Inhaltsverzeichnis iii
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis v
Abk ürzungsverzeichnis vi
1. Einführung 1
2. Alternativer Tourismus 3
2.1. Definition "Alternativer Tourismus" 3
2.2 Alternative Tourismusformen 5
2.2.1 Sanfter Tourismus - eine nähere Betrachtung 5
2.2.1.1 Begriffserklärung und Definition 7
2.2.1.2 Rahmenbedingungen für Sanften Tourismus 8
2.2.1.3 Varianten des Sanften Tourismus 8
2.2.1.4 Leitbild und Ziele des Sanften Tourismus 9
2.2.1.5 Kundengruppen im Sanften Tourismus 12
2.2.1.6 Beispiele für Sanften bzw. Nachhaltigen Tourismus 13
2.2.1.7 Die Zukunft des Sanften Tourismus 15
2.2.1 Kulturtourismus 16
2.2.2.1 Definition von Kulturtourismus 16
2.2.2.2 Erscheinungsformen des Kulturtourismus 18
2.2.2.3 Struktur des kulturtouristischen Angebots 19
2.2.2.4 Kundengruppen im Kulturtourismus 20
2.2.2.5 Chancen und Risiken im Kulturtourismus 22
2.2.2.6 Aktuelle Fakten zum Kulturtourismus 25
2.2.2.7 Die Zukunft des Kulturtourismus 25
3. Die Klosterstadt Waldsassen 28
3.1 Lage und Erreichbarkeit 28
3.2 Zahlen, Daten, Fakten 29
3.3 Tourismus in Waldsassen 32
3.3.1 Zahlen, Daten, Fakten 32
3.3.2 Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele 33
3.3.3 Kulturelle Veranstaltungen und Events 35
3.3.4 Freizeit und Sport 36
3.3.5 Pauschalangebote in Waldsassen 37
Inhaltsverzeichnis iv
4. Das Kloster Waldsassen - Sitz des Zisterzienserordens 38
4.1 Geschichte des Klosters 38
4.2 Die Klostergebäude 40
4.3 Das Kloster heute - Zahlen, Daten, Fakten 40
4.4 Das Projekt St. Joseph 44
5. Das KuBZ - Kultur- und Begegnungszentrum Waldsassen 46
5.1 Die Entwicklung der Stiftung 46
5.2 Das Zentrum als Zukunftschance 46
5.3 Orientierung an den Trends im Tourismus 47
5.4 Ziele des Kultur- und Begegnungszentrums 50
5.5 Aufgaben des Zentrums 51
5.5.1 Musik und Meditation als Schwerpunkte 53
5.5.2 Weitere Akzente 54
5.5.2.1 Beitrag zur internationalen und interkulturellen Begegnung
und Verständigung 54
5.5.2.2 Möglichkeiten für Begegnung und Kommunikation 55
5.6 Die Umweltbildungseinrichtung Waldsassen - die Umweltstation 56
5.7 Nutzergruppen 57
5.8 Programm des Kultur- und Begegnungszentrums 58
5.9 Neue Angebote und zukünftige Programmerweiterungen 60
5.10 Marketing des Kultur- und Begegnungszentrums 61
5.10.1 Besucherinformation 61
5.10.2 Events 62
5.10.3 Merchandising 64
5.10.4 Weitere Akzente im Marketingbereich 64
6. Empirische Untersuchung 65
7. Resümee 69
Anhangverzeichnis vii
Anhang ix
Literatur - und Quellenverzeichnis xii
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: 6 Hartes Reisen - Sanftes Reisen
Abbildung 2: 7 Entwicklung des Sanften Tourismus
Abbildung 3: Das magische Fünfeck im Zentrum Sanfter
Tourismusentwicklung
Abbildung 4: 18 Von der Kulturreise zur Reisekultur
Abbildung 5: 19 Strukturen im Kulturtourismus
Abbildung 6: 22 Effekte im Kulturtourismus
Abbildung 7: 41 Der Tagesablauf im Zisterzienserkloster
Abbildung 8: 51 Die Bedürfnispyramide nach Maslow
Abbildung 9: Projekte und Themenschwerpunkte der
Umweltbildungseinrichtung
Abbildung 10: 59 Das Programmangebot des KuBZ
Abbildung 11: 63 Wirkungen von Events
Abkürzungsverzeichnis vi
Abkürzungsverzeichnis
