Verzeichnisse
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1 Gegenwärtige Wassersituation 1
1.1 Vorkommen 2
1.2 Verfügbarkeit 2
1.3 Verbrauch 3
2 Die (zukünftige) Wasserkrise 4
3 Leitlinien einer neuen Wasserethik 7
3.1 Schutz der Ökosysteme 7
3.2 Gerechtere und ezientere Wassernutzung 8
3.3 Zielgerichtete Entwicklungshilfe und -politik 9
3.4 Gerechte Wasserbewertung 10
Schlussfolgerung 12
Literatur 14
Tabellenverzeichnis
1 Prozentanteil der urbanen und ländlichen Bevölkerung mit Zugang zu Trinkwas-
ser und sanitären Anlagen 3
2 Wasser-Stress-Index nach Falkenmark 4
Abbildungsverzeichnis
1 Intersektoraler Wasserverbrauch nach Regionen 5
ii
Einleitung
Wasser ist ein kostbares Gut. Sogar auf fremden Planeten wird nach ihm gesucht, um damit vergangenes oder mögliches Leben zu erklären. An seiner Wichtigkeit für das gesamte ökologische System der Erde besteht kein Zweifel. Dieses ökologische System sorgt durch seine Kreisläufe auch dafür, dass Wasser ständig in Bewegung ist und damit unser Klima und Wetter mitbestimmt. Das heißt aber auch, dass Wasser nicht gleichmäßig auf der Erde verteilt ist. In den Industrienationen meist ausreichend vorhanden, fehlt es in anderen Regionen der Welt schon für die nötigsten Dinge: als unbedingt benötigtes Trinkwasser, für die Zubereitung von Speisen sowie als Voraussetzung zur Aufrechterhaltung der einfachsten Hygienemaßnahmen.
Die vorliegende Arbeit untersucht die gegenwärtige Wassersituation, die für zahlreiche betroffene Regionen und Gesellschaften bereits jetzt sozial und wirtschaftlich riskant ist. Dazu führt die Arbeit zu Beginn in die aktuelle Verfügbarkeit und Nutzung der Wasserressourcen ein. Anschließend werden die Gefahren dargestellt, die den betroenen Gesellschaften bei unveränderter Nutzung drohen. Um diesen Gefahren zu entgehen, gibt es mannigfaltige Ansätze, die alle einem gerechteren und nachhaltigeren Umgang verpichtet und auch gleichen Voraussetzungen unterlegen sind. Mit der Beschreibung und Analyse dieser, durch Literaturrecherche zusammengetragenen Ansätze, beschäftigt sich der umfangreichste Teil dieser Arbeit, bevor dann in der Schlussfolgerung eine Zusammenfassung und kritische Würdigung der Maßnahmen geschieht.
1 Gegenwärtige Wassersituation
Jede Gesellschaft unterliegt in Bezug auf ihren Umgang mit Wasser anderen Voraussetzungen. Zum einen sind dies soziokulturelle Faktoren, die den Umgang und die Wertschätzung von Wasser bestimmen. In vielen Religionen steht Wasser für die Fruchtbarkeit und das Leben. In der babylonischen Schöpfungsmythologie (En¯ uma eliš) geht die Welt gar aus einem riesigen Ozean hervor. Während die in verschiedenen Kulturen beschriebene Sintut hingegen die Auslöschung der in ihrem Verhalten verfehlten Zivilisation zum Ziel hatte. Zum anderen werden diese Voraussetzungen schlicht auch durch die geographischen Gegebenheiten, den Entwicklungs- und Bildungsstand der Gesellschaft, das politische System und der ökonomischen Leistungsfähigkeit der Industrie bestimmt.
Der unterschiedlich kulturelle Umgang und die globale Ungleichverteilung der Wasservorkommen lassen den Schluss zu, dass Wasser als ausschließlich regionale und keinesfalls als globale Ressource zu betrachten ist (Engelmann und Leroy, 2000).
Im Folgenden sollen Vorkommen, Verfügbarkeit und Verbrauch von Wasser zur Veranschaulichung der aktuellen Situation kurz erläutert werden.
