Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 2
2. Die theoretische Einbettung. 3
2.1 Die Theorie der Schweigespirale. 3
2.2 Simulationsmodell. 4
3. Konkretisierung der Fragestellung. 5
3.1 Die Bildung von Hypothesen. 5
3.2 Zentrale Begriffe. 6
4. Der Fragebogen. 7
4.1 Stichprobe, Forschungsdesign und Auswahlverfahren. 7
4.2 Operationalisierung und Aufbau. 9
5. Der Zwei-Phasen-Pretest. 11
5.1. Standardisiertes Evaluationsinterview mit kognitiven Techniken. 11
5.2 Standard-Pretest. 14
6. Fazit. 15
7. Quellenverzeichnis. 17
Anhang
1. Forschungsfrage und Hypothesen mit abhängigen und unabhängigen Variablen
2. Semantische und Dimensionale Analyse
3. Der Fragebogen
4. Tabelle zur Operationalisierung
5. Auswertung des standardisierten Evaluationsinterviews mit kognitiven Techniken
6. Verbesserter Fragebogen
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1. Einleitung
„We lived on farms, then we lived in cities, and now we're going to live on the internet!” (The Social Network)
Vor einigen Jahren wäre es kaum vorstellbar gewesen, dass eine Website nicht nur das Internet, sondern auch den menschlichen Alltag revolutioniert. Doch Mark Zuckerberg hat es mit seinem Online-Netzwerk Facebook geschafft. Während sich weltweit schon 700 Millionen Nutzer (vgl. Social Bakers 2011) auf dieser Plattform tummeln, sind es in Deutschland bereits rund 20 Millionen (vgl. Roth/Wiese 2011). Analysten sagen voraus, dass die eine Billionengrenze Mitte 2012 erreicht werden soll und somit jeder Siebte auf der ganzen Welt auf Facebook zu finden ist (vgl. Social Bakers 2011). Doch bei einer bloßen Anmeldung bleibt es meist nicht. So suchen sich die Nutzer auf Facebook neue Onli-ne-Freunde, veröffentlichen Statusmeldungen, Fotos, Videos, kommentieren andere Beiträge ihrer Freunde und setzen bei Zustimmung einen blauen Daumen, das „Gefällt mir“, unter die Nachricht. Die Nutzer bauen sich eine Identität im Netz auf, die sie auf Facebook widergespiegelt. Sie wird genutzt, um, überspitzt gesagt, im Internet ein Leben zu führen (vgl. Steinschaden 2010: 12 ff.).
Die Website stellt somit eine Mischform aus Realität und Digitalität dar. So befreunden sich die Nutzer mit ihren Realbeziehungen, zu denen sie auch außerhalb des sozialen Netzwerkes freundschaftlichen Kontakt pflegen, aber auch mit schwachen Online-Beziehungen, die sie nur aus dem Internet kennen. Es wird oft zwischen Freunden und Facebook-Freunden unterschieden, wobei sie unter Umständen auch gleich sind. Bislang lassen sich bei Facebook bis zu 5000 Freunde sammeln und mit ihnen in Kontakt treten. Es finden sich bei einigen Nutzern sogar Wettbewerbe, wer am schnellsten die meisten Face-book-Freunde besitzt. Bei ihnen gilt: Je mehr Freunde jemand hat, desto beliebter ist er und das Selbstwertgefühl steigt (vgl. Steinschaden 2010: 12 ff.).
Dieses Selbstwertgefühl liegt im Interesse des vorliegenden Projekts. Allerdings fokussiert sich das Projekt keinesfalls auf die Facebook-Freundesanzahl. Es soll hinter die Fassade geschaut werden. Facebook bietet seinen Nutzern viele Kommunikationsmöglichkeiten an. Im sozialen Netzwerk dreht sich schließlich alles um Kommunikation. Doch lässt sich auf dieser Website auch das Selbstwertgefühl der Nutzer senken oder steigern? Und suchen die Nutzer vielleicht gezielt nach einer derartigen Befriedigung? In Anlehnung an der Theorie der Schweigespirale und des Simulationsmodells, die in Kapitel 2 erläutert werden, lässt sich eine prägnante Forschungsfrage formulieren: Findet eine Anpassung in der Darstellung der eigenen Meinung auf Facebook statt, um sein Selbstwertgefühl zu steigern? Es
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gilt herauszufinden, ob die Nutzer ihre Aussagen verändern, um Anerkennung und Respekt zu erhalten, und ob die Facebook-Freunde darauf Einfluss haben. Die Forschungsfrage soll im Verlauf näher betrachtet werden. Dafür wird im nächsten Kapitel der theoretische Bezugsrahmen kurz vorgestellt. Im dritten Kapitel werden Hypothesen aus der Fragestellung abgeleitet und ebenso die zentralen Begriffe mittels semantischer und dimensionaler Analyse definiert. Das vierte Kapitel dreht sich um das Messinstrument, den Fragebogen. Es soll geklärt werden, welche Auswahlverfahren und Grundgesamtheiten vorliegen und warum der Fragebogen so aufgebaut und operationalisiert wurde, wie er im Anhang auf Seite VI zu finden ist. Daraufhin wird im fünften Kapitel auf den Pretest eingegangen, der in zwei Phasen erhoben wurde. Zum Schluss werden die Befunde zusammengefasst, Stärken und Schwächen dargestellt und ermittelt, ob dieses Projekt eine Hauptuntersuchung verdient hätte.