Aufl. Auflage BMU Bundesministerium für Umwelt bzw. beziehungsweise CZ Tschechische Republik DEHOGA Deutscher Hotel und Gaststättenverband Dr. Doktor DRV Deutscher Reiseverband DZT Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. eingetragener Verein EDV elektronische Datenverarbeitung EMAS II Eco-Management and Audit Scheme f. folgende F.U.R: Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. ff. fortfolgende GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung KG Kommanditgesellschaft Hl. Heilig Hrsg. Herausgeber i.d.Opf. in der Oberpfalz IHA Hotelverband Deutschland km Kilometer km² Quadratkilometer KuBZ Kultur- und Begegnungszentrum o.J. ohne Jahresangabe PKW Personenkraftwagen Prof. Professor S. Seite UBA Umweltbundesamt UNESCO United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization Univ. Universität
Abkürzungsverzeichnis vii
USP Unique Selling Proposition vgl. vergleiche www world wide web z.B. zum Beispiel
1. Einführung 1
1. Einführung
Tourismus ist für die ländlichen Regionen der Oberpfalz in Bayern ein wachsender und für einige Bewohner existentiell wichtiger Wirtschaftszweig. Es gilt hierbei zu beachten, dass die touristischen Nachfrager heutzutage reiseerfahren sind und meist auch anspruchsvoller. Das soll nicht heißen, dass sich die grundlegenden Motive des Reisens geändert haben, sondern dass neue Erwartungen und andere Zielgruppen dazu gekommen sind.
Der Tourist der heutigen Freizeit- und Erlebnisgesellschaft wird in Zukunft höhere Anforderungen an das Angebot im Natur- und Kulturbereich der Urlaubsdestination stellen.„„Rundum- Unterhaltung“, „Urlaub als großes Event“, „Aktivurlaub“, „Kunst- und Kulturgenuß“ könnten die Trends der Zukunft sein. Andererseits erwartet der „gespaltene Konsument“ zugleich Ruhe und Umweltschonung sowie Sinnesorientierung.“ 1
Als Folge aus diesen Entwicklungen ist die Tourismusbranche gefordert, neue Konzepte zu konstruieren, alternative Tourismusarten zu forcieren und dem Reisenden individuell zugeschnittene Reisemöglichkeiten anzubieten. Aktuelle Reiseformen sind unter anderem der Kultur- und Naturtourismus, als Ausprägungsformen der Bedürfnisse des modernen Gastes. Diese Reiseformen sollen als alternative Tourismustypen dargestellt werden und anhand der Arbeit des Kultur-und Begegnungszentrums in der Klosterstadt Waldsassen vorgestellt werden. Die theoretische Behandlung des Themas erfolgt gestützt auf ausgewählte touristische Fachliteratur, Internetrecherchen, offizielle Daten und Statistiken, sowie einer selbst durchgeführten Gästebefragung.
Zunächst einmal sollen allgemeine Begriffserklärungen und Definitionen zu alternativen Tourismusformen gegeben werden. Im anschließenden Teil der Arbeit wird die Destination Waldsassen, sowie das Kloster kurz vorgestellt.
1 Freyer, W., Tourismus, 2006, Seite 26
1. Einführung 2
Das Hauptaugenmerk liegt auf der Betrachtung und Analyse der Arbeit des Kultur-und Begegnungszentrums Waldsassen.
Es wird erörtert, worin die Ziele des Zentrums liegen, an welchen Trends sich die Einrichtung orientiert und worin die Hauptaufgaben bestehen. Des weiteren wird die Umweltbildungseinrichtung vorgestellt sowie die Nutzergruppen des Kultur- und Begegnungszentrums. Aktuelle Entwicklungen, ein Überblick über die Marketingmaßnahmen und eine Empirische Untersuchung in Form einer Gästebefragung runden das Thema ab. Abschließend werden die Zukunftschancen erörtert und eventuelle Handlungsbedarfe dargestellt.
2. Alternativer Tourismus 3
2. Alternativer Tourismus
Zunächst eine Abgrenzung des Begriffes Alternativer Tourismus. Alternativtourismus gilt als eine Sonderform des Reisens und meint neue Reiseformen und Reiseinhalte, um individuelle Gästebedürfnisse befriedigen zu können. Entstanden ist der alternative Tourismus aus der Unlust vieler Reisender am traditionellen, althergebrachten Pauschaltourismus.
