Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Der Begriff der Zivilisation 3
Die Zivilisationstheorie von Norbert Elias 4
Kritik an und mögliche Aussichten durch die Zivilisationstheorie
von Norbert Elias 6
Zusammenfassung 8
Literaturverzeichnis 10
2
Einleitung
Noch nicht lange ist es her, betrachtet man dabei die weit über Zehntausend Jahre alte Geschichte der „Menschheit“, da gehörte der „Mensch“ noch zu den sogenannten „Wilden“, kannte keine Schrifttum, kein geordnetes Zusammenleben, keine Technologie, keine Wirtschaft, keine Manieren, keine vernünftige Auffassung von Hygiene, wenn überhaupt so etwas wie „Vernunft“ - kurz gesagt: all jenes, das wir heute unter „Zivilisiertheit“ verstehen, schien ihm fremd zu sein. Wenn etwas für ihn einen Verbindlichkeitscharakter gehabt haben sollte, dann war es das Leben beziehungsweise wohl mehr das Überleben in der ihn umgebenden ungebändigten Natur, das alle Verhaltensweisen erlaubte, die heute als „barbarisch“, „triebhaft“ oder sogar als „tierisch“ angesehen werden.
Dies alles hier Geschilderte basiert natürlich lediglich auf unseren heutigen westlichen Erkenntnissen beziehungsweise „Verständnis“ über „Zivilisation“, auf all den zum absoluten Ideal eines universalen Menschenbild erhobenen Vorstellungen über das „wahre“ Wesen und Ziel „des“ Menschen. Dieses „makellose“ Bild von sich selbst als ein stetig zum „Guten“ hin fortschreitende Wesen der Menschheit wurde jedoch in den letzten Jahrzehnten immer mehr in Frage gestellt, hält man sich dabei die trotz aller „Zivilisiertheit“ immer noch vorhandenen „dunklen“ Seiten eben dieser, wie zum Beispiel Kriege, Gewalt, Ausbeutung der Natur, Intoleranz und vieles andere mehr, vor Augen.
Diese Arbeit versucht sich nun diesem Thema anhand den diesbezüglichen Ansichten des Soziologen Norbert Elias und der Historisch-Kritischen Anthropologie anzunähern.
Der Begriff der Zivilisation
Wie schwer es ist, den Begriff der Zivilisation festzulegen, wird nicht nur in der bereits erwähnten ambivalenten Wahrnehmung unserer eigenen heutigen Gesellschaft, sichtbar. Trotz dieser Widersprüchlichkeiten und den nach wie vor vorhandenen „Unmenschlichkeiten“ in unserer Gesellschaft, die einer „hochstehenden“ Zivilisation so gar nicht zu entsprechen scheinen, empfindet sich der Mensch der westlichen „modernen“ Welt immer noch als das Nonplusultra. Noch
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immer scheint man andere vergangene und auch gegenwärtige Kulturen an den eigenen idealisierten technischen oder auch geistigen „Errungenschaften“ zu messen, obgleich, zum Beispiel, selbst unter den Staaten Europas verschiedene Auffassungen vorzufinden sind, was als „zivilisiert“ zu gelten hat. Und versetzt man sich vielleicht dann auch noch in eine ferne Zukunft, so wird der Mensch von morgen wahrscheinlich mit den gleichen abwertenden Augen auf unsere derzeitige Kultur blicken, so wie wir es gerade mit anderen zu tun pflegen. Norbert Elias, sowie auch die Historisch-Kritische Anthropologie, empfindet Zivilisation somit als etwas höchst Relatives, das immer im Zusammenhang mit der vorherrschenden Zeit und Kultur beziehungsweise den Augen des aktuellen Menschenbildes betrachtet werden sollte. Es geht dabei niemals um eine Bewertung oder um eine allgemein gültige Definition des Zivilisationsbegriffes, sondern vielmehr um die Dokumentation beziehungsweise um das Begreifen von vergangenen und/oder aktuellen Auffassungen von Zivilisation, die letztendlich
zusammengenommen eine stetig fortschreitende und sich ergänzende Einheit bilden.
Die Zivilisationstheorie von Norbert
Elias
Der Soziologe Norbert Elias geht in seiner von ihm entwickelten Zivilisationstheorie nun auch von dieser Komplexität (im Gegensatz zum vereinfachten Homo Clausus) des Wesens „Mensch“ aus. Dabei versucht er, anhand des Beispiels des Prozesses der europäischen Zivilisation, vor allem auf den Zusammenhang zwischen den Veränderungen der menschlichen Psyche und dem gesellschaftlichen Wandel (der sogenannten Soziogenese und der Psychogenese), näher einzugehen, die einen Zivilisationsbegriff erst erstehen lassen.
Einer der zentralen Punkte für das Zustandekommen von „Zivilisation“ ist für Elias vor allem in der seit dem Mittelalter offenbar fortschreitenden Triebregulierung zu finden. Diese wurde seiner Meinung nach unter anderem in den sogenannten „Manierenbüchern“ des 13. bis 16. Jahrhunderts dokumentiert, die im zunehmenden Maße veranschaulichen, wie sich die Menschen dieser Zeit immer mehr Vorschriften und Empfehlungen in Sachen rechtes Essen, Trinken, Verhalten an verschiedenen
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Arbeit zitieren:
2002, Norbert Elias: Zivilisation am Prüfstand der Historisch-Kritischen Anthropologie, München, GRIN Verlag GmbH
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Zu Norbert Elias': "Prozeß der Zivilisation" (Band I)
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