Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 1
2. Die Persönlichkeit von Christine Brückner. 1
2.1 Ein kurzer Lebenslauf. 2
2.2 Ihre Werke. 3
2.3 Die Eigenarten von c.b. 4
3. Der Ullstein Verlag. 5
3.1 Eine kurze Wiedergabe der Geschichte. 5
3.2 Die wichtigsten Bezugspersonen für Christine Brückner. 6
4. Die Beziehung von Christine Brückner und dem Verlagshaus. 6
4.1 Vertrautheit oder Distanz? 6
4.2 Die Suche nach Unterstützung. 7
4.2.1 Die finanzielle Stütze. 8
4.2.2 Die verlegerische Tätigkeit. 8
5. Fazit. 9
Literaturverzeichnis 11
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1. Einleitung
„Ich will reden, wenn ich reden will, und nicht, wenn ihr wollt, ihr Scheißer!“ (Brückner 1988:109)
Die Autorin Christine Brückner war eine einzigartige Frau, die über ihr Leben und die Nachkriegsgeneration schrieb. Sie lebte ihre Passion für Literatur aus und schrieb rund 40 Werke. Es ist daher verwunderlich, dass sie in der heutigen Literaturwelt wenig Beachtung findet. Kaum jemand kennt die Autorin noch. Und dabei hat sie weitaus mehr erreicht als viele bekanntere Schriftsteller. Für die Verfasserin dieser Hausarbeit ist dies Grund genug, sich mehr mit der Autorin zu befassen und über sie zu erfahren. Dabei spielt in dieser Arbeit die Beziehung zu ihrem wichtigsten Verlag, dem Ullstein Verlag, eine zentrale Rolle, da er Christine Brückner geprägt hat. Aber inwiefern? War der Ullstein Verlag für Christine Brückner eine positive Instanz mit freundschaftlichen Beziehungen oder sah sie ihn eher als Mittel zum Zweck an? Hat sie sich ihm gegenüber verstellt oder lebte sie im Umgang mit ihm ihre Eigenarten aus? Und wie ging der Verlag überhaupt mit Christine Brückner um? War sie eine von vielen Autoren oder eine, mit der der Verlag unbedingt Kontakt pflegen wollte? Diesen Fragen geht die Hausarbeit nach. Dafür stellt das zweite Kapitel die Autorin Christine Brückner vor. Lebenslauf und Bibliografie fungieren dabei als Eckdaten, während die Eigenarten der Autorin ihre Persönlichkeit beschreiben sollen. Schließlich lässt sich aus ihnen erkennen, was für einen Charakter Christine Brückner hatte, was für den weiteren Verlauf der Hausarbeit wichtig ist. Im dritten Kapitel wird der wichtigste Verlag der Autorin vorgestellt, der Ullstein Verlag, sowie ihre dortigen wichtigsten Bezugspersonen. Die Beziehung zwischen Verlag und Christine Brücker wird im vierten Kapitel mittels Briefwechseln beschrieben. Letztlich werden die Beobachtungen zusammengefasst und versucht, die eingangs gestellten Fragen sinngemäß zu beantworten.
2. Die Persönlichkeit von Christine Brückner
Dieses Kapitel befasst sich mit Christine Brückner. Neben einem kurzen Lebenslauf und einer knappen Bibliografie werden auch ihre Eigenarten beschrieben, die nicht nur Auswirkungen auf ihre Werke, sondern auch auf ihre Beziehungen hatten.
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2.1 Ein kurzer Lebenslauf
Christine Brückner, geboren am 10. Dezember 1921 in Schmillinghausen bei Bad Arolsen, wuchs mit ihrem Vater, dem Pfarrer Carl, ihrer Mutter Clotilde und ihrer älteren Schwester Ursula in einem Pfarrhaus als geborene Christa Emde auf. Sie erfüllte als Pfarrerskind gerne ihre Pflichten wie das Sammeln von Spenden oder Krankenbesuche. Das fundierte ihren Glauben an Gott. Die Religion schuf somit eine Lebensbasis, die bis zu ihrem Tode existierte (vgl. Jacobaeus 1995:11f.).
Zu Beginn des Nationalsozialismus wurde Carl Emde gezwungen, sein Amt niederzulegen, da er der Bekennenden Kirche angehörte und die Ideologie verweigerte. Aufgrund seiner Zwangspensionierung zog die Familie nach Kassel, wo Christine Brückner ihre mittlere Reife absolvierte. Sie empfand den Nationalsozialismus als besonders belastend, da sie ein begeisterungsfähiges Kind und von der Gemeinschaft fasziniert war (vgl. Wurster 1989: 55). Letztlich absolvierte sie viele Kriegseinsätze und ihr Abitur, bis sie nach dem Zweiten Weltkrieg ihr Examen als Diplombibliothekarin in Stuttgart und ein Studium in Volkswirtschaft, Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Psychologie an der Philipps-Universität Marburg abschloss (vgl. Brückner 1994: 135 ff.).
