- 2 -
Inhaltsverzeichnis
Anhangsverzeichnis 4
Abbildungsverzeichnis 5
Abk ürzungsverzeichnis 6
1. Einleitung
1.1 Motivation 7
1.2 Problemstellung 7
1.3 Aufbau der Arbeit 9
2. Konzeptionelle Grundlagen
2.1 Idee und Konstruktion eines Zertifikats 9
2.2 Unterschiedlichen Vertriebswege von Zertifikaten und deren
Entwicklung 10
2.3 Die bisherige Entwicklung der Zertifikatebranche 12
2.4 Bedeutung von Zertifikaten für den Privatanleger 13
3. Anforderungen an den Verkaufsprospekt eines Zertifikats
3.1 Gesetzliche Anforderungen an den Prospekt
3.1.1 Allgemeine gesetzliche Anforderungen an den Prospekt 14
3.1.2 Prospektformate 15
3.1.3 Anforderungen an die Zusammenfassung 16
3.1.4 Anforderungen an das Registrierungsformular 17
3.1.5 Anforderungen an die Wertpapierbeschreibung 17
3.1.6 Anforderungen an den Basisprospekt 17
3.1.7 Sprachenregelung 19
3.2 Weitergehende Anforderungen aus Verbraucherschutzgesichtspunkten
3.2.1 Derivate Kodex 19
3.2.2 Kodex zur Anlageberatung 21
- 3 -
4. Analyse ausgewählter Verkaufsprospekte
4.1. Aufbau der Analyse 23
4.1.1 Vorgehensweise im Rahmen der strukturellen Analyse 23
4.1.2 Vorgehensweise im Rahmen der inhaltlichen Analyse 24
4.1.3 Vorgehensweise im Rahmen der sprachlichen Analyse 24
4.2 Legitimation der ausgewählten Zertifikate 25
4.3 Kapitalschutz-Zertifikat bezogen auf den EURO STOXX 50-Preisindex
4.3.1 Strukturelle Analyse 28
4.3.2 Inhaltliche Analyse 28
4.3.3 Sprachliche Analyse 30
4.4 Discountzertifikat bezogen auf Gold
4.4.1 Strukturelle Analyse 31
4.4.2 Inhaltliche Analyse 32
4.4.3 Sprachliche Analyse 35
4.5 Reverse-Bonus-Cap-Zertifikat auf Bayer AG Namensaktien
4.5.1 Strukturelle Analyse. 35
4.5.2 Inhaltliche Analyse 36
4.5.3 Sprachliche Analyse 38
5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Schlussfolgerung 38
Anhang 40
Literaturverzeichnis 43
Verzeichnis der verwendeten Rechtsquellen 46
- 4 - Anhangsverzeichnis
Anhang 1 Bildschirmfoto der Präsentation des Verkaufs-
Anhang 2 Bildschirmfoto der Präsentation des Verkaufs-
Anhang 3 Bildschirmfoto der Präsentation des Verkaufs-
- 5 -
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Entwicklung des Handelsvolumens von Zertifikaten seit 2005 - 13 -
Abbildung 2: Analysestruktur - 23 -
Abbildung 3: Marktanteile der Emittenten auf dem deutschen Markt - 26 -
Abbildung 4: Zertifikate nach Börsenumsatz - 26 -
Abbildung 5: Zertifikate nach Marktvolumen ........................................................... - 27 -
- 6 - Abkürzungsverzeichnis
BaFin Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
BGB Bürgerliches Gesetzbuch
DAX Deutscher Aktienindex (Performanceindex)
DDV Deutscher Derivate Verband
EU-ProspektVO EU-Prospektverordnung: Verordnung (EG) Nr. 809/2004
EUR Euro (€)
EWR Europäischer Wirtschaftsraum
ICME ICME Management Consultants
GuV Gewinn- und Verlustrechnung
ISIN International Security Identification Number
USD United States dollar ($)
WKN Wertpapierkennnummer
WpPG Wertpapierprospektgesetz
- 7 - 1. Einleitung 1.1 Motivation
Grundsätzlich existiert das Thema Anlegerschutz und die Frage nach der Haftung für fehlerhafte Anlageberatung schon seit der Entstehung der Kapitalmärkte. 1 Besonders durch die Folgen der Finanzkrise aber, gerieten die Banken aus diesem Grund in den letzten Jahren stark in die Kritik. Vor allem die persönliche Anlageberatung stand dabei im Mittelpunkt und wird auch von vielen wissenschaftlichen Schriften thematisiert. Neben der Anlageberatung durch fachkundiges Personal, ist jedoch auch die schriftliche Aufklärung der Anleger durch Informationsmaterial des Emittenten ein wichtiger Beitrag zur umfassenden Information des Anlegers. Den wichtigsten und zweifelsfrei rechtlich verbindlichen Teil dieser Informationen, machen die offiziellen Verkaufsprospekte der Finanzprodukte aus. Im Rahmen dieser Bachelorarbeit werden daher, nach einer konzeptionellen Einführung, drei ausgewählte Verkaufsprospekte von Zertifikaten aus Verbraucherschutzgesichtspunkten analysiert.