2. Die theoretische Einbettung
Der theoretische Bezugsrahmen setzt sich aus der Theorie der Schweigespirale und des Simulationsmodells zusammen. Im Folgenden werden diese Theorien vorgestellt, auf Schwachstellen hingewiesen und der Bezug zur Forschungsfrage klargestellt.
2.1 Die Theorie der Schweigespirale
Die Schweigespirale, die von Elisabeth Noelle-Neumann 1973 formuliert wurde, nimmt an, dass Menschen auf die Gesellschaft anderer angewiesen und von einer Isolationsfurcht geprägt sind. Sie beobachten ihre Umwelt beispielsweise mit Medien, um herauszufinden, welche Überzeugung die Gesellschaft mehrheitlich hat. Weicht die eigene Meinung von der ab, die als gesellschaftlich dominant wahrgenommen wird, neigen die Menschen dazu, die eigene Meinung aufgrund des Konformationsdrucks für sich zu behalten. Im Gegensatz dazu steigt aber die Artikulation der eigenen Überzeugung, wenn sie im Einklang mit der vermeintlichen Mehrheitsmeinung steht. So geht eine Verdrängung der scheinbaren Minderheitsmeinung einher, da sie verschwiegen, während die andere Meinung, die vermeintlich in der Mehrheit ist, weiter publiziert wird. Ein Spiralprozess beginnt, wodurch die Mehrheits- stärker wird als die Minderheitsmeinung (vgl. Sander 2008: 279). Vor allem der erste Teil der Forschungsfrage „Findet eine Anpassung in der Darstellung der eigenen Meinung auf Facebook statt“ zieht die Überlegungen der Theorie mit ein. So wird davon ausgegangen, dass die Nutzer die Umwelt, also Facebook, beobachten und Statusmeldungen, Kommentare etc. verinnerlichen. Daraus entsteht eine vermeintliche Mehrheitsmeinung innerhalb des Facebook-Freundeskreises. Die Nutzer passen sich dieser
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Meinung an und verdrängen ihre eigene Überzeugung. Die Forschungsfrage impliziert allerdings, dass sie dieses aufgrund ihres Selbstwertgefühls, nicht aus Isolationsfurcht tun, worauf im Folgenden aber das Simulationsmodell weiter eingeht. Der Gruppe des Projekts ist klar, dass die Theorie der Schweigespirale einen ungenügenden Geltungsbereich besitzt und mangelnd empirisch fundiert ist (vgl. Zelonczewski 2009: 20 ff.). Die oben genannten Behauptungen bewegen sich so auf dünnem Eis. Die Schweigespirale soll aber lediglich die Richtung der Forschungsfrage weisen. Hauptsächlich empirisch gestützt wird sie vom Simulationsmodell.
2.2 Simulationsmodell
Unter dem Simulationsmodell wird verstanden, „dass die Beschränkung auf den Textkanal den Menschen unvergleichlich große Kontrolle darüber beschert, welche Informationen sie in sozialen Kommunikationsprozessen über sich und ihre Lebenszusammenhänge offenbaren wollen.“ (Döring 2003: 167). Durch diese Kontrolle lassen sich Identitäten und andere Lebenszusammenhänge in fast beliebiger Weise konstruieren bzw. simulieren. Dies bedeutet, dass auch Fehlinformationen möglich sind, die sich vom Gegenüber nicht überprüfen lassen. Also kann man auch falsche Meinungen veröffentlichen, um sich der Mehrheit anzupassen. Es geht somit um die Selbstdarstellung der Person in virtuellen Räumen, die sich vom Nutzer selbst manipulieren lässt. Dabei spielt nicht nur die Anpassung eine Rolle, sondern auch die Bedürfnisse, die befriedigt, und Erwartungen, die erfüllt werden können (vgl. ebd: 167 ff.).
Ein passendes, fiktives Beispiel hinsichtlich der Forschungsfrage kann wie folgt lauten: Ein junges Mädchen stellt Strandfotos von sich ins soziale Netzwerk. Sie fühlt sich zwar nicht wohl dabei, dass ihre Facebook-Freunde sie im Bikini betrachten können, aber ihre Freunde haben es bisher auch so gemacht. Sie möchte sich der Masse anpassen. Nicht nur, um sonst herauszufallen und ein Außenseiter zu werden, sondern auch, um positive Rückmeldungen via Kommentare oder der Gefällt-mir-Funktion zu erhalten. Damit befriedigt sie nämlich ihr Bedürfnis nach einem gesteigerten Selbstwertgefühl. Veröffentlicht sie also nicht die Strandfotos, kann sie ihr Selbstwertgefühl nicht steigern bzw. befriedigen. Deshalb stellt sie diese ins soziale Netzwerk und passt die Darstellung ihrer eigenen Meinung, da sie eigentlich gegen die Veröffentlichung ist, auf Facebook an, um ihr Selbstwertgefühl zu steigern (vgl. Steinschaden: 176 ff.).
