Inhalt
Kapitel Seite
Einleitung 3
Wie entsteht eine prototypische Vorstellung? 3
Der Fragebogen 4
1. Möbelstücke 4
2. Obstsorten 5
3. Vogelarten 6
4. Getränkearten 6
5. Hundearten 7
6. Urlaubsziele 8
7. Baumarten 9
8. Automarken 9
9. Fast Food Arten 10
10. Krankheiten 10
11. Zeitschriften 11
12. Deutsche Seen 12
13. Definition von Lüge 13
14. Graduierung einer Beispiellüge 13
15. Definition von Stolz 14
16. Definition von Romantik 14
Schlusswort 15
Literatur -/Quellenverzeichnis 16
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Einleitung
Im Gegensatz zur Merkmalssemantik, die einen Begriff in seine semantischen Merkmale zerlegt, kann in der Prototypensemantik nur auf der Basis einer empirischen Untersuchung geforscht werden. Dazu bieten sich drei Formen der Untersuchung an: Die Beobachtung und Analyse von an Aphasie leidenden Menschen, die Analyse des Spracherwerbs bei Kindern oder Feldforschung durch Fragebögen. Letztere Methode habe ich bei 30 Personen angewendet, mit dem Ziel, die Herkunft oder Art der Erzeugung von Prototypen nachvollziehen zu können, etwaige regionale, kulturelle oder soziale Einflüsse und Auswirkungen aufzuzeigen und wenn möglich die Ergebnisse von Eleanore Rosch aus den 70er Jahren zu widerlegen oder zu bestätigen. Sicherlich sind 30 Testpersonen keine repräsentative Menge, dennoch zeichnen sich einige Tendenzen sehr deutlich ab, was durch eine größere Anzahl an Personen nur noch verstärkt werden würde.
Wie entsteht eine prototypischer Vorstellung?
Anhand der Studie von Eleanor Rosch u.a. lassen sich verschiedene Kriterien ableiten, welche die Erzeugung einer prototypischen Vorstellung maßgeblich beeinflussen. Zunächst wäre da das Kriterium der Frequentalität zu nennen. Je häufiger ein Element einer Kategorie in der näheren Umgebung eines Individuums vorkommt, desto eher wird dieses Element als prototypisches Beispiel genannt oder rückt näher an den Prototypen heran. So wird der Deutsche wohl eher den BMW oder Mercedes als prototypischen Pkw angeben, während der Franzose wahrscheinlich Peugeot oder Citroen nennt. Die Häufigkeit d es Vorkommens eines Elements einer Kategorie in einem beschränkten geographischen Raum allein garantiert jedoch nicht, dass dieses zu einer mentalen Repräsentation als typisches Mitglied der Kategorie wird.
Sicherlich spielt auch die Relevanz eines Objekts eine große Rolle. Dabei ist nicht nur die lokale Relevanz von Bedeutung, so wie die Bewohner einer Küstengegend z.B. Fisch als wichtigstes Nahrungsmittel nennen würden und der Chinese vielleicht Reis, sondern auch die Bedeutsamkeit für das Individuum selbst, welches von seinem sozialen Status, Geschlecht, Alter und weiteren Aspekten geprägt wird. Ein hoher Bankangestellter oder Geschäftsmann wird als typische Tageszeitung eher die FAZ als die Bildzeitung angeben, zumindest erstere in ihrer Relevanz überordnen. (vgl. Schwarz, Monika/Chur, Jeannette: 1996, Seite 49)
Expertenwissen kann ebenfalls die Wahl des Prototypen oder dessen mentale Repräsentation beeinflussen. Der Biologie wird eine Fledermaus auf Grund seines speziellen Fachwissen sofort als Säugetier einordnen, während der Fachunkundige die Fledermaus zwar an den äußersten Rand der Kategorie Vogel platzieren würde, sie aber dennoch als eine Art Vogel empfinden würde, obwohl er vielleicht ahnt oder flüchtig mitbekommen hat, dass es sich um ein Säugetier handelt. (vgl. Schwarz, Monika/Chur, Jeannette: 1996, Seite 52) Die Einordnung eines Objektes in eine Kategorie kann auch entscheidend von dessen Aussehen gelenkt werden, muss aber nicht zwangsläufig davon beeinflusst sein. Dies wird deutlich, wenn man bedenkt, dass ein Spatz eher ein prototypischer Vogel ist, im Gegensatz zu einem Strauß.
