Inhaltsverzeichnis
I Einleitung 3
II Zum aktuellen Forschungsstand der Public Diplomacy 4
III Chinas Strategie der Nichteinmischung - Beijing Consensus 9
IV Public Diplomacy Strategien Chinas auf dem afrikanischen Kontinent 10
1. Oil Diplomacy 10
2. Außenkulturpolitische Maßnahmen 11
3. Health Diplomacy 12
V Fazit 13
VI Literaturverzeichnis 15
VII Internetquellen 16
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I Einleitung
Anfang des 20. Jahrhunderts nach dem 2. Burenkrieg in Südafrika gab es einen Mangel an afrikanischen Arbeitern für die Goldminen im Transvaal, das damals britische Kolonie war. Trotz einer langanhaltenden hitzigen Debatte im britischen Parlament wurde beschlossen chinesische Arbeiter in den Transvaal zu bringen, um dort in den Minen zu arbeiten. Ab 1902 und in den folgenden Jahren kamen 63000 Chinesen nach Südafrika. Winston Churchill hatte davor gewarnt, dass eine große Zahl an chinesischen Arbeitern, die ohnehin unsichere Lage in Südafrika verschärfen könnte (Raine 2009: 1-2).
Über hundert Jahre später gibt es erneut eine Debatte um die Rolle Chinas in Afrika. Doch die Vorzeichen haben sich in der Zwischenzeit verändert. Während China nun international als Global Player wahrgenommen wird, ist Afrika in den Augen vieler immer noch der Kontinent mit den „Ks“: Kriege, Krisen, Katastrophen (vgl. Kappel und Schneidenbach 2006: 1-2; Tetzlaff und Jakobeit 2005: 34-41).
In dieser Arbeit geht es um aktuelle Public Diplomacy Strategien Chinas auf dem afrikanischen Kontinent. Über sino-afrikanische Wirtschaftsbeziehungen gibt es eine ganze Reihe an Literatur. Die Vermittlung der chinesischen Diplomatie und deren Strategien wurden bisher weniger beleuchtet. Unter Public Diplomacy versteht Joseph Nye: „(…) diplomacy aimed at public opinion (Nye 2004: X).“
Schwerpunkt meiner Arbeit sollen die Instrumente sein, die China verwendet, um ihre soft power auf dem afrikanischen Kontinent zu steigern. Unter soft power versteht Nye „(…)getting others to want the outcomes you want - co-opts people rather than coerces them (Nye 2004: 5).” Soft Power ist nach gerade nach dem 11. September 2001 ein viel rezipiertes Konzept (s. Kapitel II). Die Frage ist wie das immer noch autoritär geführte China von soft power Gebrauch macht. Hierfür liefere ich erste Antworten Kapitel III Chinas Strategie der Nichteinmischung - Beijing Consensus. Die Frage ist an dieser Stelle auch, inwieweit China heute Propaganda als Mittel auf dem afrikanischen Kontinent anwendet. Um dieser Frage nachzugehen werde ich in Kapitel IV die heutigen Public Diplomacy Strategien Chinas in Afrika untersuchen. China ist aufgrund seiner politischen Situation für die Untersuchung der Public Diplomacy Strategien besonders interessant. Zunächst werde ich in ‚Oil Diplomacy‘ untersuchen, wie China wirtschaftliche Anreize für ihre diplomatischen Zwecke benutzt. Im Anschluss werde ich zeigen, welche außenkulturpolitischen Maßnahmen China in Afrika anwendet. Zuletzt stelle ich Chinas ‚Health Diplomacy‘ in Afrika vor, die dort bereits eine
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sehr lange Tradtion hat. Bei allen Strategien werde ich der Frage nachgehen, inwieweit sich China von seiner selbst auferlegten Doktrin der Nichteinmischung leiten lässt.
II Zum aktuellen Forschungsstand der Public Diplomacy
Public Diplomacy wird gerne als „old wine in new bottles“ betrachtet (Melissen 2005: 3). Eine scheinbar neue Debatte wird aufgewärmt. Sicherlich bezieht sich eine von einer offiziellen Stelle lancierte Kommunikation, die sich an ausländische Öffentlichkeiten richtet, auf kein kürzlich entstandenes Phänomen, doch wäre damit nur sehr verkürzt wiedergegeben, was heute unter Public Diplomacy verstanden wird (vgl. ebd.). Im Folgenden erläutere ich zunächst, welche allgemein geschichtlichen Implikationen Public Diplomacy vorausgegangen sind. Daraus leite ich ab, warum Public Diplomacy seit fast einem Jahrzehnt wieder von großem öffentlichem und wissenschaftlichem Interesse ist. Anschließend nenne ich zentrale Akteure, die für die heutige Debatte von Bedeutung sind. Darüber hinaus stelle ich einige Konzepte vor, die dem Begriff der Public Diplomacy nahe stehen. An dieser Stelle werden die Begriffe Propaganda und nation-branding zu klären sein. Außerdem nähere ich mich dem Begriff soft power an, der einen Sammelbegriff für all diese Konzepte darstellt. Zum Ende werde ich eine Definition vorstellen, die ich weiterhin als Grundlage meiner kommenden Überlegungen verwenden möchte.
