Bachelor of Arts Unternehmensführung (B. A.)
Hochschule Zittau/Görlitz (FH) in Kooperation mit EIPOS e. V.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
1.1 Merkmale Unternehmenskultur 3
1.2 Elemente Unternehmenskultur 4
1.3 Ausgangsbetrachtung des Praxisbeispiels 5
1.3.1 Unternehmensvorstellung 5
1.3.2 Unternehmensentwicklung 6
1.3.3 Mitarbeiter- und Artikelentwicklung 7
1.3.4 Erste Schritte zur Entwicklung einer Unternehmenskultur. 7
2 Unternehmenskulturanalyse 8
2.1 Kultur-Ebenen-Modell von Schein 8
2.1.1 Praxisvergleich Artefakte (obere Ebene) 10
2.1.2 Praxisvergleich Werte/ Normen (mittlere Ebene) 15
2.1.3 Praxisvergleich Grundannahmen (untere Ebene) 17
3 Fazit 18
Verzeichnisse 20
Konsultierte Quellen 20
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis. 22
Abk ürzungsverzeichnis 23
Ringo Müller, 2010 2
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1 Einleitung
Die Unternehmenskultur beinhaltet die angesammelte Lernerfahrung einer Organisation, sie repräsentiert demnach die Grundwerte, die zum Unternehmenserfolg geführt haben. Durch dieses Extrakt, was gewissermaßen aus der Vergangenheit gewonnen wurde, werden Erfahrungen für den erfolgreichen Weg in die Zukunft abgeleitet. Dies ist nur in enger Betrachtung mit der Kulturentwicklung und der Entwicklung der Gesellschaft möglich. Oftmals wird die Unternehmenskultur als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor in einem Unternehmen genauso unterschätzt, wie der lange Weg zur Entwicklung dieser. Der Entwicklungsprozess ist nicht austauschbar oder duplizierbar. Zu viele Wurzeln tragen ihn, ohne dass sie wahrgenommen werden. An Definitionen für den Begriff Unternehmenskultur mangelt es nicht. Dennoch haben sich in der Fachliteratur folgende zwei Beschreibungen durchgesetzt: Sie kann definiert werden als die Summe der von den Mitarbeitern eines Unternehmens oder Unternehmensteils gemeinsam getragenen Wertvorstellungen, Normen und Verhaltensmustern. Die Kultur verleiht der Unternehmung ihre unverwechselbare Systemidentität nach innen wie nach außen. 1 Oder als die von der Unternehmensleitung, allen Führungskräften und Mitarbeitern anerkannten und gelebten Regeln, Normen und Wertevorstellungen, die das betriebliche Miteinander, die Leistungen oder die Beziehungen prägen. 2
Becker sieht in seinen weiteren Ausführungen dies allerdings kritisch: „Unternehmenskultur ist stets ein hypothetisches Konstrukt, ein Kunstprodukt.“. 3 Er verweist auf die Komplexität in der Realität und behauptet: „[…], daß eine konkrete Kultur in ihrer Totalität nicht direkt meßbar ist.“ 4 .
Dem entgegen wird der Autor in dieser Transferarbeit die Unternehmenskultur im eigenen Unternehmen untersuchen und aufzeigen, dass es in kleinen mittelständigen Unternehmen doch möglich sein kann, diese darzustellen.
1.1 Merkmale Unternehmenskultur
Gilt es die Unternehmenskultur zu erfassen, gehört die Betrachtung folgender Punkte zur Notwendigkeit:
- Struktur, Aufbau- und Ablauforganisation des Unternehmens - Führungsstil, Kommunikation und Bildungsstand - Optischer Eindruck und die wirtschaftliche Situation
1 Jung, Hans: Personalwirtschaft, 5. Auflage, München 2003, Seite 263
2 Becker, Manfred: Personalentwicklung,3. Auflage, Stuttgart 2002, Seite 51
3 Becker, Manfred: Personalentwicklung,3. Auflage, Stuttgart 2002, Seite 52
4 Becker, Manfred: Personalentwicklung,3. Auflage, Stuttgart 2002, Seite 52
© Ringo Müller, 2010 Seite 3
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- Unternehmensgrundsätze und Planungsinstrumente - Bildungs- und Beförderungssysteme - Beteiligung am öffentlichen Leben
In der vorliegenden Transferarbeit werden insbesondere die Punkte Struktur und Aufbau des Unternehmens, der Führungsstil und die Kommunikation sowie die Unternehmensgrundsätze betrachtet.
1.2 Elemente Unternehmenskultur
An die Unternehmenskultur werden immer mehr zu hohe Anforderungen gestellt. Das liegt nicht zuletzt an den Forderungen der Gesellschaft sich immer schneller zu verändernden, sich am Markt zu orientieren und auf Einflussfaktoren von der Umwelt auf Betriebe bzw. Organisationen zu regieren und besondere Flexibilität zu zeigen.
Gemäß Fachliteratur lässt sich durch nachfolgende Elemente die Unternehmenskultur zum Ausdruck bringen:
Eine sehr ähnliche Betrachtung führte auch der deutsche Psychologe und Betriebswirtschaftler Oswald Neuberger 1989 unter dem Titel Symbolisierung in Organisationen durch. Er nannte die drei Bausteine: Sprache, Handlung und Artefakt und führte darunter weitere Kriterien auf.