Die größte Schwäche des Simulationsmodells ist, dass es sich nicht leicht auf enge, reale Beziehungen übertragen lässt. Der Aspekt muss berücksichtigt werden, falls die Facebook-Freunde mit den Realbeziehungen gleichzusetzen sind. Allerdings sind laut Harvardstudie
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ohnehin nur sieben von 100 Facebook-Freunden reale Freundschaften (vgl. Schmeller 2010). So fungiert das Modell ohne größere Probleme als theoretischer Bezugsrahmen.
3. Konkretisierung der Fragestellung
Bevor das Projekt weitergeführt wird, müssen aus der Forschungsfrage und den Theorien Hypothesen abgeleitet werden. Diese sollen in der Untersuchung empirisch geprüft werden. Dieses Kapitel befasst sich mit den Hypothesen sowie mit der Definition der zentralen Begriffe.
3.1 Die Bildung von Hypothesen
Aus der Fragestellung und den Theorien heraus, wurden insgesamt sechs Hypothesen abgeleitet. Die erste Hypothese, Facebook-Nutzer veröffentlichen Inhalte bei Facebook, um sich positiv darzustellen, lehnt sich stark am Simulationsmodell an. So publizieren Nutzer Inhalte bei Facebook, um sich eine positive Identität aufzubauen. Im Fragebogen soll also geprüft werden, ob die unabhängige Variable, die Veröffentlichung von Inhalten, zur abhängigen Variable, der positiven Darstellung, führt.
Die zweite Hypothese, Facebook-Nutzer fühlen sich bestätigt, wenn sie positive Reaktionen auf ihre Inhalte erhalten, lehnt sich an der Theorie der Schweigespirale, aber auch am Simulationsmodell an. Nach der Schweigespirale äußern sich diejenigen, die sich in der Mehrheit sehen, mehr in der Öffentlichkeit als andere. Wenn sie also positive Rückmel- dungenbekommen, dass eine Meinung zu ihrem Thema „richtig“ ist, fühlen sie sich bestä- tigt.Das Bestätigtfühlen stellt wiederum ein Bedürfnis dar, wonach sich die Identität modifizieren lässt. Das Simulationsmodell greift also dort. Im Fragebogen wird demnach nachgegangen, ob der Erhalt von positiven Reaktionen, unabhängige Variable, zum Bestätigtfühlen führt, abhängige Variable.
Um Selbstwertgefühl zu erlangen, hält sich der Nutzer mit seiner eigenen Meinung zurück und veröffentlicht die allgemein akzeptierte Meinung. Dies ist die dritte Hypothese, die größtenteils auf der Theorie der Schweigespirale fußt, aber auch Aspekte aus dem Simulationsmodell einbezieht. So veröffentlicht der Nutzer die allgemein akzeptierte Meinung in Kommentaren, obwohl sie nicht seiner eigenen Überzeugung entspricht. Dies tut er, um sein Selbstwertgefühl zu befriedigen. Somit wird im Fragebogen nachgegangen, ob die unabhängige Variable, die Veröffentlichung der allgemein akzeptierten Meinung, zur abhängigen Variable, dem Erlangen von Selbstwertgefühl, führt. Die vierte Hypothese wird zwar von den anderen schon angedeutet, allerdings muss sie unmissverständlich herausgehoben werden: Die Facebook-Nutzer beobachten die öffentli-
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che Meinung. Diese Hypothese fußt klar auf der Theorie der Schweigespirale, die vorgibt, dass Menschen die Umwelt beobachten. Die Beobachtung der öffentlichen Meinung stellt eine abhängige Variable dar, die vom Nutzer beeinflusst wird. Der Fragebogen soll zeigen, dass die Nutzer Facebook beobachten.
Die Facebook-Nutzer publizieren die eigene Meinung nicht, wenn sie das Gefühl haben, sie verträten diese als Einzige/r, aus Furcht vor Verlust des Selbstwertgefühls. Die fünfte Hypothese geht von der Theorie der Schweigespirale aus. So veröffentlichen die Nutzer ihre Meinung nicht, wenn sie das Gefühl haben, in der Minderheit zu sein. Dazu addiert sich die Furcht vor dem Verlust des Selbstwertgefühls. Somit soll der Fragebogen nachgehen, ob das Gefühl, man vertritt als Einzige/r eine Meinung und das Zurückhalten bzw. Nichtpublizieren der eigenen Meinung, beides unabhängige Variablen, die Furcht vor Verlust des Selbstwertgefühls, die abhängige Variable, beeinträchtigen. Die sechste Hypothese besagt, dass der Erhalt des Selbstwertgefühls für den Facebook-Nutzer wichtiger als die Vertretung der eigenen Meinung ist. Diese Hypothese soll mit Zuhilfenahme des Simulationsmodells erklären, dass die Nutzer ihre eigene Meinung nicht publizieren, sich der Mehrheit anpassen und ihre Identität zugunsten des Erhalts von Selbstwertgefühl modellieren. Dabei geht der Fragebogen nach, ob die unabhängige Variable, der Erhalt des Selbstwertgefühls, die abhängige Variable, die größere Wichtigkeit des Selbstwertgefühls als die Vertretung der eigenen Meinung, beeinflusst.
