Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. I
1. Einleitung. 1
2. Spezifische Eigenschaften von Zeitungen und Zeitschriften. 2
2.1. Definition und Kennzeichen von Zeitungen und Zeitschriften 2
2.2. Funktionen von Zeitungen und Zeitschriften. 2
3. Entwicklungen auf dem Medienmarkt 4
3.1. Entwicklung der Internetnutzung in Deutschland 4
3.2. Angebot und Nachfrage von Printmedien 5
3.3. Entwicklung des Angebots von digitalen Zeitungen 7
3.3.1. E-Paper. 7
3.3.2. Online-Zeitung. 8
3.4. Nutzerzahlen von digitalen Zeitungen und Zeitschriften 9
4. Konkurrenz zwischen Print- und Online-Zeitungen. 11
4.1. Leseranforderungen und Nutzerverhalten 11
4.2. Anzeigenkunden 12
4.3. Substitution oder Komplementarität? 15
5. Zusammenfassung 16
6. Literatur- und Quellenverzeichnis 18
1
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Internetnutzung in Deutschland von 1997 bis 2009
Abbildung 2: Imagewandel der Medien
Abbildung 3: Entwicklung der Reichweite von Online-Zeitungen
Abbildung 4: Marktanteile der Medien an den Werbeaufwendungen
I
Einleitung
1. Einleitung
Das Internet wirbelt den Medienmarkt auf. Redaktionelle Inhalte und Nachrichten gibt es im Internet kostenlos und dank integrierten Suchfunktionen findet jeder Leser in Sekundenschnelle die Informationen, die ihn gerade interessieren. Eine beachtliche Konkurrenz für herkömmliche Printmedien. Verdrängt das Internet kostenpflichtige Zeitungen oder Zeitschriften vom Markt? Verschwinden gedruckte Tageszeitungen und damit auch Zeitschriftenhändler aus dem Straßenbild wie Pferd und Kutsche?
Symbolisch für die Angst vor dem Wandel im Mediennutzungsverhalten steht die „Nationale Initiative Printmedien“. Die Bundesregierung startete gemeinsam mit diversen Verlegerverbänden die Initiative im April 2008, um vor allem jungen Menschen die Bedeutung von Zeitungen und Zeitschriften als politisches Informationsmedium zu vermitteln. „Trotz zunehmender Konkurrenz elektronischer Angebote sind Zeitungen und bestimmte Zeitschriften nach wie vor politische Leitmedien. Wer sich profund und verlässlich über die wesentlichen politischen und gesellschaftlichen Debatten informieren und an der öffentlichen Kommunikation teilhaben möchte, ist und bleibt auf die Lektüre dieser Printmedien angewiesen.“ 1 Dabei lockt der freie Zugang auch Nutzer zu den redaktionellen Inhalten der Online-Zeitungen und Nachritenportale, die kein Geld für Informationen in den kostenpflichtigen Druckexemplaren zahlen würden. 2 Können Inhalte einer Online-Zeitung werbewirksam neugierig auf die Printversion machen? Ergänzen sich die beiden Medien sogar? Diese Arbeit versucht das Angebot und die Nutzung von Zeitungen und Zeitschriften im Print- und Onlineformat gegenüberzustellen und damit die Frage zu klären, in welchem Verhältnis Printmedien und digitale Medien zueinander stehen. Sind es Substitute oder Komplementärgüter?
Um der Frage umfassend nachgehen zu können, müssen zunächst allerdings die Begrifflichkeiten und Hintergründe der Untersuchung geklärt werden. Im nächsten Kapitel werden daher die Kennzeichen und Funktionen von Zeitungen und Zeitschriften erläutert, bevor die jüngeren Entwicklungen auf dem Markt für Print- und Online-Zeitungen näher beleuchtet werden.
1 Bundesbeauftragter für Kultur und Medien (Hrsg.) (2008), S. 3
2 Mögerle, U. (2009), S. 16
1
Spezifische Eigenschaften von Zeitungen und Zeitschriften
2. Spezifische Eigenschaften von Zeitungen und Zeitschriften
2.1. Definition und Kennzeichen von Zeitungen und Zeitschriften
„Die Zeitung vermittelt jüngstes Gegenwartsgeschehen in kürzester regelmäßiger Folge der breitesten Öffentlichkeit. Jede dieser drei Aufgaben steht im letzten Steigerungsgrad.“ 3 Dabei zeichnet sich das Medium der Zeitung durch folgende vier konstitutive Merkmale aus: Periodizität, Publizität, Universalität und Aktualität.
