. Beide Verhaltensweisen finden in spezifischen Situationen Anwendung und zeichnen sich durch unterschiedliche Entwicklungseffekte aus.
Da Deutschland seit den 60er Jahren ein wichtiges Einwanderungsland für Asylbewerber, Aussiedler, Arbeitsmigranten, usw. darstellt, sind Familien ausländischer Herkunft von großer Bedeutung. ¼ aller Familien in Deutschland werden durch ausländische Familien gebildet. Dabei unterscheiden sich diese in Hinblick auf die kulturelle Herkunft, die ethnische Zusammensetzung und das Ausmaß der Integration. Desweiteren haben ausländische Familien soziale und psychische Krisen zu bewältigen (z.B. durch ungünstige Wohnbedingungen). Wichtig ist auch die Einbindung der Familie in soziale Netzwerke. Dabei wird zwischen Familiennetzwerken und außerfamiliären Netzwerken unterschieden. Durch Erziehungs- und Betreuungseinrichtungen kann es zur Erweiterung dieser Netzwerke kommen. Diese Einrichtungen bieten den Familien Möglichkeiten zur Unterstützung und Beratung.
Das familiäre Netzwerk hat hierbei eine herausragende Bedeutung, da es über den größten Einfluss auf den Entwicklungsprozess verfügt.
2 Eltern - Kind - Beziehungen
Grundsätzlich sind die Eltern für die Erziehung, Pflege und Betreuung ihrer Kinder verantwortlich. Allerdings kann im Laufe der Zeit eine Rollenumkehr stattfinden. Sind die Eltern im zunehmenden Alter, aufgrund ihres Gesundheitszustandes, auf Hilfe angewiesen sind, übernehmen nun die Kinder für sie die Betreuungs- und Pflegefunktion. Im Folgenden soll auf die Eltern-Kind-Beziehungen im Kinder- und Jugendalter näher eingegangen werden. Von Beginn an ist eine gute Beziehung zwischen Vater, Mutter und Kind von großer Bedeutung. Sie hat enorme Auswirkungen auf den späteren Umgang des Nachwuchses mit anderen Personen. Welchen Beitrag können Eltern demnach leisten, dass ihr Kind zu einem selbstständigen und sozialen Individuum heranwächst? Eltern können für ihre Kinder drei Funktionen übernehmen: Eltern als Interaktionspartner, Arrangeure von Entwicklungsgelegenheiten und Erzieher. Vorwiegend übernehmen Eltern für ihre Kinder die Rolle des Interaktionspartners. So bestimmt die Art und Weise, wie Eltern mit ihren Kindern umgehen von Beginn an die Qualität der Bildungserfahrungen, die das Kind erfährt. Diese Bildungserfahrungen können positiv oder negativ geprägt sein.
6
Arbeit zitieren:
Maria Steiniger, 2010, Sozialisationsinstanz Familie, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter: Sozialisationsinstanz Familie ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter: neuer Titel erschienen: Sozialisationsinstanz Familie
Maria S. hat einen neuen Text hochgeladen
¿Familia o familias? : estructura familiar de la sociedad actual
María Crespo Garrido, María Hernández-Sampelayo Matos, Sara Pérez-Tomé
Familias de ayer familias de hoy : continuidades y cambios en Cataluny...
Familias de ayer familias de hoy
Las 52 Semanas M S Poderosas En La Vida de Una Familia: Fundamentos S ...
John C. Maxwell, Zondervan Publishing
Little Family, Big Values: Lessons in Love, Respect, and Understanding...
Roloff Family, Tracy Sumner
0 Kommentare