Bei der Pauschalreise kann der Gast alle Reiseleistungen, wie zum Beispiel Anreise, Transfers oder Unterkunft vorab als Gesamtpaket buchen. 1 Bei der vom Reiseveranstalter angebotenen Pauschalreise hat der Kunde relativ wenig Aufwand und Arbeit, aber auch geringe beziehungsweise meist keine Handlungsspielräume seinen Urlaub selbst zu gestalten, was nicht allen Reisenden entspricht. Aus dieser Unzufriedenheit entwickelten sich „ „individuelle, andere, neue, alternative, sanfte, einsichtige“ Reiseformen“. 2
Zu Beginn des Alternativtourismus war die Gegenbewegung zur Pauschalreise der
Rucksack-Tourist oder Globetrotter. 3 Doch heute versteht man unter alternativen Tourismusformen weitaus mehr, was in den folgenden Ausführungen dargestellt wird.
2.1 Definition „Alternativer Tourismus“
Überwiegend wurde Alternativreisen mit Reiseformen der Globetrotter und Tramperszene in Verbindung gebracht oder aber synonym mit Rucksack- oder Freaktourismus verwendet.³ Doch aktuell wird der Begriff auch als Werbemittel in der Tourismusbranche genutzt. Die Welt soll „ „anders, behutsam, billig, do-ityourself, alternativ, neu, sanft,...“ entdeckt werden.“²
1 Vgl. Dettmer, H., Tourismustypen, 2000, Seite 60
2 Freyer, W., Tourismus, 2006, Seite 518
3 Vgl. Freyer, W., Tourismus, 2006, Seite 518
2. Alternativer Tourismus 4
Nachstehende Fakten sind typisch für Alternativtourismus:
- Abgrenzung zum Massentourismus
Wichtig für die Mehrzahl der Alternativtouristen ist die klare Abgrenzung vom Massentourismus, die Urlaubsform, bei der gleichzeitig Hunderte von Touristen in das gleiche Zielgebiet unterwegs sind, in gleichen Hotels übernachten und in großen Gruppen zur gleichen Zeit verpflegt und zur werden. 1 Besichtigung einheimischer Attraktionen geleitet Der
Alternativtourist möchte sich nicht durch Pauschalarrangements, geregelte Tagesabläufe, Animation oder Reiseleitung beeinträchtigen lassen und sehen sich selbst nach ihrem Verständnis, als Nicht-Touristen.²
- Reiseform
Als Reiseform entscheiden sich die Alternativtouristen für die selbstorganisierte Reise alleine oder in der Kleingruppe. Häufig haben die Individualreisenden mehr Zeit zur Verfügung als der Normaltourist und vermeiden die typischen „Touri-Aufenthaltsorte“ im Zielgebiet. 2
- Informationen über das Gastland
Der Alternativreisende schätzt sich selbst als „überdurchschnittlich an Land
und Leuten interessiert“ 3 ein und empfindet sein Anwesendsein im Vergleich zum typischen Massentourist als eher kleines Problem. 4
Ausgehend von den vorangegangenen Fakten kann man nun Reisegrundsätze des Alternativtouristen ableiten.
So ist für diese Reisenden eine individuelle, freie Gestaltung der Reise sehr bedeutsam. Das fängt beispielsweise an beim Zusammenstellen der Anreise oder aber dem Finden einer geeigneten Unterkunft auf eigene Faust. Der Tourist möchte zudem das ursprüngliche Leben der Bewohner am Zielort kennen lernen. Dies kann in der Wohn- oder Lebensweise in der Destination sein, oder aber bei Dingen des täglichen Lebens, wie zum Beispiel in den Bereichen Lebensmitteln oder Fortbewegungsmitteln.
1 Vgl. Freyer, W., Tourismus, 2006, Seite 205
2 Vgl. Freyer, W., Tourismus, 2006, Seite 518
3 Freyer, W., Tourismus, 2006, Seite 519
4 Vgl. Freyer, W., Tourismus, 2006, Seite 519
2. Alternativer Tourismus 5
Im Idealfall leben die alternativen Gäste wie die Einheimischen im Urlaubsgebietin derselben Art von Unterkunft, mit den landestypischen Einrichtungen oder Ausstattungen. Der Reisende versteht sich als Anti-Massentourist, lehnt vorab organisiertes Programm ab und ist in kleinen Gruppen oder als individuell Alleinreisender unterwegs.
