Vorwort 2
Vorwort
Für die Unterstützung während der Diplomarbeit möchte ich mich bei einigen Personen auch namentlich bedanken.
Mein besonderer Dank gilt dem Ernährungscluster Bayern, insbesondere Herrn Dr. Michael Lüdke, ohne dessen Beitrag diese Diplomarbeit nicht zustande gekommen wäre. Gleichzeitig bedanke ich mich sehr herzlich bei Frau Prof. Dr. Monika Gerschau, die meine Arbeit von fachlicher und wissenschaftlicher Seite betreut hat und mir jederzeit mit Rat und Unterstützung zur Seite stand.
Ich bedanke mich bei allen Interviewpartnern ohne deren Auskunftsbereitschaft diese Arbeit nicht zustande gekommen wäre. Herrn Prof. Dr. Christian Grimm danke ich vielmals für die Übernahme der Zweitkorrektur.
In diesem Zusammenhang möchte ich mich auch bei meiner Mutter Sibylle Haehl für die Unterstützung während meiner gesamten Ausbildungszeit und im Besonderen in der Zeit nach dem Tod meines Vaters bedanken. Ohne ihre Stärke und Ausdauer in dieser schwierigen Situation mit drei Kindern stände ich sicherlich jetzt nicht an dieser Stelle.
Inhaltsverzeichnis 3
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 2
Inhaltsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis. 5
Abkürzungsverzeichnis. 6
1 Einführung in die Problemstellung 7
1.1 Zielsetzung der Arbeit 7
1.2 Aufbau der Arbeit 8
2 Innovationen - Grundlagen, Abgrenzung und Begriffsdefinition 9
2.1 Definition und Abgrenzung des Innovationsbegriffs. 9
2.2 Dimension des Innovationsbegriffs 11
2.2.1 Objektbezogene Innovationsdimension 11
2.2.2 Subjektbezogene Innovationsdimension 13
2.2.3 Prozessbezogene Innovationsdimension 14
2.3 Antriebskräfte für Innovationen 17
2.4 Erfolgsfaktoren von Innovationen 18
2.5 Innovationshemmnisse 19
3 Rahmenbedingungen in der Ernährungswirtschaft 20
3.1 Soziodemographische Einflussfaktoren. 20
3.2 Entwicklung des Verbraucherverhaltens. 22
3.3 Struktur der Ernährungswirtschaft 23
3.4 Struktur des Lebensmittelhandels. 25
4 Innovationen in der deutschen Ernährungswirtschaft. 28
4.1 Innovationssituation im Ernährungsgewerbe 28
4.2 Kleine und mittelständische Unternehmen 30
4.3 Netzwerke und Clusteransätze 31
4.4 Regionale Netzwerke und Cluster in der deutschen Ernährungsbranche 33
4.4.1 Cluster-Offensive Bayern. 33
4.4.2 Food-Processing Initiative e.V. 34
4.4.3 Niedersächsisches Kompetenzzentrum Ernährungswirtschaft. 35
4.4.4 Wirtschaftsförderung Lübeck - foodRegio Lübeck 35
4.4.5 Brandenburger ErnährungsNetzwerk 35
4.4.6 Nationale Zusammenarbeit. 36
5 Hypothesen und Rahmen der Untersuchung 37
Inhaltsverzeichnis 4
5.1 Hypothesen. 37
5.2 Qualitative Erhebung 38
6 Ergebnisse der Expertengespräche. 40
6.1 Stellenwert und Ziele von Innovationen allgemein. 40
6.2 Forschung und Entwicklung. 42
6.3 Innovationsaktivitäten 46
6.4 Innovationserfolg. 48
6.5 Kooperationen und Innovationsförderung. 52
7 Potentiale für Weiterentwicklung 56
8 Zusammenfassung 58
Anlagen 60
Quellenverzeichnis 77
Interviewpartner 77
Literatur 78
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Dreiphasenmodell des Innovationsprozesses von Thom.
