Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Zum Begriff „Migration“ 4
2.1 Migrationspolitik der USA 5
3. Migration in die USA - ein historischer Abriss 6
4. Zentralamerikanische Migration in die USA 8
4.1 1960-1970er Jahre 9
4.2 1970-1980er Jahre 12
5. Das Thema der Migration in Gregory Navas „El norte“ 14
5.1 Erster Teil: „Arturo Xuncax“ 14
5.2 Zweiter Teil: „El coyote“ 16
5.3 Dritter Teil: „El norte“ 17
6. Fazit 20
7. Bibliographie 21
1. Einleitung
Die Hispanics die in den USA lebenden Bürger hispanoamerikanischer oder spanischer Herkunft, zählen heute zur größten ethnischen Minderheit der USA.. Ihre Zahl stieg allein von 1990 bis 2000 um 61 %. 1 Die Einwanderung in den 1990ern übertrifft in absoluten Zahlen noch die Masseneinwanderung Ende des 19. Jahrhunderts. Nach Regierungsangaben erhielten 2003 463.204 Personen die US-Staatsbürgerschaft; der Durchschnitt über die Jahre 1997-2003 beträgt etwa 634.000. Vor allem in Kalifornien und New Mexico treten die Hispanics dank ihrer starken politischen Mobilisierung als relativ einheitliche Gruppe auf und ihr gesellschaftlicher Einfluss ist seit den 1980er Jahren stark gestiegen. Ihre politische Bedeutung wird zum einen durch ihr radikales Wachstum intensiviert, zum anderen durch die Tatsache, dass sie vor allem in den großen Staaten wie Kalifornien, Texas und Florida leben, die einen großen Anteil der Wahlmänner bei den Präsidentschaftswahlen und damit einen großen Einfluss auf den Wahlausgang haben. 2008 bewarb sich mit Bill Richardson, dem einzigen hispanischen Gouverneur der USA (New Mexico), erstmals ein aussichtsreicher Kandidat um die Kandidatur zur Präsidentschaft.
Zu den offiziellen Einwanderern kommen geschätzt 500.000 illegale Einwanderer hinzu; deren Zahl wird Anfang 2007 auf 7 bis 20 Millionen geschätzt. 2 Mit dem Phänomen der illegalen Einwanderung beschäftigt sich die vorliegende Arbeit. Zunächst soll eine Begriffsbestimmung zur Migration die Verständnisgrundlage des zu behandelnden Gegenstands bieten. Nach einem Überblick über die Einwanderungsgeschichte in die USA, konzentriert sich die Arbeit auf die Migration der zentralamerikanischen Bevölkerung in die Vereinigten Staaten, die anhand des Filmbeispiels „El norte“ von Gregory Nava verdeutlicht werden soll.
1 http://www.census.gov/prod/2004pubs/censr-18.pdf (30.06.2010).
2 http://www.csmonitor.com/2006/0516/p01s02-ussc.html (30.06.2010).
2. Zum Begriff „Migration“
„Migration“, auch „Wanderung“ (lat. migrare = wandern), ist der sozialwissenschaftliche und politisch-historische Begriff, der Prozesse räumlicher Bewegung von Menschen bezeichnet. Wanderung wird unterteilt in Binnen-Wanderung (Wanderung innerhalb eines Gebiets) und Außen-Wanderung (über die Grenzen des Gebiets). Außen-Wanderung aus der Sicht des Ziellandes nennt man „Einwanderung“ (Immigration) und aus der des Herkunftslandes „Auswanderung“ (Emigration). In den letzten Jahrzehnten hat die Wanderung ständig zugenommen und spielt eine besonders große Rolle in nord- und schwarzafrikanischen Ländern sowie den osteuropäischen Staaten nach Europa, von Süd- und Südostasien in die Golfstaaten und nach Saudi-Arabien, von Mexiko und der Karibik sowie von Südostasien in die USA. 3
Als Ursachen für Migration werden sogenannte „Push“- und „Pull“-Faktoren (Druck- und Sogfaktoren) unterschieden. „Push“- Faktoren können schlechte Lebensbedingungen im Herkunftsland sein, wie beispielsweise Menschenrechtsverletzungen, Bedrohungen von Minderheiten, Krieg und Bürgerkrieg, Armut, Arbeitslosigkeit, Hunger und Umweltprobleme. Zu den „Pull“- Faktoren zählen die Hoffnungen und Erwartungen der Individuen, ebenso wie die ihnen gemachten Versprechungen und Angebote, jedoch auch objektiv bessere Ausbildungschancen und ein breiteres Angebot des Arbeitsmarktes. 4 Die Entscheidung, wem ein Recht auf Migration zugesprochen wird und wem es verwehrt bleibt, liegt bei der Migrationspolitik eines jeden Landes. Diejenigen Personen, denen das Recht auf Aufenthalt in einem Land abgesprochen wird, werden, wenn sie sich dennoch in diesem Land aufhalten, als illegale Immigranten bezeichnet. Migrationspolitik legt also fest, unter welchen Bedingungen man in ein Land einwandern darf, um dort dauerhaft zu wohnen und zu arbeiten.
