II
Gliederung
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis IV
Symbolverzeichnis V
1 Einleitung 1
2 Hintergrund 3
2.1 Verbreitung von HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria 3
2.2 Der Patentschutz vor Implementierung von TRIPS 5
2.3 Das TRIPS Agreement 6
3 Theoretische Analyse der Auswirkungen 7
3.1 Statische Kosten 7
3.2 Dynamische Gewinne 12
4 Übertragung der Modellergebnisse auf die Realität 21
5 Implikationen und Handlungsempfehlungen für den Süden 24
6 Anhang A
6.1 Mathematischer Anhang A
6.2 Abbildungen D
6.3 Tabellen F
7 Literaturverzeichnis I
III
Abbildungsverzeichnis Seite Textteil / Anhang
Abbildung 1: Statische Effekte im Markt für pharma-9 / D zeutische Produkte
Abbildung 2: TRIPS netto Transfer ausgewählter Staaten - / D
Abbildung 3: Nash-Gleichgewicht bei Cobb-Douglas-17 / E Innovation
Abbildung 4: Einfluss der Marktgröße auf die Nash Patent-20 / E dauer
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Ausmaß und Verteilung der wichtigsten In-3 / F fektionskrankheiten
Tabelle 2: DALYs durch HIV/AIDS, TB und Malaria 4 / F nach WHO-Regionen
Tabelle 3: Stärke des Patentschutzes - / G
Tabelle 4: Antiretrovirale Medikamente und ihre Herstel-- / G ler
Tabelle 5: Wertetabelle der Abbildung 4 zugrundeliegen-- / H den Simulation
Tabelle 6: Schätzung der Marktgröße durch DALYs 22 / H
V
Symbolverzeichnis
Konstanter Parameter der Innovationsfunktion a
Konstanter Parameter der Innovationsfunktion b
Konsumentenrente bei vollständiger Konkurrenz C C
Konsumentenrente im Monopol C M
Humankapital in Land i H i
i = (N, S) Index mit den möglichen Ausprägungen: Norden, Süden
Eingesetzte Arbeit im Innovationssektor L R
Marktgröße des Landes i M i
Preis P
Preis bei vollständiger Konkurrenz P C
Preis im Monopol P M
Gehandelte Menge Q
Gehandelte Menge bei vollständiger Konkurrenz Q C
Gehandelte Menge im Monopol Q M
Barwert der Patentschutzdauer in Land i T i
Barwert der ökonomischen Lebensdauer einer Innovation T
VI
Lohn für eine Einheit Arbeit w
Anteil des Südens am Weltmarkt mit 0 ≤ α ≤ 1 α
CES-Elastizität der Innovationsfunktion β
Innovationsoutput je Zeiteinheit φ
Verhältnis der Kostenanteile von Arbeit zu Humankapital γ
Anteil des Landes i an der weltweiten Innovation µ i
Produzentenrente im Monopol π
Zeitpräferenzrate ρ
Dauer des Patentschutzes τ
Ökonomische Lebensdauer einer Innovation τ
Wert eines Patentes υ
1
1 Einleitung
HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria und verschiedene andere Infektionskrankheiten fordern jährlich mehrere Millionen Opfer, insbesondere in den Entwicklungsländern. Während bei einigen Krankheiten hohe Medikamentenpreise für die hohe Zahl an Opfern verantwortlich sind, so existieren gegen andere tropische Infektionskrankheiten gar keine Medikamente oder lediglich durch Resistenzen wirkungslos gewordene.
Mit Blick auf das große Leid ihrer Bevölkerung haben zahlreiche Regierungen, 2 der von Epidemien heimgesuchten Entwicklungsländer, den Pharma-Sektor vom Patentschutz ausgenommen. Die vorhanden Medikamente wurden durch den so ermöglichten Markteintritt generischer Konkurrenten für eine größere Zahl von Infizierten bezahlbar.
Doch in den nächsten Jahren werden nach und nach die letzten Ausnahmeregelungen des Agreement on Trade Related Aspects of Intellectual Property Rights (TRIPS) für die Entwicklungsländer ablaufen, so dass diese zunehmend auch im Pharma-Sektor einen vollständigen, 20 jährigen Patentschutz bieten müssen. Der dadurch zu erwartende Anstieg der Medikamentenpreise in den Entwicklungsländern ruft zahlreiche Kritiker auf den Plan, welche der World Trade Organization (WTO) vorwerfen, eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation in den Entwicklungsländern in Kauf zu nehmen und sich dem Lobbyismus der, vorwiegend aus den reichen Staaten stammenden, Pharma-Branche zu beugen.