3.2 Zentrale Begriffe
Bis hierhin wurden Begriffe genannt, die einer Definition bedürfen. Die zentralen Bezeichnungen wuden mithilfe einer semantischen und dimensionalen Analyse definiert, damit klar ist, welche Wirklichkeit die Projektgruppe unter ihnen versteht (vgl. Kromrey 2006: 163). Um den Umfang des Berichts allerdings nicht zu sprengen, finden sich die vollständigen Definitionen zu den zentralen Begriffen (Inhalte, positive Darstellung, positive Reaktionen, Bestätigung, Nutzer, Facebook, Selbstwertgefühl, eigene Meinung, Darstellung der eigenen Meinung, Anpassung der Darstellung der eigenen Meinung, öffentliche Meinung) im Anhang auf Seite III ff.
Dabei wurden die Begriffe semantisch und dimensional analysiert, um umfangreiche Realdefinitionen und Nominaldefinitionen zu erhalten. Beide Formen haben Vor- und Nachteile, was die Projektgruppe damit beachten und die empirische Qualität steigern wollte (vgl. ebd: 165ff.). Das hier festgelegte Begriffssystem ist für den weiteren Verlauf des Projekts unabdingbar.
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4. Der Fragebogen
Dieses Kapitel beschreibt die methodische Herangehensweise, also warum sich die Gruppe für eine Online-Umfrage entschied und welches Auswahlverfahren dem Projekt zugrunde liegt. Letztlich wird dargestellt, wie der Fragebogen aufgebaut und operationalisiert wurde.
4.1 Stichprobe, Forschungsdesign und Auswahlverfahren
Das Untersuchungsobjekt bzw. die angestrebte Grundgesamtheit sind die deutschen Facebook-Nutzer, also rund 20 Millionen Nutzer (vgl. Roth/Wiese 2011). Die Projektgruppe hat sich für diese nationale Einschränkung entschieden, um nicht nur die Nutzerzahl einzuschränken und dadurch ein möglichst repräsentatives Ergebnis zu erhalten, sondern auch nationale Unterschiede im Verhalten, der Ansichten etc. auszuschließen. Die Erhebungs-grundgesamtheit setzt sich aus der Gesamtheit der Untersuchungsobjekte zusammen, die im Zeitraum des Auswahlverfahrens prinzipiell erreichbar sind. Die Gruppe setzt an, dass der Fragebogen in der Hauptuntersuchung zwei Wochen online sein sollte (vgl. Kneidinger 2010: 74). Somit besteht die Erhebungsgrundgesamtheit aus den deutschen Facebook-Nutzern, die sich innerhalb der 14 Tage, in denen der Fragebogen online ist, bei Facebook aufhalten. Natürlich ist es utopisch zu glauben, mit einer Umfrage, die im Folgenden noch erläutert wird, wirklich alle deutschen Facebook-Nutzer zu erreichen. Somit handelt es sich bei diesem Projekt um eine Teilerhebung, in der Selbstselektion für ein verkleinertes Abbild der Grundgesamtheit sorgen soll. Da die Forschungsfrage gezielt auf aktive, deutsche Facebook-Nutzer zielt, definiert sich die Erhebungsgesamtheit auch aus denen, die sich rege mit Facebook beschäftigen. Das würde damit sichergestellt werden, wenn der Fragebogen per Facebook-Werbeanzeige und auf der deutschen Facebook-Fan-Seite (vgl. Facebook Deutschland 2011) online gestellt wird. Beides, Werbeanzeige und Fan-Seite, verwenden lediglich aktive Nutzer. Passive, die sich nur selten im sozialen Netzwerk bewegen, werden beides nicht bemerken, da sie erstens von Werbeanzeigen aufgrund von individuellen Einstellungen ausgeschlossen werden können und zweitens auf der Fan-Seite eine aktive Anmeldung erforderlich ist. Natürlich hängt von der Erhebungsgesamtheit ab, ob sie an der Umfrage wirklich teilnehmen. Somit selektiert sich diese Gesamtheit noch einmal (vgl. Bachleitner/Weichbold/Aschauer 2010: 32). Es ist fraglich, ob es sich lohnt Belohnungen bzw. Incentives anzubieten, da die Erhebungsgesamtheit hoch ist und die Kosten so immens wären. Zumindest würde dann aber die Teilnahmebereitschaft erhöht werden (vgl. Kuckartz/Ebert/Rädiker/Stefer 2009: 36). In der Hauptuntersuchung müsste darüber nachgedacht werden, falls die Teilnahmebereitschaft zu niedrig ausfällt.