Abb. 2: Ablauf des Innovationsprozesses nach Pleschak/Sabisch.
Abb. 3: Altersstruktur und prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in
Deutschland.
Abb. 4: Umsatzanteile der Branchen der Ernährungswirtschaft in D (2007)
Abb. 5: Umsatzanteile des LEH (2007)
Abb. 6: Stellenwert von Innovationen für Unternehmen Expertenbefragung 2009
Abb. 7: Innovationsziele Expertenbefragung 2009
Abb. 8: F&E-Aufwendungen Expertenbefragung, 2009
Abb. 9: Hauptverwendung von F&E-Aufwendungen Expertenbefragung 2009
Abb. 10: Relevanz verschiedener Ideenquellen für den Innovationsprozess
Expertenbefragung 2009
Abb. 11: Strukturierung von Innovationsprojekten Expertenbefragung 2009.
Abb. 12: Erfolgsanteil von Innovationsprozessen Expertenbefragung 2009.
Abb. 13: Bedeutung von Innovationshemmnissen auf die Ernährungswirtschaft
Expertenbefragung 2009
Abb. 14: Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen oder Institutionen bei
Innovationsprojekten Expertenbefragung 2009
Abb. 15: Bedeutung von Dienstleistungen zur Unterstützung des
Innovationsprozesses Expertenbefragung 2009
Abkürzungsverzeichnis 6
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung AG Aktiengesellschaft BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung BVE Bundesvereinigung der deutschen Ernährungswirtschaft e.V. Eingetragener Verein eG Eingetragene Genossenschaft F&E Forschung und Entwicklung GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung Hrsg. Herausgeber IfM Institut für Mittelstandsforschung KG Kommanditgesellschaft KMU Kleine und mittelständische Unternehmen LEH Lebensmitteleinzelhandel Mio. Million, Millionen Mrd. Milliarden OHG Offene Handelsgesellschaft StMLF/StMELF Bayerisches Staatsministerium für Ernährung,
StMWIVT Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie vs. versus ZEW Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH
Gängige Abkürzungen der deutschen Sprache sind nicht aufgeführt.
Abkürzungsverzeichnis 7
1 Einführung in die Problemstellung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
„Innovationen kommen nicht auf Knopfdruck.“ Bundespräsident Horst Köhler in seiner Rede
Zunehmende Wettbewerbsintensität, hohe Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel und sich ständig ändernde Kundenbedürfnisse kennzeichnen die Situation, durch die sich mittelständische Unternehmen der Ernährungswirtschaft in Deutschland herausgefordert sehen. Als Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit gelten bereits seit 1 Obwohl die Ernährungsbranche einen bedeutenden Wirteiniger Zeit Innovationen.
schaftszweig darstellt, ist die Innovationstätigkeit gering. So lag in der Ernährungs- und Tabakindustrie der Umsatzanteil, der mit Produkten erzielt wurde, die jünger als drei Jahre sind, im Jahr 2006 mit 8 % deutlich unter dem branchenübergreifenden Wert von 2 28 %.
Um die regionale Wirtschaft zu fördern gewinnen Clusteransätze zunehmend an Bedeutung. Durch den Aufbau von Informationsnetzwerken, die Schaffung von Kooperationen und strategischen Allianzen und die gezielte Förderung von Innovationen sollen vor allem mittelständische Unternehmen unterstützt werden, um den Herausforderungen des Marktes gerecht zu werden. Um eine optimale Unterstützung zu bieten, ist sowohl die genaue Kenntnis der Innovationstätigkeiten und aller dazugehörigen Prozesse nötig, als auch das Wissen über eventuelle Probleme und Hemmnisse beim
Innovationsprozess.
Das Ziel der Arbeit besteht darin zunächst den Begriff Innovation abzugrenzen, die Rahmenbedingungen für Innovationen in der Ernährungswirtschaft aufzuzeigen und aus einer praxisbezogenen Sicht das Innovationsverhalten mittelständischer Lebens- 1 Vgl. Europäische Kommission 2004, S. 6.
