Universität Konstanz Wintersemester 2002/2003 Fachbereich Geschichte und Soziologie Veranstaltung: Der Bischof von Konstanz
Inhalt
1. Einleitung 4
2. Das Urbar 5
3. Heinrich von Klingenberg - Zur Person 13
Lebenslauf. 13
Politischer und kirchlicher Einfluss. 15
Neustrukturierung. 16
(a) Weltlicher Besitz. 16
(b) Organisation: Das Urbar. 18
4. Die Höri - Geographie. 19
5. Nachwort 21
6. Quellen und Literatur. 22
3
1. Einleitung
Das Konstanzer Urbar aus dem Jahr 1306 wurde nie vollendet, weil sein Auftraggeber, Bischof Heinrich von Klingenberg, plötzlich und unerwartet verstarb. Doch trotz dieser Tatsache bietet es uns einen guten Einblick in die Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters und das Bemühen eines Grundherren, seinen Besitz zu strukturieren und übersichtlich zu halten.
Nur wenige Quellen und Sekundärlitertur konnte ich rund um das Urbar finden, und so versuche ich, an dieser Stelle eine kurze Einführung zu geben. Zentrale Fragestellung wird dabei sein, welchem eindeutigen Zweck das Konstanzer Urbar diente - so wie die Urbare aus jener Zeit. Dabei möchte ich auch auf die Vita des Bischofs Heinrich zu sprechen kommen, der eine schillernde und interessante Persönlichkeit seiner Tage war und es auf Grund seiner guten Beziehungen sehr weit brachte, vor allem die Verbindung mit den Habsburgern machte die Schaffung des Konstanzer Urbars erst möglich.
Die Quelle an sich ist mehr als herausfordernd: Geschrieben in einer Mischung aus Kirchenlatein und Mittelhochdeutsch und dabei auch noch systemlos und höchstens chronologisch. Auf Grund einer mangelnden Übersetzung haben wir uns in der Referatsgruppe in gemeinsamer Arbeit die Posten zweier Höri-Ortschaften übersetzt, um das Urbar erstmal zu verstehen. Das vorliegende Werk war nur eine Abschrift des Originalurbars und teilweise fragmentarisch, weil, wie ich denke, der Originaltext schlichtweg verloren ging.
So werde ich also im Folgenden zunächst das Urbar und seine Bedeutung erläutern und anschließend über Bischof Heinrich von Klingenberg berichten. Den Abschluss bildet eine kleine Höri-Kunde.
4
2. Das Urbar
Das Konstanzer Urbar ist uns in Abschnitten noch erhalten, soweit es überhaupt fertig geworden ist. Jedes der 20 „offizia“-Ämter musste eine Aufstellung der Besitzungen, Rechte und Einkünfte nach Konstanz schicken. Die oberschwäbischen Besitztümer sind enthalten in den Ämtern Baumgarten und Eriskirch, in den Linzgau fallen die Ämter Meersburg und Hohenbodman.
Zu einer Zusammenfassung zu einem mit Sicherheit geplanten einheitlichen Werk ist es allerdings nie gekommen. 1306 verstarb plötzlich und unerwartet Bischof Heinrich von Klingenberg und sein Werk blieb unvollendet.
Woher stammt nun der Ursprung des Wortes? Das Wort Urbar wurde aus dem althochdeutschen urberan bzw. dem mittelhochdeutschen erbern („hervorbringen, Ertrag bringen, Ertrag bzw. ertragreiches Grundstück“) entlehnt. Es ist eine Sammelbezeichnung für ein zu ökonomischen, administrativen und rechtlichen zwecken angelegtes Verzeichnis der Liegenschaften, Abgaben und Dienste eines Wirtschaftobjekts, zumeist einer Grundherrschaft 1 .