1
1.1 Vorkommen
Dass unsere Erde als blauer Planet bezeichnet wird, ist dem Umstand geschuldet, dass ihre Oberäche zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt ist (Gleick, 1996) 1 . Dies lässt den vermeintlichen Schluss zu, Wasser stünde der Weltbevölkerung im Überuss zur Verfügung. Doch nur etwa 3 Prozent der weltweiten 1.400 Millionen Kubikkilometer Wasser stellen überhaupt Trinkwasser dar. Der Großteil zirkuliert als Salzwasser in den Kreisläufen der Ozeane. Aber auch die überwiegende Menge des Trinkwassers ist für den Menschen nicht nutzbar. Das in Permafrostböden oder Gletschern gebundene sowie in nicht erschließbar tief liegenden Speichern lagernde Wasser ist unzugänglich oder schlicht nicht nutzbar. Lediglich 0,3 Prozent des Trinkwassers (etwas weniger als 100.000 Kubikkilometer) stehen als eigentlich nutzbare Ressource zur Verfügung. Diese Wassermenge, die sich als Kreislauf in Flüssen und Seen sowie als Verdunstung und Niederschlag in der Atmosphäre wiederndet, ist global sehr ungleich verteilt. Den größten Einuss auf diese Verteilung stellt die geographische Lage der Region dar. Zum einen, weil dadurch die innerhalb des Gebietes zur Verfügung stehenden Vorkommen umgrenzt werden. Dabei handelt es sich um Grundwasser, Seen oder Flüsse. Zum anderen, weil durch die Lage Klimafaktoren, wie Niederschlags- und Evapotranspirationsmenge 2 , Temperatur, Sonneneinstrahlung etc. beeinusst werden. Diese Einussgrößen bestimmen beispielsweise die Zeit, die Wasser nach dem Niedergehen als Niederschlag bis zur Verdunstung zur Nutzung verfügbar ist. Weiterhin entscheidend ist, ob die zu betrachtende Region neben endogenen auch über exogene Wasservorkommen verfügt. Als Extrembeispiel sei hier auf den Nil verwiesen. Er trägt als Zuuss vom südlich gelegenen Nachbarn Sudan, zu 97 Prozent der Wasservorkommen Ägyptens bei (Engelmann und Leroy, 2000) und ermöglicht damit die Ansiedlung von 98 Prozent der Bevölkerung auf einer - im Vergleich zum Rest des Landes recht fruchtbaren - Landesäche von nur 5,5 Prozent (Hultin, 1995).
Zunehmende, durch Abholzung, Überweidung und falsche Bewässerungsmethoden auch anthropogen verursachte Desertikation verringert die Wasservorkommen ebenfalls (Burns, 1995).
1.2 Verfügbarkeit
Sind Wasservorkommen vorhanden, steht dieses Wasser längst noch nicht allen Bevölkerungsteilen zur Verfügung. Die Erschließung von Vorkommen, die Aufbereitung und Reinigung, nicht zuletzt der Transport des Wassers, fordern einen nanziellen und technischen Aufwand. Diese Aufgabe ist von Entwicklungsländern kaum zufriedenstellend zu meistern. So gibt es gravierende Unterschiede zwischen der Versorgung von Städten und ländlichen Gebieten (Gleick et al., 2008), wie der Tabelle 1 für einige Länder Afrikas beispielhaft zu entnehmen ist. Ebenfalls hinderlich
1 Alle weiteren Volumen- und Prozentangaben in Bezug auf Wasser entstammen dieser Quelle.
2 Als Evapotranspiration wird die Summe der Verdunstung von Wasser im Panzenreich (Transpiration) und der auf unbewachsenem Land (Evaporation) bezeichnet (Hupfer und Kuttler, 2005).
2
für die Verfügbarkeit von Wasser ist die ungenügende Abwasserentsorgung in Entwicklungsländern (siehe ebenfalls Tabelle 1), durch welche das (ohnehin knappe) Trinkwasser verschmutzt und unbrauchbar gemacht wird.
Tabelle 1: Prozentanteil der urbanen und ländlichen Bevölkerung mit Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen (Datenquelle: World Health Organization: Global Health Observatory Data Repository, Stand: 2008)
Um die Verfügbarkeit von Wasser international vergleichbar und diskutierbar zu machen, denierte Malin Falkenmark im Jahre 1989 den Wasser-Stress-Index (Falkenmark, 1989). Dieser ermöglicht die Kategorisierung unterschiedlicher Staaten und Regionen anhand der Wasserverfügbarkeit. Als Ausgangspunkt diente Falkenmark ein täglicher Pro-Kopf-Verbrauch von 100 Litern als Minimum für den persönlichen Grundbedarf und die notwendige Hygiene. Dies ergibt eine jährliche Menge von 36,5 Kubikmeter. Hinzugerechnet werden muss ein weiterer, auf den Einzelnen umgerechneter Verbrauch für die Produktion von industriellen und landwirtschaftlichen Gütern, die Energieerzeugung und den Erhalt der Ökosysteme. Falkenmark bestimmte daraufhin die in der Tabelle 2 aufgeführten Grenzwerte (Verfügbarkeit pro Kopf per annum) zur Bestimmung unterschiedlicher Knappheiten.
Laut Klaphake (2003) waren im Jahre 1995 bereits über 40 Prozent der Weltbevölkerung von mindestens chronischem Wassermangel betroen. Durch weiteres Bevölkerungswachstum, gerade auch in den von Wasserknappheit betroenen Staaten, soll die jährlich zur Verfügung stehende Pro-Kopf-Menge erneuerbaren Trinkwassers bis zum Jahr 2025 um weitere 30 Prozent abnehmen (Wallacher, 1999).
1.3 Verbrauch
So unterschiedlich Wasser über die Erde verteilt ist, so uneinheitlich stellt sich auch dessen Verbrauch dar. Unabhängig vom persönlichen Bedarf eines jeden Einzelnen wird Wasser außerdem für die Herstellung panzlicher oder tierischer Erzeugnisse, die Produktion von Gütern und Er-
3
Arbeit zitieren:
Martin Hartmann-Schüler, 2011, Die Zukunft des Wassers, München, GRIN Verlag GmbH
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