2 Vgl. ZEW 2008, S. 1.
Abkürzungsverzeichnis 8
mittelbetriebe zu analysieren. Des Weiteren sollen Hilfestellungen und Fördermöglichkeiten für Innovationen im Mittelstand der deutschen Ernährungswirtschaft herausgearbeitet werden.
1.2 Aufbau der Arbeit
Die vorliegende Arbeit gliedert sich inhaltlich in zwei Teilbereiche. Während im ersten Abschnitt theoretische Grundlagen und Rahmenbedingungen des Innovationsprozesses und die Situation der deutschen Ernährungsbranche erarbeitet werden, beinhaltet der zweite Abschnitt eine qualitative Erhebung zum Innovationsverhalten im Mittelstand der deutschen Ernährungswirtschaft.
Im zweiten Kapitel werden die wichtigsten Begriffe und Merkmale von Innovationen und Innovationsprozessen geschildert und beschrieben, um zum einen dem Leser den Einstieg in die Thematik zu erleichtern und zum anderen um Definitionen und Grundlagen für die weitere Ausarbeitung zu schaffen.
Das dritte Kapitel behandelt die Rahmenbedingungen der Ernährungswirtschaft. Um die spezifische Situation in dieser Branche aufzuzeigen, ist es notwendig, sowohl auf die Strukturen im Ernährungsgewerbe einzugehen, als auch die Situation im Lebensmitteleinzelhandel und das Verbraucherverhalten zu beschreiben.
Im vierten Kapitel werden die Innovationssituation in der Ernährungswirtschaft und Maßnahmen zur Innovationsförderung vorgestellt, wobei auch auf einige regionale Initiativen der Innovationsförderung eingegangen wird.
Im fünften Kapitel werden die Hypothesen zur Erhebung erläutert, wobei Rahmen und Umfang der Expertengespräche geschildert werden. Die Ergebnisse der Befragung werden schließlich im sechsten Kapitel detailliert analysiert und vorgestellt.
Im siebten Kapitel werden konkrete Handlungsempfehlungen an die verschiedenen Initiativen gegeben. Das achte Kapitel fasst die gesamte Arbeit inhaltlich zusammen.
2 Innovationen - Grundlagen, Abgrenzung und Begriffsdefinition 9
2 Innovationen - Grundlagen, Abgrenzung und Begriffsdefinition
Der Innovationsbegriff ist in den letzten Jahren zu einem schillernden, modischen Begriff herangewachsen, der in den Medien, der Politik und vor allem in der Wirtschaft 3 Um das Innovationsverhalten im Mittelstand der deutschen Ernähallgegenwärtig ist.
rungswirtschaft zu analysieren, ist eine genaue Definition und Abgrenzung des Innovationsbegriffs sowie die Darstellung der Dimensionen von Innovationen notwendig.
2.1 Definition und Abgrenzung des Innovationsbegriffs
Bereits im Jahr 1952 charakterisiert Joseph Schumpeter Innovation als „Durchsetzung 4 Auch neuer Kombinationen“, jedoch ohne die explizite Verwendung dieses Begriffs. nach Kotler/Bliemel ist der Begriff sehr weit gefasst. So wird jedes Produkt, jede Dienstleistung oder Idee, die von jemandem als neu empfunden wird, als Innovation 5 Es finden sich in der Literatur eine Reihe von teilweise sehr unterschiedlibezeichnet.