Von 1948 bis 1958 war sie mit ihrem ersten Ehemann Werner Brückner verheiratet und führte ein wechselhaftes Leben mit vielen Umzügen, Reisen und sprunghaften Autorentätigkeiten. So schrieb sie zeitweise für die Marburger Presse oder auch für die Zeitschrift Frauenwelt (vgl. ebd.). Ihren Durchbruch als Schriftstellerin hatte sie im Jahr 1953, als sie sich mit dem Romanmanuskript Ehe die Spuren verwehen am Carl-Bertelsmann-Preisausschreiben beteiligte. Aus 754 Einsendungen erreichte sie im Mai des darauf folgenden Jahres den ersten Platz, wobei ihrem Roman ein hohes Niveau zugesprochen wurde. Das Werk wurde ein weitreichender Erfolg und ebnete Christine Brückner den schriftstellerischen Karrierestart (vgl. Bauschinger 1994: 37).
Nach der Scheidung vom ersten Ehemann zog Brückner nach Kassel, wo sie sich ein Haus kaufte und dort ab 1967 mit ihrem zweiten Ehemann, Otto Heinrich Kühner, lebte. Mit diesem erlitt sie 1972 einen schweren Autounfall im Schwarzwald, den beide knapp überlebten. Dies war für Christine Brückner ein Wendepunkt ihres Lebens. Er bewog sie dazu, immer weiter zu schreiben. Aus dieser Motivation heraus entstand die Poenichen-Trilogie, die zu den erfolgreichsten Werken Brückners zählt (vgl. Hoffmann 1989: 71).
Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit, die in 2.2 näher erläutert wird, setzte sie sich auch allgemein für Literatur ein. So war sie beispielsweise 1976-1980 stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Paul-Dietrichs-Stiftung und von 1980-1984 Vize-Präsidentin der Schrift-
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stellervereinigung P.E.N.-Zentrum. Außerdem gründete sie mit ihrem Ehemann zusammen 1984 die Stiftung Brückner-Kühner, die seit 1985 den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor verleiht. Durch ihre kulturellen Einsätze erhielt sie Anerkennung und Auszeichnungen wie 1982 den Wappenring der Stadt Kassel, 1990 den hessischen Verdienstorden, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse 1991 sowie das große Bundesverdienstkreuz 1996 (vgl. Brückner-Kühner [o.J. a]).
Am 21. Dezember 1996 verstarb Christine Brückner in Kassel. Sie wurde in Schmillinghausen, ihrem Heimatdorf, begraben.
2.2 Ihre Werke
Christine Brückner war eine facettenreiche Autorin, die in ihren Werken vor allem auf die deutsche Geschichte und die Nachkriegsgeneration einging (vgl. Pape 1994: 10). Ihre Bücher erschienen größtenteils beim Ullstein Verlag, während ihre ersten drei Romane bei C. Bertelsmann veröffentlicht wurden (Ehe die Spuren verwehen [1954], Katharina und der Zaungast [1957] und Kleine Spiele für große Leute [1957]). Brückner selbst benennt als Tren-nungsgrund unüberbrückbare Differenzen. So ist sie sich uneins mit dem Verlag C. Bertelsmann geworden (vgl. Brückner 1999a: 38). Darüber hinaus wollte sie nicht in einem Konzern arbeiten (vgl. Brückner 1999a: 247).
Wie bereits erwähnt, die berühmtesten Bücher von Christine Brückner sind Ehe die Spuren verwehen und die Poenichen-Trilogie, die aus den Bänden Jauche und Levkojen (1975), Nirgendwo ist Poenichen (1977) und Die Quints (1985) besteht. Die Trilogie erreichte eine Millionen-Auflage und wurde durch die Verfilmung der ersten beiden Bände weitaus populär. Neben einer Vielzahl weiterer Romanen machte sich Christine Brückner auch einen Namen als Kinderautorin mit den Momoko-Bilderbüchern. Desweiteren veröffentlichte sie Gedichtsammlungen wie Botschaften der Liebe in deutschen Gedichten des 20. Jahrhunderts (1960), in denen sie vor allem Kritiker beweisen wollte, dass (Liebes-)Gedichte in der Nachkriegszeit noch immer existierten (vgl. Brückner 1999a: 25). Eine Autobiografie erschien mit Mein schwarzes Sofa (1981), in der sie ihr Leben und ihre Werke reflektierte. Außerdem schrieb sie Theaterstücke. Das bekannteste ist Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen (1983), was auf fiktiven Monologen bekannter Frauen basierte. Christine Brückner war somit eine Autorin, die neben Zeitungsartikeln und Romanen noch anderweitige schriftstellerische Fähigkeiten besaß. Die rund 40 Werke beweisen dies (vgl. Brückner-Kühner [o.J. b]).
Arbeit zitieren:
Sandra Friedrichs, 2011, Christine Brückner und der Ullstein Verlag, München, GRIN Verlag GmbH
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