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Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung - Der Vampir als Ausdruck des Unheimlichen 3
2. Definition Vampir 3
3. Die Comicfigur Cassidy als Vampir 5
4. Das Unheimliche nach Freud 7
5. Das Unheimliche an Cassidy 8
6. Fazit: Ist ein Bezug von Freud auf den Vampir im Comic sinnvoll? 9
7. Literaturverzeichnis 11
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1. Einleitung - Der Vampir als Ausdruck des Unheimlichen
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Unheimlichen nach Freud beim Vampir im Comic am Beispiel der Figur Cassidy aus der Reihe Preacher von Garth Ennis und Steve Dillon. Zunächst wird kurz definiert, was einen Vampir ausmacht, da sich einerseits das Bild des Wiedergängers seit der Erscheinung von Bram Stokers Dracula bis heute fortlaufend verändert und ergänzt hat, andererseits aber auch gewisse Charakteristika gleich geblieben sind.
Die Figur des Cassidy erweist sich insofern als interessant für eine Hausarbeit, als dass sie einerseits einen Vampir in der heutigen Zeit verkörpert und andererseits ein völlig untypischer Vampir zu sein scheint. Darüber hinaus ist Preacher voll von Anspielungen auf die Populärkultur und ironischen selbstreferentiellen Bemerkungen über Gott, Engel, Vampire, Übernatürliches und Unheimliches. Daher bietet es sich an, Cassidy als Beispiel für das Unheimliche nach Freud zu untersuchen und zu fragen, ob eine Untersuchung dieses sehr modernen Textes mit dem fast hundert Jahre alten Text Das Unheimliche (Freud, 1919) sinnvoll ist.
2. Definition Vampir
Wenn ein Vampir zu einem nach Hause kommt und an die Tür klopft, was würde man wohl erwarten zu sehen, wenn man die Tür öffnet? Einen Mann mit spitzem Haaransatz, Umhang und Smoking? Oder würde man ihn sich mit Reisszähnen, blutverschmiert und mit irrem, durchdringenden Blick vorstellen? Vielleicht würde man sich aber auch Auge in Auge mit einem jungen Mann in Jeansjacke, wie Cassidy (Vgl. Kapitel 3) einer ist, wiederfinden. All diese Vampire existierten zu einem Zeitpunkt oder existieren bis heute in unserer Vorstellung. 1
Die Frage, die sich nun stellt ist, was haben all diese Figuren gemeinsam? Was sind die Mindestanforderungen an einen Vampir, damit man ihn als solchen erkennt? In einem scheint es einen Grundkonsens zu geben, es handelt sich bei einem Vampir um einen Verstorbenen, der sein Grab verlässt, um Lebenden Blut auszusaugen. Ebenso elementar ist es für den Wiedergänger, dass er nachts agiert, da das Tageslicht ihm
1 Vgl. Tim Kane: The Changing Vampire of Film and Television. A Critical Study of the Growth of a
Genre. Jefferson/London 2006. Introduction, S. 3-19, S. 3
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schadet. 2 Im Folgenden werden nun Eigenschaften des Vampirs aufgezählt, welche zwar häufig in dessen Beschreibung vorkommen aber variieren und kein Muss sind (Vgl. Kapitel 3). Bei seiner nächtlichen Aktivität ist es ihm möglich, seine Gestalt zu verändern und beispielsweise als Tier, Lichtstrahl oder Nebel aufzutreten. Seine Opfer können durch einen erfolgreichen Angriff ebenfalls zum Vampir werden. Tagsüber ruht der Wiedergänger in seinem Grab. Ferner besitzt er kein Spiegelbild, ist bei Mondschein stärker und mächtiger und fürchtet Knoblauch. Ursprung und Bedeutung des wahrscheinlich makedonischen Wortes vampir sind nicht genau geklärt. Fest steht, dass ähnliche Vorstellungen in fast allen Kulturkreisen auf der Weld zu finden sind, ebenso wie die Angst vor einer Rückkehr der Toten ins Reich der Lebenden. In England und den britischen Inseln finden sich ab Ende des 12. Jahrhunderts Dokumente zu vermeintlichen Fällen von Wiedergängern, was in dieser Arbeit später noch einmal aufgegriffen wird (Vgl. Kapitel 3). 3
Neben der im Volksglauben angesiedelten Figur des blutsaugenden Revenanten spielt die katholische Kirche eine große Rolle in der Verbreitung des Vampirglaubens. Sie ernannte Vampire zu Verbündeten des Teufels und entnahm sie somit ihrem heidnischen Umfeld und setzte sie in einen christlichen Kontext. 4 Im Folgenden werden nun die am weitesten verbreiteten Methoden Prävention und zur Bekämpfung von Vampiren aufgezählt: In einigen Kulturkreisen reicht es aus, den Verstorbenen tiefer als gewöhnlich oder mit dem Gesicht nach unten zu begraben. Aus Dalmatien kommt der Brauch, frischen Knoblauch im Haus zu verteilen, sollte der Wiedergänger nicht im Grab bleiben, obwohl man ihm die Beinmuskeln durchschnitt. Bei Tag öffnete man den Sarg und verbrannte, köpfte oder pfählte den unverwesten Leichnam. Eine Methode heidnischen Ursprungs aber von der christlichen Lehre adaptierte, ist die der Pfählung. 5 Diese ist wohl auch die bis heute allgemein bekannteste.
2 Vgl. Susanne Pütz: Vampire und ihre Opfer. Der Blutsauger als literarische Figur. Bielefeld 1992,
S.14-30, S.14
3 Ebd., S. 14f.
4 Ebd., S. 16
5 Ebd., S. 17
Arbeit zitieren:
Christian Schneider, 2011, Der Vampir als Ausdruck des Unheimlichen, München, GRIN Verlag GmbH
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