Neben all diesen Kriterien gibt es jedoch noch etwas, dass ich hier als Typikalität bezeichnen möchte, was in manchen Fällen den oben genannten Prinzipien widerspricht und ihre
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Berechtigung in Frage stellt. Manche Exemplare einer Kategorie scheinen jedenfalls einfach „bessere“ V ertreter derselben darzustellen, ohne dass dies durch eine rationale Begründung belegt werden könnte. So geht aus den Farbexperimenten von Berlin/Kay hervor, dass die Testpersonen einen roten Farbton als ein „besseres Rot“ einstufen können und einen anderen als ein weniger typisches Rot, obwohl die eindeutige Unterscheidung wohl nur von einem Physiker durchgeführt werden könnte. (vgl. Aitchison, Jean: 1987, Kapitel 5) Die Frage wie eine prototypische Vorstellung in einem Individuum erzeugt wird und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, lässt sich daher nur thesenartig beantworten, wenn überhaupt. Es ist eigentlich nicht einsichtig, wie Menschen zu den Bewertungen kommen, da die Kriterien dafür sehr heterogen sind.
Der Fragebogen
Der Fragebogen wurde an 30 Personen unterschiedlichen Alters und Berufs ausgegeben, zumeist an Studenten/innen im Alter von 20-25, aber auch an Schüler/innen ab 16 Jahren aufwärts und Erwachsene im Alter von mehr als 30 Jahren. So ergibt sich ein interessanter Durchschnitt durch verschiedene Altersschichten, Berufsstände, soziale Milieus und Lebenseinstellungen, der in manchen Fällen durch die Komponente Geschlecht modifiziert wird.
Die Testpersonen wurden gebeten, einen Fragebogen mit insgesamt 18 Fragen auszufüllen und ihre Antworten dabei spontan und instinktiv zu geben. In den Fragen 1-13 wurden jeweils drei Vertreter einer Basiskategorie des Prototypenkonzepts verlangt, und zwar in den Kategorien Möbelarten, Obstsorten, Vogelarten, Getränkearten, Speisen, Hundearten, Urlaubsziele, Baumarten, Automarken, Fast Food Arten, Krankheiten, Zeitschriften und deutsche Seen. In den Fragen 14-18 hingegen wurden Eigenschaften abstrakter Begriffe verlangt, einerseits spontane Assoziationen zum Begriff, als auch eine genauere Definition, möglichst stichwortartig. Dabei blieb es der Testperson weitgehend selbst überlassen, in welcher Art und Weise sie die Frage beantwortet, assoziativ oder definierend bzw. beides. Gefragt wurde nach den Begriffen der Lüge, des Stolz, der Romantik und des Wahnsinns, wobei bei Lüge einerseits e ine Definition und andererseits die Graduierung einer Beispiellüge im Rahmen einer Skala von eins bis sieben verlangt wurde.
Die Fragen Nummer 5 und 18 wurden nach den ersten Ergebnissen nicht mehr ausgewertet, da sie zu häufig Missverständnisse und unpräzise Ergebnisse lieferten. Es handelt sich dabei um die Fragen nach den Speisen und der Definition von Wahnsinn. Im folgenden möchte ich jede der 18 Frage, abgesehen von den eben genannten, einzeln analysieren.