chen Definitionen. Hauschildt erkennt in diesen Ansätzen jedoch auch gemeinsame Aspekte und kommt zu folgender Definition:
„Innovationen sind im Ergebnis qualitativ neuartige Produkte oder Verfahren, die sich gegenüber dem vorangehenden Zustand merklich - wie auch immer das zu bestimmen 6 ist - unterscheiden.“
Der Begriff Innovation ist folglich deutlich von dem Begriff der Invention abzugrenzen, der die erstmalige technische Realisierung einer neuen, aus Forschung und Entwicklung (F&E) entstandenen Problemlösung darstellt. Unter Forschung und Entwicklung sind alle Aktivitäten zu verstehen, durch die eine Änderung des gesammelten Expertenwissens herbeigeführt werden kann. Daraus resultiert die Erkenntnis, inwiefern sich konkrete Neuerungen realisieren lassen. Unterschieden werden können dabei die Grundlagenforschung, die sich überwiegend rein mit wissenschaftlichen Erkenntnissen
3 Vgl. Hauschildt 2004, S. 3.
4 Vgl. Vahs/Burmester 1999, S. 2f; Schumpeter 1952, S. 100.
5 Vgl. Kotler/Bliemel 1999, S. 555.
6 Hauschildt 2004, S. 7.
2 Innovationen - Grundlagen, Abgrenzung und Begriffsdefinition 10
beschäftigt, die angewandte Forschung, die auf eine praktische Zielsetzung ausgerichtet ist und die experimentelle Entwicklung. Bei F&E-Abteilungen handelt es sich um abgegrenzte Teilbereiche eines Unternehmens. Sie sind nicht zu verwechseln mit der gesamten Innovationstätigkeit, die beispielsweise Marketingaktivitäten, aber auch andere Teilbereiche mit einschließen. Da es sich bei F&E um einen Kernprozess der Innovationstätigkeit handelt und für Innovationsprozesse kaum verlässliche Aufwandsdaten vor liegen, oder diese schwer zu beziffern sind, kann der Aufwand für F&E als 7 Maßstab für Innovationstätigkeiten herangezogen werden.
Innovationen charakterisieren im Gegensatz zu F&E die praktische Anwendung im Unternehmen. Sie bestehen aus komplexen Prozessen und gehen daher weit über F&E und Inventionen hinaus. Sie bringen einen messbaren Nutzen für das Unternehmen und beziehen sich auf die erstmalige Nutzung durch das betreffende Unternehmen. Es handelt sich dabei um eine Querschnittsaufgabe, in die mehrere Unternehmensbereiche bis hin zu anderen Unternehmen, wie beispielsweise Lieferanten und Kooperationspartner involviert sind. Sie lassen sich im Gegensatz zu F&E nicht 8 auf einen abgegrenzten Teilbereich im Unternehmen reduzieren.
Als Innovatoren können Unternehmen bezeichnet werden, die innerhalb eines definierten Zeitraums mindestens ein Innovationsprojekt abgeschlossen haben. Dabei kommt es nicht darauf an, ob diese Innovation schon einmal von einem anderen Unternehmen eingeführt wurde, sondern ob diese Innovation für diese Unternehmen neu 9 ist.
7 Vgl. Vahs/Burmester 1999, S. 2.
8 Vgl. Pleschak/Sabisch 1996, S. 5-7.
9 Vgl. ZEW 2009, S. 4.
2 Innovationen - Grundlagen, Abgrenzung und Begriffsdefinition 11
2.2 Dimension des Innovationsbegriffs
Im Hinblick auf die Neuartigkeit einer Innovation lassen sich drei grundsätzliche Di- 10 mensionen definieren:
- objektbezogene Dimension (Was ist neu?)
- subjektbezogene Dimension (Für wen ist sie neu?)
- prozessbezogene Dimension (Wie werden Neuerungen generiert?)
2.2.1 Objektbezogene Innovationsdimension
Neben einer Reihe weiterer Innovationsarten unterscheidet man grundsätzlich in Produktinnovationen und Prozessinnovationen.
