INHALTSVERZEICHNIS
1. DEFINITION ANGSTSTÖRUNG 3
1.1 ANGST ALS UBIQUITÄRES PHÄNOMEN 3
1.2 ANGST ALS STÖRUNG 5
2. ARTEN DER ANGSTSTÖRUNG - KLASSIFIKATION NACH ICD-10 5
2.1 EMOTIONALE STÖRUNG MIT TRENNUNGSANGST 5
2.2 GENERALISIERTE ANGSTSTÖRUNG 6
2.3 STÖRUNG MIT SOZIALER ÄNGSTLICHKEIT 7
2.4 SPEZIFISCHE PHOBIEN 8
2.5 AGORAPHOBIE 8
2.6 PANIKSTÖRUNG 8
3. ÄTIOLOGIE UND THERAPIEMÖGLICHKEITEN 9
3.1 ÄTIOLOGIE 9
3.2 THERAPIEMÖGLICHKEITEN 10
3.2.1 PSYCHOLOGISCHE INTERVENTIONSEBENEN 10
3.2.2 VERHALTENSBEZOGENE INTERVENTIONEN 11
3.2.3 KOGNITIVE INTERVENTIONEN 11
3.2.4 KOMBINIERTE INTERVENTIONEN BSP.: COPING CAT 11
4. ZUSAMMENFASSUNG 13
5. VERZEICHNISSE 14
5.1 LITERATURVERZEICHNIS 14
5.2 INTERNETQUELLEN 14
5.3 ABBILDUNGS-, TABELLENVERZEICHNIS 14
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1. DEFINITION ANGSTSTÖRUNG
1.1 ANGST ALS UBIQUITÄRES PHÄNOMEN
„Angst ist ein Gefühlszustand, der gekennzeichnet ist durch negative Emotionen und körperliche Symptome von Anspannung. Der Begriff Angst leitet sich von dem lateinischen Wort „anxius“ ab und definiert einen Zustand von Erregung und Belastung.“ (ESSAU, Cecilia A., 2003)
In der Wissenschaft wird die Angst in ihrer Ursache und Wirkung, sowohl gegenwärtig als auch zukunftsorientiert als eine komplexe Erfahrung verstanden. Sie äußert sich körperlich, kognitiv und im Verhalten.
In einer Angstsituation bereitet sich der Körper auf einen Kampf oder auf die Flucht vor und versetzt alle Sinne in einen Zustand erhöhter Reizbarkeit. Durch die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin 1 erhöhen sich schlagartig die Herz- und Atemfrequenz, wodurch der Blutkreislauf angeregt wird und die Sauerstoffkonzentration im Gewebe steigt. Der Körper befindet sich dann in Handlungsbereitschaft und kann entweder fliehen oder kämpfen. Der Körper kann jedoch auch negative Symptome anzeigen. So kann die Sicht durch eine Weitung der Pupillen eingeschränkt oder verschwommen sein. Des Weiteren können Müdigkeit, Übelkeit, Schwitzen, Urinieren, Erbrechen, Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden Symptome für Angst sein.
Wenn das kognitive Wahrnehmungssystem durch das Gefühl der Angst aktiviert wird, führt es in erster Linie zur Suche nach der potentiellen Gefahr oder Bedrohung. Es ist die Unsicherheit über die Bewältigung oder den Umgang mit bestimmten Situationen. Sie wird begleitet durch die Sorge über die Zukunft, die Angst vor Schmerzen und die Erwartung der Situation. Kinder mit einer diagnostizierten Angststörung leiden häufig unter Konzentrationsschwierigkeiten, da sie stets auf der Suche nach einer Bedrohung sind. Zum Beispiel kann die Aufgabenstellung des Vorlesens eines Textes im Unterricht bei den potentiellen Lesern zu Angstgefühlen oder auch Panik führen. Es ist die Angst falsch vorzulesen oder Worte nicht richtig oder zu langsam zu erkennen. Das Vorlesen scheitert dann jedoch an dem Konzentrationsvermögen des Schülers, da
1 Stressreaktionen erfolgen immer als Zusammenspiel zwischen dem Nervensystem, dem Hormonsystem und der
Immunabwehr. Gemeinsam mit CRH (Corticotropin Releasing Hormone) steuert Noradrenalin interaktiv die Reaktionskette
der Stresshormone und neuronalen Botenstoffen (Neurotransmitter), um den Körper bei psychischen und physischen
Belastungen entsprechend zu aktivieren und die Körperfunktionen anzupassen. Nehmen die Belastungen jedoch Überhand,
gerät die Reaktionskette aus dem Gleichgewicht. Bei allen mit Stress in Verbindung stehenden Gesundheitsstörungen kann
ein Überschuss an Noradrenalin festgestellt werden, meist parallel zu einem Serotoninmangel. Die Auswirkungen eines
Überschusses oder auch eines im weiteren Verlauf auftretenden Mangels an Noradrenalin sind für den Organismus auf
vielfältige Weise folgenreich. Definition von www.Neurolab.eu
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er sich durch Sorgen und Erwartungen selbst abgelenkt. Wenn keine Bedrohung von außen festgestellt werden kann, richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Schüler selbst. Dies führt zu einem erhöhten Maß an Unsicherheit und Unaufmerksamkeit. Es treten Symptome auf wie Gedankenrasen, selbstkritische Gedanken, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedanken an Gefahr, Black-out oder Vergesslichkeit.
