Gliederung:
1 Einleitung 1
2 Begriffsverwendung 1
2.1 Definition Wert und Wertewandel 1
2.2 Definition Jugend und ihr Bild in der Gesellschaft 3
2.2.1 Definition Jugend 3
2.2.2 Bild der Jugend in der Gesellschaft 3
2.3 Definition Technik und technischer Fortschritt 4
3 Technischer Fortschritt in Bezug auf Wertewandel 5
4 Wertedimension: Technischer Fortschritt 6
4.1 Bedeutung der Technik für die Jugendlichen in den 80er Jahren 6
4.2 Bedeutung der Technik für die Jugendlichen heute 7
4.3 Bedeutung der Technik in den 80er Jahren und heute im Vergleich 9
5 Zusammenfassung 10
Literaturverzeichnis 12
Anhang 13
1 Einleitung
In den vergangenen Jahren ist das Thema Wertewandel zunehmend in den Blickwinkel der öffentlichen Diskussion geraten. Besonders heftige Debatten gab es darüber ab Mitte der 70er Jahren. Die Rede war von Werteverfall und sogar von Werteverlust. Dabei ging es um solche Wertedimensionen wie Familie, Menschlichkeit, Einstellung zur Politik, Technik und andere. Seit den 80er Jahren wird in Deutschland darüber diskutiert, ob sich die Einstellung der jüngeren Generation zur Technik und zum technischen Fortschritt geändert habe oder nicht. Denn das Leben der heutigen moderner Industriegesellschaft ist in hohem Masse von Technik bestimmt. Der alltägliche Umgang mit technischen Geräten ist selbstverständlich geworden. Allerdings unterscheiden sich Menschen in der Ausprägung ihrer Technikinteressen, Technikkompetenz, also in ihrer gesamten Einstellung zur Technik. Auch solche Faktoren wie: Umfeld, Arbeitslosigkeit, Katastrophen wie z.B. Tschernobyl oder auch Zugunglücke und Naturkatastrophen wirken auf die Beziehung der Menschen zur Technik. Aus diesem Grunde beurteilen verschiedene Menschen in der heutigen Welt Nutzen und Gefahren der technischen Entwicklung unterschiedlich. 1
In der vorliegenden Arbeit wird die Frage nach Technikinteresse bei den Jugendlichen untersucht. Die These lautet: Mit zunehmenden Fortschritt der Technik nimmt das Interesse am technischen Wissen bei Jugendlichen zu. Dafür werden zuerst solche Begriffe wie Wert, Jugend und Technik definiert (Abschnitt 2). Danach wird die Beziehung zwischen dem technischen Fortschritt und dem Wertewandel erklärt (Abschnitt 3). Im Hauptteil der Arbeit (Abschnitt 4) wird Bedeutung der Technik für die Jugendlichen in den 80er Jahren und heute anhand von empirischen Daten gegenübergestellt und verglichen. Da die größten Entwicklungen der letzten Jahre im Bereich der Computertechnologie stattgefunden haben, wird dann dieses Gebiet als Beispiel für die allgemeine technische Entwicklung verwendet. Zum Schluss werden die Ergebnisse zusammengefasst und erläutert (Abschnitt 5).
2 Begriffsverwendung
2.1 Definition Wert und Wertewandel
In der seit vielen Jahren innerhalb der Sozialwissenschaften geführten Wertediskussion ist es nicht gelungen, eine allgemeingültige Definition des Begriffs „Wert“ zu finden. Bereits 1971
1 vgl. Rosenbladt von (1986), S. 24ff.
