Inhaltsübersicht
1. Einleitung 1
2. Initiationsrituale 1
3. Initiation in geheime Gesellschaften 4
4. Das Initiationsritual der Freimaurer. 4
4.1 Die Bedeutung von Symbolen und Ritualen innerhalb der Logen. 4
4.2 Unterschiede zwischen den verschiedenen Logen 6
4.3 Die Voraussetzungen für die Aufnahme eines Neophyten. 7
4.4 Der dreigeteilte Initiationsritus 7
4.4.1 Erster Teil: Vorbereitung, die drei Fragen und die Kammer des Stillen
Nachdenkens 7
4.4.2 Zweiter Teil: Die drei Reisen, der Eid und die Lichtgebung 8
4.4.3 Dritter Teil: Lehrlingseinkleidung, Mitteilung von Symbolen 10
5. Geheime Initiationsrituale Aufklärung 11
6. Zusammenfassung der Ergebnisse 12
7. Quellen- und Literaturverzeichnis 13
1. Einleitung
In dieser Arbeit mit dem Titel „Initiationsrituale am Beispiel der Freimaurer - FaszinationGeheimnis“ sollen Initiationsrituale definiert und anhand des Aufnahmeritus der Freimaurer näher untersucht werden.
Zur Heranführung an das Thema und zum besseren Verständnis soll zu Beginn das Initiationsritual definiert werden. Hier sollen einige Forschungsansätze und Modelle der Initiationsrituale aufgegriffen werden, wobei diese Arbeit aufgrund des geringen Umfangs einen kurzen Überblick zu diesem Thema geben kann. Das folgende Kapitel soll die spezifischen Charakteristika von Initiationsritualen in Geheimgesellschaften vorstellen. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit der Thematik der Freimaurer selbst und gibt einen Überblick über den Stellenwert von Symbolen und Ritualen innerhalb dieses Geheimbundes bevor die Unterschiedlichkeit der Logen thematisiert wird. Das Initiationsritual der Freimaurer, also der Aufstieg eines Bewerbers zum Lehrling, wird in seinen drei Teilen auf typische, allgemeine Charakteristika und spezielle freimaurerische Symbolik hin untersucht. Im letzten Teil der Arbeit soll die Frage behandelt werden, inwiefern die Freimaurer und deren geheime Rituale für die Menschen in der Epoche der Aufklärung einen besonderen Reiz bildeten.
2. Initiationsrituale
Rituale sind seit Menschengedenken für das Zusammenleben von großer 1 So bedingen Bedeutung, da diese mit Institutionen aufs engste verbunden sind. Rituale und Institutionen sich gegenseitig. Rituale wären ohne Institutionen nicht möglich, Institutionen im Umkehrschluss funktionierten aber auch nicht ohne rituelle 2 Wiederholung und Regelhaftigkeit. Rituale, ob nun in religiösem oder gesellschaftlichem Zusammenhang, sind immer verbunden mit sozialen Handlungen. Sie haben feste Regeln und Abläufe, oftmals werden rituelle Handlungen von führenden Personen des betroffenen Kollektivs geleitet oder
1 Karl- Siegbert Rehberg: Institutionelle Ordnungen zwischen Ritual und Ritualisierung, in: Christoph Wulf und
Jörg Zirfas (Hrsg.), Die Kultur des Rituals. Inszenierungen. Praktiken. Symbole, München 2004, S.247.
2 Ebd.; Zu Institutionen und deren Entstehung: Hartmut Esser: Soziologie. Spezielle Grundlagen, Band 6
Institutionen, Frankfurt am Main 2000.
1
3 Sie sind von den Vorstellungen der jeweiligen Gruppe zumindest beaufsichtigt.
geprägt und somit auch als ein kulturelles Konstrukt zu bezeichnen. Das Initiationsritual, auch als Übergangsritus bezeichnet, nimmt einen großen Teil der existierenden Rituale ein.
Die Bedeutung des Wortes „Initiation“ leitet sich vom lateinischen „initium“ ab, was 4 Als mit den Begriffen Anfang oder auch Eintritt übersetzt werden kann. Initiationsrituale bezeichnet werden jegliche Formen von Aufnahmeprozessen einer Einzelperson in eine Gemeinschaft, welche mit dem Zuteil werden lassen von 5 Anders formuliert sind Übergangsriten Rechten aber auch Pflichten verbunden ist. 6 „die Änderung von religiösem oder gesellschaftlichem Status“. Diese
Statusänderung lässt das Individuum innerhalb des Kollektivs nie mit weniger Macht zurück als vorher. So ist in den meisten Fällen eine Verbesserung des sozialen 7 Man spricht in diesem Zusammenhang Status innerhalb der Gruppe zu beobachten.