Die Politik der einzelnen Ländern ist sehr unterschiedlich. Besonders Länder wie Australien und Kanada mit einer multikulturellen Gesellschaft haben eine strikte Migrationspolitik. Viele Staaten gewähren nur unter bestimmten Umständen Asyl, durch das man sich dauerhaft rechtmäßig in dem Land aufhalten kann.
3 Marianne Strzysch, Joachim Weiß (Hgg.), Meyers Großes Taschenlexikon, 6., neu bearbeitete Aufl., Bd. 23, Mannheim u.a.: Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG 1998, S. 212-213.
4 Nora Hamilton, Norma Stoltz Chinchilla, „Central American Migration: A Framework for Analysis“, in: Mary Romeo u.a. (Hgg.), Challenging Fronteras: Structuring Latina and Latino Lives in the U.S., S. 81-100, New York u.a.: Routledge 1997, S. 81.
2.1 Migrationspolitik der USA
Die Migrationspolitik der USA vergibt die sogenannte Greencard, die zur Migration berechtigt, wenn sie auch im Interesse der USA ist, wenn der Bewerber sich beispielsweise durch besondere berufliche Fähigkeiten auszeichnet, von denen das Zielland profitieren kann. Die offizielle Bezeichnung lautet United States Permanent Resident Card, ein Green-Card-Inhaber ist ein lawful permanent resident (LPR). Die Greencard erhält man auf verschiedenen Wegen: Wenn man, wie oben erwähnt, zu den Personen zählt, die von nationalem Interesse für USA sind. Die über außergewöhnliche Fähigkeiten auf dem Gebiet der Wissenschaft, Kunst, Bildung, Wirtschaft oder des Sports verfügen. Ferner kann man sich für eine Greencard bewerben, wenn man einen Hochschulabschluss und zudem ein Arbeitsangebot eines amerikanischen Arbeitsgeber hat. Hier muss zudem eine Prüfung des Arbeitsmarktes erfolgen, aus der hervorgehen muss, dass kein amerikanischer Arbeitnehmer mit dieser Qualifikation für die Arbeitsstelle zur Verfügung steht. Hinzu kommen Personen, die eine religiöse Tätigkeit ausüben. Es muss hier nachgewiesen werden, dass der Antragsteller schon im Heimatland mindestens 2 Jahre für die Kirche oder Gemeinde gearbeitet hat.
Investoren, die Arbeitsplätze für mindestens zehn Personen (die nicht mit ihnen verwandt sind) schaffen, indem sie Kapital in neue Wirtschaftsunternehmen in den USA investieren, können ebenfalls eine Permanent Resident Card bekommen. Ebenfalls die in die USA einwandern dürfen Verwandte von US-Bürgern. Dies ist allerdings auf Eltern, Kinder und Geschwister beschränkt. Großeltern, Onkel, Tanten, Nichten und andere Verwandte haben dagegen keine Chance. Geschwister von US-Bürgern haben trotz Berechtigung zur Antragstellung nur sehr geringe Chancen, da die Wartezeiten über 10, mitunter sogar über 20 Jahre betragen können. 5 Eine Greencard berechtigt lediglich dazu, seine unverheirateten Kinder mit in die USA zu holen. Verheiratete Kinder, Eltern, Geschwister oder sonstige Verwandte haben keine Aussicht darauf, über den Bürgen selbst eine Genehmigung zur Einwanderung zu erhalten. Dies kann sich jedoch ändern, wenn der Inhaber nach frühestens fünf Jahren die US-Staatsbürgerschaft beantragen sollte. In diesem Fall kann er dann auch andere Familienmitglieder „nachholen“. Auch nach einer Eheschließung ist es möglich, den Ehepartner mit in die USA zu holen.