2.2 Alternative Tourismusformen
Beispiele für Alternative Tourismusformen sind zum Beispiel der Sanfte Tourismus und der Kulturtourismus. Beide Arten sind für das Kultur- und Begegnungszentrum Waldsassen von großer Bedeutung, weswegen im folgenden diese beiden Tourismustypen näher beleuchtet werden.
2.2.1 Sanfter Tourismus - eine nähere Betrachtung
Hinleitend zur Arbeit des Kultur- und Begegnungszentrums und den dazugehörigen Einrichtungen Umweltstation und Naturerlebnisgarten wird nun näher und detaillierter auf die alternative Reiseart des Sanften Tourismus eingegangen. Sanfter Tourismus ist vom Begrifflichen schwer abzugrenzen, da es keine allgemeingültige Definition zum Thema gibt, sondern in der Fachliteratur viele verschiedene Tourismustypen auftauchen, die sich nahezu mit der gleichen Thematik befassen.
Ein entscheidendes Element beim Sanften Tourismus ist die umweltpädagogische Komponente. Der Reisende soll Informationen gewinnen, Erfahrungen machen, Neues erlernen und die Natur erleben - ohne aber das Gefühl übermittelt zu bekommen, dass er in der „schönsten Zeit des Jahres“ belehrt werden soll. Sanfter, Nachhaltiger, Natur- oder Ökotourismus werden heute vermehrt synonym verwendet, da diese Reiseformen ineinander übergehen, sich in vielen Details überschneiden und in der praktischen Umsetzung nahezu identisch sind.
2. Alternativer Tourismus 6
Folgende Tabelle stellt die wichtigsten Fakten von Harten und Sanften Reisen gegenüber:
Abbildung 1 (Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Freyer, W., Tourismus, 2006, Seite 522)
2. Alternativer Tourismus 7
2.2.1.1 Begriffserklärungen und Definition
„Sanfter Tourismus“ wird in der Branche aktuell häufig als Synonym für eine große Anzahl ähnlicher Tourismusarten und -formen verwendet, deren Basisanliegen sinngleich sind.
Gemeint sind Tourismusformen, welche - anders als der traditionelle Tourismuszumeist höhere Ansprüche an die wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Effekte des Reisens stellen. Mit dem Ausdruck „Sanfter Tourismus“ werden dem Reisen meist folgende Attribute zugeteilt:
„- sanft, weich, still, ruhig, schonend, verträglich, einfach, freundlich,
- ökologisch, naturnah, naturorientiert, umweltfreundlich, grün,
- sozial, kulturell, sozio-kulturell verträglich,
- nicht-technisiert, motorlos, -extensiv, angepasst,
- „sustainable“ oder:
− alternativ, anders, neu, intelligent, mit Einsicht.“ 1
Im Zeitverlauf entwickelte sich der Sanfte Tourismus vom rein ökologischem Konzept hin zu den Zusatzaspekten Ökonomie und Soziales.
Abbildung 2 (Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Freyer, W.,Tourismus, 2006, Seite 523)
1 Freyer, W., Tourismus, 2006, Seite 522
2. Alternativer Tourismus 8
2.2.1.2 Rahmenbedingungen für Sanften Tourismus
Zunächst entstehen im Rahmen traditioneller Reiseformen einzelne Zusatzangebote ökologischen Tourismus. Angeregt werden diese durch das erhöhte Interesse der Reisenden an Natur und Umwelt, generell gestiegene Umweltsensibilität, dem Nachholbedürfnis Erwachsener an Information und dem Wunsch bereits früh bei der nächsten Generation Bewusstsein für Umwelt und Natur zu fördern. Schritte zur Einrichtung ökologischer Reiseangebote sind anfangs oft nur minimal, wie zum Beispiel Informationstafeln an Wanderwegen, oder Gästeführer, die auf Umweltfragen hinweisen. Bei ansteigenden Zahlen der Touristen infolge solcher Angebote werden weitere Investitionen im Bereich des Ökotourismus sinnvoll, wie beispielsweise der Bau von Naturerlebnispfaden oder Tiergehegen. Zusammenfassend kann man feststellen, dass Sanfter Tourismus im Normalfall als Zusatzangebot zu einer vorhandenen Urlaubsform oder Attraktion existiert, oder aber als Nischenprodukt annonciert wird.
