Was ist das Abendländische Schisma?
Das abendländische Schisma bezieht sich auf das Doppelpapsttum, die sich nach der Wahl des Papstes Urban VI vollzog. So residierten die Vorgänger von Urban VI unter anderem Gregor XI hauptsächlich im französischem Avignon, was immer wieder als Streitpunkt seitens der Römer bzw. der Italiener angesehen wurde, da der eigentliche Sitz des Heiligen Stuhles in Rom war, aber die Päpste die berufen wurden in Avignon wohnten. Diese entfernten Wohnorte vom eigentlichen regierenden Wohnsitz ist vielleicht auf die territorialen unterscheide in Italien zurückzuführen.
Italien wurde erst 1861 zu einem einheitlichen von Rom aus regierten Staat, was aber keine Selbstverständlichkeit des des damaligen Italiens im 14. Jahrhundert entsprach. So war es 1 damals kein einheitlich regiertes Land , sondern es gab viele kleine Königreiche wie Neapel
und Sizilien im Süden und kleine Fürstentümer im Norden wie zum Beispiel Mailand, Florenz und natürlich den Kirchenstaat mit Sitz in Rom in der mittleren Hälfte der Halbinsel. Da wie oben angedeutet residierte der Papst selber nicht in Rom, sondern schickte seine Kardinallegaten, nach Rom um für Recht und Ordnung zu sorgen, die aber wiederum dem einheimischen Volk kein Verständnis brachten, was angeheizt durch Söldnerheere zu Konflikten innerhalb der Bevölkerung eskalierte.
Um dieses Problem entgegenzuwirken, wurde der Papst Gregor XI. dazu bewegt endlich sein Amt als Stellvertretender von Jesus Christus auf Erden wahrzunehmen und den heiligen Stuhl des Apostelführers Petrus in Rom zu bekleiden. Er reiste dann auch 1377 nach Rom unter großen Vorbehalten seiner avignonischen Kardinälen und Verwandten. Kurz danach starb 1378 Gregor XI. und hinterließ einen freien Posten in der katholischen Kirche. Die französischen Kardinäle schickten sich nun an einen möglichst französisch gesinnten Nachfolger für die Wahl aufzustellen, was wiederum den Forderungen nach einem römischen Papst nicht gleich kam. Es wurde eine Kompromiss gefunden, in dem man einen 2 . Das französische italienischen Halbfranzosen, Urban VI., für die Wahl aufstellte
Kardinalkolleg verkannte aber die Einstellungen von Urban VI, der im Eifer der Kuriereform binnen Monate seine verweltlichen Kardinalskollegen gegen ihn erzürnte, da er die Reform in einer sehr ungestümen und verletzenden Weise tat. Als Gegenzug erklärten ihn seine früheren Amtskollegen für zu unzurechnungsfähig und damit für regierungsuntauglich und in Bezug 3 . darauf bezeichneten sie die Wahl jetzt als unfair und daher ungültig
1 Vgl. Lohrum/Dörtelmann: Katharina von Siena, Leipzig 1994, 62
2 Vgl. Meuthen: Das 15.Jahrhundert, München 2006, 74 3 Vgl. Lohrum/Dörtelmann: Katharina von Siena, Leipzig 1994,115
Das eigentliche Schisma (griech.: Trennung, Scheidung) begann nun jetzt, da die französisch gesinnten Kardinäle einen Gegenpapst wählten, einen Vetter Karl V. von Frankreich, Clemens 1 Nun residierte ein Papst in Rom und einer in Avignon. Um dieses Skandal, das die VII.
gesamte Christenheit betraf, zu beseitigen, wer denn nun der „echte“ Papst sei, einigte man sich 1409 ein Konzil zu berufen, dass diese Angelegenheit an sich nahm . Dieses Konzil in Pisa setzte zuerst die beiden Päpste ab, sodass die Kardinäle einen dritten Papst, Alexander V., wählen konnten. Ihm folgte 1410 Johann XXIII.. Der römische als auch der französische Papst kannten den neu gewählten Papst nicht an.
Die nicht vertretbare Lebensweise des Johann XXIII. trug letztendlich auch dazu bei, das König Sigmund ein weiteres Konzil in Konstanz (1414-1418) einberief, das alle drei Päpste 2 . Somit endete absetzte und einen allgemein anerkannten Römer, Martin V. als Papst wählte das abendländische Schisma, dass die ganze christliche Gemeinschaft in Aufruhr versetzt hatte.
Wer ist Katharina von Siena?
Katharina von Siena war das 23. Kind eines Färbers, Jacobo di Benincasa und dessen Frau Lapa, die 1372 in Siena zur Welt kam. Ihre frühe Frömmigkeit ließ sie sehr rasch zu der Erkenntnis gelangen, dass sie fürs Kloster bestimmt war. So trat sie mit 17 Jahren in den Dominikanischen Orden und verbrachte ihre erste Zeit mit der Pflege von Kranken und 3 . In den darauf Armen, so dass ihre erste Anhängerschaft, die sie bewunderte, entstand folgenden Jahren hatte sie Visionen, unter anderem der Herzenstausch mit Christus und der mystische Tod 4 .