Abschließend ist die Teilnahme am Diversity Visa Program zu erwähnen. Jedes Jahr werden in einer Lotterie 55.000 Greencards weltweit und 5.000 für Lateinamerika verlost. Die Lotterie entstand 1987 auf Initiative des damaligen Präsidenten Ronald Reagan. Die Vielfalt
5 http://travel.state.gov/visa/bulletin/bulletin_1360.html (30.06.2010).
der Nationalitäten war ins Wanken gekommen, weil aus einigen Ländern übermäßig viele Einwanderer in die Vereinigten Staaten einreisten. Deshalb wollte Reagan über eine Lotterie die Vielfalt aufrechterhalten. Von diesem Programm werden zahlreiche Länder, welche in den letzten Jahren eine hohe Einwanderungsrate hatten, ausgeschlossen. Die Teilnahme ist zunächst kostenlos und auch ohne die kostenpflichtige Hilfe einer Agentur problemlos möglich. Im Verlauf des Bewilligungsablaufs fallen jedoch Kosten in Höhe von 775$, zuzüglich einer medizinischen Pflichtuntersuchung von 140,00€ an. 6 Gewinner der Greencard müssen bestimmte Kriterien erfüllen, wie beispielsweise eine schulische Mindestausbildung und Startkapital, sowie ein Arbeitsangebot in den USA.
3. Migration in die USA - ein historischer Abriss
Da Migration in die USA maßgeblich die Demografie und Kulturgeschichte des Landes beeinflusste beziehungsweise beeinflusst, bietet es sich an, einleitend die Geschichte der Einwanderung in die Vereinigten Staaten in einem allgemeinen Überblick zu beleuchten. Seit der Staatsgründung ließen sich in hoher Zahl Migranten aus religiösen, politischen oder wirtschaftlichen Motiven nieder oder wurden zwangsweise als Sklaven angesiedelt. Die ersten Einwanderer stammten aus Großbritannien und den Niederlanden, ihren Höhepunkt erreichte die Immigration 1892 bis 1924. Heute besitzen die USA mehr legale Einwanderer als jedes andere Land der Welt.
Nach der Entdeckung Amerikas durch die Europäer (1492) wurde der nordamerikanische Kontinent von Spaniern, Franzosen und Engländern besiedelt. Die Spanier ließen sich zunächst in Zentralamerika nieder und zogen ab etwa 1528 aus dem Süden kommend über den Río Grande in das Gebiet des heutigen Kalifornien. Davon zeugen noch heute die Städtenamen wie San Francisco und Los Angeles. Nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg (1846-1848) teilte man die Hälfte des damaligen mexikanischen Territoriums auf verschiedene US-Bundesstaaten auf. Die Franzosen kamen um 1605 in den äußersten Nordosten des Kontinents, hier entstand die französische Siedlung Québec sowie die Stadt Detroit, und auch der Staat Illinois in den heutigen USA ist französischen Ursprungs. Vom mittleren Westen zogen die französischen Siedler weiter entlang des Mississippi nach Süden. Daher kommen die Namen Louisiana und New Orleans. Engländer ließen sich schließlich zwischen 1607 und 1620 im heutigen Virginia und in Massachusetts nieder.
6 http://travel.state.gov/visa/temp/types/types_1263.html#perm (30.06.2010).
Arbeit zitieren:
Elisabeth Carl, 2010, Latino-Migration in die USA , München, GRIN Verlag GmbH
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