3 Theodor W., Adorno, Vorlesung zur Einleitung in die Erkenntnistheorie (WS 1957/58), Frankfurt am Main o. J., S. 16.
2
4 Peter Bulthaup, Affirmation und Realität, a. a. O., S. 128.
5 Theodor W. Adorno, Stichworte, Kritische Modelle 2, Frankfurt am Main (1969), 3. Aufl. 1970, S. 188 (Marginalien zu Theorie und Praxis).
6 Karl Marx/Friedrich Engels, Werke (künftig zitiert: MEW), Berlin 1967 ff., Bd. 23 (Karl Marx, Das Kapital, Kritik der politischen Ökonomie, Bd. 1), S. 92.
7 MEW, Bd. 3 (Die Deutsche Ideologie, I. Feuerbach), S. 35. - Dazu eine Anmerkung: Ohne die geringste Spur einer sachlichen Kritik bringt ein Soziologe, den nicht wenige Intellektuelle für den größten Denker des vergangenen Jahrhunderts nach Heidegger halten, seine Indignation mit Getöse darüber zum Ausdruck, dass es doch tatsächlich immer noch Verfasser wissenschaftlicher Texte gibt, die sich positiv auf Marx beziehen: „Klassiker“ (...) „finden“ (...) „ihren Weg auch in die Theorieliteratur und in die Fußnoten - ganz zu schweigen
3
von der Anomalie, dass ein Autor der Flegeljahre des Fachs“ (Luhmann redet hier von seinem eigenen Fach Soziologie und von einem Autor, der kein Soziologe war:), „Karl Marx, immer noch Argumente liefert.“ (Niklas Luhmann, Die Wissenschaft der Gesellschaft, Frankfurt am Main (1990), stw 1001: 2. Aufl. 1994, S, 452.) Diese „Anomalie“ hat nicht zuletzt darin ihren Grund, dass es Luhmann z. B. zu folgenden Sätzen bringt: „Man braucht nicht zu wissen, wie die Welt wirklich ist." (Ebd., S. 136) Oder er verabschiedet sich theoretisch von seiner eigenen Geistesgegenwart: „Beim Reden wie beim Zuhören, beim Schreiben wie beim Lesen ist das eigene Denken weitgehend ausgeschaltet, sonst verliert man den Faden“ (Ebd., S. 48) So viel über die pathologische Abneigung eines Autors der Alzheimerjahre seines Faches gegenüber Klassikern, insbesondere Marx.
8 „Ich glaube, die Menschen unterscheiden sich nicht wesentlich von den Mehlwürmern“, sagte der Strukturalist Claude Levi-Strauss in einem Film, der aus Anlass seines hundertsten Geburtstages am 28.11. 2008 vom Fernsehsender Arte ausgestrahlt wurde.
9 Es waren z B. griechische Sklaven, die im alten Rom dem Nachwuchs des Adels wissenschaftliche Bildung beibrachten.
4
10 MEW, Bd. 3, S. 26.
11 Theodor W. Adorno, Negative Dialektik (künftig zitiert: ND), Frankfurt am Main (1966), Wissenschaftliche Sonderausgabe 1970, S. 20.
12 ND, S. 153.
13 Baltasar Gracian, Hand-Orakel und Kunst der Weltklugheit, deutsch v. Arthur Schopenhauer, Leipzig 1982, S. 153 (Aphorismus 240, Von der Dummheit Gebrauch zu machen verstehn.)
5
14 Peter Bulthaup, Affirmation und Realität, a. a O., S. 121; Bulthaup zitiert Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, A 66; nach unserer Ausgabe: Kr. d. r. V., hg. v. Raymund Schmidt, Leipzig 1966 (Reclams Universal-Bibliothek Bd. 274), S. 138.
15 G. W. F. Hegel, Werke in zwanzig Bänden (künftig zitiert: WW), Frankfurt am Main 1969 ff. (Suhrkamp), Bd. 6 (Wissenschaft der Logik II), S. 203 (Die Lehre vom Wesen).
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19 „Die Wahrheit des Seins ist das Wesen." G. W. F. Hegel, WW 6, (Wissenschaft der Logik II), S. 13.