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Als Forschungsdesign wurde ein nicht experimentelles Design in Form einer Querschnittstudie, der Online-Befragung, ausgewählt. Sie liefert zwar nur korrelative Daten, aber dafür können mit geringerem Aufwand Daten zu Ausprägungen und Merkmalen der Personen in großer Zahl unter den gleichen Bedingungen analysiert werden (vgl. Pürer 2003: 535). Außerdem liefert sie durch einseitige Kommunikation valide und reliable Informationen zum Forschungsgegenstand und ermittelt Einstellungen, Gefühle und Verhaltensweise der Befragten (vgl. Scholl 2009: 24f.). Das ist vor allem für dieses Projekt wichtig, da so viele aktive, deutsche Facebook-Nutzer wie möglich diese Umfrage ausfüllen sollen. Die Befragung findet standardisiert online statt. Das hat einige Vorteile, wie die kürzere Dateneingabe und -übermittlung, dem geringeren Einfluss des Interviewers, hohe Anonymität und die Ortsunabhängigkeit (vgl. Möhring/Schlütz 2010: 134). Auch wenn Nachteile wie die nötige Medienkompetenz, mögliche Systemfehler oder geringe Repräsentativität die Online-Umfrage problematisch gestalten können (vgl. Scholl 2009: 56), ist es letztlich auf-grund der Online-Präsenz von Facebook und dem Bestreben, lediglich aktive Nutzer zu befragen, logisch, dass der Fragebogen online erscheint. Nachdem nun die Erhebungseinheit und das Forschungsdesign definiert wurden, muss letztlich das Auswahlverfahren ausgewählt werden. Typisch für eine veröffentlichte Online-Umfrage handelt es sich dabei um Selbstselektion (vgl. Kuckartz/Ebert/ Rädiker/Stefer 2009: 54). Die Gruppe kann zwar Optionen auswählen, bei welchem Nutzer die Fragebogenanzeige erscheinen soll, allerdings taucht die Werbeanzeige zufällig bei dem Nutzer auf, Platzierung oder Zeit können nicht eingestellt werden, und der Nutzer entscheidet selbst über die Teilnahme (vgl. ebd.: 51 f.). Bei der Selbstselektion handelt es sich um das schwächste Auswahlverfahren, das in anderen Befragungsarten möglichst vermieden wird (vgl. Möhring/Schlütz 2010: 134 ff.). Für statistisch kontrollierte wissenschaftliche Aussagen ist dieses Verfahren ungeeignet (vgl. Kromrey 2006: 281). Um diese Problematik zu umgehen, würde die Gruppe ein weiteres Verfahren nach den 14 Tagen ins Rollen bringen: das Schneeballverfahren. In privaten Statusmeldungen veröffentlichen die Gruppenmitglieder den Link zum Fragebogen mit gezielten Suchanfragen. Ist eine Erhebungseinheit durch die 14-tägige-Selbstselektion noch unterrepräsentiert, wie weibliche Nutzer von 36-50 Jahren, würde eine Bitte erscheinen, diesen Fragebogen an eine Person weiterzuleiten, die dieses Kriterium erfüllt. Dieses Schneeballverfahren bzw. diese Quotenauswahl hebt den empirischen Gültigkeitsbereich und kann die Schwächen der Selbstselektion ein wenig kaschieren (vgl. ebd.: 285 ff.).
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4.2 Operationalisierung und Aufbau
Nachdem das Auswahlverfahren und die Erhebungsgesamtheit bestimmt wurden, wird nun die Operationalisierung des Fragebogens, der im Anhang ab Seite VI zu finden ist, dargestellt. Weiterhin findet sich im Anhang eine Operationalisierungstabelle ab Seite XV, die den eindeutigen Bezug der Testfragen zu den erhebenden Konstrukten herstellt und die Indikatoren beschreibt. Somit wird sichergestellt, dass jede Frage eine Daseinsberechtigung hat und alle Variablen angemessen gemessen werden.