1. Möbelstücke
Die Auswertung der Frage nach drei Möbelstücken ergab keine Überraschung gegenüber der Erwartungshaltung. Offensichtlich scheint es einige ganz typische Möbelstücke zu geben, die sofort ins Bewusstsein der Testpersonen kommen, sobald der Kategoriename gelesen wird. Es ließen sich sogar Gruppen der graduierten Typikalität feststellen: So bekam der Stuhl 22% aller Antworten, das Bett 21%, der Tisch 18% und der Schrank 17%, während die zweite Gruppe, bestehend aus Schreibtisch, Sofa, Regal und Sessel, mit Prozentsätzen von 7-25% zu Buche schlug. An Hand dieser Daten lässt sich das Prinzip der Frequentalität und der Relevanz leicht ablesen: Denn erstens handelt es sich bei der Spitzengruppe um Möbelstücke,
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die wirklich fast jeder besitzt und die auch unentbehrlich für den durchschnittlichen Lebens-standard der westlich geprägten Welt sind, und zweitens möchte ich behaupten, dass diese Objekte auf Grund ihres Allgegenwärtigseins als Institutionen in unserer Alltags- und Gedankenwelt verankert sind. Diese These belegt auch, dass z.B. Regal oder Sessel als nicht zwangsläufig unentbehrliche, aber dennoch offensichtlich übliche Standard-Möbelstücke die zweite Gruppe bilden. Die geringe Zahl der Antworten, die nur einmalig genannt wurden und damit unter „Sonstige“ fallen, nämlich gerade mal 4%, stützt obige Vermutung ebenfalls, zumal in dieser Sparte nur Recamiere, Bierbank, Vitrine und Barhocker stehen, die man beim besten Willen nicht als typische Möbelstücke erachten kann. Im Gegensatz zu den anderen Fragen zeichnet sich hier jedenfalls eine hohe Übereinstimmung aller Testpersonen ab, so dass es nicht schwer fällt, den Stuhl als Prototypen zu akzeptieren, da auch aus Roschs Umfragen der „chair“ als prototypisches Möbelstück resultiert. Unterschiedlich wäre es möglicherweise in kulturell anders geprägten Räumen, in denen auf dem Boden sitzend gegessen wird, was Tisch und Stuhl dort wahrscheinlich g änzlich als mögliche Antworten ausschließen würde. Gegen das Argument der Frequentalität stellt sich allerdings die Frage, was mit in der Realität nicht minder häufig vorkommenden Objekten wie dem Kühlschrank passiert ist? Offensichtlich existiert im Bewusstsein darüber hinaus etwas, dass den Prototypen Stuhl als typischeres Möbelstück oder als „möbliger“ als einen Kühlschrank auszeichnet. Vielleicht liegt dies jedoch auch nur daran, dass der Kühlschrank eher in die Gruppe „Haushaltsgeräte“ einzuordnen ist.
2. Obstsorten
Wenn man sich im Voraus den Apfel als Prototypen gewünscht hat, wird man hier nicht enttäuscht. Mit 31% Prozent der Gesamtantworten übt er eine gewaltige Versuchung aus, ihn als Prototypen zu bezeichnen. Denn einerseits ist er wohl eines der am häufigsten angebauten Obstsorten in Süddeutschland sowie auch eines der wichtigsten, was man allein daran sieht, wenn man die Auslage eines Supermarktes oder eines Marktstandes betrachtet bzw. die Vielfalt der vorhandenen Apfelsorten. Der Apfel bestätigt als Prototyp Frequentalität als auch Relevanz als Einfluss nehmende Elemente, wenn man sich überlegt, das wohl in Afrika oder Südamerika eher die Banane dessen Stelle einnehmen würde. Umso überraschender ist es daher, die Banane mit 19% auf Platz Z wei zu finden, dicht gefolgt von der Birne mit 16%. Die Vorstellung der Banane als prototypisches Obst rührt wohl daher, dass sie in Deutschland inzwischen als eine Selbstverständlichkeit gilt, sie kann zwar bei uns nicht angebaut, dafür aber importiert werden. Im Gegensatz zur Banane, die sich des zweiten Platzes anscheinend auf Grund ihrer Beliebtheit erfreuen darf, bestätigt die Birne dieselben Faktoren der Prototypenbildung wie der Apfel. Dies wird durch die geringe Menge der „Sonstigen“ (2%) und durch das weite Feld peripherer Obstsorten, welche alle zwischen 10 und 2% liegen, unterstrichen. Unter diesen fanden sich, nach der Häufigkeit sortiert, Orange, Erdbeere, Kirsche, Pfirsich, Kiwis, Mango und Ananas. Trotz des eindeutigen Ergebnisses kann man sich gewisser Vorbehalte nicht erwehren, denn trotz Frequentalität und Relevanz scheint den ersten drei Obstsorten eine gewisse Typikalität anzuhaften.