Das Merkmal der Periodizität bezeichnet das regelmäßige Erscheinen, unbegrenzt wiederkehrender Publikationen einer Zeitung oder Zeitschrift. Publizität beschreibt die allgemeine Zugänglichkeit des Mediums. Eine Zeitung muss für ein breites, heterogenes Publikum erreichbar sein. Nach dem Merkmal der Universalität ist die Zeitung ein General-Interest-Medium mit entsprechender thematischer Vielfalt und nicht auf bestimmte Lebensbereiche oder Interessengruppen beschränkt. Das Aktualitätsmerkmal bezieht sich auf die Aufgabe jüngstes Tagesgeschehen zu vermitteln. 4
„Die schnellste Übermittlung allgemeinen Zeitgeschehens ist auch das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der Zeitung gegenüber der Zeitschrift.“ 5 Während eine Zeitung laut Definition mindestens fünfmal in der Woche erscheinen muss 6 , genügt es bei Zeitschriften, wenn sie viermal im Jahr erscheinen. Dabei verbreitet die Zeitschrift nicht zwangsläufig In-formationen über allgemeines Zeitgeschehen. Zeitschriften bedienen oft spezielle Interessen. Insbesondere in Fachzeitschriften, aber auch beispielsweise in Reise- oder Sportmagazinen. Die oben angegebene Definition nach Dovifat und Wilke, schließt in dieser Form Online-Zeitungen mit ein, wobei die Periodizität bei Internetzeitungen einem Dauerzustand entspricht. Wenngleich dieser Definition im Nachhinein das Kriterium Fixierung in Schrift und Druck hinzugefügt wurde, um eine Abgrenzung zu neuen, technischen Medien zu schaffen. 7 Dieser nachträglich hinzugefügte Aspekt soll jedoch im Verlauf dieser Arbeit hinterfragt werden.
2.2. Funktionen von Zeitungen und Zeitschriften
Ganz allgemein lässt sich sagen, dass Zeitungen und Zeitschriften zur Interaktion zwischen den Mitgliedern der Gesellschaft und ihrer äußeren sozialen Umgebung beitragen. In ihrem
3 Dovfat, E. / Wilke, J. (1976), S. 16
4 Vgl. Groth, O. (1960), S. 102
5 Dovfat, E. / Wilke, J. (1976), S. 19
6 Eine Ausnahme bildet die Sonntagszeitung, die wöchentlich erscheint.
7 Vgl. Wilke, J. und Noelle-Neumann, E. (1994), S.418
2
Spezifische Eigenschaften von Zeitungen und Zeitschriften
Werk „Die Zukunft der Zeitung“ nennt Nina Lampret fünf zentrale Funktionen, die eine Zeitung erfüllen sollte 8 :
1. Informationsfunktion: Der Leser erhält durch die Vermittlung von Nachrichten in Zeitungen Zugang zu Informationen seiner näheren und weiteren Umwelt. 2. Meinungsbildungsfunktion: Eine Zeitung sollte neutral über das aktuelle Tagesgeschehen berichten und es aus mehreren Perspektiven beleuchten. Damit ermöglicht sie dem Leser seinen eigenen Standpunkt im Hinblick auf die Geschehnisse zu finden. Nur wenn ein Leser mit unterschiedlichen Standpunkten zu verschiedenen Geschehnissen vertraut gemacht wird, ist er in der Lage, seine eigene Meinung zu entwickeln. 3. Bildungsfunktion: Durch die Kombination der ersten beiden Funktionen leisten Zeitungen und Zeitschrift einen Beitrag zur Heranbildung von am politischen Prozess beteiligten Staatsbürgern.
4. Kontrollfunktion: Grundlegend festgehalten wurde die Kontrollfunktion der Medien durch das Bundesverfassungsgericht 1966 im so genannten „Spiegel“-Urteil. Darin hieß es unter anderem: „In der repräsentativen Demokratie steht die Presse zugleich als ständiges Verbindungs- und Kontrollorgan zwischen dem Volk und seinen gewählten Vertretern in Parlament und Regierung.“
5. Unterhaltungsfunktion: Zeitungslesen ist auch eine Art der Freizeitbeschäftigung und dient der Unterhaltung des Lesers.
Darüber hinaus ist die Zeitung aus ökonomischer Sicht vor allem ein gewinnbringender Werbeträger zur Vermarktung von Produkten und Dienstleitungen.
Die beschriebenen Funktionen der Zeitung sind zumindest teilweise mit den Anforderungen der Leser an Zeitungen und Zeitschriften vergleichbar. 9 Inwieweit sich diese Anforderungen auch durch Informationen aus dem Internet befrieden lassen, möchte diese Arbeit im Folgenden herausstellen. Doch um das Verhältnis zwischen Printzeitung und Onlineversion untersuchen und die Entwicklung des Zeitungswesens in der Zukunft abwägen zu können, wird zunächst der gegenwärtigen Stand des Sektors beleuchtet. Anhand der Veränderungen und Prozesse der letzten Jahre lassen sich Erkenntnisse für eine Einschätzung der zukünftigen Entwicklungen gewinnen.
8 Vgl. Lampret, N. (2007): S. 8ff.
9 Vgl. Falvián, C. / Guerrea, R. (2009), S. 640
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Arbeit zitieren:
Boris Wesemann, 2010, Blättern oder Klicken?, München, GRIN Verlag GmbH
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