3.3.2 Video-Marketing. 40
3.3.3 Augmented Reality. 44
3.3.4 In-Game Advertising 48
3.3.5 Social Media Newsroom 53
4 Studie - Wissensstand deutscher Unternehmen zum Thema. 58
4.1 Fragestellung 58
4.2 Methodik 59
4.3 Diskussion 61
4.4 Kritik 70
5 Fazit 72
Literaturverzeichnis. V
Anlagenverzeichnis XIII
Anlagen , Teil 1 XIV
Anlagen , Teil 2 XVI
Anlagen , Teil 3 XXIII
Inhaltsverzeichnis
II
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis
Abbildung 1: Der Marketing-Mix.
Abbildung 2: Social Commerce.
Abbildung 3: F-Commerce Ökosphäre.
Abbildung 4: Facebook Open Graph Beispiel
Abbildung 5: 5 Gründe für F-Commerce
Abbildung 6: Vergleich EA-N Barcode mit QR-Code
Abbildung 7: Häufig genutzte Social Media-Tools
Abbildung 8: Beispiel SponsorPay
Abbildung 9: Social Gaming Monitor - Age Gender, Germany
Abbildung 10: Typischer Aufbau eines Social Media Newsrooms
Tabelle 1: Bewertungstabelle Relevanz
Tabelle 2: Bewertungstabelle Häufigkeit
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis
III
Abk ürzungsverzeichnis
AR Augmented Reality
B2B. Business-to-Business
B2C Business-to-Consumer
EAN European Article Number
KfW. Kreditanstalt für Wiederaufbau
KMU Kleine und mittlere Unternehmen
LBS Location-Based Services
POI Point Of Interaction
POS Point Of Sale
QR Quick Response
ROI Return on Investment
Abk ürzungsverzeichnis
IV
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Facebook, Twitter, Blogs und Co. - das Thema Social Media ist heute aus den Marketingabteilungen der meisten Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Eine Studie aus dem Jahr 2010 der Meltwater Group zeigt jedoch, dass deutsche Unternehmen im Vergleich zu den USA noch einen deutlichen Nachholbedarf im Bereich Social Media haben. So liegt die Social Media Nutzung in deutschen Unternehmen bei nur 42%, wohingegen in US-amerikanischen Unternehmen die Nutzung bei 69% liegt. 1 Während also in Deutschland viele kleine Unternehmen zum Teil gerade erst damit beginnen eine Facebook-Seite aufzubauen, entwickeln sich, insbesondere in den USA, immer mehr Technologien und Marketingkanäle. Damit deutsche Unternehmen auch zukünftig wettbewerbsfähig bleiben können, müssen sie sich über diese neuen Themen informieren. So bieten die neuen Techniken und Kanäle viele Möglichkeiten und Potenziale, die Social Media Marketingmaßnahmen zu unterstützen und zu optimieren. Der Einsatz kann demzufolge für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), aber auch für Großunternehmen sehr Erfolg versprechend sein.
1.2 Zielsetzung
Das Ziel dieser Arbeit ist es, Trends und Entwicklungen herauszuarbeiten, die derzeit im Bereich Social Media stattfinden. Diese werden innerhalb der Arbeit praxisbezogen vorgestellt und kritisch auf Chancen und Möglichkeiten im Bereich Social Media Marketing analysiert.
Innerhalb der Arbeit werden neue Techniken und Themen vorgestellt, die in Verbindung mit Social Media Kanälen - insbesondere jedoch mit Facebookzukünftig neue technologische Umsetzungsmöglichkeiten bieten. Steigende Smartphone-Absätze und der zunehmende Zugriff auf Mobile Websites machen es
1 Vgl. Meltwater Group (2010), S. 3.
Einleitung
1
für Unternehmen immer wichtiger, sich auch mit der aufkommenden Mobile-Thematik auseinanderzusetzen.
Dabei werden sich insbesondere auf die Kommunikationsinstrumente und die Produktgestaltung, aber auch auf den Vertrieb der Produkte viele Implikationen für Unternehmen ergeben.
Ein Nebenziel ist es außerdem, im Rahmen einer Studie den Kenntnisstand deutscher Unternehmen über neue Themen und Technologien im Bereich Social Media zu untersuchen.