Kommen wir nun zur Quelle, die in dieser Hausarbeit behandelt wird. In der Barbarossaurkunde von 1155 wird die juristische Basis für dieses Urbar des Heinrich von Klingenberg gelegt. Kaiser Friedrich I. Barbarossa legte damals die Grenzen der Höri fest und übergab das Gebiet den Bischöfen von Konstanz, so dass dieser hiermit seine Ansprüche sichern konnte und de facto alleiniger Nutzer der Herrschaftsrechte der Höri war. Das bedeutet, dass der Bischof zu netscheiden hatte, welches Land an wen verkauft werden durfte und auch die richterliche Gewalt lag bei ihm. Somit waren die Güter auf der Höri weder einem Rechtsbeistand noch einem königlichen Verwalter unterstellt, sondern rein dem Bischof und dessen Immunität.
Der Bischof war geistig, politisch und juristisch der Herrscher und die Bewohner waren ihm als weltlichen Herrscher Untertanen. Doch dies führte zu einem Konflikt mit seinem geistlichen Amt, denn grundherrschaftliche Aufgaben widersprachen seiner kirchlichen Position. So setzte er Vögte ein, die für ihn die weltlichen Geschäfte übernehmen sollten.
1 LexMA, 1286
5
Um seine Einkünfte zu überblicken, ließ Heinrich von Klingenberg ein Urbar nach dem Beispiel des großen Habsburgischen Urbars des Burkharts von Frick in Auftrag geben. Solch ein Urbar war damals allgemein zu einer Art Mode geworden, um rechtliche und verwalterische Zusammenfassungen zu erhalten.
Die Urbare lassen sich in zwei Gruppen unterteilen:
Zum einen gibt es die Herrschaftsbücher, die von weltlichen und geistlichen Herrschern angelegt wurden, um Ämter und Herrschaftsbereiche zu gliedern. Sie dienten also politschen Zwecken. In ihnen wurde der Besitzanspruch geregelt und die Herrschaftsgewalt festgestelltin grundherrlicher, vogteilicher, kirchlicher und obrigkeitsherrlicher Belange. Ein Urbar dieser Gestalt war somit ein Werkzeug der Landeshoheit und ein Ausdruck politischer Macht. Die zweite Gattung von Urbaren waren die Einkommensregister. Sie sollten einen Überblick über eine geordnete Güterverwaltung verschaffen und aus ökonomischen Gesichtspunkten Hilfestellung leisten. Verzeichnet wurden Einnahmen und -quellen sowie Abschriften von Hofrecht, Besitz und Erwerbsurkunden, um die einzelnen Posten zu belegen. Verzeichnet wurden Abgaben und Steuern, deren Zinszahler und wichtige Termine. Weiterer Zweck eines ökonomischen Urbars war es, den Besitz zu fixieren und einer weitläufigen Entfremdung durch Zinser und Vögte zu vermeiden. Ab dem 14.Jht wurde es weitgehend in lateinischer Sprache und alphabetischer Ordnung verfasst.
Werfen wir nun einen Blick auf das Konstanzer Urbar. Es ist unvollständig, wie schon erwähnt, doch schauen wir auf die Ertragszusammenstellung. Für das Seminar haben wir in Gruppenarbeit aus der Quelle eine Tabelle angefertigt, um zu zeigen, aus welchen Gütern der Höri wie viele Einnahmen an den Bischof gingen.
6
Arbeit zitieren:
Guido Heinecke, 2002, Das älteste Urbar der Stadt Konstanz, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Jean Marie Le Pen - Zwischen Populist und Extremist
Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa
Hausarbeit, 20 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Guido Heinecke hat den Text Das älteste Urbar der Stadt Konstanz veröffentlicht
Guido Heinecke hat einen neuen Text hochgeladen
Chronik des Konstanzer Konzils 1414-1418 von Ulrich Richental
Eingeleitet und Herausgegeben ...
Thomas Martin Buck
Baedekers Stadtführer Konstanz
Investiturprotokolle der Diözese Konstanz aus dem 16. Jahrhundert
Teil III: Einführung, Verzeich...
Französische Spuren in Konstanz
Ein Streifzug durch die Jahrhu...
Daniela Frey, Claus-Dieter Hirt
0 Kommentare