Als Produktinnovationen werden neuartige oder wesentlich verbesserte Produkte bezeichnet, die einen bestimmten Neuheitsgrad der Produkteigenschaften und/oder 11 Aufgrund einen höheren Kundennutzen als schon bestehende Produkte aufweisen. der Befriedigung neuer Kundenbedürfnisse sind sie der häufigste Innovationsgegenstand im Unternehmen und daher maßgeblich für die Wettbewerbsfähigkeit. Diese Notwendigkeit resultiert aus den stetig kürzer werdenden Produktlebenszyklen und dem damit verbundenen steigenden Anteil neuer Produkte am Gesamtumsatz vieler 12 Unternehmen.
Eine Unterteilung der Produktinnovationen stellt der Innovationsgrad dar, der die Neuartigkeit, beziehungsweise den Innovationsgehalt beschreibt. Hauschild sammelt dazu eine Vielfalt an Bergriffspaaren wie „radikale vs. inkrementale“ oder „originäre vs. 13 Eine deutlich adaptive“, anhand derer der Innovationsgrad bestimmt werden kann. einfachere Unterteilung nehmen Kotler/Bliemel vor, indem sie folgende Neuproduktka- 14 tegorien qualitativ unterteilen:
10 Kleinaltenkamp 2006, S. 96.
11 Vgl. Sabisch 1991, S. 64.
12 Vgl. Pleschak/Sabisch 1996, S. 14f.
13 Vgl. Hauschild 2004, S. 15.
14 Vgl. Kotler/Bliemel 2001, S. 508.
2 Innovationen - Grundlagen, Abgrenzung und Begriffsdefinition 12
- Weltneuheiten: (auch Basisinnovationen genannt) Dabei handelt es sich um neue Produkte, für die ein völlig neuer Markt zu schaffen ist. Ein Beispiel hierfür wären Ravioli in der Konservendose vom Hersteller Maggi, der damit auch einen völlig neuen Markt für Konservengerichte eröffneten.
- Neue Produktlinien: Für einen bereits existierenden Markt werden neue Produkte geschaffen. Ein Beispiel hierfür sind Konservengerichte von anderen Herstellern, die sich den neuen Markt für Fertiggerichte zu Nutzen machen.
- Produktlinienergänzungen: Sie ergänzen bereits bestehende Produktlinien mit neuen Produkten. So wurden beispielsweise verschiedene Ravioli-Füllungen und Soßen als Produktlinienergänzung eingeführt.
- Verbesserte/weiterentwickelte Produkte: Neue Produkte, die im Gegensatz zu bereits existierenden Produkten qualitativ hochwertiger und leistungsfähiger sind oder deren vom Kunden empfundener Nutzen größer ist. Sie ersetzten dabei existierende Produkte. Dies könnte z.B. durch eine längere Haltbarkeit oder einen Verzicht auf Konservierungsstoffe der Fall sein.
- Repositionierte Produkte: Bereits existierende Produkte werden auf neuen Märkten und Teilmärkten angeboten.
- Kostengünstigere Produkte: Bieten bei niedrigeren Kosten gleiche Leistungen. Es handelt sich dabei um Handelsmarken oder Imitate.
Prozessinnovationen, auch Verfahrensinnovationen genannt, bezeichnen neuartige Kombinationen von Produktionsfaktoren. Dadurch wird die Produktion eines bestimmten Gutes kostengünstiger, schneller, sicherer oder qualitativ hochwertiger. Es kann sich hierbei sowohl um materielle Prozesse handeln, wie die Bearbeitung und den Transport physisch real existierender Objekte also Rohstoffe, Hilfsstoffe, Betriebsstoffe, Halb- und Fertigfabrikate, als auch um informationelle Prozesse, die aus dem Aus- 15 „Zieldieser Innovation ist tausch und der Verarbeitung von Informationen bestehen. 16 Eine strikte Trennung zwischen Produkt- und Prozessdie Steigerung der Effizienz“.
innovation ist dabei kaum möglich. Sinnvoll ist jedoch, dass sich Prozesse und Produk- 17 Denkbarist, dass die Einführung eines neuatrigen te oft unmittelbar ergänzen.