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3. Vogelarten
Genau wie Rosch, habe ich in diesem Test ebenfalls Vogelarten abgefragt, um zu sehen, ob die von ihr postulierten regionalen bzw. nationalen Unterschiede tatsächlich existieren. Während Rosch das Rotkehlchen als Prototypen ermittelt und in zweiter Instanz den Spatzen, Kanarienvogel, die Taube und die Amsel feststellt, komme ich zu dem Ergebnis, dass die Amsel sich mit 22% der Stimmen zwar als Prototyp an Stelle des Rotkehlchens aus Kalifornien auszeichnet, jedoch die restlichen genannten Vögel, außer dem Spatz (13%) und dem Fink (11%), die eine Vorreiterstellung einnehmen, relativ gleich zu sein scheinen. Jedenfalls bekam die Taube mit 2% der Stimmen ebenfalls ihren Platz im nahen Umfeld des Zentrums, wie auch der Adler, der Storch, die Meise, die Drossel, der Papagei u.ä., so dass das Kriterium der Frequentalität höchstens im Bereich des Prototypen abgeleitet werden kann. Andererseits unterscheidet sich Kalifornien bezüglich der Vogelarten nicht so grundlegend von Deutschland, dass man das Kriterium der Häufigkeit als komplett irrelevant bezeichnen könnte. Sicher ist, dass für den Eskimo eher einer der wenigen Vögel in seiner Umgebung als Prototyp gilt, wenn nicht gar der Pinguin, während in Deutschland oder Kalifornien eben Singvögel dominieren.
Was lässt sich zum Thema Relevanz aussagen? Auf Grund der wirklich hohen Anzahl der „Sonstigen“ (jeweils nur ein Mal genannten), die mit 14% den zweiten Platz einnehmen (unter ihnen Pinguin, Rotkehlchen, Seemöwe, Falke, Strauß, Geier usw.), lässt sich vermuten, dass der individuelle Erfahrungshorizont bzw. individuelle Vorlieben in diesem Fall keine unerhebliche Rolle spielen. Zwar wurden Amsel, Spatz oder Fink als Klischee-Singvögel meist an erster Stelle genannt, die Vögel aus dem Bereich „Sonstige“ oder dem Bereich von 6-2% (wie etwa die Krähe, der Kuckuck, der Specht) aber gerne als zweite oder dritte Antwort angegeben. Dies kann man auf zufälliges Entscheiden, aber auch auf persönlichen Erfahrungshorizont zurückführen. Deutlich ist jedoch eines geworden: Die prototypischen Vögel zeichnen sich einerseits durch eine ähnliche Merkmalskomposition aus, n ämlich geflügelt, Singvogel, gefiedert, einen Schnabel und die Fähigkeit zu Fliegen, andererseits scheint ihnen etwas typisches anzuhaften, dass sie weit ins Zentrum der Kategorie rückt, ganz abgesehen davon, wie oft sie vorkommen oder nicht. Man denke nur an das deutsche Kinderlied mit dem Textausschnitt „...Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar...“. Vor diesem Hintergrund kann man sich leicht klarmachen, was mit Typikalität gemeint sein kann und dass die Wahl des Prototypen vielleicht auch mit der Determination unserer Wahrnehmung durch muttersprachliche Strukturen verknüpft ist, z.B. in der Form eines Kinderlieds. Gut sichtbar wird an dieser Kategorie meiner Meinung nach der Prozess, der abläuft, wenn ein Mitglied der Kategorie eingeordnet werden soll: es wird mit dem Prototypen verglichen und dann nach dem Grad seiner Ähnlichkeit eingeordnet. Demnach ist es kein Wunder, dass der Geier und die Eule mit nur einer von 90 Stimmen unter „Sonstige“ landen. Das Ergebnis in dieser Kategorie unterstützt die These, dass es sich bei der im Gehirn gespeicherten Information über den Prototypen eher um ein mentales Bild handelt, als um eine andere Art von Informationseinheit.