20 Ebd., S. 17.
9
21 ND, S. 7.
22 Theodor W. Adorno, Zur Metakritik der Erkenntnistheorie, Studien über Husserl und die phänomenologischen Antinomien, Frankfurt am Main (1970), es 590, 1. Aufl. 1972, S. 16. Dort zitiert Adorno aus Nietzsche, WW VIII, Leipzig 1906, Götzendämmerung, S. 81. Wirbringen das Zitat aus Friedrich Nietzsche, Kritische Studienausgabe Bd. 6, a. a. O., S. 78.
ehe man erkennt; es ist dasselbe wie mit dem Schwimmenwollen, ehe man ins Wasser geht. Die Untersuchung des Erkenntnisvermögens ist selbst erkennend, kann nicht zu dem kommen, zu was es kommen will, weil es selbst dies ist, - nicht zu sich kommen, weil es bei sich ist.“ G. W. F. Hegel, WW 20 (Vorlesungen über die
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Geschichte der Philosophie III), S. 334. - D. h. das Erkenntnisvermögen, das bei sich selber bleibt, erkennt nichts, ist Negation der Erkenntnis. Und zweitens muss man schon voraussetzen, dass es imstande ist zu erkennen, sonst könnte es sich gar nicht selber untersuchen. Kants Kritik der reinen Vernunft setzt also deren eigene Perfektion voraus, die sie dann kritisch in Frage stellt. Dass sein Unternehmen, vor aller Erfahrung (a priori) diese Perfektion des Denkens transzendental zu begründen, zum Scheitern verurteilt war, hat Kant selbst eingestanden. Das Zitat ist berühmt und hat bewirkt dass seitdem die Skeptiker aller Spielarten bis heute meinen, ihr Zweifel an der Tauglichkeit des Denkens sei berechtigt, wobei sie sich gern auf den Königsberger berufen: „Die Synthesis überhaupt" (die Verbindung von Subjekt und Prädikat im Urteil) „ist, wie wir zukünftig sehen werden" (er konnte nicht wissen, wie Recht er haben würde) „die bloße Wirkung der Einbildungskraft, einer blinden," (!) „obgleich unentbehrlichen Funktion der Seele, ohne die wir überall gar keine Erkenntnis haben würden" (ohne Gegenstand aber auch nicht), „der wir uns aber selten" (!) „nur einmal bewußt sind:“ (Kant, Kritik der reinen Vernunft, a. a. O., S. 148, (A 78)). - Und drittens: Wäre unser Denken mangelhaft, könnten wir selber dieses eben deswegen nicht beurteilen. Dies müssten andere tun. Ob aber deren Beurteilung stimmig wäre, müssten wiederum andere untersuchen, ad infinitum. Man sieht, in welche Ungereimtheiten man gerät, wenn niemand mehr die Korrektheit seines Urteils behauptet, aber dafür lieber die Abwesenheit der Gegenwart des eigenen Geistes, wie es die Differenzdenker Derrida und Luhmann z. B. zu tun pflegen. Diese Abwesenheit heißt heutzutage Zeitgeist. Zeitgenossen müssen also nicht mehr rhetorisch fragen, was geht mich meine Rede von gestern, sondern: was geht mich meine jetzige Rede an. Alle meinen, etwas zu sagen, aber niemand, etwas behauptet zu haben. Diesen perversen Zeitgeist hat Brecht treffend in seinem Gedicht „An den Schwankenden“ auf den Punkt gebracht: „Einen Teil unserer Wörter / Hat der Feind verdreht bis zur Unkenntlichkeit.“ (Bertold Brecht, Werke, Bd. 12 (Gedichte 2), Berlin, Weimar 1988, S. 47)
25 G. W. F. Hegel, WW 5 (Wissenschaft der Logik I), S. 130.
26 Ebd.
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metaphysischen Fragen befasst: „Eine Möglichkeit, Metaphysik zu treiben, (besteht) darin, die allgemeine Struktur der Sprache zu untersuchen. Dies ist freilich nicht die einzige wahre Methode der Metaphysik; eine solche gibt es nicht.“ (Donald Davidson, Die Methode der Wahrheit in der Metaphysik, in: ders.. Wahrheit und Interpretation, Frankfurt am Main 1986, S. 283) Davidson nennt das Prinzip der erkenntnistheoretischsprachphilosophisch gewendeten Metaphysik: Man muss vor dem Erkennen mit unwahren Methoden auf die Wahrheit losgehen. Damit hat dieser Erbe des Logischen Empirismus die ganze Richtung, die in ihren Anfängen noch etwas gegen Metaphysik hatte, auf den Begriff gebracht.
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30 ND, S. 284, Fußnote.
31 Karl Heinz Haag, Der Fortschritt in der Philosophie, Frankfurt am Main 1983, S. 11.
32 Siehe Niklas Luhmann, Funktion und Kausalität in: ders., Soziologische Aufklärung Bd. l, Opladen 1974, S. 14.
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Siegfried Malzahn, 2011, Ideologie und Teleologie, München, GRIN Verlag GmbH
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