Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 2
II. Der Staufer-Welfen-Konflikt (M. Blömer) 2
III. Friedrich I. Barbarossa (M. Blömer) 4
A. Friedrichs Weg zum Königtum 4
B. Die Italienpolitik Friedrichs I. und der Konflikt mit dem Papst 6
IV. Heinrich der Löwe (S. Jagusch) 10
A. Vorgeschichte zum Erhalt der Herzogtümer 10
B. Aufbau und Herrschaft in Bayern und Sachsen 12
V. Das Verhältnis zwischen Friedrich I. Barbarossa und Heinrich dem
L öwen bis Chiavenna (M. Blömer) 14
VI. Das Verhältnis zwischen Friedrich I. Barbarossa und Heinrich dem
L öwen nach Chiavenna (S. Jagusch) 16
A. Das veränderte Verhältnis. 16
B. Die Gelnhäuser Urkunde. 18
C. Die Folgen der Entmachtung 20
VII. Fazit 21
VIII. Quellenverzeichnis 22
IX. Literaturverzeichnis 23
I. Einleitung
In unserem Referat werden wir uns mit dem Thema Friedrich I. Barbarossa und Heinrich der Löwe auseinandersetzen. Dazu haben wir folgende These aufgestellt: „Das Verhältnis zwischen Friedrich I. Barbarossa und Heinrich dem Löwen war geprägt von Friedrichs Herrschaftssicherung und Heinrichs Macht- und Herrschaftsausbau“. Diese These werden wir anhand unseres Referates belegen, indem wir auf die Personen Friedrich I. und Heinrich der Löwe näher eingehen und uns mit dem Verhältnis, das die beiden miteinander hatten, beschäftigen.
Dazu haben wir fünf Schwerpunkte in unserer Arbeit gesetzt. Zu Beginn erläutern wir kurz den Konflikt zwischen Welfen und Staufern, bevor dann die wichtigsten Punkte aus dem Leben Friedrichs I. dargelegt werden. Dazu gehören unter anderem die Königserhebung, seine Italienpolitik und der Gegensatz zum Papsttum. Der dritte Schwerpunkt unserer Arbeit liegt bei Heinrich dem Löwen. Dazu beschreiben wir zuerst die Vorgeschichte zum Erhalt der Herzogtümer Bayern und Sachsen und darauf folgend dann den Aufbau dieser und Heinrichs Herrschaft. Die letzten beiden Punkte thematisieren dann das Verhältnis zwischen Friedrich und Heinrich, zuerst vor Friedrichs Kniefall bei Chiavenna und dann nach dem Tag von Chiavenna. Dabei gehen wir zuerst einmal auf das veränderte Verhältnis der beiden ein, bevor wir uns mit der Gelnhäuser Urkunde befassen. Zuletzt behandeln wir dann noch die Folgen von Heinrichs Entmachtung.
II. Der Staufer-Welfen-Konflikt (M. Blömer)
Der letzte Salierkönig Heinrich V. war kinderlos und bereits als er 1116 seinen zweiten Italienzug antrat, ließ er als Stellvertreter in Deutschland seine Neffen Herzog Friedrich II. von Schwaben und Herzog Konrad 1 . Als er 1125 starb wurde allerdings nicht, wie erwartet, Friedrich von Schwaben
1 Engels, Odilo: Die Staufer. 6. überarb. und erw. Aufl., Stuttgart 1994, S.21 (im Folgenden zitiert als: Engels, Staufer).
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zum König gewählt, sondern Lothar von Süpplingenburg 2 , der bis 1137 regierte. Kirche und Fürsten wollten lieber einen schwachen König und entschlossen sich deshalb zur Absage an das dynastische Erbrecht. Lothar erhielt kurz darauf auch die Wahlbestätigung des Papstes und ließ sich zum Kaiser krönen.
Seine Politik im Reich war bestimmt durch den Kampf gegen die Staufer. Er schloss deshalb ein Bündnis mit dem Welfenherzog Heinrich dem Stolzen von Bayern, der, verheiratet mit seiner Tochter Gertrud, beim Tode Lothars Sachsen und Bayern erhalten sollte. Als dieser Erbfall 1137 eintrat war der Herzog von Sachsen und Bayern der mächtigste deutsche Territorialherr.