Die Arbeit richtet sich vordergründig an Leser mit unternehmerischem Hintergrund. Besonders sollen Unternehmen, die bereits aktiv Social Media nutzen, neue Themen und Kanäle vorgestellt werden. Die herausgearbeiteten Implikationen und Chancen für das Social Media Marketing sollen den Leser dazu motivieren, sich näher mit den Themen auseinanderzusetzen. Da ich während meiner Recherche gemerkt habe, dass sich viele Großunternehmen bereits frühzeitig nach neuen Anwendungen informieren und diese relativ schnell umsetzen, ist diese Arbeit vordergründig an kleine und mittlere Unternehmen gerichtet. So wird der Großteil der vorgestellten Themen zahlreiche Chancen im Bereich Marketing bieten, die den KMU helfen können, die eigenen Social Media-Aktivitäten effizienter und erfolgreicher zu gestalten und umzusetzen.
1.3 Vorgehensweise
Im ersten Teil der Arbeit werden die Begriffe Social Media und Social Media Marketing kurz definiert. Darauf folgt ein Überblick über die Marketing-Instrumente, da auf diese bei der Trendauswertung im nächsten Kapitel Bezug genommen wird. Ebenso wird in diesem Abschnitt innerhalb eines Exkurses die neue Rolle erklärt, die Konsumenten heutzutage im Social Web einnehmen. Das Verständnis darüber bildet die Grundlage für viele der neuen Social Media Themen, die im Rahmen der Arbeit erläutert werden.
Im anschließenden Kapitel 3 werden die Trends im Bereich Social Media vorgestellt. Zunächst beleuchte ich die Themen Social Commerce und das damit verbundene F-Commerce näher. Anschließend geht es in Kapitel 3.2 um den Mobile Trend. Dieser wird in Verbindung mit der Location-Based-Thematik sowie dem sogenannten Mobile
Einleitung
2
Tagging bearbeitet, da diese innerhalb des Mobile Trends stattfinden. Im Anschluss daran stelle ich in Kapitel 3.3 weitere Trends vor. Im Vergleich zu den ersten beiden Unterkapiteln sind diese jeweils kürzer gefasst, weisen jedoch zukünftig ein genauso großes Potenzial auf. So behandelt das Kapitel die Möglichkeiten von Unternehmen mit Crowdsourcing, Videos, der Augmented Reality-Technik, dem In-Game Advertising sowie dem Thema Social Media Newsroom.
In den einzelnen Abschnitten lege ich die Relevanz der jeweiligen Trends dar. Dabei greife ich auf Studien, Zeitungsartikel und eigens durchgeführte Agenturbefragungen zurück. Zudem werden die wichtigsten Begriffe definiert und die Themen anhand von realen Unternehmensbeispielen vertiefend erläutert. Den Schwerpunkt werde ich innerhalb der Ausarbeitung der Trends auf die jeweils spezifischen Nutzen und die Potenziale legen, die die Anwendungen im Bereich Social Media Marketing für Unternehmen bieten. Die Themen werden einer kritischen Betrachtung unterzogen und es wird herausarbeitet, für welche Unternehmen (Branche, Größe) die Techniken und Kanäle das meiste Potenzial bieten.
Der zweite bedeutende Teil der Arbeit umfasst eine Studie zum Thema Trends und Entwicklungen im Bereich Social Media. Für die Studie wurden Unternehmen verschiedener Unternehmensgrößen und Branchen in einem Zeitraum von vier Wochen aktiv und passiv rekrutiert. Die Online-Befragung erreichte dabei eine Rücklaufquote von 21%. Für die Ergebnisauswertung wurden die Kenntnisstände der Unternehmen, aufgeteilt in kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Großunternehmen, gegenübergestellt. Die genaue Zielsetzung, Methodik sowie die Ergebnisse der Studie werden in Kapitel 4 aufgeführt.
Abschließend folgt das Fazit meiner Arbeit in Form eines Rückblicks auf die Realisierung der Zielstellung.
Einleitung
3
2 Begriffsabgrenzungen
2.1 Social Media
Als Social Media bezeichnet man alle Plattformen im Internet, die einen Austausch von Informationen, Meinungen und Erfahrungen ermöglichen. Dabei stehen Interaktivität und Dialog im Mittelpunkt.