1.2 Problemstellung
Seit dem Beginn der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts, kommt es an den europäischen Börsen zu einem deutlichen und konstanten Wachstum des Handelsvolumens. 2 Dieses Wachstum ist zu einem großen Teil durch das wachsende Geldvermögen privater Haushalte zu erklären, das zwischen 1990 und 2009 um 125% auf 4,5 Billionen Euro gestiegen ist. 3 Analog zum Gesamtwachstum wächst auch der Zertifikatemarkt in Deutschland seit langem.
Das erste Zertifikat wurde bereits 1989 von der Dresdener Bank emittiert 4 , aber besonders nach der Jahrtausendwende wurden Zertifikate als Geldanlage immer beliebter. So lag das Bestandsvolumen im Jahr 2004 bei etwa 30 Mrd. EUR und zur selben Zeit wurde, trotz der damals geringen Bekanntheit bei den Anlegern, ein Wachstum auf etwa 146 Mrd. EUR bis zum Jahr 2008 prognostiziert 5 . Diese Prognose wurde ex post betrachtet auch ziemlich genau erreicht. 6
Durch die stetig umfangreicher werdenden technischen Möglichkeiten und die wachsende finanzielle Selbstständigkeit vieler Anleger, die möglicherweise auch mit der ansteigenden Vertrautheit im Umgang mit moderneren Anlageprodukten, wie Zertifika-
1 Vgl.Hofmann, André (Aufklärung und Anlageberatung, 2007), S. 13
2 Vgl. Gottwald, Alexander (Die europäische Prospektrichtlinie als Schritt zu einem integrierten Finanzmarkt, 2009), S .11
3 Vgl. Kohlert, Daniel (Anlageberatung und Qualität - ein Widerspruch?, 2009), S. 23
4 Vgl. Jürgens, Patrick (Die Bedeutung von Zertifikaten für den privaten Anleger, 2008), S. 1
5 Vgl. ICME (Eine Anlageform mit Potenzial, 2004), S. 1
6 Vgl. http://www.derivateverband.de/DEU/Statistiken/Marktvolumen
- 8 -ten, zu begründen ist, informiert sich eine wachsende Zahl von Anlegern vor dem Kauf eines Finanzprodukts ausführlich im Internet. 7 Aktuell liegt die Zahl dieser Anleger bei etwa 60%. Mit mittlerweile 10% 8 steigt auch die Zahl der Anleger, die auf die Möglich-keiten des Discount-Broking setzen 9 , hier fehlt eine ausführliche und individuelle Bera-tung jedoch völlig. 10 Daher ist eine wachsende Anzahl von Anlegern auf die Informatio-nen angewiesen, die sie selber zur freien Verfügung haben. Entscheidenden Anteil an diesen Informationen hat der jeweilige Verkaufsprospekt des Zertifikats. Dieser wird von den Emittenten sowohl im Internet zur Verfügung gestellt, als auch von den ver-kaufenden Geldinstituten als Informationsbroschüre zur Ergänzung einer persönlichen Beratung ausgegeben.
