Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Formale Unterschiede der Texte 4
3. Mediengeschichtliche Hintergründe und Erwägungen 5
3.1. Inhaltliche Gemeinsamkeiten: Übergang von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit 5
3.2. Unterschiede in der Herstellung der Texte: Vom Manuskript zum Buchdruck 6
3.3. Für wen waren die Texte bestimmt? 6
3.4. Kein Medium ersetzt ein anderes vollständig 8
4. Schlussfolgerung 9
5. Literaturverzeichnis 10
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1. Einleitung
Die beiden hier zugrundegelegten Quellen ("Nibelungenlied", um 1200 und "Vorrede des Eulenspiegelbuches", 1515) sollen in diesem schriftlichen Referat in einen mediengeschichtlichen Kontext eingebettet werden.
Hierbei sollen ganz verschiedene Aspekte genauer betrachtet werden. So sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten bezeichnet werden, aber auch der kulturelle und geschichtliche Hintergrund dargestellt werden. Kultur ist in diesem Zusammenhang von eminenter Bedeutung, haben wir doch durch die schriftlich fixierten (und damit bis in unsere Zeit erhaltenen) Quellen die Möglichkeit, das kulturelle Umfeld zu erahnen und uns damit auch ein Bild der Lebenssituation der Menschen in der damaligen Zeit zu machen. So lassen denn auch die beiden Quellen eine Reihe von interessanten Rückschlüssen zu, sie zeigen auf ganz verschiedenen Ebenen Entwicklungstendenzen; auch können wir uns überlegen, ob heutige Entwicklungen früher in anderer Form schon einmal dagewesen sind - wir können versuchen "aus der Geschichte zu lernen".
Hier soll aber, wie bereits erwähnt, das Schwergewicht der Darlegungen auf mediengeschichtliche Erwägungen gelegt werden.
Selbstverständlich ist das ganze immer vor den grossen Paradigmen der Mediengeschichte, wie Mündlichkeit und Schriftlichkeit oder Manuskript und Buchdruck (vgl. Skriptum Mediengeschichte) zu sehen. Ein solcher Wechsel in den benutzen Medien (sogenannter Medienwechsel) oder auch in der Art wie geschrieben wird (hier vom Manuskript zum Buchdruck) hat bisher immer in einem mehr oder weniger ausgeprägten Sinn zu einem grundlegenden Wandel der Kultur geführt (sogenannter Kulturwandel), wobei auch nie - dies sei als letztes angesprochen - ein bisheriges Medium durch ein neuartiges gesamthaft ersetzt und damit ins Unrecht versetzt worden wäre.
Dies soll auf den folgenden Seiten anhand der beiden Quellen näher dargelegt werden.
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2. Formale Unterschiede der Texte
Das Nibelungenlied ist formal wesentlich strenger gefasst als die Vorrede zu Till Eulenspiegel. Es umfasst Merkmale wie Strophe und Verse (einzelne Zeilen). Zwar finden sich keine Reime im eigentlichen Sinne, dennoch ist dem Text eine Art Rhythmus eigen. Besonders im Mittelteil wird dies durch den ungewöhnlich homogenen Satzaufbau deutlich ("von ruhmreichen Helden, von hartem Streit, von glücklichen Tagen und Festen (...)") Daneben kann die Rhythmisierung wohl teilweise auch auf die rege Benützung von Adjektiven zur Veranschaulichung der Substantive zurückgeführt werden. Die Substantive werden so auf gewisse Art "blumiger" gemacht und in ihrem Sinne verdeutlicht (zumindest in den ersten beiden Versen). So wird nicht bloss von "Helden" oder "Streit" gesprochen - die Helden sind "tapfer" und der Streit ein "harter".
Demgegenüber kann die Vorrede des gedruckten Eulenspiegel-Buches eher als prosaisch aufgefasst werden. Der Text ist hier nicht in einzelnen Versen, sondern in eigentlichen, fortlaufenden Sätzen geordnet. So ähnlich würden wohl auch wir heute eine Art "Vorwort" verfassen. Zwar sind die Sätze nicht durchwegs komplizierter, dennoch finden sich im Text Beispiele dafür. Folgender Satz soll hierzu angeführt werden: "(...) Ich legte ihnen mit freundlicher Bitte mannigfaltige Ursachen dar, mir zu erlassen, von Eulenspiegel etwas zu schreiben, was er an einigen Orten getrieben hat, weil es sie verdriessen möchte (...)". Dieser Satz ist immerhin in mehrere Teil- und Nebensätze gegliedert.
Beiden Texten ist eine relativ einfache, allgemein verständliche Sprache eigen. Es kommen kaum Worte vor, welche ein Durchschnittsleser nicht verstehen könnte.
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Arbeit zitieren:
Philipp Jäggle, 2004, Einordnung der beiden Quellen "Nibelungenlied" (um 1200) und "Vorrede des Eulenspiegelbuches" (1515) in einen mediengeschichtlichen Kontext, München, GRIN Verlag GmbH
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