Uwe Hettler unterteilt in
- „textbasierte Informationen, Meinungsäußerungen, Empfehlungen und Links in [], Blogs, Wikis, Foren [und] Bewertungsportalen [], - Fotos in Foto-Plattformen, Fotogalerien eines sozialen Netzwerkes, Blogs, Communities [],
- Videos in Video-Portalen [YouTube, Vimeo, ], - Applikationen in sozialen Netzwerken, auf Webseiten, etc.“ 2
Social Media steht für eine „grundlegende Veränderung der Kommunikation hin zu mehr Mitwirkung und Dialog.“ 3 Mit Hilfe von Social Media können Menschen selbst Inhalte erstellen, veröffentlichen und verbreiten - sie werden also zu einem Empfänger und Sender. 4
Zudem steht Social Media für Nähe zum Kunden. Dies kann sich als Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Unternehmen herausstellen. 5 Dabei bedeutet Nähe, dass Kontakte in Echtzeit, offen und transparent stattfinden. Es geht um Zuhören, Teilen und darum, teilhaben zu lassen.
2 Hettler, U. (2010), S. 15.
3 Bernet, M. (2010), S. 10.
4 Vgl. Bernet, M. (2010), S. 10.
5 Vgl. Lange, M. (2010), S. 69.
Begriffsabgrenzungen
4
2.2 Social Media Marketing
Social Media Marketing ermöglicht es Unternehmen, für ihre „Websites, Produkte oder Services in sozialen Netzwerken zu werben und eine breite Community anzusprechen [].“ 6 Ziel ist es, mehr Besucher auf der Website zu generieren, das Image sowie die Bekanntheit des Unternehmens zu erhöhen sowie Kundenkontakt aufzubauen und starke Beziehungen entstehen zu lassen. Dabei profitieren Unternehmen insbesondere von der Möglichkeit, dass sich Inhalte viral durch Social Media verbreiten können und von der Mundpropaganda, die durch aktive Social Media Nutzer entstehen kann. 7
2.3 Die Marketing-Instrumente
Der Marketing-Mix wird aus den vier Instrumenten Kommunikationspolitik, Preispolitik, Produktpolitik und Vertriebspolitik gebildet. Diese Instrumente bestimmen, aufeinander abgestimmt, die Marketing-Maßnahmen eines Unternehmens. Ziel ist es, Kunden von dem Unternehmen, von einem Produkt oder einer Leistung zu überzeugen.
6 Weinberg, T. (2010), S. 4.
7 Vgl. Weinberg, T. (2010), S. 4 ff.
8 Eigene Darstellung.
Begriffsabgrenzungen
5
Kommunikationspolitik
Die Kommunikationspolitik gilt „als einer der Hauptbestandteile des Marketing-Mix [und] umfasst die planmäßige Gestaltung und Übermittlung aller auf den Markt gerichteten Informationen eines Unternehmens zum Zwecke der Beeinflussung von Meinungen, Einstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen i.S. des Unternehmens.“ 9 Dabei ist es die Hauptaufgabe, die Konsumenten über die Produkte zu informieren sowie zum Kauf zu animieren. Es geht darum, wie und wo Unternehmen ihre Zielgruppe am besten erreichen können. Die
Kommunikationspolitik beinhaltet u.a. die Bereiche Werbung, Public Relations, Verkaufsförderung, Multimediakommunikation sowie das Sponsoring. 10
Preispolitik
Die Preispolitik umfasst alle absatzpolitischen Maßnahmen zur Bestimmung und Durchsetzung eines angemessenen Preis-Leistungsverhältnisses für eine Leistung oder ein Produkt. 11 Dabei müssen verschiedene Einflussfaktoren wie die Kosten, Kunden, Konkurrenz, Zielsetzung und ggf. staatliche Preisvorschriften, betrachtet und einbezogen werden. Teil der Preispolitik ist die Preisgestaltung sowie die Liefer- und Zahlungsbedingungen und Rabatte. 12
Produktpolitik
Die Produktpolitik beinhaltet die Gestaltung der Produkte, des Sortiments sowie des Services. Dabei werden u.a. Entscheidungen zu den Produkteigenschaften, dem Produktname und der Verpackung sowie dem Service (Beratung, Umtauschrecht, ) getroffen. Zudem beinhaltet die Produktpolitik Entscheidungen zu
Produktinnovationen, Produktvariationen und der Produkteliminierung.
