Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Vorgeschichte der CGT. 4
3. Die Entwicklung der CGT 5
3.1 Die Gründungsphase 5
3.2 Zwischen Spaltungen und Wiedervereinigungen - die CGT von 1921 bis 1947 6
4. Das Programm - Die Charte d’Amiens 1906 9
5. Schlussbemerkung 11
6. Literaturverzeichnis 12
2
1. Einleitung
Der erzielte Erfolg der französischen Gewerkschaften in der aktuellen Debatte um das von Premierminister de Villepin auf den Weg gebrachte Ersteinstellungsgesetz (Contrat Première Embauche [CPE]) macht deutlich, welchen Einfluss der Syndikalismus auf die politischen Geschehnisse hat. Dies steht im Gegensatz zu der allgemeinen Tendenz, dass die syndicats français im Laufe der letzten 50 Jahre an Bedeutung verloren haben. Das Gesetz sah eine Probezeit für unter 26-Jährige für zwei Jahre vor. In dieser Zeit hätten die Berufsanfänger ohne Angabe von Gründen entlassen werden können. Damit sollten Unternehmen dazu gebracht werden, künftig mehr junge Leute einzustellen. Dem wochenlang andauernden heftigen Widerstand seitens der Gewerkschaften - allen voran dem der CGT - und der Studenten konnte die Regierung nicht standhalten und beschloss, es zu verändern.
In der folgenden Ausarbeitung wird die Geschichte und das Programm der französischen Gewerkschaft Confédération Générale du Travail (CGT) vorgestellt. Zu Beginn soll ein kurzer historischer Abriss über die französische Arbeiterbewegung dazu dienen, die Entstehung der CGT nachzuvollziehen.
Infolgedessen wird dargelegt, wie sehr ihre Einheit seit ihrer Gründung 1895/1902 unter den beiden verschiedenen strukturellen Ausrichtungen, nämlich reformistisch und revolutionär-kommunistisch, gelitten hat. Die zahlreichen Spaltungen und Wiedervereinungen zwischen 1921 und 1947 führten vor allem dazu, dass die Gewerkschaft an Einfluss verlor. Dennoch nimmt dieser älteste syndikalistische Verband für die gesamte Geschichte der französischen Arbeiterbewegung eine bedeutende Position ein.
Die Charte d’Amiens von 1906, die in Punkt 4 erläutert wird, gilt noch heute als die grundlegende Theorie des Syndikalismus und prägt nach wie vor die Überzeugung streikender französischer Arbeiter. 1
1 Die in dieser Arbeit vorkommenden historischen Fakten sind ausnahmslos den im Literaturverzeichnis angegebenen Quellen entnommen.
3
2. Die Vorgeschichte der CGT
Um die Gründung der Confédération Générale du Travail verstehen zu können, muss man zunächst den Blick auf die Geschichte der französischen Arbeiterbewegung lenken. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war es Lohnarbeitern nicht erlaubt, sich zusammen zu schließen oder zu streiken. Dieses Gesetz wurzelte in der Loi le Chapelier von 1791, benannt nach dem damaligen Nationalversammlungsmitglied Isaac-René-Guy Le Chapelier. Auch das allmähliche Einsetzen der Industrialisierung ab 1830 änderte nichts am Koalitions- und Streikverbot. Erst während der Februar-Revolution 1848, für die unter anderem auch Pariser Arbeiter verantwortlich waren, wurde ihnen erlaubt, sich zu organisieren. „Staatlich gestützte Nationalwerkstätten unterstrichen zusätzlich das soziale ’Recht auf Arbeit’“. 2
Allerdings währte diese Freiheit nicht lange. Nach der Machtergreifung Napoleons III. im gleichen Jahr wurden diese Rechte revidiert. Als die Industrialisierung aber kurze Zeit später in Frankreich nun endgültig Einzug hielt und somit die Zahl der Arbeiter besonders im Eisenbahnbau drastisch anstieg, sah sich das Regime gezwungen, ihnen Freiheiten einzuräumen. So entstanden im ganzen Land sogenannte Chambres syndicales, Berufsverbindungen, die sich unter anderem für Löhne und Arbeitszeiten einsetzten. Wichtig zu erwähnen ist hierbei, dass sie politisch unabhängig waren. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und in der darauf folgenden Dritten Republik löste das Gewerkschaftsgesetz vom 21.03.1884 das Loi le Chapelier ab und genehmigte die Gründung von Gewerkschaften und Berufsverbänden. Die zahlreichen Arbeitnehmerverbände, die Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich existierten, hatten durch ihre geringen Mitgliederzahlen allerdings nur sehr wenig Einfluss. Es drohte eine Zersplitterung der Gewerkschaftslandschaft. 1886 gründete Jules Guesde, Vorsitzender des Parti Ouvrier Français, die Fédération Nationale des Syndicats (FNS), eine Vereinigung der einzelnen branchenspezifischen Verbände, um einer Spaltung entgegenzuwirken. In St. Etienne erfolgte acht Jahre später
2 Jansen, Peter [u.a.], Gewerkschaften in Frankreich: Geschichte, Organisation, Programmatik, Frankfurt/New York: Campus Verlag 1986, Bd. 2, S. 15.
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Arbeit zitieren:
Elisabeth Carl, 2005, Geschichte und Programm der Confédération Générale du Travail (CGT), München, GRIN Verlag GmbH
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