Johann Wolfgang Goethe-Universität
Frankfurt am Main
Die Problematik der Bildergeschichte
Seminar: Aufsätze schreiben
Vera Witkowski
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort 2
2. Aufsatzunterricht nach König 3
2.1. Ausgangsbasis 3
2.1.1. Die Nacherzählung 3
2.1.2. Die Erlebniserzählung 3
2.1.3. Der Beobachtungsaufsatz 4
2.2. Einführung der Bildergeschichte 5
2.3. Unterrichtserfahrung mit der Bildergeschichte 6
3. Denise Bredel: Die Bildergeschichte- eine ungeeignete Aufsatzdidaktik 8
3.1. Allgemeines zur Erzählung 8
3.2. Wie schreibe ich eine Bildergeschichte? 9
3.3. Ergebnisse 10
4. Schluss 14
4.1. Nachwort 14
4.2. Literaturliste 15
1. Vorwort
Bildergeschichten kennt jeder von uns aus der Schule. Die einen haben sie gemocht, die anderen nicht. Die Lehrer nutzen sie gerne im Unterricht, denn für sie ist die Bildergeschichte eine ideale Form, den Schülern das Schreiben von Aufsätzen beizubringen.
Ich habe dieses Thema als Thema meiner Hausarbeit ausgewählt, weil mich das Referat einer Kommilitonin im Seminar „Aufsätze schreiben“ im Wintersemester 2001/02 neugierig gemacht hat. Ihrem Referat lag nur der Text von Denise Bredel zugrunde. In diesem Text wurde Rudolf König mit seinem Aufsatz über „Die Nacherzählung von Bildergeschichten“ zitiert. Diese beiden Texte sind nun Grundlage meiner Hausarbeit.
Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere kann ich sagen, dass ich das Schreiben von Bildergeschichten immer sehr gemocht habe. Es war mir sehr viel lieber, als Texte nachzuerzählen oder von einem erlebten Ereignis zu erzählen. Hinzu kam, dass ich immer gute Noten auf meine Bildergeschichten bekommen habe. Ich glaube, das war auch ein Grund, warum ich sie so mochte. Doch ich habe auch mit anderen darüber gesprochen: viele von ihnen haben die Bildergeschichte überhaupt nicht gemocht. Sie fanden es langweilig, über irgendwelche Bilder zu schreiben, die der Lehrer vorlegte.
Das die Bildergeschichte selbst für Studentinnen noch ein Problem darstellt, zeigte sich, als wir im Seminar „Aufsätze schreiben“ alle eine Bildergeschichte selber schreiben sollten. Ausser zwei Studentinnen habe alle die Geschichte im Präsens erzählt. Daran sieht man, dass selbst wir als Studentinnen an der Universität, noch nicht begriffen haben, dass Erzählungen in der Vergangenheit, im Präteritum, erzählt werden. Ich kann mir daher vorstellen, dass es für die Schüler in der Sekundarstufe I sehr schwierig ist, Bildergeschichten, die sprachlich und gemäß der Aufgabenstellung korrekt sind, zu verfassen.
2. Aufsatzunterricht nach König
2.1. Ausgangsbasis
Zur damaligen Zeit wurden in Deutschlands Schulen folgende Aufsatzformen im Unterricht geübt:
1. die Nacherzählung
2. die Erlebniserzählung
3. der Beobachtungsaufsatz
2.1.1. Die Nacherzählung
Die Nacherzählung zielt darauf ab, die Kernhandlung eines Textes wiederzugeben. Für die meisten Schüler ist es jedoch sehr schwierig, sich von dem ihnen vorliegenden Text zu lösen und ihn in eigener Sprache wiederzugeben. Der Schüler wird somit nicht zur „sprachlichen Selbstständigkeit“1 gefördert, denn oft übernimmt er die Gestaltungselemente (z.B. Redewendungen) des ihm vorliegenden, sprachlich korrekten Textes und schreibt somit zu nah an der Vorlage.
Das Vorgehen bei der Nacherzählung sieht meistens so aus: Der Schüler liest einen Text, zu dem er eine Nacherzählung schreiben soll. Er hat aber noch die genauen Redewendungen im Kopf, auch wenn das Lesen (oder Hören) des Textes schon einige Zeit zurück liegt, denn die Teile des Textes, die der Schüler als besonders gelungen ansieht, sind jene, die ihm im Gedächtnis bleiben. Grundsätzlich soll der Schüler den Text nacherzählen, indem er die Kernaussagen zusammenfasst und somit eine „kurze Version“ dieses Textes verfasst.
Die Nacherzählung ist also nicht ideal für die sprachliche Weiterentwicklung des Schülers, denn er übernimmt mehr aus dem ursprünglichen Text, als dass er eine eigene sprachliche Leistung erbringt.
2.1.2. Die Erlebniserzählung
Bei der Erlebniserzählung muss der Schüler (ohne Vorlage) ein selbst erlebtes Ereignis erzählen, also etwas Eigenes schreiben.
[....]
1 König 1957, S. 57
Quote paper:
Vera Witkowski, 2002, Die Problematik der Bildergeschichte, Munich, GRIN Publishing GmbH
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