Vertriebspolitik
Die Vertriebspolitik befasst sich mit der Gestaltung des Vertriebsweges der Produkte. Dabei müssen Absatzweg und Absatzorgane sowie weitere logistische Fragen geklärt
9 Diller, H. (2001), S. 791.
10 Vgl. Bruhn, M. (2005), S. 327ff.
11 Vgl. Diller H./ Köhler, R. (2008), S. 33.
12 Vgl. Becker, J. (2009), S. 513 ff.
Begriffsabgrenzungen
6
werden. Das Ziel der Distributionspolitik ist eine Kostenminimierung, eine möglichst große Marktpräsenz und eine hohe Einflussnahme. 13
2.4 Exkurs: Der neue Konsument
Im Rahmen dieses Exkurses soll nun kurz die neue Rolle erklärt werden, die Kunden im Web 2.0 einnehmen.
Social Consumer
Dazu ziehe ich zunächst das Konzept des Social Consumers heran. Das Konzept behandelt die Thematik, wie Kunden heutzutage ihre Meinung bilden und Entscheidungen treffen. So informieren sich Social Consumers vorwiegend in sozialen Netzwerken wie Facebook oder YouTube über neue Produkte. Ebenso ist es charakteristisch für den Social Consumer, dass er innerhalb der Social Media Netzwerke einen direkten Kontakt und eine Konversation zu Unternehmen sucht. 14 Zudem stellen die Social Consumer bestimmte Erwartungen an Unternehmen, die in Social Media-Netzwerken präsent sind. Diese beziehen sich insbesondere darauf “to listen, engage and respond quickly.” 15
SoLoMo-Consumer
Das Konzept des Social Consumer kann zu dem sogenannten SoLoMo-Consumer weiterentwickelt werden. Dabei steht SoLoMo für einen Kunden, der „social, localaware [und durch] mobile technology“ 16 Marken und Unternehmen wahrnimmt sowie Produkte konsumiert. Diese drei Faktoren tragen dazu bei, dass Kunden heute die Rolle eines „new super-smart consumer“ 17 einnehmen.
F-Faktor
Auch das Konzept des F-Faktors kann helfen, die neue Rolle der Konsumenten zu
13 Vgl. Becker, J. (2009), S. 527 ff.
14 Vgl. Dr. Marsden, P. (2011a), S. 15.
15 Dr. Marsden, P. (2011a), S. 15.
16 Dr. Marsden, P. (2011a), S. 15.
17 Dr. Marsden, P. (2011b), S. 16.
Begriffsabgrenzungen
7
verstehen.
Der F-Faktor ist der Einfluss des sozialen Netzwerkes - der Freunde, Fans und Follower - auf die Einkaufsentscheidung eines Verbrauchers. Diese Faktoren werden im Social Web von Verbrauchern genutzt, um Produkte und Dienstleistungen zu entdecken und zu diskutieren. Immer mehr Menschen vertrauen vorwiegend auf die Meinung von Bekannten und Freunden als Bewertungen von Fremden. Unternehmen müssen sich dessen bewusst sein, dass es für Verbraucher sehr wichtig ist, Produkte und Käufe mit Freunden bzw. dem eigenen sozialen Netzwerk zu teilen. Als Hinweise darüber, wie Unternehmen den F-Faktor nutzen können, schreibt Dr. Marsden 18 :
„[O]ffer something remarkable -something worth talking about - and put in place the technology to allow people to like, share and comment with their social networks.” 19
Demzufolge ist es die Aufgabe der Unternehmen, dem Verbraucher online Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, die ihm helfen neue Produkte oder Leistungen zu entdecken und die ihm eine Entscheidungshilfe bieten. Besonders viele Anwendungen und Möglichkeiten stehen dabei in Zusammenhang mit Facebook zur Verfügung. Diese werden in Kapitel 3.1.2 näher erläutert.
18 Dr. Paul Marsden ist Sozialpsychologe und beschäftigt sich mit Kundenverhalten, Social Media
und dem Thema Social Commerce.