Die Fragen sind geschlossen, mit Ausnahme von Fragen 16 und 31, bei denen unter der Antwortkategorie „Sonstiges“ eigene Gedanken formuliert werden können. Die Gruppe hat sich für die geschlossenen Fragen entschieden, da man mit ihnen die Antworten statistisch auswerten kann (vgl. Kuckartz/Ebert/Rädiker/Stefer 2009: 33), die Variablen messbar sowie Reliabilität und Validität gesichert sind (vgl. Möhring/Schlütz 2010: 74) und bei der großen Erhebungsgesamtheit so ungemeine Kosten eingespart werden. Auch lassen sich viele Fragen mit der Nominalskala im Fragebogen festmachen. Das liegt nicht nur daran, dass die Fragen nicht unnötig viel Zeit in Anspruch nehmen sollen, da bei Online-Umfragen immer das Ablenkungsrisiko groß ist (vgl. Kuckartz/Ebert /Rädiker/Stefer 2009: 34), sondern auch daran, um Missverständnisse in der Antwortkategorie zu vermeiden. Außerdem sollen bei den entsprechenden Antworten keine Abstände gemessen werden. Darüber hinaus wurde darauf geachtet, dass im Fragebogen kurze Sätze verwendet, doppelte Verneinungen, indirekte, mehrdimensionale, Suggestivfragen, Umgangssprache und Fachausdrücke vermieden werden, ein Aspekt pro Frage abgefragt wird und die Antwort-kategorien vollständig sind (vgl. Bortz/Döring 2009: 244 f.). Der Fragebogen wurde in fünf Blöcke aufgeteilt, die die Befragten von allgemeinen zu spezifischeren Fragen hinführen. Block A beginnt mit einem Einleitungstext und den soziodemographischen Fragen, die als Eisbrecherfragen fungieren. Sie sind leicht zu beantworten und fordern den Befragten kaum Konzentration ab. Somit fällt der Einstieg simpel aus und die Befragten sind ermutigt, den Fragebogen weiter auszufüllen. Blöcke B und C fungieren als inhaltlicher Einstieg, da sie zum einen die allgemeine Facebook-Nutzung hinterfragen, andererseits spezifisch auf die Veröffentlichung von Statusmeldungen bzw. der eigenen Meinung eingehen. Die Fragen sind noch immer leicht zu beantworten, allerdings ist dem Fragebogen eine „Spannungskurve“ anzumerken. Die Überleitung hilft den Befragten, sich einen Überblick zu schaffen. Block D, der Fragen über das allgemeine Selbstwertgefühl beinhaltet, und E, der das Selbstwertgefühl in Kombination mit Facebook befragt, stellen den Hauptteil dar, sozusagen die schwierigsten und besonderen Fragen. Die
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Überleitungsformulierungen helfen wieder, sich einen Überblick zu verschaffen. Der Fragetrichter wird mit dem Schlusstext abgeschlossen, in dem sich die Gruppe für die Teilnahme bedankt und bei Fragen und Forschungsinteresse auf eine Mailanschrift verweist. Der Inhalt weist somit eindeutige Nähe zur Forschungsfrage und den Konstrukten auf, allerdings fehlt noch etwas Wichtiges für die Online-Umfrage: das Online-stellen mit passendem Layout. Die Gruppe hat sich für ein kostenloses Softwaretool (vgl. oFB - der onlineFragebogen [o.J.]) entschieden, mit dem online ein Fragebogen mit Grundfunktionen erstellt werden kann. Die Software ist für das Projekt besonders geeignet, da es für wissenschaftliche Befragungen konzipiert wurde und dementsprechend geeignete Layout-Vorschläge anbietet sowie keine störenden Werbeanzeigen auf dem Fragebogen verlinkt. Außerdem besaß die Gruppe nicht die nötigen HTML-Kenntnisse, um einen Fragebogen selbstständig, ohne Zuhilfenahme einer Software, zu erstellen. Allerdings stellte das Programm die Gruppe auch vor Probleme, da nur mit geeigneten HTML-Kenntnissen Filterführungen eingefügt werden konnten. Aufgrund des Zeitmangels verzichtete die Gruppe darauf, in der Hauptuntersuchung müsste jedoch recherchiert werden, wie diese einzustellen sind, um eine Kontrolle vor inkonsistenten und unlogischen Antworten zu gewähren und die Frustrationsschwelle zu senken (vgl. ebd.: 35).
Der Fragebogen ist in sieben Seiten mit manueller Weiterleitung unterteilt. Wird eine Frage nicht beantwortet, macht das Programm den Befragten darauf aufmerksam und bittet ihn, eine Antwort auszuwählen. Ohne eine Antwort wird der Fragebogen nicht fortgesetzt. Darüber hinaus erscheint oben rechts auf der Seite ein Balken, in dem angezeigt wird, wie viel Prozent vom Fragebogen schon ausgefüllt ist. Auf der ersten Seite erscheint Block A mit übersichtlichen Radiobuttons, bei der nur eine Antwort toleriert wird, als Antwortformat. Auf der zweiten Seite finden sich die sieben Fragen des Blocks B, deren Antwortformate variieren. Frage 1, 2, 4, und 5 (fortlaufend im Fragebogen Fragen: 4, 5, 7, 8) sind mit einfachen Radiobuttons versehen, Frage 3 (bzw. 6) aber mit Matrixantworten, um das Aussehen ein wenig aufzulockern und die Ordinalskala hervorzuheben. Frage 6 und 7 (bzw. 9, 10) bieten Checkboxes an, da die Befragten mehrere Antwortmöglichkeiten anklicken können und das Format das Layout wieder auflockert. Auf der dritten Seite befinden sich die Fragen des Blocks C. Wie schon auf Seite 2 variieren die Antwortformate. So sind die Fragen 1-3 (bzw. 11-13) mit Matrixantworten versehen, 4, 5, 7 (bzw. 14, 15, 17) mit Radiobuttons. Da Frage 6 (bzw. 16) wieder eine Mehrfachnennung anbietet, hat sich die Gruppe für Checkboxes entschieden. Die vierte Seite beinhaltet die Fragen zum Selbstwertgefühl. Die Gruppe wählte als Format eine Tabelle mit übersichtlichen Matrixantworten aus,