Produkts einen neuen oder geänderten Produktionsprozess nötig macht oder dass ein
15 Vgl. Thom 1997, S. 8.
16 Hauschild 2004, S. 11.
17 Vgl. Pleschak/Sabisch 1996, S. 20; Meffert 2008, S. 408.
2 Innovationen - Grundlagen, Abgrenzung und Begriffsdefinition 13
neuartiges Produktionsverfahren die Herstellung eines neuartigen Produkts bedingt. Beispielsweise machte erst das Verfahren der Gefriertrocknung bestimmte Produkte 18 wie Instantkaffee oder Tütensuppen möglich.
Sozialinnovationen sind eng mit der Unternehmenskultur verbunden und betreffen den Menschen und dessen Verhalten im Unternehmen. Soziale Innovationsziele können eine Erhöhung der Arbeitszufriedenheit, des Unfallschutzes oder der Arbeitsplatzsicherheit sein. Auch hier sind die Übergänge zwischen Produkt-, Prozess- und 19 Sozialinnovation fließend.
2.2.2 Subjektbezogene Innovationsdimension
Die Einschätzung des Neuigkeitsgehalts einer Innovation hängt wesentlich vom jeweiligen Blickwinkel ab. Die Frage, für wen etwas neu ist, spielt deshalb eine wichtige Rolle, da nicht die Neuerung an sich für die Feststellung einer Innovation relevant ist, sondern erst die Wahrnehmung durch ein Subjekt.
Diese subjektive Wahrnehmung und Beurteilung von Innovationen erfolgt im Wesentlichen aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Zum einen aus der Sicht des Marktes, das heißt ob das Produkt im relevanten Markt in ähnlicher Form bereits vertreten ist, und zum anderen aus Sicht des Unternehmens, das heißt, ob das entsprechende Produkt erstmals vom jeweiligen Unternehmen angeboten wird.
Eine weitere Sichtweise stellt die individuelle Beurteilung durch den Endkunden dar. Da beim Verbraucher sowohl qualitativ als auch quantitativ ein sehr unterschiedlicher Kenntnisstand vorausgesetzt werden muss, ist die Untersuchung von Innovationen aus 20 dieser Betrachtungsweise schwierig.
18 Vgl. Weindlmaier 1996, S. 15.
19 Vgl. Vahs/Burmester 1999, S. 76f.
20 Vgl. Hauschildt 1999, S. 16-19; Meffert 2008, S. 409; Thom 1980, S. 33ff.
2 Innovationen - Grundlagen, Abgrenzung und Begriffsdefinition 14
2.2.3 Prozessbezogene Innovationsdimension
Innovationen lassen sich als Prozess der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren betrachten. Eine Unterteilung des Innovationsprozesses in Teilprozesse zeigt die Aufgaben, die in jeder Stufe zu bewältigen sind und auf welche Methoden diese an- 21 Sowohlin der Literatur als auch in der betrieblichen Praxis finden eine wendbar sind.
Vielzahl von Ansätzen zur Untergliederung des Innovationsprozesses Anwendung. Sie unterscheiden sich durch verschiede Aspekte des Innovationsgeschehens und des Abstraktionsniveaus. Ihnen allen gemein ist jedoch der Umfang, der sich von der Ideenfindung bis hin zur Markteinführung und dem Nutzen des neuen Produkts er- 22 streckt.
Als richtungsweisend kann das dreiphasige Grundmodell von Thom gesehen werden, in dem die Hauptphasen der Ideengenerierung, der Ideenakzeptierung und Ideenrealisierung genauer beschrieben werden. Dieses Modell lässt sich, aufgrund der Einfachheit sehr gut auf verschiedenste Innovationen anwenden und dient als 23 Anlehnungspunkt für differenziertere Modelle.