19 Dr. Marsden, P. (2011c).
Begriffsabgrenzungen
8
3 Praxisbezogene Beschreibung und Analyse aktueller
Social Media Trends
3.1 Social Commerce
3.1.1 Einführung
Als eines der Trend-Themen im Bereich Social Media für die nächsten Jahre wird Social Commerce besprochen. Darauf deuten Überschriften wie „The Rise of Social Commerce“ 20 oder “Is 2011 the Year for Social Commerce” 21 hin. Auch Mark Zuckerberg, der Gründer von Facebook, meinte: “If I had to guess, social commerce is the next area to really blow up.” 22 Doch ebenso eine Aussage von Jochen Schmalholz, Leiter des Marketing Innovationsmanagements bei der BMW Group, verweist auf den Trend. Auf der Jahrestagung der Organisation Werbetreibende im Markenverband (OWM) antwortete er auf die Frage, was als nächstes komme: „Social Commerce. [] Facebook wird zur Transaktionsplattform.“ 23 Diese Antwort zeigt die Relevanz des Themas Social Commerce und deutet ebenso bereits auf die wichtige Rolle von Facebook in dem Zusammenhang hin. Zunächst werden die Grundlagen von Social Commerce geklärt.
Definition
Der Begriff Social Commerce ist die Verbindung von Social Media und E-Commerce. Social Commerce kann definiert werden als „[...] jene Form des elektronischen Handels, die das Online-Einkaufserlebnis durch den Einsatz von Social Media - also Online-Medien, die soziale Interaktion und Userbeteiligung ermöglichen - aufwertet.“ 24
20 Solis, B. (2010).
21 Webster, K. (2010).
22 Rowan, D. (2011).
23 Schmalholz, J., Göbel, V. (2010), S. 39.
24 Dr. Marsden, P. (2010), S. 5, Hervorhebung im Original.
Praxisbezogene Beschreibung und Analyse aktueller Social Media Trends
9
Social Commerce besteht aus verschiedenen Komponenten. So umfasst es zum einen das Social Shopping, kann zum anderen jedoch auch in Form von werden. 26 Bewertungen, Weiterempfehlungen oder Foren umgesetzt
Social Commerce kann von Unternehmen durch verschiedene Strategien verfolgt werden. „Entweder lässt man Menschen da Kontakte knüpfen, wo sie ihre Einkäufe tätigen, oder man lässt sie da einkaufen, wo sie ihre Kontakte knüpfen.“ 27
Grundsätzlich ist Social Commerce jedoch keine neue Erscheinung. So haben z.B. bei Amazon Kunden bereits seit Jahren die Möglichkeit, Rezessionen für Produkte zu schreiben bzw. Empfehlungen anderer Kunden zu erhalten.
Neu an Social Commerce sind jedoch „die Technologien, die hinter Social Media und e-Commerce stehen.“ 28 Zukünftig ergeben sich, wie bereits angedeutet, viele neue Umsetzungsmöglichkeiten und Chancen für Unternehmen, die in Verbindung mit dem Netzwerk Facebook realisiert werden können.
25 Vgl. Abbildung: Dr. Marsden, P. (2010), S. 5.
26 Vgl. Dr. Marsden, P. (2010), S. 2.
27 Dr. Marsden, P. (2010), S. 2.
28 Marsden, P. (2010), S. 2.
Praxisbezogene Beschreibung und Analyse aktueller Social Media Trends
10
3.1.2 Die Rolle von Facebook
Social Commerce wird zukünftig zu einem großen Teil durch Facebook mitbestimmt. Das weltweit größte Netzwerk mit 750 Millionen 29 Nutzern wird von Unternehmen in den USA bereits verstärkt als Social Commerce Tool genutzt. Diese Form von Social Commerce wird F-Commerce genannt. Das Wort ist eine Zusammensetzung aus Facebook und E-Commerce.
F-Commerce bildet insgesamt sechs Säulen, die verschiedene Ansätze beinhalten. Dabei wird grundsätzlich unterteilt in F-Commerce innerhalb von Facebook und F-Commerce außerhalb von Facebook.
3.1.2.1 „On-Facebook“- F-Commerce
Zu F-Commerce innerhalb von Facebook zählen die F-Stores, die Facebook Deals sowie das System der Facebook Credits. Diese werden nun jeweils erklärt und durch Beispiele erläutert.