2.2.1.3 Varianten des Sanften Tourismus
Wie schon vorhergehend erläutert, kann Sanfter Tourismus schwer abgegrenzt werden - folglich gibt es eine Vielzahl von Varianten. Nachfolgend sollen einige bedeutsame Modulationen des Sanften Tourismus dargestellt werden:
- Naturtourismus:
Unter Naturtourismus fällt der Besuch von National- oder Naturparks, Naturstudienreisen, Safaris, Wanderungen, Radtouren, Expeditionen und Trekkingtouren. Das Hauptaugenmerk liegt hier beim Erleben von Natur und Umwelt mit allen Sinnen, sowie beim Erlernen vom verantwortlichen Umgang mit natürlichen Ressourcen.
2. Alternativer Tourismus 9
- Agrotourismus:
Hierbei versteht man den Besuch von Landwirtschaftsausstellungen, von landwirtschaftlichen Museen, Besichtigungen landwirtschaftlicher Betriebe, Mitarbeit auf Höfen in der Destination, sowie das Leben gemeinschaftlich auf landwirtschaftlichen Betrieben im Zielgebiet. Der Schwerpunkt liegt bei der ursprünglichen Landwirtschaft und beim Sammeln von Erfahrungen und Wissen im Agrarbereich.
- Geotourismus:
Geotourismus meint unter anderem Entdeckungen von Vulkanismus, geologische Wanderungen, Fossiliensammlungen, Höhlenbesichtigungen, Ausgrabungsteilnahmen, und viele weitere Aktivitäten im geologischen Bereich. Hier geht es vor allem darum Informationen zu erlangen und praktisch neues oder mehr Wissen zu gewinnen.
- Bioparktourismus
Dies sind hauptsächlich Besuche in Zoos oder Tierparks, Aquarien, Vogelschutzstationen oder ähnlichen. Hauptsächlich kann der Reisende Tiere beobachten und Sensibilität für Natur und Lebewesen erlernen.
- Wissenschaftstourismus
Wissenschaftstourismus betrifft Angebote von Naturwissenschafts- und Technikmuseen, die dem Gast die Möglichkeit bieten, gut aufbereitete sowie interessant gestaltete Informationen zu erlangen. 1
2.2.1.4 Leitbild und Ziele des Sanften Tourismus
Sanfter beziehungsweise Nachhaltiger Tourismus sollte vor allen Dingen sozial, kulturell, ökologisch und wirtschaftlich verträglich sowie langfristig ausgerichtet sein. Heutige und zukünftige Generationen werden in die Überlegungen der sanften Tourismusplanung einbezogen. Die Ziele müssen dementsprechend lauten:
1 Vgl. Viegas, A., Ökodestinationen, 1998, Seite 17ff.
2. Alternativer Tourismus 10
- Gerechtigkeit im ethischen und sozialen Bereich
- Kulturelle Anpassung und Wertschätzung
- ökologisches Verantwortungsgefühl
- sinnvolle und ergiebige Wirtschaftlichkeit Die folgende Darstellung des sogenannten magischen Fünfecks zeigt die Wechselwirkungen und Zielkonflikte der verschiedenen touristischen Aspekte untereinander auf.
Das magische Fünfeck im Zentrum Sanfter Tourismusentwicklung:
Subjektives
Wohlbefinden
Abbildung 3 (Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Bieger, T., Tourismuslehre, 2006, Seite 42)
Die Zielsetzungen im Sanften Tourismus lassen sich zudem in drei Klassen unterteilen - in ökonomische, soziale und ökologische. Zu den ökonomischen Zielen zählen unter anderem der Beitrag zur Wertschöpfung der Destination, die Stärkung der regionalen Wirtschaft oder auch die Schaffung von Arbeitsplätzen im Zielgebiet.
2. Alternativer Tourismus 11
Soziale Ziele beinhalten beispielsweise die Beteiligung der einheimischen Bevölkerung am Tourismus, den interkulturellen Austausch oder aber auch ganz allgemein die Zufriedenheit der Reisenden und der Bereisten. Zum Beispiel dürfen Beschäftigte der Tourismusindustrie nicht ausgebeutet werden und die Arbeitsbedingungen müssen gerecht und menschenwürdig gestaltet sein. Ökologisch gesehen sollten Zielsetzungen unter anderem in einem verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen, der Reduzierung von Emissionen sowie der Vermeidung von negativen Auswirkungen auf die Biodiversität liegen.