24 Abb. 1: Dreiphasenmodell des Innovationsprozesses von Thom.
21 Vgl. Peschak/Sabisch1996, S. 24.
22 Vgl. Hauschild 1997, S. 343ff; Thom 1980, S. 45ff; Vahs/Burmester 2001, S. 85f.
23 Vgl. Vahs/Burmester 2005, S. 87.
24 Thom 1980, S. 53.
2 Innovationen - Grundlagen, Abgrenzung und Begriffsdefinition 15
Ein wesentlich komplexeres Model wird von Pleschak und Sabisch beschrieben, die den Innovationsprozess in fünf beziehungsweise sechs Phasen unterteilen, zwischen denen jeweils vielfältige Rückkopplungen bestehen. Zusätzlich zeigt das Model zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit eines Abbruchs aufgrund der Verwerfung einer Idee 25 oder eines technischen oder ökonomischen Misserfolgs auf.
26 Abb. 2: Ablauf des Innovationsprozesses nach Pleschak/Sabisch.
- Grundlage für die Ideenbildung und die folgenden Stufen bildet die Problemerkenntnis und Problemanalyse. Bei der Auswahl der zu lösenden Probleme spielt die strategischen Orientierung des Unternehmens eine tragende Rolle. Es muss eine Konzentration auf die für die langfristig entscheidende Unternehmensentwicklung wichtigen Innovationsaufgaben getroffen werden, um kein Innovationspotential zu verschwenden.
- Mit der Ideenfindung für neue Problemlösungen beginnt der eigentliche Innovationsprozess. Durch den Einsatz von Kreativtechniken wie Brainstorming
25 Vgl. Peschak/Sabisch 1996, S. 24ff.
26 Peschak/Sabisch 1996, S. 24.
2 Innovationen - Grundlagen, Abgrenzung und Begriffsdefinition 16
oder Synektik soll eine möglichst große Anzahl an Lösungsvarianten entstehen. Um sich auf die erfolgversprechenste Lösungsvariante zu konzentrieren muss eine gründliche Bewertung der Ideen stattfinden. Eine Vorauswahl kann durch einfache Limitkriterien getroffen werden oder durch Checklisten mit Ja/Nein Kriterien stattfinden. Für eine Feinauswahl sind entsprechend detailliertere Analysen erforderlich wie z.B. eine Wirtschaftlichkeitsrechnung.
- In der Projekt und Programmplanung werden auf Grundlage der Ideenbewertung, der Analyse abgeschlossener Projekte und durch Benchmarking die konkreten Aufgaben und Ziele der Forschungs- und Entwicklungsaufgaben festgelegt. Die gründliche Durchführung der Planungsarbeiten und die Formulierung von anspruchsvollen, aber realisierbaren Zielen tragen wesentlich zur bestmöglichen Zielerreichung bei.
- Forschungs- und Entwicklungsarbeiten können im eigenen Unternehmen in entsprechenden Abteilungen betrieben werden oder auch über Technologientransfer oder Lizenzvereinbarungen von anderen Unternehmen oder Institutionen erworben werden.
- In der Produktionseinführung und im Fertigungsaufbau wird die Fertigung, beziehungsweise die Einführung eines neuen Prozesses vorbereitet um die Forschungs- und Entwicklungsergebnisse in die Produktion zu übertragen. Oft sind hierbei für die Umrüstung oder Erneuerung von Produktionsanlagen große Investitionen notwendig.
- Mit der Markteinführung neuer Produkte oder Verfahren schließt der Innovationsprozess ab. Sie umfasst alle Aktivitäten zur langfristigen Vorbereitung des Marktes unter Einbeziehung der Marketinginstrumente.
Im Gegensatz zu dem dargestellten Modell verlaufen die Phasen in der Praxis nicht linear sondern enthalten zahlreiche Interaktionen. Sowohl die Aktivitäten der Produkteinführung als auch die Markteinführung beginnen nicht erst mit dem Abschluss der vorherigen Phase, sondern reichen oft bis in die Projekt und Programmplanung zurück.
Arbeit zitieren:
Roman Haehl, 2009, Innovationsverhalten im Mittelstand der deutschen Ernährungswirtschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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