1
fand der Soziologe Lautmann fast 300 verschiedene Definitionen und Ableitungen dieses Begriffs. Eine Einigung bei verschiedenen Theoretikern besteht über die Minimaldefinition, „nach der Werte diejenigen Zustände des gesellschaftlichen Lebens darstellen, die als
erstrebenswert gelten“. 2 Der Begriff „Wert“ muss sich von den anderen Terminologien, wie Normen und Einstellungen abgrenzen lassen. Während Normen Gesetzescharakter haben, entwickeln sich Werte aus dem Wandel der Gesellschaft. Werte sind verinnerlichte Verhaltensstandards, die von einer Person im Prozess der Erziehung bzw. Sozialisation, der wiederum in ein bestimmtes kulturelles Umfeld eingebettet ist, erworben werden. Als solche sind sie das Ergebnis historisch-kultureller Entwicklungen und daher weniger veränderbar als Einstellungen. So steuern und regulieren Werte auf der personalen Ebene kognitive
Orientierungen und Standards des individuellen Handelns. 3
Der Wertewandel kann sich so äußern, dass bestimmte Werte in einer gesellschaftlich-historischen Situation auf der Rangskala auf- oder absteigen, oder die bestehende Werteverhältnisse umkehren (z.B. Umweltschutz kann wichtiger als Wirtschaftswachstum/ technische Fortschritt werden). Die Bedeutung von Werten und ihre Verschiebung auf der Rangskala versucht die empirische Wertforschung durch Meinungsumfragen zu ermitteln. Eine bedeutende Rolle für den Wertewandel spielt auch der Zeitfaktor. Die meisten Werte, die unser heutiges Zusammenleben bestimmen, haben ihre Wurzel im Altertum (wie z.B. Menschenwürde, Frieden, Sicherheit). Gerade deswegen ist die Konstanz der Werte für das Überleben einer Kultur und das Auskommen der Generationen untereinander erforderlich. Plötzlicher Wertewandel führt zu sozialer Desorientierung und Desintegration. Dennoch müssen anderseits Werte auch den jeweils historisch-gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst werden. Neu auftretende soziale Probleme erfordern Flexibilität und Aktualisierung älterer Werte. Die Änderungen der real objektiven Lebensbedingungen lösen auf der subjektiven Ebene der Individuen den Wertewandel aus. Es kommt zu einem neuen Lebensstil. Heute wird der Wertewandel vor allem durch den Fortschritt der Wissenschaft und
Technik vorangetrieben. 4
2 Dunker (1998), S. 17
3 Dunker (1998), S. 17f.
4 vgl. Hepp (1994), S. 5ff.
2
2.2 Definition Jugend und ihr Bild in der Gesellschaft
2.2.1 Definition Jugend
Die Altersphase Jugend beginnt in der Pubertät mit ca. 13 Jahren, wenn die Sexualreife nach dem Abschluss der Altersphase Kindheit einsetzt. In der Altersklasse der 13- bis ca. 25jährigen gibt es typische ,,jugendliche" Verhaltensweisen und Einstellungen. Dadurch grenzt sich diese Altersgruppe von anderen Altersgruppen ab. Sozial sowie kulturell ist es die Phase der Persönlichkeitsentwicklung, in der das Individuum lernt, selbständig in allen gesellschaftlichen Bereichen zu handeln. Man bezeichnet Jugend als Subkultur mit bestimmten Auffassungen, Werten, Normen, sozialen Strukturen und Verhaltensweisen. Diese Subkultur weicht von der dominanten Kultur der Gesellschaft deutlich und oft auch in konfliktträchtiger Weise ab. Jugend ist etwas begehrenswertes und wird in den Medien und in der Werbung angepriesen und eingesetzt. Diese Lebensphase ist mit dem endgültigen Finden der persönlichen und sozialen Identität abgeschlossen.