29 Stand: Juli 2011
30 Abbildung entnommen aus: Bersch, A. (2011).
Praxisbezogene Beschreibung und Analyse aktueller Social Media Trends
11
F-Stores
Betreibt ein Unternehmen innerhalb von Facebook E-Commerce, so erfolgt dies in einem F-Store. F-Stores bieten Unternehmen die Möglichkeit, Transaktionen innerhalb von Facebook durchzuführen, ohne dass der Käufer das Netzwerk verlassen muss. Es gibt drei Varianten der F-Stores. Eine ist der sogenannte Faux Store. Diese Variante beinhaltet den Produktkatalog des Unternehmens, bietet jedoch keine Kaufoption innerhalb von Facebook an. Ebenso gibt es die Möglichkeit eines Fan Stores. Er hält exklusive „fan-first or fan-only“ 31 Produkte oder Angebote für Fans der Facebook-Seite des Unternehmens bereit. Die dritte Möglichkeit ist der Full Store. Dieser führt das komplette Produktangebot des Unternehmens optimiert für Facebook und bietet die Möglichkeit, Waren direkt innerhalb der Plattform zu kaufen. 32
Beispiele:
In den USA gibt es viele Unternehmen, die F-Commerce bereits erprobt haben oder betreiben. So zum Beispiel das amerikanische Blumen-Versand-Unternehmen
1-800-Flowers. Eine permanente Shop-Anwendung auf deren Facebook-Präsenz ermöglicht es Kunden, sich in dem Full Store durch Blumensträuße zu klicken und diese direkt innerhalb von Facebook kaufen zu können. Auch das Unternehmen Procter & Gamble hat Anfang 2010 auf der amerikanischen Facebook-Präsenz der Marke Pantene vorübergehend eine F-Commerce-Anwendung eingesetzt. In dem Fan-Store wurden neue Produkte vertrieben, die zu dem Zeitpunkt noch nicht auf dem Markt waren.
Es gibt bereits auch einige deutsche Unternehmen, die F-Stores auf ihrer Facebook-Präsenz eingerichtet haben. So zum Beispiel das Unternehmen fahrrad.de. Das deutsche Online-Unternehmen bietet in seinem F-Store Kunden das gesamte Fahrrad- und Zubehör-Sortiment des Online Shops an. Kunden bekommen auf Facebook jedoch 10% zusätzlichen Rabatt für Bestellungen über den F-Store. 33 Somit nutzt das Unternehmen neben dem weiterhin bestehenden Online Shop ebenso die
31 Dr. Marsden, P. (2011d), S. 13.
32 Vgl. Dr. Marsden, P. (2011d), S. 13.
33 Vgl. Fahrrad.de (2011).
Praxisbezogene Beschreibung und Analyse aktueller Social Media Trends
12
Möglichkeit des F-Commerces.
Auch in der Hotelbranche ist F-Commerce möglich. Das Stuttgarter Hotel V8 im Meilenwerk bietet Kunden an, Hotelreservierung innerhalb von Facebook vorzunehmen.
Facebook Deals
Die Facebook Deals wurden im April 2011 in den amerikanischen Großstädten San Fransisco, San Diego, Dallas, Atlanta und Austin eingeführt. 34 Die Anwendung ermöglicht es Unternehmen, ähnlich wie Groupon, Angebote für Kunden und potenzielle Kunden zu erstellen. Dabei setzt Facebook als soziales Netzwerk verstärkt auf die Verbreitung von Angeboten, die ein soziales Element aufweisen. Das bedeutet, Angebote wie Kochkurse oder Ballonflüge sollen dazu animieren, diese mit Freunden durchzuführen. Im Vergleich dazu sind Angebote des Unternehmens Groupon häufig nur für ein oder zwei Personen ausgelegt. Die Facebook Deals werden in Form von Gutscheinen auf Facebook verkauft und können entweder mit Facebook Credits oder einer Geldkarte bezahlt werden. 35 Wie bereits erwähnt, gibt es die Facebook Deals bis jetzt nur in den USA. Jedoch liefert auch schon die vorübergehende deutsche Angebots-Seite von Facebook Beispiele, wie Angebote aussehen könnten. So können Unternehmen bspw. für „[u]nbegrenztes Kegeln mit 6 Freunden für 60 Euro pro Abend (75% Preisnachlass)“ 36 oder für ein „[b]esonderes Probiermenü mit 4 Freunden am Tisch des Küchenchefs für 250 Euro“ 37 werben.