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da es sich um ein spezielles Thema handelt und die Antwortmöglichkeiten identisch ausfallen (vgl. ebd.: 42). Die Fragetexte sind kurz genug, wodurch der Tabellenumfang keinesfalls erdrückend oder ermüdend wirkt. Die fünfte Seite beinhaltet den ersten Teil des Blocks E, der aufgrund der Fragenfülle zweigeteilt ist. So finden sich zuerst sieben Fragen (19-25) auf Seite fünf. Da nach den sensiblen Fragen des Blocks D die Spannungskurve nicht mehr steigen soll, bleibt das Aussehen des Fragebogens identisch. So sind die Ant-worten in Radiobuttons dargestellt, was sich bei den Nominalskalen auch anbietet. Ähnlich ist das auf Seite sechs, bei denen ebenfalls sieben Fragen (26-32) gestellt werden. Außer bei Frage 6 (bzw. 31), bei denen Checkboxes aufgrund der Mehrfachnennung angeboten werden, bietet die Seite ebenfalls nur Radiobuttons an, um die Aufmerksamkeit der Befragten nicht zu strapazieren. Seite sieben schließt mit dem Schlusstext ab. Insgesamt ist der Fragebogen schlicht gefasst und weist lediglich blaue Nuancen in der Antwortkategorie auf, um Spalten unterscheiden zu können und ein wenig Abwechslung in den Fragebogen zu bringen. Somit sind die Empfehlungen einer schlichten Farbgebung, der Nutzerfreundlichkeit, der Zugänglichkeit und Teilnehmerführung erfüllt (vgl. Theobald 2007: 106 ff.). Online einzusehen ist der Fragebogen, wenn die Anmeldedaten, die im Anhang auf Seite VI zu finden sind, eingegeben werden und die Fragebogen-Vorschau (unter Fragebogen zusammenstellen) aufgerufen wird.
5. Der Zwei-Phasen-Pretest
Bevor eine Datenerhebung stattfinden kann, wird der Fragebogen einem Pretest unterzogen. Dabei entschied sich die Gruppe für einen Zwei-Phasen-Pretest, in dem zuerst kognitive Techniken in Form eines standardisierten Evaluationsinterviews angewendet werden und danach ein Standard-Pretest durchgeführt wird. Das hat den Vorteil, gezielte, systematische Informationen über das Frageverständnis, aber auch Auskunft über wichtige Qualitätsmerkmale des Fragebogens zu erhalten (vgl. Prüfer/Rexroth 2000: 16 ff.). Der Aufbau und die Ergebnisse der Pretests werden in diesem Kapitel diskutiert.
5.1. Standardisiertes Evaluationsinterview mit kognitiven Techniken
Im standardisierten Evaluationsinterview wurden acht Personen mithilfe von kognitiven Techniken befragt. Zuerst wurden die Testpersonen aufgefordert, laut über ihren Alltag nachzudenken. Dies stellte eine Vorbereitung für die Think-Aloud-Methode dar, die im Verlauf des Fragebogens vorkommt. An dieser Stelle konnte festgestellt werden, ob die Person mit der Aufgabenstellung klarkam und im Interview entweder die Concurrent-Think-Aloud-Methode, während der Antwortformulieren laut zu denken, oder die Retro-
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spektive-Think-Aoud-Methode, nach der Beantwortung den Denkvorgang zu formulieren, verwendet werden sollte (vgl. Prüfer/Rexroth 1996: 21). Im Anhang findet sich im Übrigen ab Seite XX die Auswertung dieses Pretests mit den Verbesserungsvorschlägen. Die Fragen im Block A wurden mit der General-Probing-Methode, also dem normalen Nachfragen, getestet. Damit wurde den Personen die Möglichkeit gegeben, Unverständlichkeiten zu äußern. Die Gruppe ging davon aus, dass die allgemein gehaltenen und leicht verständlichen Fragen keine Schwierigkeiten bereiten. Dem war auch so. Keine Person hatte Probleme mit der Beantwortung. Die Fragen sind also eindeutig formuliert. In Block B wurde diese Methode ebenfalls bei Frage 4, 7, 8 und 10 ausgewählt. Damit sollte festgestellt werden, ob die Fragestellung und Antwortkategorien verständlich sind. Die Gruppe ging davon aus, dass sie keine Schwierigkeiten bereiten. Allerdings kam es zu Problemen. So müssen Fragen 7 und 8 noch besser definiert werden, da Nachfragen gestellt wurden (vgl. Anhang: XXI f.). Bei Frage 10 entstanden Probleme durch die unvollständigen Antwortmöglichkeiten (vgl. ebd.), die so editiert werden muss. Ein Confidence-Rating, also eine Verlässlichkeitsfrage, wurde zu Frage 5 gestellt. Damit sollte klar werden, ob die Antwortkategorien genaue Antworten ermöglichen. Sie führten bei der Frage zu Problemen, da im Fragetext der