INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 3
2. Der teleologische Gottesbeweis 4
3. Kritik am Teleologischen Argument 8
4. Fazit 14
Literaturverzeichnis 18
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1. EINLEITUNG
Der teleologische Gottesbeweis hat eine lange Tradition: Erwachsen aus dem teleologischen Weltbild von Aristoteles wurde dieser im 13. Jahrhundert von Thomas von Aquin formuliert und ist bis heute unter Gläubigen eines der wichtigsten Argumente für die Existenz ihres Gottes. In dieser Hausarbeit wird die Frage aufgeworfen, ob diese Argumentation von philosophischer und naturwissenschaftlichbiologischer Seite stichhaltig ist, oder sich aus den modernen Betrachtungen Gegenstandpunkte entwickeln, die den teleologischen Gottesbeweis letztendlich widerlegen. Im ersten Abschnitt werden zunächst der teleologische Gottesbeweis sowie sein philosophischer Unterbau beschrieben. Dazu werde ich mich auf die Texte von Thomas von Aquin beziehen, aber auch schon die Zusammenfassungen von John Leslie Mackie und Richard Dawkins einfließen lassen, die sich beide mit dem teleologischen Argument auseinandergesetzt haben. Im zweiten Teil dieser Hausarbeit wird dann die Kritik von Richard Dawkins, John Leslie Mackie und David Hume am teleologischen Argument beschrieben und verglichen und im Fazit die Frage beantwortet, inwiefern man von biologischer Seite (Dawkins) oder philosophischer Seite (Hume) dem teleologischen Argument zu Rande rücken kann und darf.
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2. DER TELEOLOGISCHE GOTTESBEWEIS
Der teleologische Gottesbeweis ist ein namhafter Versuch, die Existenz eines Gottes durch eine logische Beweisführung unwiderlegbar zu machen. Der Gottesbeweis um den es in dieser Arbeit gehen soll, ist der von Thomas von Aquin. In seinen „Quinque viae“ (Fünf Wege) beschreibt Thomas 1 , wie die Existenz Gottes logisch bewiesen werden kann.
Der erste „Weg“, den Thomas beschreibt, argumentiert mit der Bewegung, die mittels der Sinne in der Welt wahrgenommen werden kann. Mit Bewegung ist dabei nicht nur das Fortkommen von A nach B gemeint, sondern auch die Veränderung. In einem Beispiel erläutert er, dass um Beispiel Feuer ein Stück Holz (ein Ding) in Glut umwandeln kann, da im Holz die Möglichkeit der Glut ruht und diese in ihre entsprechende Wirklichkeit durch das Feuer gebracht wird 2 . Bewegung, so Thomas, kann aber nicht aus sich selbst resultieren, sondern ausschließlich daraus, dass das Bewegte durch etwas anderes, einen Beweger bewegt wurde. Verfolgt man nun alle Bewegungen bis zum Anfang, kommt man, so Thomas, zwangsläufig auf einen unbewegten Beweger, den schon Aristoteles, auf den sich Thomas immer wieder bezieht und der in der Thomas’schen Philosophie eine tragende Rolle einnimmt, beschrieben hat. Auch Aristoteles gelangt über das Bewegungsargument zu einem Gott, den unbewegten Beweger, den ersten Anstoß. Der zweite Weg, den Thomas beschreibt, versucht die Existenz Gottes über das Prinzip von Ursache und Wirkung zu beschreiben. Wirkungen haben eine Ursache, die wiederum die Wirkung einer Ursache war und so weiter. Betreibt man dieses Gedankenspiel bis in die Unendlichkeit, dann kommt man nicht zu einer ersten Ursache und alle anderen Ursachen und Wirkungen werden hinfällig. Da dies aber nicht so ist, muss man eine erste Ursache annehmen, die für Thomas nur Gott sein kann.
Im dritten Weg versucht Thomas Gott über das kosmologische Argument zu beweisen. Alles was ist, möglicherweise noch kommt oder war könnte auch rein theoretisch nicht gewesen sein. Wenn alles auch nicht da gewesen sein könnte, muss es auch ein
1 Ab sofort ist mit „Thomas“ immer Thomas von Aquin gemeint
2 Thomas von Aquin: Die Summe der Theologie, Alfred-Kröner-Verlag, Leipzig, Bd.1 S. 23
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Nichts ganz am Anfang der Dinge gegeben haben. Theoretisch könnte doch aber dann auch heute nichts sein. Weil dem nicht so ist, gibt es einen Gott, der aus dem Nichts die Welt geschaffen hat. Er ist das einzige, zwingend Notwendige in der Welt. Er ist der Grund für alles danach Notwendige, hat dies also geschaffen. 3 Dieser dritte Weg ähnelt stark dem ersten und zweiten Weg und zielt ebenso wie die beiden auf das teleologische Argument hin.
Der vierte Weg von Thomas fünf Wegen beschreibt, dass zum Beispiel Menschen unterschiedlich stark, mutig, tugendhaft, gut und so weiter sind. Wenn es diese Unterschiede gibt, muss es auch ein höchstes dieser Kategorien geben. Dieses Höchste ist für Thomas Gott.
Der fünfte Weg ist der eigentliche teleologische Gottesbeweis. Dazu schreibt Thomas:
„Wir sehen, dass[…] nämlich die natürlichen Körper um eines Zweckes willen tätig sind […] um das zu erreichen, was das Beste ist.“ 4
In Anschauung der Natur hat Thomas das Gefühl, dass alles scheinbar in zauberhafter wundersamer Ordnung zu sein scheint, welche auf ein „festes Ziel hin tätig sind“, also einen Sinn dahingehend haben, einen Zweck bezüglich eines Zieles zu erfüllen, ganz unabhängig davon, ob es sich um eine Giraffe, einen Stein oder die Sonnenblume um die Ecke handelt. Woran sieht er das? Die Naturkörper, von denen er spricht, sind immer wieder gleichförmig „tätig“, auf „das Beste“ aus. Die Tatsache, dass dies nicht zufällig passiert, sondern scheinbar zielstrebig, macht für Thomas deutlich, dass es sich hier um einen geordneten Prozess handelt. Er vergleicht dies mit dem Pfeil, der einmal abgeschossen, zielstrebig ein Ziel verfolgt. Wenn eine solche Ordnung existiert, und dies ist für Thomas klar ersichtlich, dann muss sie von einem „geistigerkennenden Wesen“ geschaffen worden sein, welches für ihn Gott ist.
Die ersten drei Wege sind sich eigentlich sehr ähnlich. Sie beschreiben alle die gleiche „Regression“, wie Dawkins schreibt 5 , da sie letztendlich immer wieder auf einen Gott als unbewegten Beweger, die erste Ursache, den Schöpfer aus dem Nichts abzielen,
3 Vgl. SdT S. 23
4 SdT S. 25
5 Richard Dawkins: Der Gotteswahn, Ullstein-Verlag, Berlin 2008, S. 109
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Arbeit zitieren:
Alexander Becker, 2009, Das teleologische Argument, München, GRIN Verlag GmbH
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