II
Inhaltsverzeichnis
Management Summary I
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
Abk ürzungsverzeichnis V
I EINLEITUNG 1
I.1 Problemstellung 2
I.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 3
II THEORETISCHE GRUNDLAGEN 4
II.1 Begriffliche Abgrenzung von Venture Philanthropy zu
anderen sozialen Investmentformen 6
II.1.1 Social Entrepreneurship 7
II.1.2 Microfinance 8
II.1.3 Corporate Social Responsibility 10
II.1.4 Corporate Citizenship 11
II.2 Wurzeln der Venture Philanthropy 12
II.2.1 Philanthropie 12
II.2.2 Venture Capital 14
II.3 Durchbruch des Konzepts Venture Philanthropy 16
II.3.1 Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf Venture Philanthropy 16
II.3.2 Venture Philanthropy in Deutschland und Europa 18
IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Drei-Säulen-Modell der Venture Philanthropy
Abbildung 2: Positionierung von Venture Philanthropy
Abbildung 3: Anzahl der MIVs in den Jahren 2000 bis 2008
Abbildung 4: Impact-Map
Abb. Abbildung Aufl. Auflage Bd. Band bspw. Beispielsweise CC Corporate Citizenship CEO Chief Executive Officer COO Chief Operating Officer CSR Corporate Social Responsibility Diss. Dissertation et. al. und andere EVCA European Venture Capital Association EVPA European Venture Philanthropy Association f. folgende (Seite) ff. fortfolgende (Seiten) FROI Financial Return on Investment gem. gemäß Hrsg. Herausgeber i.V.m in Verbindung mit Jg. Jahrgang LGT VP Liechtenstein Global Trust Venture Philanthropy Foundation MIV Microfinance Investment Vehicles NESsT Nonprofit Enterprise and Self-sustainability Team o.J. ohne Jahresangabe o.V. ohne Verfasserangabe ROI Return on Investment s. siehe SROI Social Return on Investment vgl. vergleiche z.B. zum Beispiel Zit. zitiert nach
I. EINLEITUNG
„Venture Philanthropy is, I believe, the hottest trend in modern philanthropy” (Katz 2005, S. 123) -was der Autor Stanley Katz (Princeton University) schon vor einigen Jahren feststellte, scheint nun auch in Deutschland angekommen zu sein. Venture Philanthropy ist eine relativ neue strategische Ausprägung philanthropischer Aktivität. 1 Während sich in den USA schon seit geraumer Zeit wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit Venture Philanthropy in angesehenen Journals häufen, ist das Konzept in Europa seit gerade einmal fünf Jahren bekannt.
In letzter Zeit ist auch in Deutschland eine deutliche Professionalisierung des sozialen Sektors zu beobachten. Vormals wenig beachtete Stiftungen und Non-Profit-Organisationen sind dabei zu einflussreichen gesellschaftpolitischen Akteuren avanciert. Strategische Philanthropie oder soziales Unternehmertum sind keine Fremdwörter mehr sondern gehen mehr und mehr in den täglichen Sprachgebrauch über. Porter und Kramer stellen schon im Jahr 2002 fest, dass eine strategische Betrachtung der Philanthropie nicht nur den allgemein sozialen Kontext positiv beeinflusst, sondern auch die Wettbewerbsposition der eigenen Organisation stärkt. 2 Venture Philanthropy ist also eine Win-Win-Strategie für alle beteiligten. 3
Als im August diesen Jahres im Rahmen der „The Giving Pledge“-Initiative 40 US Milliardäre versprachen mehr als die Hälfte ihres Vermögens zu spenden, war in
1 Vgl. Hoelscher (2007), S. 52
2 Vgl. Porter/Kramer (2002), S. 67
3 Vgl. Pepin (2004), S. 3
2
diesem Zusammenhang auch immer häufiger von Venture Philanthropy die Rede. Denn nur effektiv eingesetzt, können die gesammelten Milliarden den höchst möglichen Nutzen stiften.
In Zeiten der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise wird häufig der Frage nachgegangen, wie Stiftungen die Krise meistern und wie sie aus der Krise vielleicht sogar gestärkt herausgehen könnten- etwa durch Kooperationen, stärkere Profilierung, Konzentration und Steigerung der Effizienz und Effektivität ihrer Arbeit. Eine sinnvolle Möglichkeit dazu scheint der Venture Philanthropy Ansatz zu bieten.
