Alexander Schmitt 2
Kommunikation und Konflikt(bewältigung) in der Schule
Inhaltsverzeichnis
A. EINLEITUNG 3
B. HAUPTTEIL. 4
1. Definitionen und Systematisierung 4
1.1. Der Konflikt 4
1.2. Abgrenzung zur Beratung 5
2. Entstehung von Konflikten 6
2.1. Nichterfüllung von Bedürfnissen und Frustration 6
2.2. Aggression 7
2.3. Kritik im Gespräch 8
2.4. Direkte Provokation und Eskalation 9
3. Konfliktbewältigung, -prävention und richtige Kommunikation 10
3.1. Vermeidung von Frustration und Provokation 10
3.2. Aktives Zuhören. Humanistische Psychologie 12
3.3. Die vier Seiten einer Nachricht 13
3.3.1. Sachebene 14
3.3.2. Appellebene 14
3.3.3. Beziehungsebene 15
3.3.4. Ebene der Selbstmitteilung. 15
3.3.5. Schulisches Beispiel 16
3.4. Ich-Botschaften 17
3.5. Gefühle statt Gedanken 18
C. SCHLUSS 19
D. BIBLIOGRAPHIE 20
1. Monographien, Aufsätze und Artikel 20
2. Internetseiten 20
A. Einleitung
Wenn man die Schule als komplexes, soziales System begreift, das nach außen offen ist und in dem Kinder einen Großteil ihres Tages und damit ihrer Kindheit/Jungend verbringen, ist es v.a. auch wichtig, die kommunikativsozialen Grenzsituationen dieses Systemes in den Blick zu nehmen.
Warum kommt es gerade in der Pause zu Schlägereien und Streitigkeiten? Aus welchem Grunde eskalieren manche Eltern- oder Schülergespräche, sodass Streitereien, Feindseligkeiten oder sogar aggressive Taten entstehen? Was führt sogar soweit, dass Jugendliche in ihrer Schule Amok laufen und anderen Menschen erschießen?
Die vorliegende Arbeit hat nicht zum Ziel, all diese Fragen zu klären. Sie will aber deutlich machen, was grundsätzlich in einer Kommunikation, die unweigerlich die Basis schulischer Aktivität ist, und dem gesamten Kommunikationssystem ‚falsch‘ gemacht werden kann, ob bewusst oder unbewusst. Dazu soll der Begriff des Konfliktes zuerst definiert und systematisiert sowie von der Beratung abgegrenzt werden. Der Einbezug der Beratung am Rande ist deshalb von Bedeutung, weil aus einem Beratungsgespräch durchaus auch ein Konflikt entstehen kann, sollte die Kommunikation in kontraproduktiver Weise geführt werden. Daran schließt sich die Darlegung möglicher Ursachen für Konflikte, v.a. für Aggressionen und aggressive Verhaltensweisen an. Die Arbeit schließt mit einigen Modell, Hinweisen und Methoden, einer Konversation zum Erfolg zu verhelfen. Durch das Einhalten bestimmter Gesprächsführungsregeln kann mit größerer Wahrscheinlichkeit verhindert werden, dass das Gespräch in einem Konflikt endet.
B. Hauptteil
1. Definitionen und Systematisierung
1.1. Der Konflikt
Ein Konflikt liegt dann vor, „wenn unvereinbare Wünsche oder Absichten 1 verschiedener Personen aufeinanderstoßen“ 2 . Vom Konflikt im eigentlichen Sinne ist das Konfliktverhalten abzugrenzen, das Personen im jeweiligen Konflikt zeigen. Die drei Grundtypen des Konfliktverhaltens sind
x konstruktives (Lösung/Klärung des Konfliktes), x meidendes (Rückzug, Unterwerfung etc.) und x aggressives (Vorwürfe, Drohungen, Gewalt u.ä.) 3
Verhalten. Auch wenn Konflikte im Falle aggressiven Konfliktverhaltens etwas mit Aggression zu tun haben, dürfen Konflikte doch „nicht mit Aggression gleichgesetzt werden“ 4 . Aggression bzw. konkret aggressives Verhalten ist einer der möglichen Auslöser bzw. Verlaufsformen für Konflikte 5 , aber nicht notwendigerweise. Der Konflikt setzt demnach immer mindestens zwei Personen voraus, die in ihrem Arbeits- bzw. Lebensvollzug entgegengesetzte (zumindest teilweise) Absichten versuchen durchzusetzen, auf Grund der Intention des jeweils anderen daran aber gehindert werden. 6 Dabei sind beide in das System des Konfliktes integriert und partizipieren daran. 7
1 siehe Kapitel 2.1.
2 Nolting: Lernfall Aggression, S. 238.
3 vgl. Nolting: Lernfall Aggression, S. 239.
4 Nolting: Lernfall Aggression, S. 238.
5 siehe Kapitel 2.2.
6 siehe Kapitel 2.1.
7 vgl. Nolting: Lernfall Aggression, S. 238f.