Die Fürsten wählten aber nicht den mächtigen Welfen zu ihrem neuen König, sondern Konrad III. von Staufen. Die Staufer waren keine sehr mächtige Territorialmacht zu diesem Zeitpunkt und somit bestand für die Fürsten keine Gefahr, dass die Königsmacht zu groß werden würde. Konrad wollte gleich zu Beginn seiner Regentschaft die Maßnahmen Lothars rückgängig machen und forderte, „Heinrich der Stolze solle freiwillig auf das sächsische Herzogtum verzichten“ 3 . Heinrich aber weigerte sich, obwohl es laut Helmold von Bosau nicht rechtens war, „wenn sich zwei Herzogtümer in der Hand eines einzigen Fürsten“ 4 befanden.
Konrad wiederum geriet von da an in einen langen Kampf mit den Welfen, die dann das Herzogtum Bayern an die Babenberger abtreten mussten. Mit Sachsen belehnte Konrad den Askanier Albert den Bären, der allerdings von Heinrich dem Stolzen schnell wieder verdrängt wurde 5 und letztlich fiel Sachsen an den noch unmündigen Heinrich den Löwen, für den Richenza, die Witwe Lothars III. die Vormundschaft übernahm.
2 Engels, Staufer, S. 25.
3 Engels, Staufer, S. 38.
4 Engels, Staufer, S. 38.
5 Engels, Staufer, S. 38.
3
Es herrschten fast bürgerkriegsähnliche Zustände im Reich und diese veranlassten dann wahrscheinlich die Fürsten, nach Konrads Tod Friedrich I. zu wählen.
III. Friedrich I. Barbarossa (M. Blömer)
A. Friedrichs Weg zum Königtum
Obwohl mit Friedrich I. - geboren um 1123 - ein Staufer auf einen Staufer folgte, war er in diesem Fall ein Wahlkönig. 6 Nach dem Tode König Konrads III. folgten die Fürsten den Empfehlungen des verstorbenen Herrschers 7 und wählten am 5. März 1152 in Frankfurt nicht den leiblichen Sohn Konrads, sondern den Herzog Friedrich III. von Schwaben zu seinem Nachfolger. Dieser ließ sich schon vier Tage später, am 9. März 1152 in Aachen zum König krönen 8 .
Eine entscheidende Rolle bei dieser Wahl spielte offensichtlich die Tatsache, dass Friedrich, wie schon Otto von Freising in seiner Quelle betont, „beiden Familien angehörte“ - also den Welfen und den Staufern -und „gewissenmaßen als Eckstein die Feindschaft dieser beiden Häuser überwinden könnte“ 9 . Sein Vater, der Herzog Friedrich II. von Schwaben, stammte nämlich von den königlichen Staufern ab, seine Mutter hingegen war die Tochter des Bayernherzogs Heinrich und somit aus dem Hause der Welfen 10 . Zwar wird in der Geschichtsforschung auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass Heinrich der Löwe oder auch Friedrich, der unmündige Sohn Konrads III., als Kandidaten für den Königsthron in Frage kamen, doch fehlen hierfür eindeutige Beweise.
6 Töpfer, Bernhard: Kaiser Friedrich Barbarossa. Grundlinien seiner Politik, in: Evamaria Engel, Bernhard Töpfer (Hrsg.), Kaiser Friedrich Barbarossa. Landesausbau. Aspekte seiner Politik. Wirkung, Weimar 1994, S. 12 (im Folgenden zitiert als: Töpfer, Barbarossa).
7 Heimpel, Hermann: Kaiser Friedrich Barbarossa und die Wende der staufischen Zeit (1942), in: Gunther Wolf (Hrsg.), Friedrich Barbarossa, Darmstadt 1975, S. 4 (im Folgenden zitiert als: Heimpel, Barbarossa).
8 Engels, Odilo: Art. Friedrich I. (F. Barbarossa), in: Lexikon des Mittelalter (4) 1989, Sp. 931 (im Folgenden zitiert als: Engels, Art. Friedrich I.).
9 Bischof Otto von Freising und Rahewin: Gesta Frederici. Die Taten Friedrichs oder richtiger Cronica, Schmale, Franz-Josef (hrsg.), Schmidt, Adolf (übers.), Darmstadt 1965, S. 287.
10 Engels, Art. Friedrich I., Sp. 931.
4
Fest steht, dass die Königswahl überraschend schnell vonstatten ging 11 und, um die Interessen von Staufern und Welfen gleichermaßen abzudecken, ihr intensive Verhandlungen vorausgingen. Da viele, vor allen Dingen die zahlreichen geistlichen Fürsten, an einem allgemein anerkannten, handlungsfähigen König interessiert waren 12 , war insbesondere die Zustimmung der Welfen erforderlich. Heinrich der Löwe und auch Welf von Ravensburg mussten sich an der Wahl beteiligen und „damit durch die Anerkennung des neuen Königs eine Beendigung des staufisch-welfischen Konflikts möglich machen“ 13 . Um dies zu gewährleisten, musste Friedrich I. jedoch einige Zugeständnisse an die Welfen machen, unter anderem die Zusicherung gegenüber Heinrich dem Löwen, dass dessen Anspruch auf das Herzogtum Bayern nach Friedrichs Königswahl positiv behandelt werden würde 14 .