Begriff „freundschaftlicher Kontakt“ unklar war. Frage 6 beinhaltete die Comprehension-Probing-Methode, dem Nachfragen nach dem Verständnis über das Wort „wichtig“. Damit sollte festgestellt werden, ob die Personen wichtig genauso interpretieren wie die Gruppe, es also zu keiner Verwirrung kam. Weitgehend war dies der Fall. Frage 9 wurde mit der Think-Aloud-Methode nachgegangen. Je nachdem, ob die Personen Probleme mit dem laut denken zu Beginn hatte, wurde die Concurrent-Think-Aloud bzw. die Retrospektive-Think-Aloud-Methode ausgewählt. Damit sollte sichergestellt werden, dass weder Antwortkategorien vergessen wurden, es noch Probleme bei der Beantwortung gibt, die bei einem generellen Nachfragen eventuell nicht genannt werden wie „Ich habe Angst, etwas Falsches zu sagen. Ich habe die Frage nicht verstanden.“ Dies ist bei der Frage besonders wichtig, da hier der positiven Selbstdarstellung nachgegangen werden soll und ein Fehlen einer Antwortkategorie das Ergebnis verfälscht. Diese Probleme sind nicht aufgetreten, die Fragestellung und Antworten sind also in Ordnung. In Block C waren die Fragen 11 und 12 mit der Paraphrasing-Methode versehen. Die Testperson sollte den Fragetext in eigenen Worten wiedergeben, damit klar ist, dass sie die Frage „richtig“ interpretiert und verstanden hat. Diese Methode wurde ausgewählt, weil die Fragen zentrale Indikatoren liefern. Bei einem Missverständnis wäre das Ergebnis verfälscht. Bei Frage 11, wo auch nach den Bedeutungen der Begriffe häufig und eigene Mei-
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nung gefragt wurde, kam es allein durch das Verb veröffentlichen zu Problemen (vgl. ebd.: XXIII f.), das ausgetauscht werden muss. Bei Frage 12 gab es keine Probleme mit der Wiedergabe, allerdings wiesen die Antwortkategorien Lücken auf, falls eine Person keine Statusmeldungen veröffentlicht. Dies muss wie in Frage 14, 15 und 16 noch eingefügt werden. Bei Frage 13 sollten die Personen Kritik definieren, dessen Bedeutung eine zentrale Rolle für den Verlauf des Fragebogens darstellt. Der Begriff fällt zu mehrdeutig aus, er muss also genauer definiert werden (vgl. ebd.: XXV). Bei der Frage 14 wurde eine Verlässlichkeitsfrage gestellt, um zu prüfen, ob die Prozentangaben in der Antwortkategorie vorteilhaft sind. Sie führten allerdings zu Verwirrungen und sollten somit verändert werden. Frage 15 ist eine einfach gehaltene Frage, bei der die Gruppe keine Probleme erwartete. Dies wurde auch mit der General-Probing-Methode bewahrheitet. Bei Frage 16 wurde die Think-Aloud-Methode ausgewählt, um zu prüfen, ob alle Antwortkategorien enthalten waren. Dies war der Fall. Bei Frage 17 sollte das Wort Freunde mit dem Comprehension-Probing definiert werden. Es zeigte sich, dass das Wort zu mehrdeutig ist und eine eindeutige Definition bedarf (vgl. ebd.: XXVII f.).
Block D beinhaltet insgesamt 14 Fragen, die alle mit der Responce-Latency und General-Probing-Methode untersucht wurden. Der Block enthält sensible Fragen zum Selbstwertgefühl, dessen Reaktionen mit dem Responce-Latency genauer betrachtet werden sollten. Methoden wie Think-Aloud hätten aufgrund der intimen Thematik eventuell auch zur Verweigerung geführt. Und wie erwartet haben sich die Antwortreaktionen allgemein verändert. Die Befragten antworteten schneller oder langsamer auf die Fragen. Manche von ihnen empfanden sie auch als unangenehm, sprachen aber davon, dass sie online, wenn sie alleine und anonym wären, keine Hemmungen hätten. Außerdem nahm der größte Teil der Befragten die Fragen sehr ernst. Eine Online-Umfrage ist für diesen Block also besonders von Vorteil. Die Fragen D2, D4, D5, D10, D11, D12, D13, D14 führten mit diesen beiden Methoden zu keinen Problemen. Zur Frage D1 sollte noch das Wort zufrieden definiert werden, um herauszufinden, was die Personen allgemein mit zufrieden verbinden, und um Mehrdeutigkeit auszuschließen. Es zeigte sich, dass der Begriff eindeutig genug ist. Bei Frage D3 wurde die Paraphrasing-Methode ausgewählt, um zu prüfen, ob der Fragetext zu kompliziert ausfällt, da der Nebensatz eventuell irreführend sein könnte. Dies war aber nicht der Fall. Die Comprehension-Probing-Methode fragte bei Frage D8 nach dem Wort unsicher. Die Gruppe ging davon aus, dass man es als nicht selbstsicher definiert. Wie sich zeigte, definierten nicht alle Befragten dieses Wort derartig (vgl. ebd.: XXXI f.). Die Frage muss somit anders formuliert werden. Bei D9 wählte man die Paraphrasing-Methode aus,
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Arbeit zitieren:
Sandra Friedrichs, Anne Strandt, Marcus Plaul, Niklas Venema, 2011, Meinungskonformität auf Facebook, München, GRIN Verlag GmbH
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