4. Getränkearten
Eines wird an dieser Kategorie deutlich sichtbar: das Kriterium der Frequentalität und das der Relevanz. Zunächst einmal ist es kaum verwunderlich, dass in einem Land mit dermaßen ausgeprägter Bierproduktion dieses Gebräu mit 20% der Stimmen auf Platz eins landet und
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dass es überwiegend durch Erwachsene genannt wurde, für welche Bier natürlich eine andere Relevanz besitz als für den/die Schüler/in. Dies ist meiner Meinung nach der beste Beweis dafür, dass die Häufigkeit des Vorkommens die Wahl des Prototypen beeinflusst, genauso wie es verdeutlicht, dass überwiegend Erwachsene und besonders Männer (was aus der Auswertung leider nicht hervorgeht, an Hand der verschiedenen Fragebogen allerdings auffiel) es aus Gründen der Relevanz gewählt haben. Verwunderlich ist auch nicht, Cola ebenfalls mit 20% der Stimmen auf dem ersten Platz zu finden. Hier kann man ebenfalls frequentalität- und relevanzabhängiges Entscheiden unterstellen, vor allem wenn man sich zu Gemüte führt, wie stark für dieses Getränk in den Medien geworben wird und wie alltäglich der Schriftzüge der beiden bekannten Colafabrikanten allmählich für uns geworden ist. Dies trifft im Übrigen auch auf das Bier zu. Ich glaube, hier guten Gewissens behaupten zu können, dass die hohe Einstufung von Cola bzw. Bier einerseits aus der Beliebtheit der Getränke selbst resultiert, andererseits jedoch erheblich durch Werbung, Publicity, etc. beeinflusst wird. Trotz des herausragenden Ergebnisses der beiden Getränkearten scheinen sie beide kein zufriedenstellender Prototyp zu sein, wobei gesagt sei, dass es in dieser Rubrik schwerlich zu prototypischen Vorstellungen kommen kann, weil sie gerade so allgemein formuliert wurde und vielleicht besser als alkoholhaltig bzw. -frei spezifiziert hätte werden sollen. Am ehesten entspricht die Nummer drei der Liste einem Prototypen: Wasser (12%) ist in vielen verschiedenen Arten verfügbar, wird von jedem genutzt und erfüllt die Kriterien der Frequentalität und Relevanz nicht nur durch das Ergebnis. Für die Vermutung, dass in Wasser, Bier und Cola drei Anwärter auf den Thron des Prototypen bestehen, spricht auch die geringe Anzahl an einmalig genannten Antworten (Ramazotti, Wodka, Rum), die erstens nur aus alkoholischen Genussmitteln besteht und zweitens nur 4% der Stimmen einnimmt, genauso wie die anderen Antworten mit 7-2%, die aus Saft, Kaffee, Fanta, Wein, Limonade und Milch besteht. Die Nennung dieser Getränke ist offensichtlich tatsächlich auf persönliche Vorlieben zurückzuführen und damit relevanzabhängig. Stutzig macht nur das schlechte Abschneiden von Kaffee mit nur 6% im Gegensatz zu Tee (11%). Auf Grund von sprachlichen Indikatoren wie der „Kaffeepause“, dem „Kaffeekränzchen“ oder „Kaffee und Kuchen“ traut man dem Kaffee ein höheres Ergebnis zu, was in dieser Untersuchung jedoch vielleicht auf Grund der geringen Menge befragter Personen ausgeblieben ist. Jedenfalls fällt es schwer, in dieser sehr allgemeinen Kategorie Typikalität zu unterstellen, da die bevorzugten Getränkearten meiner Meinung nach sehr von Geschlecht, Alter und Vorlieben geprägt werden.
5. Hundearten
Das beeindruckende Ergebnis des Schäferhundes von 21% der 90 Stimmen sollte wohl keine Überraschung darstellen. Denn erstens gibt es in Deutschland tatsächlich viele Schäferhunde und zweitens scheint die Vorstellung vom „deutschen Schäferhund“ tatsächlich zu bewirken, dass dieser den Prototypen in dieser Untersuchung darstellt, sonst wären Dackel und Pudel auf mehr als nur 16% bzw. 10% gekommen. Die hohe Zahl der verschiedenen Hunde unter „Sonstige“, dieser Posten nimmt 8 Prozent ein, und die große Anzahl an diversen genannten Hunden unterstützt diese These. Man kann in diesem Fall wohl am besten von Typikalität sprechen, da der Schäferhund nicht nur Äußerlich nicht so auffällig oder sonderbar ist wie ein Boxer oder ein Mops (die man als „komisch“ aussehend bezeichnen könnte), also eher typische Eigenschaften besitzt, und da auf die anderen Hundearten ebenso Frequentalität wie auch Relevanz zutrifft, wenn man bedenkt, wie viele verschiedene Hundearten in Deutschland
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Arbeit zitieren:
M.A. Holger Hoppe, 2003, Empirische Untersuchung zur Prototypentheorie, München, GRIN Verlag GmbH
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