Durch diese Wahlversprechen den Welfen gegenüber und die Zugeständnisse gegenüber seinem Vetter Friedrich, dem Sohn Konrads III., dem er sein Herzogtum Schwaben überließ, war Friedrich I. zu Beginn seiner Amtszeit in seiner Machtstellung ein eher schwacher Herrscher. Zudem war seine Handlungsfähigkeit auch „in entscheidendem Maße von der Zustimmung und Mitwirkung der weltlichen und geistlichen Fürsten“ 15 abhängig.
Trotz oder vielleicht auch wegen dieser nicht gerade glücklichen Vorzeichen und den politischen Hinterlassenschaften Konrads III. galt Friedrichs Politik der Wiederherstellung der Kaisermacht, die er durch die Kaiserkrönung zurückerlangen wollte. Zudem sollte „die alte sorgende, schützende, aber herrschende Gewalt über die Reichskirchen“ 16 wiedergewonnen werden. Damit griff Friedrich die Probleme auf, die sein
11 Görich, Knut: Die Staufer. Herrscher und Reich. 2. Auflage, München 2008, S. 38 (im Folgenden zitiert als: Görich, Staufer).
12 Töpfer, Barbarossa, S. 13.
13 Töpfer, Barbarossa, S. 13-14.
14 Töpfer, Barbarossa, S. 14.
15 Töpfer, Barbarossa, S. 15.
16 Heimpel, Barbarossa, S. 4.
5
Vorgänger Konrad nicht bewältigen konnte. 17 Ziel seiner Politik war es, sich durch einen Ausgleich mit den Welfen Spielraum zu verschaffen und die Unterstützung der Fürsten zu gewinnen, den Besitz seines Hauses dauerhaft auszubauen, seine Herrschaftsrechte in Italien zu erneuern und sich gegenüber den Machtansprüchen des Papstes durchzusetzen.
B. Die Italienpolitik Friedrichs I. und der Konflikt mit dem Papst Die Stauferzeit bildet den Höhepunkt im Konflikt zwischen weltlicher und geistlicher Gewalt. Es ging in dem Kampf allerdings nicht mehr um geistliche Fragen, sondern um die Herrschaftsrechte in Italien und darum, den Weltherrschaftsanspruch des Papstes zurückzuweisen.
Der Papst, der nach dem Investiturstreit mit den Normannen und mit stadtrömischen Revolten zu kämpfen hatte, schloss 1153 in Konstanz ein Bündnis mit Friedrich I., in dem sich Barbarossa verpflichtete, „weder mit Roger II. von Sizilien noch mit den Römern ohne päpstliche Zustimmung Frieden zu schließen und die Römer wieder der Stadtherrschaft des Papstes zu unterwerfen“ 18 . Im Gegenzug versprach Papst Eugen III., Friedrich „zum Kaiser zu krönen und ihm zu helfen, die Ehre des Reichs (honor imperii) aufrechtzuerhalten“ 19 .
Als Friedrich 1154/55 den ersten von sechs Italienzügen unternahm, wurde er zum König von Italien und von Papst Hadrian IV., Nachfolger Eugens III., in Rom zum Kaiser gekrönt. Allerdings kam es kurze Zeit später zum Bruch. In einem Brief Hadrians, der auf dem Hoftag von Besançon der Fürstenversammlung vorgelesen wurde, stand unter anderem, dass er „Barbarossa noch gerne größere beneficia als die Kaiserkrone gegeben“ 20 hätte. Friedrichs Kanzler und späterer Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel, übersetzte das Wort „beneficium“ mit „Lehen“ statt mit „Wohltat“. Somit entstand der Eindruck, dass nach Hadrian das Reich ein Lehen der
17 Heimpel, Barbarossa, S. 4.
18 Görich, Staufer, S. 41.
19 Görich, Staufer, S. 42.
20 Görich, Staufer, S. 46.
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Arbeit zitieren:
Marit Blömer, 2009, Friedrich I. Barbarossa und Heinrich der Löwe, München, GRIN Verlag GmbH
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