1374 musste sich Katharina in Florenz aufgrund der steigenden Anzahl ihrer Anhänger und ihrer Kontaktaufnahme zu bedeutenden kirchenpolitischen Vertretern der damaligen Zeit bis hin zum Papst verantworten; ihre Lebensweise wurde jedoch gutgeheißen und sie bekam 5 . lediglich den angesehenen Dominikaner Raimund von Capua als ihr Beichtvater zugewiesen Sie verfasste 383 politische Briefe an unterschiedliche Adressaten, unter anderem auch Papst Gregor XI. und forderte ihn in ihren Briefen von Avignon nach Rom zurück zu kehren, um
1 Vgl. Meuthen: Das 15.Jahrhundert, München 2006, 74
2 Vgl. Meuthen: Das 15.Jahrhundert, München 2006, 76 3 Vgl. Hase: Heiligenbilder, Leipzig 1864, 204 ff.
4 Vgl. Hase: Heiligenbilder, Leipzig 1864, 184 ff. 5 Vgl. Poppenburg: Das Leben der hl. Katharina, Lübeck 1999, 28
somit die päpstliche Kurie nach Rom zurück zu verlegen und den Frieden unter den 1 . Nach 1378 positionierte sie sich in ihren Briefen ganz klar italienischen Staaten zu schließen
hinter Urban VI., der Nachfolger von Gregor XI. und wirkte so gegen das abendländische Schisma. Sie war kirchenpolitisch eine einflussreiche Frau, die ihren Einfluss und ihre Anerkennung aus ihrer ungewöhnlichen Lebensweise und ihrer von Tag zu Tag wachsenden 2 . Bis zu ihrem Tod 1380 unterstützte sie die Anerkennung der Anhängerschaft nahm
Rechtmäßigkeit des Papstes Urban VI in Rom gegen den Gegenpapst Clemens VII in Avignon, in dem sie auch an den sehr hoch positionierten deutschen Kaiser Karl V. schrieb 3 und ihm vorwirft Papst Urban VI. nicht als wahrhaften Papst zu sehen .
Ihre Briefe wurden im toskanischen Dialekt diktiert, so dass man daraus schließen kann, das sie kaum schreiben konnte. Es ist anzunehmen, dass sie das wenige Latein und die theologischen Kenntnisse im ununterbrochenem Gespräch mit anderen Geistlichen oder in der 4 . Liturgie in vorgelesenen Messen erwarb
Ihr früher Tod mit 33 Jahren ließ nicht zu, das Ende des abendländische Schisma im Konzil zu Konstanz zu verfolgen, wo sie sehr wahrscheinlich die Papstwahl eines römischen Papstes gutgeheißen hätte. Sie hinterließ wie oben erwähnt 383 Briefe und das 1378 fertig gestellte Buch Dialog, die Gespräche zwischen Gott und einem betenden Menschen, als Thema hat. 1461 wurde sie durch Papst Pius II. heilig gesprochen.
Wie wirkte sich das abendländische Schisma auf die Briefe von Katharina?
Viele Autoren, z. B. Lohrum/Dörtelmann, Maresch, Dolezich und Stroebel, die sich mit Katharina von Siena beschädigt haben insbesondere mit ihren politischen Briefen, die sie an wichtige Persönlichkeiten geschickt hat, gehen von der Erkenntnis aus, dass sie keine 5 war, sondern in ihrer spirituellen Weise versucht hat, die Trennung der Kirche „Politisieren“
zu vermeiden. So weist sie den Vorwurf zurück, die einige ihrer Mitbürger an sie richtet und 6 : „ Kein Amt kann weder nach weltlichem noch nach göttlichem Recht ohne die antwortet
heilige Gerechtigkeit im Stande der Gnade ausgeübt werden“ (Dialog 155)<<(AAS 62,677f).
1 Vgl. Pastor: Geschichte der Päpste. Bd1, Freiburg 1901,112 ff.
2 Vgl. Poppenburg: Das Leben der hl. Katharina, Lübeck 1999, 28 3 Vgl. Helbling: Katharina von Siena, München 2000, Brief 347-350 4 Vgl. Helbling: Katharina von Siena, München 2000, 9 5 Vgl. Lohrum/Dörtelmann: Katharina von Siena, Leipzig 1994, 60 6 Vgl. Lohrum/Dörtelmann: Katharina von Siena, Leipzig 1994, 60
Arbeit zitieren:
Hülya Alinca, 2011, Die hl. Katharina von Siena und ihr Einfluss auf das abendländische Schisma, München, GRIN Verlag GmbH
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