I.1. Problemstellung
Die grundlegende Problemstellung von Venture Philanthropy wendet sich der Tatsache zu, dass Stiftungen und Non-Profit-Organisationen oft unzureichend strukturiert sind, so dass ihre Ergebnisse unterhalb des optimalen ökonomischen, organisatorischen und damit wohlfahrtsstifenden Outputs bleiben. 4 Ziele von Non-Profit-Organisationen bleiben oft unerreicht und selbst nach langanhaltender Unterstützung stellt sich kein Selbstheilungsmechanismus ein, wodurch die Frustration im Dritten Sektor wächst. 5 „Hilfe zur Selbsthilfe“-Projekte scheitern oftmals an der mangelnden Planung oder Realisierungsmöglichkeit. Der traditionell agierenden Philanthropie fehlt es an Effizienz und Performance.
In gemeinnützigen Organisationen wird fälschlicherweise meist der Fokus allein auf die Projektarbeit gelegt. Nicht nur die Non-Profit-Organisationen fokussieren sich auf die Projektarbeit. Auch vermögende Spender sind daran interessiert, dass Ihre Zuwendungen ausschließlich in Projekte und nicht in den Verwaltungsapparat der bedachten Organisation fließen. Jedoch können nur solide strukturierte und
4 Vgl. Achleitner (2007), S. 5
5 Vgl. Letts/Ryan/Grossmann (1997), S. 2
3
professionalisierte Organisationen optimale Arbeit leisten. Venture Philanthropy leistet daher einen bedeutenden Beitrag zur infrastrukturellen Stärkung des sozialen Sektors.
Dieses aktuell in der Philanthropie- und Investment-Literatur viel diskutierte Konzept wird weitgehend wissenschafts-theoretisch angegangen ohne grundlegende Strategien oder Orientierungshilfen aufzuzeigen. Darin wird die Hauptproblemstellung der vorliegenden Arbeit liegen. Die wenigen deutschsprachigen Publikationen beschränken sich auf meist deskriptive Beiträge, umfassende analytische Veröffentlichungen sind bis dato rar. Es existiert kein praktischer Leitfaden für angehende Venture Philanthropen. Ebenso wenig bestehen Standards in der Ausführung der Strategie: Wirkungsanalyse und Erfolgsmessung sind genauso subjektiv verschieden wie das Vorhergehen bei der Identifizierung geeigneter Förderpartner. Eine grundlegende hermeneutische Betrachtung des Phänomens Venture Philanthropy im deutschen Sprachraum liegt ebenfalls bis dato nicht vor.
I.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
Ziel der Arbeit ist es einerseits einen Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft und Forschung zu geben und andererseits durch Verdichtung theoretischer Literatur einen praktischen Leitfaden zu erstellen. Während sich die meisten Beiträge der Neuartigkeit von Venture Philanthropy und den damit einhergehenden Innovationen im Dritten Sektors zuwenden, bleiben die Strategien des Venture Prozesses oft unbeleuchtet oder werden nur kurz angeschnitten. Diese Lücke soll mit der vorliegenden Arbeit weitestgehend geschlossen werden und durch hermeneutisches Vorgehen eine Definition und Abgrenzung des Begriffs vorgenommen werden, um ein klares Verständnis von Venture Philanthropy zu entwickeln. Im Gegensatz zur traditionellen passiven Förderung die lediglich als eine Transaktion gesehen werden kann („cut-a-cheque-
4
and-run“-Konzept 6 ), ist der Venture-Ansatz auf eine langanhaltende Beziehung hin ausgerichtet und verlangt daher eine klare Strategie und Struktur sowie beiderseits ein hohes Maß an Disziplin und Verantwortlichkeit. Die vorliegende Arbeit soll Best Practices und effektive Vorgehensweisen im Venture Philanthropy Prozess aufzeigen.
Zunächst wird eine Einführung in die Venture Philanthropy anhand eines Überblicks bisher erschienener Literatur gegeben. Im nächsten Schritt soll der Begriff deutlich von anderen sozialen Investmentformen abgegrenzt und auf die Wurzeln des Konzepts eingegangen werden. Anschließend wird die aktuelle Relevanz des Themas in Deutschland und Europa diskutiert. Der Fokus der Arbeit wird, wie eingangs erwähnt, auf der Analyse des Venture Philanthropy Prozesses und der damit verbundenen Strategien liegen. Das Vorgehen bei dieser Arbeit ist überwiegend hermeneutischer Natur. Lediglich im vierten Kapitel wird ein empirischer Einblick in die Venture Philanthropy durch eine Soll-Ist-Überprüfung in Form einer Fallstudie vorgenommen.
II. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
Das folgende Kapitel stellt die theoretische Konzeption von Venture Philanthropy dar und grenzt es von anderen sozialen und philanthropischen Aktivitäten ab (II.1). Im Anschluss daran werden die Wurzel der Venture Philanthropy die wie der Name unschwer erkennen lässt, in der klassischen Philanthropie und im Venture Capital liegen, diskutiert (II.2).
Erstmals verwendet wurde der Begriff im Jahr 1969 von dem Amerikaner John D. Rockefeller III. in einer Anhörung vor dem US-Kongress 7 , gewann jedoch erst
6 Vgl. Adloff (2010), S. 42
7 Vgl. Alberg-Seberich (2009), S. 2
5
während der 1990er Jahre an Popularität und stimulierte die aktuelle Debatte über neue Formen der Philanthropie und High Engagement Spenden. 8 Ausschlaggebend dafür war neben einem viel beachteten Artikel von Harvard Professorin Christine Letts 9 auch das zunehmende Venture Philanthropy Engagement wohlhabender DotCom-Unternehmer. 10 Venture Philanthropen können Stiftungen sein, aber auch vermögende Einzelpersonen oder Fondsgesellschaften. 11 Während klassische Philanthropie eher nach dem Gießkannenprinzip („jeder bekommt ein bisschen“) vorgeht, ist die Venture Philanthropy in erster Linie an unternehmerischen Prinzipien orientiert und betrachtet Förderung und Spenden als Investment. 12 Der Venture-Ansatz ist im Vergleich zu traditionellen Konzepten der Philanthropie sehr rational und nicht emotional oder religiös bewegt. 13 Venture Philanthropy bedient sich also Methoden der Betriebswirtschaft und Best Practices des Venture Capitals, um Non-Profit-Organisationen zu professionalisieren und ihre Arbeit möglichst effektiv zu gestalten. Venture Philanthropie setzt Private Equity ein, um soziale Vorhaben zu unterstützen. Anders als Stiftungen oder Spender kann die Venture Philanthropy verschiedenste Finanzierungsformen nutzen, etwa Darlehen und Eigenkapital. 14 Neben dem finanziellen Engagement unterstützen Venture Philanthropen die geförderten Vorhaben mit Mentoring und Netzwerkkontakten.
Im Gegensatz zu Venture Capital Investoren sind Venture Philanthropen mit ihrem Investment nicht primär an finanziellen Gewinnen interessiert. Ihre Ziele sind vielmehr langfristige positive Veränderungen sozialer Bedingungen, also ein reiner
8 Vgl. Achleitner (2007), S. 5
9 Vgl. Letts/Ryan/Grossmann (1997), S. 207 ff.
10 Vgl. John (2008), S. 53
11 Vgl. Hoelscher (2007a), S. 52
12 Vgl. Sievers (2001), S. 1
13 Vgl. Achleitner/Heister/Spiess-Knafl (2010), S. 81
14 Vgl. Kapitel III.3
6
Social Return on Investment (SROI) 15 (siehe dazu Kapitel III.4). In der Literatur wird Venture Philanthropy meist anhand eines Drei-Säulen-Modells beschrieben: 16
Abb.1: Drei-Säulen-Modell der Venture Philanthropy; eigene Darstellung
II.1 Begriffliche Abgrenzung von Venture Philanthropy zu anderen sozialen Investmentformen
Venture Philanthropy ist lediglich eine Methode der Social Return on Investment Generierung. Das Konzept ist jedoch für die meisten sozialen Akteure interessant und sollte nicht mit anderen Formen des Social Entrepreneurship gleichgesetzt werden. Ob und welche Unterschiede zwischen den Konzepten bestehen, wird in der wissenschaftlichen Literatur sowie auch in der praktischen Umsetzung unterschiedlich gesehen.
15 Vgl. Pepin (2004), S. 11
16 Vgl. bspw. NESsT nach Davis/Etchart (2005), S. 3
Arbeit zitieren:
Lisa Unzner, 2010, Analyse von Venture Philanthropy Prozessen, München, GRIN Verlag GmbH
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