Bis zum Erlass der Richtlinie 2003/71/EG über die in Prospekten enthaltenen Informationen, war die Rechtslage über den Inhalt von Wertpapierprospekten in Europa uneinheitlich und undurchsichtig. Die neue Richtlinie wurde deshalb hauptsächlich aus Gründen des Anlegerschutzes und der Vereinheitlichung des europäischen Rechtssystems verordnet. Am 29.04.2004 schließlich wurde die EU-Verordnung Nr. 809/2004 erlassen, die zusammen mit ihren Ergänzungen Nr. 1787/2006 und Nr. 211/2007 zur Umsetzung der Richtlinie 2003/71/EG führte. 11
In Deutschland wurde diese Richtlinie zum 22.06.2005 zuerst in Form des Prospektrichtlinienumsetzungsgesetzes in nationales Recht übernommen. 12 In diesem wird in Artikel 1 die Einführung des Wertpapierprospektgesetzes beschlossen, das am 01.07.2005 schließlich in Kraft trat. 13 Des Weiteren wurden durch das Prospektrichtlinienumsetzungsgesetz einige Änderungen in dem Verkaufsprospektgesetz 14 , Börsengesetz 15 und Investmentgesetz 16 , sowie in der Börsenzulassungsverordnung 17 notwendig. Die Verkaufsprospektverordnung wurde mit Einführung des Wertpapierprospektgesetzes aufgehoben. 18
7 Vgl. http://www.die-bank.de/banking/mehrheit-der-bankkunden-recherchiert-online
8 Vgl. http://www.die-bank.de/banking/mehrheit-der-bankkunden-recherchiert-online
9 Vgl. Taubert, Claudius (Informationspflichten als Geschäftsbesorgungspflichten, 2009), S. 176
10 Vgl. Taubert, Claudius (Informationspflichten als Geschäftsbesorgungspflichten, 2009), S 177
11 Vgl. Keunecke, Ulrich (Prospekte im Kapitalmarkt, 2009), S. 6
12 Vgl. Gottwald, Alexander (Die europäische Prospektrichtlinie als Schritt zu einem integrierten Finanzmarkt, 2009), S. 43
13 Vgl. Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2003/71/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. November 2003, BGBL. I 2005, S. 1698 v. 22.6.2005
14 Vgl. Art. 2 Prospektrichtlinien-Umsetzungsgesetz
15 Vgl. Art. 3 Prospektrichtlinien-Umsetzungsgesetz
16 Vgl. Art. 5 Prospektrichtlinien-Umsetzungsgesetz
17 Vgl. Art. 4 Prospektrichtlinien-Umsetzungsgesetz
18 Vgl. Art. 9 Prospektrichtlinien-Umsetzungsgesetz
- 9 -Zwar unterliegen nicht alle Wertpapieremissionen der Prospektpflicht, diese Arbeit ana-lysiert jedoch ausschließlich die Verkaufsprospekte von Zertifikaten. Diese sind von der Prospektpflicht ausdrücklich betroffen und werden im Wertpapierprospektgesetz sogar explizit aufgeführt. 19 In diesem Zusammenhang überprüft die vorliegende Abhandlung, ob bzw. in wie weit die Verkaufsprospekte nach den aktuellen gesetzlichen Anforde-rungen für eine umfassende Information und Aufklärung eines durchschnittlichen Pri-vatanlegers sorgen können.
1.3 Aufbau der Arbeit
Zur Einführung und Information, werden zunächst einmal die konzeptionellen Grundlagen dargestellt, dabei werden die Eigenschaften und das Funktionsprinzip eines Zertifikats erläutert und es wird speziell auf die Bedeutung der Zertifikate für Privatanleger eingegangen. Anschließend wird ein Anforderungskatalog für den Inhalt und Aufbau der Verkaufsprospekte erstellt. Dieser setzt sich sowohl aus den gesetzlichen Anforderungen, als auch aus den verbraucherschutzorientierten Anforderungen von den Emittenten selber, sowie den von Experten und Branchenkennern erhobenen Ansprüchen zusammen. Anhand dieses Katalogs werden schließlich drei verschiedene Verkaufsprospekte unterschiedlicher Zertifikate differenziert nach ihrer inhaltlichen, strukturellen und sprachlichen Gestaltung analysiert. Nach Abschluss der Analyse werden die gesammelten Ergebnisse in einer Zusammenfassung und Bewertung reflektiert.
2. Konzeptionelle Grundlagen 2.1 Idee und Konstruktion eines Zertifikats
Zertifikate fallen unter die Kategorie der Wertpapiere 20 , eine genauere Definition lautet: „frei handelbare Schuldverschreibungen einer Bank, die sich auf ein anderes Wertpa- pieroder Anlageinstrument beziehen“ 21 . Damit sind Zertifikate Derivate 22 , sie können sich dabei auf einen oder mehrere Basiswerte sehr unterschiedlicher Art beziehen. In Anbetracht der heutzutage weiten Verbreitung von Zertifikate, kann der Anleger in nahezu jede Anlageklasse auf der ganzen Welt 23 mit einer einzelnen Order investieren. Zwar wurde das erste Zertifikat, wie bereits erwähnt, schon 1989 emittiert, steigender Beliebtheit erfuhren Zertifikate aber erst nach der Jahrtausendwende. 24 Die Gründe
19 Vgl. WpPG §2 Nr. 1.b)
20 Vgl. WpPG §2 Abs. 1 Abschnitt a)
21 Pilz, Gerald (Zertifikate), S. 1
22 Vgl. Götte, Rüdiger (Richtig investieren mit Zertifikaten uder Hebelprodukten, 2009), S. 15
23 Vgl. Capital (Zertifikate, Sonderheft 11.10.2007), S. 8
24 Vgl. http://www.derivateverband.de/DEU/Statistiken/Marktvolumen
Arbeit zitieren:
Martin Kuhl, 2011, Analyse von Verkaufsprospekten ausgewählter Zertifikate unter Verbraucherschutzgesichtspunkten, München, GRIN Verlag GmbH
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