Facebook Credits
Die Facebook Credits stellen ein eigenes Bezahlsystem dar, welches von Facebook entwickelt wurde. Die Credits sind eine virtuelle Währung, die in Spielen und Anwendungen auf Facebook für den Kauf virtueller und echter Güter genutzt werden
34 Vgl. FacebookBiz (2011).
35 Vgl. Facebook (2011a), S. 3.
36 Facebook (2011b).
37 Facebook (2011b).
Praxisbezogene Beschreibung und Analyse aktueller Social Media Trends
13
können. Sie sollen für einen reibungslosen Zahlungsvorgang auf der Facebook-Seite sorgen. 38 Mit der Einführung der F-Stores und Facebook Deals wird zukünftig der Einsatz der Credits vorangetrieben. 39 Dies ist anzunehmen, da Facebook bspw. ab dem 1. Juli 2011 die Entwickler von Spielen und Anwendungen verpflichtet, Credits als Zahlungsmittel anzubieten. Dabei sind weiterhin andere Zahlungswege möglich, Facebook wird jedoch die Unternehmen dazu animieren, die Credits für Bezahlvorgänge anzubieten. Anreize wie von Facebook gesponserte
Werbemaßnahmen für die Anwendungen der Unternehmen sind in dem Zusammenhang denkbar.
3.1.2.2 „Off-Facebook“- F-Commerce
Zu F-Commerce gehören neben dem Einsatz von Facebook als Transaktionsplattform auch diverse weitere Möglichkeiten, die außerhalb von Facebook für Unternehmen bereitstehen. Man nennt diese Variante auch „Facebook Assisted Commerce.“ 40
Open Graph Protocol
Eine der Möglichkeiten bietet das Open Graph Protokoll, welches 2010 von Facebook eingeführt wurde. Das Open Graph Protokoll ermöglicht es, Inhalte von externen Websites mit Facebook zu verbinden. Somit kann jeder Betreiber einer Website die Möglichkeit der Vernetzung auf Facebook nutzen. Dabei können die Social Plugins, wie der bekannte Like-Button, auf externen Websites eingebunden werden. Ein Beispiel dafür liefert die Filmdatenbank IMDb.com in Abbildung 4. Das Unternehmen nutzt das Open Graph Protokoll und hat für alle Filmseiten auf der Website den Facebook-Like-Button integriert.
38 Vgl. Dr. Marsden, P. (2011d) S. 12.
39 Vgl. Bersch, A., Firsching, J. (2011).
40 Dr. Marsden, P.(2011a), S. 3.
Praxisbezogene Beschreibung und Analyse aktueller Social Media Trends
14
Klickt ein Facebook-Nutzer bei einem Film den Like-Button, so wird das Ereignis automatisch auf der Facebook-Seite des Nutzers zu dessen Interessen hinzugefügt und seinem sozialen Netzwerk (Freunden) auf der Startseite mitgeteilt. Dabei ist es wichtig hervorzuheben, dass die Seite, in dem Fall die Filmseite The Rock von IMDb.com, selbst nicht bei Facebook sein muss. Das bedeutet, Facebook-Nutzer können dadurch ihre Lieblingsseiten des Internets mit Freunden teilen.
Social Plugins
“Social Plugins let you see what your friends have liked, commented on or shared on sites across the web.“ 42 Einige der Social Plugins, die Unternehmen auf deren Website integrieren können, sind der Like-Button, der Share-Button oder die Facebook Kommentar-Funktion. Aber auch der Activity Feed, der Nutzern anzeigt, ob bereits Freunde die entsprechende Seite geliked haben, sowie der Login-Button, der es Facebook-Nutzern ermöglicht, sich auf externen Websites mit dem eigenen Facebook-Account einzuloggen, können von Unternehmen genutzt und integriert werden.
Facebook Check-in-Deals
Ein neuer Bereich von F-Commerce ist die Verbindung des stationären Handels mit Facebook. Realisiert wird dies mit der mobilen Anwendung Facebook Check-in-Deals. Genauere Erläuterungen hierzu werden jedoch aufgrund der thematischen Einheit im Kapitel 3.2. Der Mobile Trend gegeben.
41 Abbildung entnommen aus: Facebook Developers (2011a).
42 Facebook Developers (2011b).
Praxisbezogene Beschreibung und Analyse aktueller Social Media Trends
15
3.1.3 Potenziale und Implikationen
Für Unternehmen ergeben sich durch Social Commerce sowie das F-Commerce vielfältige Möglichkeiten und Potenziale, die nun ausführlich ausgearbeitet werden.
