Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung Seite 3
II. Versuch einer Definition von „Sozialisation“ Seite 3
III. Sozialisationsinstanzen in Deutschland Seite 5
III.1 Sozialisation in der Familie Seite 6
III.2 Sozialisation im Kindergarten Seite 7
III.3 Sozialisation in der Schule Seite 8
III.3.1 gesellschaftliche Funktion der Schule Seite 8
III.3.2 sichtbarer und unsichtbarer Lehrplan Seite 10
III.3.3 People processing organizations Seite 11
III.3.4 Peer culture Seite 11
III.3.5 Diskrepanz zwischen Schul- und Alltagsanforderungen Seite 11
III.3.6 Veränderungsmöglichkeiten und deren Folgen Seite 13
IV. Fazit Seite 14
V. Literaturverzeichnis Seite 16
VI. Abbildungsverzeichnis Seite 16
2
I. Einleitung
Meine Hausarbeit im Seminar zur Pädagogik der Haupt-/ Real- und Gesamtschule II „Unterrichten in der Sekundarstufe I“ im Wintersemester 2009/2010 beginnt mit dem Versuch einer Definition des Begriffs Sozialisation. Darauf folgt die Betrachtung der Sozialisationsinstanzen Familie, Kindergarten und Schule, wobei das Hauptaugenmerk auf der Schule und ihren verschiedenen Facetten liegt. Als Grundlage für diese Hausarbeit diente mir der Text „Die Schule als Sozialisationsinstanz“ von Klaus Hurrelmann.
II. Versuch einer Definition von „Sozialisation“
Eine zentrale Frage der Sozialisation ist „Wie und warum wird aus einem Neugeborenen ein autonomes, gesellschaftliches Subjekt? Oder anders: Wie werden wir ein Mitglied der Gesellschaft?“ 1
Als eigentlicher Begründer des Konzepts der Sozialisation gilt Emile Durkheim, der bei seiner Untersuchung des Übergangs von einfachen zu arbeitsteiligen Industriegesellschaften feststellte, dass die gesellschaftlichen Normen auf ein Individuum stoßen, „das sich triebhaft, egoistisch und asozial verhält und erst durch den Prozess der Sozialisation gesellschaftsfähig wird.“ 2 . Damit prägte
er einen Begriff von Sozialisation, „der die Diskussion in den Geistes- und Sozialwissenschaften bis in die 1970er-Jahre hinein beherrschte. Er verstand Sozialisation als »Vergesellschaftung der menschlichen Natur«, gewissermaßen als sozialen Vereinnahmungsprozess der Persönlichkeit.“ 3 Zum Teil durch Durkheim
beeinflusst, „sind in verschiedenen Theorien der Psychologie und der Soziologie Konzepte der Persönlichkeitsentwicklung des Menschen in einer sich verändernden
1 Zimmermann, Peter: Kap. 2 Sozialisation - Was ist das eigentlich? In: Zimmermann, Peter:
Grundwissen Sozialisation. Leske, Budrich: Opladen 2003, S. 13
2 Hurrelmann, Klaus: Kap. 1.1 Definitionen und Konzepte von Sozialisation. In: Einführung in die
Sozialisationstheorie. Weinheim, Basel: Beltz 2002, S. 11
3 ebd., S. 12
3
gesellschaftlichen Umwelt entfaltet worden“ 4 , beispielsweise von Sigmund Freud (Persönlichkeitspsychologie), John B. Watson (Lerntheorie) und Jean Piaget (strukturgenetische Entwicklungspsychologie). „Diese psychologischen Theorien spielen bis heue eine große Rolle für die Sozialisationstheorie und -forschung. Sie gehen auf das Verhältnis eines Menschen zu seiner unmittelbaren sozialen und dinglichen Umwelt ein […].“ 5 Hinsichtlich der soziologischen Tradition sind Talcott Parsons (Strukturfunktionalismus) und George Herbert Mead (Symbolischer Interaktionismus) zu nennen.