Das Verhalten einer betroffenen Person mit Angstgefühlen wird von zwei Impulsen dominiert. Zum einen durch eine innere Aggression und zum anderen durch den Wunsch zur Flucht. Durch unterschiedliche soziale Zwänge kann nun ein Kind daran gehindert sein, einem dieser Impulse nachzugeben und kann daraus ein Vermeidungsverhalten entwickeln. Das Vermeidungsverhalten verschafft dem Kind eine „momentane Erleichterung“, woraufhin sich dieses Verhalten negativ verstärkt. Das Kind wird in vergleichbaren zukünftigen Situationen versuchen schneller zu fliehen 2 und erhält dadurch das Vermeidungsverhalten aufrecht. Bei Kleinkindern können die Symptome Weinen oder Schreien, Verstecken, eine starre Haltung oder stottern sein. Bei Kindern und Jugendlichen kommen ein Zittern in der Stimme, ein Zittern der Lippen, Zähneknirschen, Vermeidung von Augenkontakt und Nägelkauen hinzu.
Die Angst als Gefühl hängt mit drei weiteren Emotionen zusammen. Furcht, Phobie und Panik sind drei sehr unterschiedliche Aspekte/ Instanzen der Angst. Die Furcht ist eine kurzlebige Reaktion des Körpers auf lebensbedrohliche Situationen und ist in den meisten Fällen mit der Flucht verbunden. „Eine Phobie zeichnet sich durch den intensiven Wunsch aus, die gefürchtete Situation zu vermeiden und ruft bei Konfrontation mit der Situation große Angst hervor.“ (ESSAU, Cecilia A., 2003) Die Phobie ist gekennzeichnet durch ihr Bestehen über einen ausgedehnten Zeitraum. Sie führt zu einem Vermeidungsverhalten, welches Probleme im sozialen Umfeld auslösen kann. Eine Phobie ist altersunabhängig und in jedem Fall Resultat einer Fehlanpassung ??? fehlangepasst.
Panik hingegen ist ein plötzlich auftretendes Gefühl von Angst, einhergehend mit einer Kampf-Flucht-Reaktion. Dieser unerwartete Schrecken führt häufig zu einer unangemessenen Fluchtreaktion.
2 Flucht nicht nur räumlich, sondern auch imaginär. Geistige Flucht äußert sich durch Starren, starr stehen, Schweigen etc.
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1.2 ANGST ALS STÖRUNG
Neben den ubiquitären Angstgefühlen gibt es Angsterscheinungen bei Menschen, die als eine Störung zu bezeichnen sind. Diese Störung liegt vor, wenn die Angst nicht vorübergehend und für die jeweilige Entwicklungsphase 3 unangemessen ist. Zudem führt sie zu starken und anhaltenden Beeinträchtigungen im Alltag und in der Lebensqualität. Je nach Ausprägung der jeweiligen Angststörung kann es zu Problemen im Umgang mit dem sozialen Umfeld kommen.
„Angststörungen sind entweder durch ein abnormes Ausmaß diffuser, frei flottierender Angst gekennzeichnet oder sind situations- und objektbezogen. Letztere werden als Phobien bezeichnet.“(STEINHAUSEN, 2006) Diese Störungen werden häufig begleitet von Depressionen, Phobien-Ticks, zwanghaften Symptomen oder in seltenen Fällen von dissozialen Symptomen. Die Symptome treten altersspezifisch auf und können mit Hilfe des Systems ICD-10 4 klinisch klassifiziert werden. Dieses System berücksichtigt insbesondere spezielle Störungen wie die emotionale Störung, die phobische Störung des Kindesalters und die Störung mit sozialer Ängstlichkeit. Diese Erkrankungen weisen eine hohe Komorbidität auf.
Angst ist ein ubiquitäres Phänomen der Menschen und ist bei 2- 43 % aller Kinder zu beobachten. Diese Gefühle sind notwendig im Umgang mit der Umwelt und anderen Menschen. Die Angst als Störung unterteilt sich in die Trennungsängste (1- 5 %), in die generalisierte Angststörung (0,5- 3,6 %), in soziale Ängste (1- 4,6 %) und in spezifische Phobien (2- 6 %), welche nicht geschlechterspezifisch auftreten. (STEINHAUSEN, 2006)
2. ARTEN DER ANGSTSTÖRUNG - KLASSIFIKATION
NACH ICD-10
2.1 EMOTIONALE STÖRUNG MIT TRENNUNGSANGST
Die Emotionale Störung mit Trennungsangst findet ihren Manifestationszeitpunkt in so genannten Entwicklungsübergängen mit erhöhten Autonomieanforderungen. So sind die Übergänge von der Kinderkrippe in den Kindergarten und dann in die Schule solche Zeitpunkte. In seltenen Fällen kommt es zur späten Manifestation. Diese Angst äußert sich in
3 Entwicklungsstand kognitiver Fähigkeiten und deren Ursache für Ängste bei Kindern und Jugendlichen siehe Tab.1
4 Die "Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme" (ICD-10) wurde von
der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellt und im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit vom DIMDI ins
Deutsche übertragen und herausgegeben. Die Abkürzung ICD steht für "International Statistical Classification of Diseases
and Related Health Problems", die Ziffer 10 bezeichnet die 10. Revision der Klassifikation. Die ICD-10 ist Teil der Familie
der internationalen gesundheitsrelevanten Klassifikationen. Definition des DIMDI
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Arbeit zitieren:
Franz Borgwald, 2011, Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag GmbH
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