auch von einer gegenseitigen Bereicherung, denn nicht nur das Individuum profitiert 8 Das Kollektiv, die Gemeinschaft, oder der Verein von der neu erworbenen Identität. 9 In sichern sich durch die beständige Aufnahme neuer Individuen ihr Fortbestehen. der Wissenschaft ist schon mehrfach versucht worden, Initiationsrituale auf ihren Ablauf und allgemeingültige Regeln hin zu untersuchen. Arnold van Gennep hat in seiner Untersuchung „Les rites de passage“ den Ritus in ein Dreiphasenschema unterteilt. In der ersten Phase, der Ablösungsphase (rites de seperation) trennt sich der Proband von seinem alten Zustand, er verabschiedet sich und gehört somit nicht
3 Jean la Fontaine: Initiation, Middlesex 1985, S.11; Talal Asad: Genealogies of Religion. Discipline and Reasons
of Power in Christianity and Islam, London 1993, S. 62; Gerd Althoff/ Barbara Stollberg- Rillinger: Spektakel der
Macht. Einleitung, in: Barbara Stollberg Rilinger/ Matthiase Puhle/ Jutta Götzmann/ Gerd Althoff (Hgg.),
Spektakel der Macht. Rituale im Alten Europa 800 - 1800, Darmstadt 2008, S.15.
4 Volker Popp: Zeremonien der Statusänderung und des Rollenwechsels. Eine Anthologie, Frankfurt am Main
1969, S.7.
5 Burckhard Dücker: Rituale. Formen - Funktionen - Geschichte. Eine Einführung in die Ritualwissenschaft,
Stuttgart 2007, S.161.
6 Mircea Eliade: Das Mysterium der Wiedergeburt. Versuch über einige Initiationstypen, Frankfurt am Main
1988, S. 11; George Weckman: Understanding Initiation, in: History of Religions 10 (1970), S. 75; A.M. Hocart:
Initiation, in: Folklore 35/4 (1924), S. 308.
7 E.M. Mendelson: Initiation and the Paradox of Power: a Sociological Approach, in: C.J: Bleeker, (Hg.), Initiation. Contributions to the theme of the study- conference of the international association for the history
of religions held at strasburg, september 17th to 22nd 1964, Leiden 1965, S. 215.
8 Zum Bild der neu erworbenen Identität: Gary Schwarz/Don Merten: Social Identity and Expressive Symbols:
The meaning of an Initiation Ritual, in: American Anthropologist 70/6 (1968), S. 1117.
9 Dücker, Rituale, S. 162.
2
10 Die folgenden Zwischenphase (rites de marge) ist charakterisiert durch mehr dazu. 11 den Übergang, der eine Lernzeit, Prüfung oder auch Mutprobe beinhalten kann. Grundsätzlich ist der Ausgang der Zwischenphase offen, die Auf- oder Annahme 12 Die letzte, sogenannte kann ebenso angenommen wie abgelehnt werden.
Integrationsphase (rites d`agrégation) dient der endgültigen Aufnahmen in den neuen Status und endet meist durch die Verleihung von symbolischen Gegenständen 13 Weiterhin (Geschenke, Kleiderwechsel, o. ä.) im Rahmen eines großen Festes. weist van Gennep darauf hin, dass die verschiedenen Phasen nicht als gleichwertig zu betrachten seien. Die Betonung der verschiedenen Phasen variiere je nach 14 Ritual.
Mircea Eliade, der in seinem Werk mit dem Titel „Das Mysterium der Wiedergeburt“ die verschiedenen Typen von Initiationen untersucht, betont in diesem 15 Er entwirft Zusammenhang vor allem die religiöse Dimension von Initiationsritualen. nicht wie van Gennep ein allgemeingültiges Phasenmodel, arbeitet aber seinerseits ebenfalls die wichtigsten Merkmale der untersuchten Initiationstypen heraus. Bei den sogenannten Stammesinitiationen in den primitiven Religionen unterscheidet Eliade folgende zentrale Merkmale: Zu Beginn die Vorbereitung des heiligen Ortes, danach 16 die Trennung des „Neophyts“ von Müttern und Frauen. Es folgt eine
Geschlechtertrennung verbunden mit einer Unterrichtung über die Namen der Götter und Mythen. Am Ende stehen dann bestimmte Operationen wie z. B. die 17 Beschneidung.
10 Arnold van Gennep: Übergangsriten (Les rites de passage), aus dem französischen übersetzt von Klaus Schomburg und Sylvia M. Schomburg- Scherff, Frankfurt am Main/New York 1999, S. 21.
11 Ebd. 12 Dücker, Rituale, S. 210. 13 Van Gennep, Übergangsriten, S. 21. 14 Ebd. S. 21f. 15 Eliade, Wiedergeburt, S. 10 - 12.
16 Ebd., S.12: Die Person, welche initiert werden soll, wird von Eliade als Neophyt bezeichnet. 17 Ebd., Kapitel I+II; Dücker, Rituale, S. 163.
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2011, Initiationsrituale am Beispiel der Freimaurer, München, GRIN Verlag GmbH
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