Wichtig ist, dass die genannten Theorien zu einer Zeit entstanden, als sich arbeitsteilige Industriegesellschaften gerade etablierten und somit „die Sichtweise des Zusammenhangs von Persönlichkeitsentwicklung und Gesellschaftsentwicklung […] durch diese historische Entwicklung stark beeinflusst [war].“ 6 Da unsere heutigen westlichen Gesellschaften nicht mehr denen der Zeit Durkheims entsprechen, sondern „durch eine große Vielfalt von sozialen und kulturellen Lebensformen und ein Zusammenspiel von eigenständigen Organisationen und Systemen gekennzeichnet [sind]“ 7 ist eine neue Definition von Sozialisation nötig geworden.
In den 1960er-Jahren begann eine Diskussion, die verknüpft war mit der These, „dass Sozialisation und Erziehung für das erhebliche Ausmaß an sozialer Ungleichheit verantwortlich seien. […] Diese Diskussion strahlte in die Kindheits-, Jugend-, Familien-, Biografie- und Lebenslaufforschung aus. Zugleich wuchs der Bedarf an einer breiten theoretischen Fundierung und an einer einheitlichen Definition.“ 8 Das Handbuch der Sozialisationsforschung (Hurrelmann, Ulich 1980) spielte eine große Rolle und definierte - bis heute gültig - Sozialisation „als Prozess der Entstehung und Entwicklung von Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt.“ 9
„Sozialisation bezeichnet nach dieser Definition den Prozess, in dessen Verlauf sich der mit einer biologischen Ausstattung versehene menschliche Organismus zu einer sozial
4 ebd.
5 ebd.
6 ebd., S. 13
7 ebd.
8 ebd., S. 15
9 ebd.
4
handlungsfähigen Persönlichkeit bildet, die sich über den Lebenslauf hinweg in Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen weiterentwickelt. Sozialisation ist die lebenslange Aneignung von und Auseinandersetzung mit den natürlichen Anlagen, insbesondere den körperlichen und psychischen Grundmerkmalen, die für den Menschen die »innere Realität« bilden, und der sozialen und physikalischen Umwelt, die für den Menschen die »äußere Realität« bilden.“
Der Begriff Sozialisation ist eng mit Begriffen wie Erziehung, Entwicklung und Persönlichkeit verknüpft. 10 „Erziehung ist nicht gleich Sozialisation […].“ 11 , sie wird von Durkheim als „methodische Sozialisation“ 12 verstanden. Erwachsene haben die Aufgabe, einem Kind die Aneignung von gesellschaftlichen Erfahrungen zu ermöglichen und decken somit einen Bereich der Sozialisation ab, der unter anderem durch Erziehung ermöglicht wird. 13
III. Sozialisationsinstanzen in Deutschland
Es gibt eine Vielzahl von Instanzen, die der Sozialisation dienen und die von den meisten Menschen in Deutschland durchlaufen werden. Hurrelmann bringt sie in folgende Rangfolge:
Abbildung 1: Die Struktur sozialisationsrelevanter Organisationen und Systeme 14
10 Hurrelmann: Einführung in die Sozialisationstheorie, S. 16; Zimmermann: Grundwissen Sozialisation,
S. 14 f.
11 Zimmermann: Grundwissen Sozialisation, S. 14
12 ebd.
13 ebd.
14 Hurrelmann: Einführung in die Sozialisationstheorie, S. 34
5
Arbeit zitieren:
Lara Orbach, 2010, Sozialisation in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden: Sozialisation in der Schule ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden: neuer Titel erschienen: Sozialisation in der Schule
Lara Orbach hat einen neuen Text hochgeladen
Schule verstehen und gestalten
Perspektiven der Forschung auf...
Hans Brügelmann, Marie Marcks
Forschung über Gewalt an Schulen
Erscheinungsformen und Ursache...
Heinz Günter Holtappels, Wilhelm Heitmeyer, Wolfgang Melzer, Klaus-Jürgen Tillmann
Geschlechtergerechtigkeit in der Schule
Eine Studie zu Chancen, Blocka...
Jürgen Budde, Barbara Scholand, Hannelore Faulstich-Wieland
Das Präventions- und Intervent...
Nina Spröber, Peter F. Schlottke, Martin Hautzinger
0 Kommentare