5 Jung, Hans: Personalwirtschaft, 5. Auflage, München 2003, Seite 264
© Ringo Müller, 2010 Seite 4
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1.3 Ausgangsbetrachtung des Praxisbeispiels
1.3.1 Unternehmensvorstellung
Das hier betrachtete Unternehmen ist eines der traditionsreichsten Familienunternehmen der Erzgebirgischen Holzkunst Branche mit einer 111-jährigen Tradition. Gegründet vom Urgroßvater 1899, befindet sich das Unternehmen seitdem in familiärer Führung durch eine konsequente Unternehmensnachfolge der männlichen Kinder. Jede Generation hatte persönliche und geschäftliche Höhen und Tiefen zu durchlaufen. Äußere Einflüsse und politische Gegebenheiten, zum Beispiel der 1. und 2. Weltkrieg, die Weltwirtschaftskrise ab 1929, die langen Jahre unter einer sozialistischen Diktatur und Mangelwirtschaft, sowie die geografische Lage weit abseits von Ballungszentren beeinflussten maßgeblich die Unternehmenskultur.
Das Vorgenannte zeigte sich deutlich in der Art und Vielfalt der gefertigten Erzeugnisse und des Farben- und Formenverständnisses dieser. Immer wieder musste, teilweise aus existentieller Notwendigkeit heraus, das Fertigungsprogramm angepasst werden.
Die Erzgebirgische Holzkunst, wie wir sie heute verstehen, entwickelte sich erst gegen Ende der DDR-Zeit. Bis dahin waren diese Gegenstände mehr Spielsachen und Gebrauchsgegenstände als Dekorationselemente für ein schönes Zuhause.
Nach der politischen und wirtschaftlichen Wende 1989/ 90 gelang es mit gewaltigem persönlichen Einsatz binnen kurzer Zeit, neue Strukturen und Vertriebswege aufzubauen und mit neuen Artikeln neue Märkte auch jenseits der ehemaligen Grenze zu erschließen. Präsentationen des Handwerks durch Besuche auf Endverbrauchermärkten und das Ausstellen auf internationalen Fachmessen beschleunigte den Prozess der fortlaufenden Artikelentwicklungen und des Unternehmenswachstums.
Abb. 2: Entwicklung der gefertigten Artikel in den 4 Generationen
© Ringo Müller, 2010 Seite 5
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1.3.2 Unternehmensentwicklung
Die letzten 20 Jahre waren die Jahre der wesentlichsten Veränderungen im hier betrachteten Beispiel. Das Unternehmenswachstum lässt sich anhand nachfolgender „Meilensteine“ verdeutlichen: 1899 Firmengründung
Die maschinelle Arbeit (hauptsächlich Drechseln) wurde an gemieteten Maschinen außerhalb durchgeführt, die Endfertigung der Artikel erfolgte im Wohnhaus 1914 Kauf des jetzigen Grundstückes und Neubau eines Wohnhauses mit Einliegerwerkstatt Erstmals können an einem Ort alle Arbeitsschritte durchgeführt werden. 1918 Bau eines großen Holzschuppens zur Rohteillagerung 1919 Flacher Werkstattanbau für eine große Säge zum Vierteln von Baumstämmen 1926 Beginn der Ausstellertätigkeit auf Fachmessen 1937 Bau eines separaten Werkstattgebäudes auf dem Grundstück Erstmalige räumliche Trennung von Wohn- und Geschäftsbereich 1943 Unternehmensübergabe an die 2. Familiengeneration 1956 Staatlich verordnetes Ende der Ausstellertätigkeit auf Fachmessen; dadurch Verlust des direkten Kontakts zu Kunden und Käufern der gefertigten Artikel 1973 Unternehmensübergabe an die 3. Familiengeneration 1990 Eröffnung eines kleinen Geschäfts im Firmengebäude 1992 Vergrößerung des Geschäfts und Sanierung EG im Hauptgebäude 1993 Wiederbeginn Ausstellertätigkeit auf Fachmessen 1994 teilweise Unternehmensübergabe an die 4. Generation (GbR Gründung) 1995 Neubau Produktionshalle
1997 Verdoppelung der Geschäftsverkaufsfläche und Komplettsanierung Hauptgebäude 1998 Grundsteinlegung Neubau Werk2
1999 Inbetriebnahme Werk2 und Eröffnung eines Geschäfts im Ortszentrum 2000 vollständige Unternehmensübergabe an die 4. Generation mit Betriebsaufspaltung in ein Besitzunternehmen (Einzelunternehmen) und eine Betriebsgesellschaft (GmbH) 2004 Anbau Lagerhalle mit Hochregallager am Werk2 2008 Umgestaltung des Geschäfts im Hauptgebäude in einen modernen Showroom 2009 Elektronische Spieldosen kommen als Weltneuheit auf den Markt, Kooperationen mit Professor Ludwig Güttler und Jens Weißflog als Botschafter für Müllersche Artikel 2010 111-jähriges Firmenjubiläum und Herausgabe eines neugestalteten Jubiläumskatalogs
© Ringo Müller, 2010 Seite 6
Arbeit zitieren:
Ringo Müller, 2011, Untersuchen Sie die Unternehmenskultur in Ihrem Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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