Zunächst ist besonders hervorzuheben, dass Social Commerce die Verkaufszahlen von E-Commerce optimieren kann. 43 Das bedeutet, dass „sowohl [das] Traffic-Volumen, als auch [die] Conversation Rates [und] der [durchschnittliche] Auftragswert“ 44 durch Social Commerce erhöht werden können. Insbesondere durch F-Commerce, bei dem Facebook als Transaktionskanal genutzt wird, kann der Absatz der Unternehmen gefördert werden. Dies ist zum einen über die F-Stores möglicht, wenn diese bspw. exklusive fan-only Angebote zum Kauf bereitstellen oder Kunden auf Facebook mit Vergünstigungen zum Kauf motivieren. Zum anderen können die Social Plugins den Absatz von Unternehmen erhöhen. Dies belegen die beiden Unternehmen Ticketmaster und Eventbrite. Die Unternehmen, die online Tickets für Events verkaufen, konnten durch das Einbinden von Facebook-Elementen wie dem Like-Button erreichen, dass vermehrt Konzerttermine unter Freunden publik gemacht und Umsätze angekurbelt wurden. „Everytime a user posts on their news feed that they’ve bought a ticket from Ticketmaster, friends spend an additional $ 5,30 on Ticketmaster.” 45 Bei Eventbrite kommt es durch die Facebook-Plugins zu Mehreinnahmen von $ 2,53. 46
Unternehmen, die bereits seit einiger Zeit F-Commerce betreiben, zielen dabei jedoch nicht nur auf bloße Umsatzzahlen ab. Sie versuchen, Facebook nicht als puren Verkaufskanal zu sehen. 47 Häufig streben Unternehmen mit F-Commerce vermehrt sogenannte „non-sales benefits“ 48 an. Dr. Marsden hat fünf nicht-verkaufsbezogene Gründe herausgearbeitet. Diese sind besonders für Verbrauchermarken anzuwenden.
43 Vgl. Marsden, P. (2010), S. 9.
44 Marsden, P. (2010), S. 9.
45 Dr. Marsden, P. (2011d), S. 11.
46 Vgl. Dr. Marsden, P. (2011d), S.11.
47 Vgl. Dr. Marsden, P. (2011a), S. 10.
48 Dr. Marsden, P. (2011a), S. 10.
Praxisbezogene Beschreibung und Analyse aktueller Social Media Trends
16
Eine wichtiger Punkt für Unternehmen ist, dass es durch Social Commerce ermöglicht wird, das Social Media Marketing zu monetarisieren. 50 „Betrachtet man Social-Media-Marketing als unabhängige Variable und E-Commerce-Umsätze als abhängige Variable, wird der wirtschaftliche Wert von Social-Media-Marketing messbar.“ 51 Das bedeutet, Unternehmen können ihr Engagement auf Facebook messbar machen und bspw. die Erfolge von Kampagnen kontrollieren. 52 Durch die direkte Verknüpfung der erforderlichen Ressourcen (Zeit, Arbeitskraft, ) für Facebook mit dem Abverkäufen, bspw. über F-Stores, kann so der Facebook ROI errechnet werden.
Weiterhin können Unternehmen durch F-Commerce das Markenerlebnis (Brand Experience) für Kunden steigern. In einer Studie von IBM wurde festgestellt, dass sich Kunden hauptsächlich mit Marken innerhalb von Social Media-Netzwerken verbinden, um Rabatte (61% der Befragten) zu erhalten und sich über Käufe (55% der Befragten) zu informieren. 53 Durch das Einrichten eines Fan-Stores oder das Gewähren von Vergünstigungen für Käufe im F-Store, wie im Beispiel des Unternehmens fahrrad.de, wird demzufolge auf die Wünsche und Erwartungen der
49 Vgl. Abbildung aus: Dr. Marsden, P. (2011a), S. 10.
50 Vgl. Marsden, P. (2010), S. 9.
51 Marsden, P. (2010), S. 9.
52 Vgl. Marsden, P. (2010), S. 9.
53 Vgl. IBM (2011), S. 9.
Praxisbezogene Beschreibung und Analyse aktueller Social Media Trends
17
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Anika Jaekel, 2011, Trends und Entwicklungen im Bereich Social Media, München, GRIN Verlag GmbH
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am Friday, December 16, 2011-