Die Kultur-Anthropologin Margaret Mead (1901-1978) nennt Jugend eine ,,Als-ob-Periode", in der Jugendliche ihre Hoffnungen und Enttäuschungen erleben, ohne dass sie endgültige ökonomische, soziale oder psychologische Konsequenzen erfahren haben. Ob die Jugendphase ein Schonraum oder eine Phase der besonderen Belastung darstellt, hängt im wesentlichen von allen Bezugspersonen und Bezugsgruppen ab. Die ältere Generation hat Probleme die heutige Jugend zu verstehen, da sie aufgrund der allgemeinen härteren
Lebensbedingungen keine vergleichbare Jugendzeit erlebt hat. 5
2.2.2 Bild der Jugend in der Gesellschaft
Dass die jüngere Generation von der älteren verurteilt wird, geschieht schon seit der Antike. So wertete ein babylonischer Schreiber vor Jahrtausenden über die damalige Jugend, sie sei
gottlos, faul und böse, und es werde ihr nie gelingen, die Kultur zu erhalten. 6 Auch die vorherrschende Meinung in den Medien von heute stimmt diesem Zitat übertragen auf das Bild der heutigen Jugend zu. Insgesamt gibt es aber keineswegs ein einheitliches Bild über „die Jugend“ in den Medien, wobei sie häufiger „negativ“ als „positiv“ dargestellt wird. H. Opaschowski, Leiter des BAT-Freizeitforschungsinstituts, verkündet, dass aus den Kindern von Karl Marx und Coca-Cola die Kinder von Walt Disney und Bill Gates geworden sind und
5 vgl. Schäfers (1994), S. 29f.
6 vgl. Langguth (1996), S. 5ff.
3
prophezeit schreckliche Folgen: Die Jugendlichen würden in einer reizüberfluteten Umwelt groß und zu ,,Scannern", die nur noch registrieren, was ihnen wichtig ist. Aber die STERN-Studie widerspricht seiner Meinung und publiziert positive Bilder der Jugend, die dieser negativen Pauschalisierung entgegenwirken: Die Kinder seien viel besser und realistischer als
ihr Ruf. 7
Der Shell Jugendstudie 2000 zufolge kommen aufgrund einer Vielzahl neuen Anforderungen in der heutigen Gesellschaft hauptsächlich die Erwachsenen nicht mehr zurecht. Sie setzen eigene Ratlosigkeit in Jugenddebatten um und projizieren ihre Probleme auf die Jugendgeneration. Der oft diagnostizierte Wertverfall, die wachsende Gewaltrate und Orientierungslosigkeit führen dazu, dass die gesamte Gesellschaft mit und an den Jugendlichen leidet. Die Jugendlichen werden somit zum „schwarzen Schaf“ der Gesellschaft. Dabei ist es nicht angebracht, Jugendliche für die mangelnde gesamtgesellschaftliche
Anpassungs- und Integrationsleistung verantwortlich zu machen. 8
2.3 Definition Technik und technischer Fortschritt
Der Begriff Technik stammt aus dem Französischen (technique) und leitet sich von dem
griechischen Wort téchne ab, was so viel wie Kunstfertigkeit bedeutet. 9 Heutzutage ist das Wort „Technik“ vieldeutig geworden. Unter diesem Begriff können verschiedene Menschen
Unterschiedliches verstehen 10 , je nachdem in welchem Lebensumfeld sie sich bewegen. Man kann sagen, dass die Einstellung von Menschen zur Technik häufig dadurch geprägt ist, wie man ihr täglich auf Schritt und Tritt begegnet. In dieser Arbeit wird der materielle Teil der Technik beschrieben. Sie ist zweckgerichtet auf geschaffene Güter, Produkte und Systeme im Zusammenhang mit menschlicher Daseinsgestaltung. Die materielle Technik bedeutet damit die Beherrschung aller Kunstwerke, Verfahren, Fertigkeiten und theoretische Kenntnisse, mit dem Ziel, etwas bestimmtes zu erreichen. Sie ist die wirtschaftliche Anwendung der Naturwissenschaften zur Befriedigung von Bedürfnissen. Bedürfnisse bewirken technischen Fortschritt, aber auch umgekehrt schafft technischer Fortschritt steigende und neue Bedürfnisse.
7 vgl. Sandmeyer (1999), S. 18
8 vgl. 13. Shell Jugendstudie (2000), S. 94f.
9 vgl. Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2000. "Technik"
10 s. Tabelle 1a bis 1d im Anhang
4
Arbeit zitieren:
Irene Turezkiy, 2001, Wertewandel am Beispiel der Wertedimension 'Teilhabe an technischem Fortschritt' bei Jugendlichen in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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