1.2. Abgrenzung zur Beratung
Die Beratung weist zwei grundlegende Unterschiede zum Konflikt auf:
x Das Interaktionsverhältnis ist einseitig ausgerichtet: Ein Beratender berät einen zu Beratenden, wie auch immer dieser Beratungsvollzug konkret aussehen mag.
x Der Berater ist nicht (unbedingt) in das System des dem zu Beratenden eigenen Problem involviert und agiert aus externer Stellung heraus in das System hinein.
So kann Beratung allgemein als „freiwillige, soziale Interaktion zwischen zwei Personen [definiert werden]. Das Ziel der Beratung besteht darin, in einem gemeinsam verantworteten Beratungsprozess die Entscheidungs- und damit Handlungssicherheit zur Bewältigung eines aktuellen Problems zu erhöhen. Dies geschieht in der Regel durch die Vermittlung von neuen Informationen und/oder durch die Analyse, Neustrukturierung und Neubewertung vorhandener Informationen.“ 8
Obwohl der Weg bzw. die Richtung sowohl der Zielsuche als auch des Kommunikations- und Beratungsweges eindimensional sind - vom Berater ausgehend den zu Beratenden als Adressaten haben -, ist der Beratungsvorgang doch ein kollektiv-konstruktiver Vorgang: „Beratung ist eine kurzfristige soziale Interaktion zwischen Ratsuchenden und Beratenden, bei der dem Ratsuchenden Unterstützung zur Bewältigung seines Problemes angeboten wird. Sowohl bei lebenspraktischen Fragen als auch in psychosozialen Krisen erarbeiten Ratsuchende und Beratende gemeinsam kognitive, emotionale und praktische Problemlösungen.“ 9
Die Formulierung im Plural macht bereits deutlich, dass am Beratungsprozess auch mehrere Menschen beteiligt sein können. Die kollektive Dimension
8 Schwarzer/Posse: Schulberatung, S. 442.
9 Krapp/Weidenmann: Pädagogische Psychologie, S. 578.
der Beratung wird dabei besonders in der kollegialen Beratungen deutlich sowie verwirklicht.
Die kurze Beschäftigung mit der Beratung ist, wie bereits erwähnt, insofern für die Thematik des Konfliktes wichtig, als durch falsche Kommunikation und bei Vorlage der Bedingungen zur Entstehung von Konflikten 10 aus einem Beratungsgespräch sehr leicht ein Konfliktgespräch werden kann. So ist es bereits bei der grundlegenden Beschäftigung mit Beratungskontexten wichtig, die Bedingungen und Gründe für Konfliktsysteme zu berücksichtigen.
2. Entstehung von Konflikten
2.1. Nichterfüllung von Bedürfnissen und Frustration
Jeder Mensch strebt ganz natürlicherweise danach, seine Bedürfnisse zu erfüllen. Die Erfüllung oder Nichterfüllung von Bedürfnissen „energetisieren das Handeln [von Menschen] auf einer sehr fundamentalen Ebene“ 11 . Werden Bedürfnisse oder sogar Grundbedürfnisse nicht oder nur ungenügend erfüllt, kann dies zu Frustration führen, einem möglichen, wenn zwar nicht notwendigem, aber durchaus wichtigem Auslöser für Aggression und damit auch für Konflikte. Vertreter der motivationalen Theorie der Selbstbestimmung nennen als solche Bedürfnisse bzw. Grunderfahrungen: 12
x Autonomie x Kompetenz x soziales Eingebundensein
„Nur dort, wo sie erfüllt werden, kann die natürliche Tendenz zur Aneignung neuer Kenntnisse und Fähigkeiten voll zum Tragen kommen.“ 13
10 siehe Kapitel 2.
11 Krapp/Weidenmann: Pädagogische Psychologie, S. 217.
12 vgl. ebd.
13 ebd.
Arbeit zitieren:
Alexander Schmitt, 2011, Kommunikation und Konflikt(bewältigung) in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Pädagogik - Schulpädagogik: Kommunikation und Konflikt(bewältigung) in der Schule ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Pädagogik - Schulpädagogik: neuer Titel erschienen: Kommunikation und Konflikt(bewältigung) in der Schule
Alexander Schmitt hat einen neuen Text hochgeladen
Florist 2. Gestalten, Beraten, Verkaufen, Wirtschaftliches Handeln
Aufbauwissen in Lernsituatione...
Ursula Walford, Marie-Luise Eidam-Bek, Meinhard Strohschnieder, Gisela von Wissel, Sabine Meyer
Gesprächssituationen. Interakt...
Ulrike Potthoff, Angelika Steck-Lüschow, Elke Zitzke
Schüler und Lehrer im Konflikt
Neue Strategien für ein respek...
Malte Mienert, Heidi Vorholz
Professionalisierung von Lehrenden im Eltern-Lehrer-Gespräch
Entwicklung und Evaluation ein...
Gernot Aich
0 Kommentare