Für alle Marktteilnehmer und Interessensgruppen gibt es verschiedene Verhaltensweisen und -ansätze, um die Leitbildern und Ziele des Sanften Tourismus realisieren zu können.
Anbieter sollten also demnach ökologisch, sozial und wirtschaftlich verträglich offerieren und ein ökologisches betriebliches Management entwickeln. Die Nachfrager der touristischen Leistungen sollten ihre ökologischen Gesellschafts-und Reiseverhalten weiterentwickeln, sozialverträglich reisen sowie
wirtschaftsverträglich im Zielgebiet handeln. Das fängt schon damit an, natürliche Ressourcen umsichtig zu nutzen, den Müll verantwortungsbewusst zu entsorgen, einheimische Produkte zu kaufen oder aber landestypische Angebote in der Gastronomie zu nutzen.
Auf dem Tourismusmarkt sollten zukünftig ökologisch, ökonomisch und gesellschaftlich verträgliche Märkte und Marktsegmente gegenüber den weniger verträglichen Marktbereichen gefördert, geschützt, entwickelt und unterstützt werden.
2. Alternativer Tourismus 12
Im Politikbereich schließlich sollte eine sanfte Tourismuspolitik den Rahmen für eine verträglichere Tourismusentwicklung schaffen, sowie die Trends durch sanfte Zielsetzungen steuern (zum Beispiel durch Gesetze, Verordnungen oder aber
steuerliche Anreize). 1
2.2.1.5 Kundengruppen im Sanften Tourismus
Nach den Ausführungen zu den Zielsetzungen und Leitbildern, sowie möglichen Umsetzungsgedanken zum Sanften Tourismus wird nun auf die potentiellen Kundengruppen eingegangen.
Im Allgemeinen ist es für 84% der Reisenden wichtig, im Urlaub intakter Natur und Umwelt zu begegnen. In der Liste der beliebtesten Urlaubsaktivitäten steht auf Rang
fünf das Erleben von Naturschönheiten mit 42%. 2
Reisen, die nach subjektiver Einschätzung der Urlauber in erster Linie Naturreisen sind, finden zu 49% im Inland statt. Das heißt, der Naturtourismus ist auch in
Zukunft ein wichtiges Segment für den Deutschlandtourismus. 3
Natururlaub ist unter anderem eine Altersfrage - vor allem bei Touristen ab 30 spielt die Natur bei der Reiseentscheidung eine gewichtigere Rolle. Bei den unter 30-Jährigen hingegen ist das Erleben der Umwelt nicht so bedeutend.² Ebenfalls wichtig ist das Naturerleben für Familien mit kleinen Kindern und für Paare ab 40. Familien interessieren sich hierbei vor allem für die Besuche von Natur-oder Nationalparks oder aber die Beobachtung von Tieren.² Natur erleben ist für 42% der Frauen, aber nur für 36% der Männer ein wichtiges Urlaubsmotiv.²
1 Vgl. Freyer, W., Tourismus, 2006, Seite 524
2 vgl. DTV, Natur, Erlebnis, Angebote, 2005, Seite 6
3 vgl. DTV, Natur, Erlebnis, Angebote, 2005, Seite 7 ff.
2. Alternativer Tourismus 13
Die naturinteressierten Reisenden generell...
- sind eher älter als jünger
- sind vor allem Familien mit jüngeren Kindern oder ältere Paare
- sind neben der Natur auch aufgeschlossen für Kultur und Bildung
- wollen etwas für ihre Gesundheit tun
- suchen ein gesundes Klima
- möchten Zeit füreinander haben
- bereisen gerne Naturattraktionen, wie zum Beispiel Natur- oder Nationalparks
- wandern und radeln gerne
- sind zugänglich für leichte sportliche Aktivitäten
- unternehmen gerne Ausflüge
- organisieren ihre Reisen vornehmlich selbst
- verbringen ihren Urlaub in erster Linie in Deutschland, vorzugsweise in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein oder Niedersachsen
- haben besonderes Interesse an Natururlaub, Gesundheitsurlaub, Urlaub auf dem
Bauernhof und in Ferienwohnungen oder Ferienhäusern. 1
2.2.1.6 Beispiele für Sanften beziehungsweise Nachhaltigen Tourismus Anhand der folgenden Ausführungen wird dargestellt, welche Umsetzungen es aktuell im Bereich der Sanften Reisegestaltung gibt. Unterschieden werden die Bemühungen nach Reiseveranstaltern, Umweltsiegel, Umweltdachmarken, Beherbergungsbetrieben, Städte, Gemeinden und Regionen, sowie einige Einzelaktionen im Bereich des Nachhaltigen Tourismus. Die Aktivitäten in diesem Bereich sind ein weites Feld und deshalb werden nur einige beispielhafte Aspekte herausgearbeitet.