1 Oxfam (2001), S. 6.
2 Vgl. Kobori (2002).
2
Der Präsident der Pharmaceutical Research and Manufacturers of America PhRMA (2002a), Alan F. Holmer entgegnet den Vorwürfen:
„One of the negative things you hear about the drug industry is that we fight hard to protect intellectual property. Our critics say this is just about money. They don’t understand that money is the means to an end. The end is to create new medicines that give value, quality of life, and life itself to patients and their families.“
Ausgehend von diesem Disput wird in der vorliegenden Arbeit untersucht, wie die Auswirkungen des TRIPS Agreement auf den speziellen Sektor der Medikamente gegen vorwiegend in Entwicklungsländern auftretende Krankheiten zu beurteilen sind. Dabei wird ausschließlich die Wohlfahrt der Entwicklungsländer betrachtet. Es soll objektiv überprüft werden, ob die Implementierung von TRIPS tatsächlich nur mit Nachteilen für die Entwicklungsländer verbunden ist, oder ob diese nicht auch ein individuell rationales Interesse an einem stärkeren Patentschutz in diesem speziellen Sektor haben können. Das Ziel ist somit die These, Entwicklungsländer hätten speziell im Pharma-Sektor kein individuell rationales Interesse an einer Implementierung von TRIPS, kritisch zu hinterfragen.
Dazu wird einleitend der empirische Hintergrund der Diskussion knapp dargestellt. Hier werden die, für die weitere Untersuchung relevanten Informationen zu Patentschutz, Ausmaß und Verbreitung der Krankheiten, sowie den Aussagen des TRIPS präsentiert. Danach beginnt die theoretische Analyse zunächst mit einer Darstellung der zu erwartenden statischen Kosten. Im weiteren Verlauf der theoretischen Analyse werden mithilfe des Modells von Grossman, Lai (2002) die dynamischen Effekte zunächst für eine geschlossene Volkswirtschaft skizziert, um anschließend den Zwei-Länder-Fall zu betrachten. Danach wird auf der Grundlage des Modells eine kurze Simulation für den betrachteten Pharma-Sektor durchgeführt. Die erhaltenen Resultate werden zunächst kritisch anhand der Empirie überprüft, um anschließend die Plausibilität zu diskutieren. Abschließend werden anstelle eines Schlusswortes Implikationen und Handlungsempfehlungen für die Entwicklungs- länder aufgezeigt.
3
2 Hintergrund
Verbreitung von HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria 3 2.1
In diesem Abschnitt soll festgelegt werden, welche Krankheiten und Regionen Ge-genstand der weiteren Untersuchungen dieser Arbeit sind. Dazu wird aufgezeigt, welche Krankheiten ein zentrales Problem für die Entwicklungsländer darstellen und wie diese verteilt sind.
Im Jahr 2002 lebten weltweit ca. 42 Millionen Menschen mit HIV/AIDS, davon 95% in Entwicklungsländern. Besonders betroffen sind das südliche Afrika (70%, 29,4 Mio.) sowie Süd- und Südostasien (14,3%, 6 Mio.). Im selben Zeitraum starben ca. 3,1 Millionen Menschen an den Folgen der Pandemie. Tuberkulose (TB) führt jährlich zu ca. 8,8 Millionen Erkrankungen und 1,7 Millionen Todesfällen. Hierbei treten 84% der Erkrankungen in Entwicklungsländern auf. Malaria verursacht mehr als eine Million Todesfälle und führt zu ca. 300 Millionen Neuerkrankungen jährlich, nahezu 100% davon in Entwicklungsländern. 4 Insgesamt starben im Jahr 2002 ca. sechs Millionen Menschen an den Folgen dieser drei Infektionen, deren Ausmaß und Verteilung in Tabelle 1 für das Jahr 2000 dargestellt ist.
Tabelle 1: Ausmaß und Verteilung der wichtigsten Infektionskrankheiten
Eine alternative Möglichkeit, den durch diese drei Krankheiten verursachten Schaden zu erfassen, stellen Disability Adjusted Life Years (DALYs) dar. Diese geben den durch Krankheit oder Tod erlittenen Schaden in der jeweiligen Region in Lebensjahren an. 5 Die World Health Organization (WHO) hat im Rahmen ihres
3 Die Zahlen in diesem Abschnitt sind den folgenden Quellen entnommen: MSF (2003), UNAIDS
(2002), WHO (2002), WHO (2000).
4 Die Mortalität der beiden letztgenannten Erkrankungen steht in einem engen Verhältnis zu den
HIV-Infektionen, da ein durch HIV geschwächtes Immunsystem oft für einen Ausbruch oder gar
tödlichen Verlauf anderer Krankheiten verantwortlich ist. So hat sich in einigen afrikanischen
Staaten die Zahl der Tuberkulose Fälle im letzten Jahrzehnt in einigen Staaten verdoppelt, in an-deren verdreifacht. Die WHO geht von mehr als zehn Millionen „Co-Infections“ mit HIV und
Tuberkulose aus. Siehe WHO (2002).
5 Für eine detaillierte Erläuterung der Berechnung von DALYs siehe Murray u.a. (2001).
Arbeit zitieren:
Sebastian Wilckens, 2003, Der internationale Schutz geistigen Eigentums, München, GRIN Verlag GmbH
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