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Das Motiv der Augen in E T A Hoffmanns Sandmann
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Die Augen der Personen 3
2.1. Klara 3
2.2. Coppelius Coppola 4
2.3. Olimpia 4
3. Das Märchen vom Sandmann 6
4. Auge und Automat 8
5. Augenangst 12
6. Schluss 14
7. Literatur 15
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Motiv der Augen in E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“.
Um einen Einstieg in die Thematik zu finden, werden in Kapitel zwei die Augen der (Haupt-) Personen und das, was sie aussagen näher beschrieben. Kapitel drei beschäftigt sich mit dem Märchen vom Sandmann, sowohl was Hoffmann darüber schreibt als auch die heutige Verwendung dieses „Märchens“. In Kapitel vier geht es um die Problematik Auge und Automat. Es beschäftigt sich mit den zentralen Begriffen wie Organismus/Mechanismus, Perspektiv oder mit der Liebe zwischen Nathanael und Olimpia.
Kapitel fünf beschäftigt sich mit dem Thema Augenangst bzw. Verlust der Augen.
Sekundärliteratur zum Thema Augen gibt es sehr viel. Ich habe mich hier auf einige, meiner Meinung nach wesentliche, Werke beschränkt. Die Internetquellen, die ich genutzt habe sind der Hausarbeit beigefügt, da sich die Websites sehr schnell ändern und man dann nicht mehr auf das Originaldokument zugreifen kann. Die Zitate oder Verweise habe ich mit Fußnoten am Ende jeder Seite angegeben. Das ist am einfachsten zu lesen, da das Hin- und Herblättern entfällt und der Textfluss somit nicht gestört wird.
2. Die Augen der Personen
Hoffmanns Beschreibungen der Augen der Personen lassen schon auf ihren Charakter schließen. In diesem Kapitel möchte ich auf einige der Hauptpersonen diesbezüglich eingehen.
2.1. Klara
Anhand Hoffmanns Beschreibungen von Klara könnte man behaupten, dass sie, ganz im Gegensatz zu Olimpia, ein fast engelhafter Frauentyp ist; Hoffmann beschreibt sie mit „helle[n] Augen“ 1 , „holde[n] Augen“ 2 und einem „helle[n] Blick“ 3 - um
nur einige der Beschreibungen herauszugreifen.
Schon anhand des Namen „Klara“ kann man auf den Charakter der jungen Frau schließen; er bedeutet soviel wie klar oder rein.
„Klara hatte die lebenskräftige Phantasie des heitern unbefangenen, kindischen Kindes, ein tiefes weiblich zartes Gemüt, einen gar hellen, scharf sichtenden Verstand.[...] Klara wurde deshalb von vielen kalt, gefühllos, prosaisch gescholten; aber andere, die das Leben in klarer Tiefe aufgefasst, liebten ungemein das gemütvolle, verständige, kindliche Mädchen, doch keiner so sehr wie Nathanael, [...]“ 4
An dieser Textstelle kommt ihr Charakter sehr gut heraus; sie ist eine junge Frau, vielleicht ein wenig kindlich, trotzdem hat sie Verstand und Intellekt, sie ist zwar nicht schön doch auch nicht hässlich- sie wirkt durchweg positiv und heiter. Klara als Mädchen aus dem Bürgertum verkörpert die rationale Weltsicht (lat. ratio: Vernunft) der Aufklärung.
Klaras Augen werden mit einem See, indem sich der Himmel spiegelt, verglichen 5 .
Ihre körperliche Erscheinung drückt Klarheit aus. Man kann sagen, dass ihre klaren Augen ein äußerliches Zeichen für eine klare Seele und klares Denken ist (Rationalismus).
1 Hoffmann, E. T. A.: Der Sandmann. S. 5 2 Hoffmann, E. T. A.: Der Sandmann. S. 20 3 Hoffmann, E. T. A.: Der Sandmann. S. 18 4 Hoffmann, E. T. A.: Der Sandmann. S. 18 5 vgl. Hoffmann, E. T. A.: Der Sandmann. S. 18
2.2. Coppelius/Coppola
Auch bei Coppelius und Coppola kann man von den Augen auf ihr Wesen schließen: Coppelius wird mit „grünliche[n] Katzenaugen[, die ]stechend hervorfunkeln“ 6 bei
seinem ersten Auftreten beschrieben- seine „ganze Figur war überhaupt widrig und abscheulich“ 7 . Wenn er Nathanael im Traum erscheint bzw. ihm den Schlaf raubt, sind es seine „funkelnden Augen“ 8 , die Nathanael Angst machen.
Bei den Auftritten Coppelius’ verdunkelt und verdüstert sich die Szenerie um Nathanael. Lediglich als Nathanael kurzfristig zu Klara zurückfindet, hellt sich das Leben um ihn ein wenig auf.
Coppelius ist der Sandmann, dazu in Kapitel drei ‚Das Märchen vom Sandmann’ mehr.
Genau wie Coppelius besitzt auch Coppola diese „stechend hervorfunkel[nden Augen]“ 9 .
Coppola und Coppelius könnte man als die gleiche Person bezeichnen. Sie treten zwar an unterschiedlichen Stellen und in unterschiedlichen Rollen auf (Coppelius ist der Sandmann während Coppola der Wetterglashändler ist), doch schon ihr ähnlich klingender Name weist auf Gemeinsamkeiten hin.
Der Name ‚Coppola’ kommt aus dem Italienischen und heisst ‚il coppo’= die Augenhöhle.
2.3. Olimpia
Der Name ‚Olimpia’ ist eine Ableitung des Wortes ‘Olymp’, dem Sitz der Götter in der Antike (Götter vertreten das absolute Erkennen). Olimpia repräsentiert also den lieben Gott, das Absolute schlechthin.
Im ‚Sandmann’ verkörpert Olimpia eigentlich das Gegenteil, denn nur für Nathanael scheint sie himmlisch. Er beschreibt sie als „herrliche, himmlische Frau“ 10 und 6 Hoffmann, E. T. A.: Der Sandmann. S. 8 7 Hoffmann, E. T. A.: Der Sandmann. S. 8 8 Hoffmann, E. T. A.: Der Sandmann. S. 11 9 Hoffmann, E. T. A.: Der Sandmann. S. 23 10 Hoffmann, E. T. A.: Der Sandmann. S. 27
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Vera Witkowski, 2003, Das Motiv der Augen in E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann", Munich, GRIN Publishing GmbH
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