Begonnen wird mit einem sehr einflussreichen Teilbereich - dem Segment der Reiseveranstalter:
1 vgl. DTV, Natur, Erlebnis, Angebote, 2005, Seite 9
2. Alternativer Tourismus 14
Veranstalter
• Nachhaltiger Tourismus als Unternehmensleitbild wie zum Beispiel das Forum „anders reisen e.V.“
• Nachhaltigere Reiseangebote - TUI - Naturerlebnisreisen oder Studiosus-Reisen
• TUI Umweltmanagementsystem
Umweltsiegel
• Umweltauszeichnung des DRV
• zahlreiche verschiedene Umweltprämierungen auf regionaler Ebene
Umweltdachmarken
− Umweltdachmarke Viabono - Viabono ist eine Dachmarke für nachhaltigen Tourismus in Deutschland, die Reisende auf sanfte Reisen aufmerksam machen will. Viabono entstand auf Initiative des BMU und UBA zusammen mit Vertretern der Tourismusindustrie und Verbraucher- und Umweltverbände. Das Angebot umfasst Pauschalangebote verschiedenster touristischer
Leistungsanbieter, die alle dem Kriterienkatalog von Viabono unterliegen. Der Vertrieb erfolgt über das Internet unter www.viabono.de, sowie auf Messen oder Tagungen. Beherbergungsbetriebe
• Einführung von Umweltmanagementsystemen, wie exemplarisch EMAS II
• Ganzheitliche Ansätze (z.B. Biohotels)
• teilweise Ansätze, wie abbaubare Putzmittel oder umweltfreundliches Toilettenpapier Städte, Gemeinden, Regionen
• Leitbilder für Nachhaltigen Tourismus, wie das Umweltkonzept Werfenweng in Österreich
• Ökologische Ansätze in den Bereichen Transportmittel, Mobilität, Ressourcenverbrauch, Emissionsausstoß oder Müllentsorgung
2. Alternativer Tourismus 15
Einzelaktionen
• Beitrag zum Klimaschutz der DEHOGA, BMU und IHA (Energiesenkungspotentiale ausnutzen)
• Abholservice der Hotels vom Bahnhof, wie zum Beispiel AMEROPA
• Klimabewusstes Reisen (atmosfair)
• Kostenlose Nutzung des Nahverkehrs mit der KONUS Gästekarte im Schwarzwald
• Zeitschriften wie „Verträglich Reisen“
2.2.1.7 Die Zukunft des Sanften Tourismus
Wie im vorhergehenden Teil dargestellt, gibt es schon viele Bemühungen im Bereich des nachhaltigen Tourismus. Wichtig ist für die Zukunft, dass nicht nur Nischenprodukte angeboten werden, sondern dass möglichst viele potentielle Gäste erreicht werden.
Zukünftig muss man ein modernes Marketingkonzept entwickeln - ausgehend von Kundenwünschen und -bedürfnissen hin zur individuellen Angebotsgestaltung in den Zielgebieten. Wenn man weiß, was der zukünftige Gast erwartet, können moderne und simultan nachhaltige Konzepte des Destinationsmanagements entwickelt werden.
"Umwelt und Tourismus" ist ein wichtiges Thema, welches auch in Zukunft verstärkt Beachtung finden muss.
Eine weitere alternative Tourismusform ist die, des Kulturtourismus, welcher im folgenden Teil näher betrachtet und erläutert wird.
Arbeit zitieren:
Carina Stark, 2007, Alternativer Tourismus am Beispiel des Kultur- und Begegnungszentrums Waldsassen, München, GRIN Verlag GmbH
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