„Even in ancient times, prestige-conscious princes and their representatives never completely ignored the potential and pitfalls of public opinion in foreign lands (ebd.: 3).” An dieser Stelle wird die historische Dimension deutlich, auf die sich das Forschungsfeld der Public Diplomacy beruft. Schon sehr früh machten sich offizielle Repräsentanten von Staaten darüber Gedanken, dass die positive Wahrnehmung des eigenen Landes in anderen Regionen der Welt von Vorteil sein könnte. Es dauerte einige Zeit bis diese Erkenntnis in professionell gelenkte Strategien übersetzt wurde. Deutschland begann nach 1945 mit seinen Bemühungen das ruinöses Außenbild mit der vier Jahre später ins Leben gerufenen politischen Öffentlichkeitsarbeit wieder aufzuwerten. Auch während des Kalten Krieges erkannte sowohl das amerikanische als auch das sowjetische Lager die Notwendigkeit die Macht über Meinungen nicht geringer zu bewerten als ökonomischen oder militärischen Einfluss. Am Beispiel der Kommunikationsstrategien des Kalten Krieges ist bereits zu erkennen, dass der Propagandabegriff oftmals mit dem kollidiert, was heute Public Diplomacy genannt wird. Auf
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den Propagandabegriff werde ich noch weiter unten zu sprechen kommen (Melissen 2005: 16-17).
Die amerikanische Diplomatie vernachlässigte nach Beendigung des Kalten Krieges sein Außenbild gezielt positiv zu beeinflussen. Als Siegermacht sah sich das State Department nicht länger in der Position andere von eigenen Standpunkten überzeugen zu müssen (vgl. Snow 2009: 5). Der 11. September 2001 hat dann aber nicht allein nur eine sehr weitreichende Sicherheitsdebatte ausgelöst, an deren vorläufigem Ende die Kriege in Afghanistan und im Irak stehen, sondern die Terroranschläge haben auch dazu geführt, dass sich der Praxis und Theorie der Public Diplomacy wieder verstärkt gewidmet wurde (vgl. Snow 2009: 3). Nye argumentiert:
„Countries that are likely to be more attractive in postmodern international relations are those that help to frame issues, whose culture and ideas are closer to prevailing international norms, and whose credibility abroad is reinforced by their values and policies (Melissen 2005: 4).” Nachdem die USA dies nach Ansicht Nyes vor 9/11 verpasst hatte, sprach die Bush-Administration danach neben dem war on terror vom battle for the hearts and minds. Als Reaktion auf den nun wahrgenommenen weitverbreiteten Anti-Amerikanismus stellte man sich die bedrohliche Frage: „Why do they hate us so much (Taylor 2009: 12)?“ Mit Studien, die von der Administration der Vereinten Staaten in Auftrag gegeben wurden, wollte die USamerikanische Administration diese Frage beantworten. Durch diese stellte sich heraus, dass es nicht amerikanische Werte waren, die zu einem negativen Amerikabild geführt hatten, sondern deren Vermittlung. Der Wohlstand und technologische Fortschritt Amerikas wurde verbreitet bewundert. Das Auftreten von Amerikanern in Guantanamo und Abu Grahib schadet hingegen nachhaltig dem Außenbild (vgl. Taylor 2009: 13). Staatliche Akteure bestimmen aber bei weitem nicht über die Wahrnehmung eines Staates allein. Sie sind nicht zwangsläufig die erfolgreichsten Akteure auf diesem Gebiet. Hier unterscheidet sich das Konzept der Public Diplomacy von der klassischer Diplomatie. Während nach allgemeinem Verständnis der Diplomatie die Aufgabe zukommt, sich um die Beziehung zwischen staatlichen Repräsentanten zu kümmern, richtet sich die Public Diplomacy an die Zivilgesellschaft, nicht-offizielle Gruppen, Organisationen und Individuen (vgl. Melissen 2005: 5). Diese Diversifizierung von Rezipienten ist aufgrund der gesteigerten informativen Globalisierung für ein positives Außenbild unabdingbar. Professionalisierte
Kommunikationsstrategien finden sich heute sowohl bei international agierenden Organisationen, Staaten sowie multinationalen Konzernen (vgl. Melissen 2005: 11). Hierbei
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Arbeit zitieren:
Jasper Finkeldey, 2010, Aktuelle Public Diplomacy Strategien der VR China in Afrika - Alte Propaganda im neuen Gewand?, München, GRIN Verlag GmbH
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