IntegrationnvonRFIDDSystemenn 22
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 3
Abk ürzungsverzeichnis 3
Zusammenfassung 4
1 Einführung 5
1.1 Problemstellung 5
1.2 Zielsetzung 5
1.3 Methodik und Aufbau der Arbeit 6
2 Begriffsbestimmung 6
3 Integration von RFID-Systemen im Real Time Enterprise 9
3.1 Real Time Enterprise Architektur 9
3.2 Schichten 10
3.3 On-Demand Service 14
4 Fazit und Blick in die Zukunft 17
Literaturverzeichnis 19
IntegrationnvonRFIDDSystemenn 33
A Abbildungsverzeichnis
Abb. 2-1: Aufbau eines passiven RFID-Systems................................…………..7 Abb. 3-1: Ebenen und Bausteine für eine RTE-Informationsarchitektur.….....….9 Abb. 3-2: Fluss von Waren und Informationen entlang von Lieferketten…..… .14 Abb. 3-3: m:n Netzwerk………………...………………………………………...…15 Abb. 3-4: m:n Netzwerk mit reduzierter Kommunikationsverbindung……….....16
B Abkürzungsverzeichnis
ALE Application Level Events Specification Auto-ID Automatisches Identifikationsverfahren CRM Customer Relationship Management EDI Electronic Data Interchange ERP Enterprise Resource Planning GPRS/GSM General Packet Radio Service/Global System for Mobile Communications IS Informationssystem PLM Product Lifecycle Management RFID Radio Frequency Identification RTE Real-Time Enterprise SCM Supply Chain Management WLAN Wireless Local Area Network
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Zusammenfassung
Es gibt verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten ein RFID-System in die betriebliche IT-Landschaft zu integrieren. Nach den Begriffsbestimmungen wird in der vorliegenden Arbeit die Integration anhand eines Architekturmodells im Real-Time Enterprise erläutert. Anschließend werden On-Demand Services beleuchtet und mit RFID in Verbindung gebracht. Die Integrationsbeschreibung bezieht sich in dieser Arbeit auf keine spezielle Branche sondern soll eine Orientierung für Projektmanager und Softwarearchitekten darstellen.
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1 Einführung
1.1 Problemstellung
Geschwindigkeit und Reaktionsfähigkeit sind tragende Werte für betriebswirtschaftliches, unternehmerisches Handeln und sind Gründe, warum das automatische Identifikationsverfahren „RFID“ (Radio Frequency Identification) in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. 1 Unternehmen wie Metro, Wal-Mart, Tesco, etc. nutzen diese Technologie bereits erfolgreich, um nur ein paar Beispiele zu nennen. 2
Im Vergleich zum klassischen Barcode bringt diese Technologie einige Vorteile mit sich. RFID bringt erhöhte Prozesseffizienz, zum Beispiel bei der Ein-und Auslagerung von Teilen. Weitere Vorteile sind die Verbesserung der Warenverfügbarkeit oder die Bekämpfung von Schwund und Produktfälschungen. Auf der anderen Seite stehen enorme Investitionen für die IT-Infrastruktur. Die gelesenen Daten der physischen Objekte der Realwelt müssen nicht nur dem Informationssystem zugeführt werden, sondern sollen dem Unternehmen und unter Umständen auch anderen Unternehmen in Echtzeit zur Verfügung stehen. Dadurch ergeben sich einige Integrationsfragestellungen, z.B. Protokollstandards oder Mechanismen zur Fehlerbehebung der gelesenen Daten. Um dies umzusetzen, gibt es mittlerweile zahlreiche Autoren, die versuchen Wege zu beschreiben, wie die RFID-Systeme in bestehende IT-Landschaften integriert werden können. 3
1.2 Zielsetzung
Ziel dieser Hauptseminararbeit soll es sein, die RFID-Technik zu beleuchten und einen Ansatz aufzuzeigen, wie man ein RFID-System in ein bestehendes Informationssystem integrieren kann. Die Integration wird speziell im Real Time Enterprise, dem Echtzeitunternehmen durchgeführt.
1 Kuhlin,,Thielmann/ReallTimeeEnterpriseeinnderrPraxis//S.2
2 Vgl..Clasen//DassEPCgloballNetzwerk..In::Seifert,,Becker//RFIDDinnderrLogistik//S.1811
3 Vgl..fürrdiesennAbsatzzgrundlegenddThiesse,,Gross//IntegrationnvonnRFIDDinndieebetrieblicheeITT Landschaft..In::WirtschaftsinformatikkNr.3,,S..1788
IntegrationnvonRFIDDSystemenn 66
1.3 Methodik und Aufbau der Arbeit
Die Arbeit setzt sich wie folgt zusammen: Im ersten Teil werden die Bestandteile eines RFID-Systems erklärt sowie die Begriffe RFID-System, RFID-Integration, Informationssystem, Middleware und Echtzeitunternehmen definiert. Anschließend wird die Real Time Enterprise Architektur vorgestellt mit verbundener Beschreibung der einzelnen Schichten. Die einzelnen Schichten weisen verschiedene Gestaltungsoptionen der Integration auf. Danach wird die On-Demand Infrastruktur vorgestellt und mit RFID in Verbindung gebracht. Abschließend wird ein Blick in die Zukunft gewagt. Die gesamte Arbeit basiert auf einer intensiven Literaturanalyse.
2 Begriffsbestimmung
Ein RFID-System setzt sich im Wesentlichen aus zwei Komponenten zusammen:
Zum Einen der Transponder, auch „Tag“ genannt, der an dem jeweiligen physischen Objekt, z.B. einer Palette, befestigt wird. Dieser „Tag“ dient u.a. der Positions- oder Temperaturbestimmung von Produkten im Kühllager. Die eindeutige ID-Nummer aller Transponder macht eine kontaktlose Erkennung auf Instanzenebene möglich.
Als zweite Komponente ist das Lesegerät zu erwähnen, das mittels einer Antenne den Transponder anspricht. Die Lesegeräte sind als mobile oder stationäre Variante auf dem Markt erhältlich. Mittlerweile ist es sogar möglich, den Chip auf dem jeweiligen Objekt mit Informationen zu beschreiben. In der Luftschnittstelle existieren abhängig vom Gerätetyp, verschiedene Frequenzbereiche, wodurch die Reichweite eines RFID-Systems festgelegt wird. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal von RFID-Systemen ist die Energieversorgung. Es wird differenziert zwischen aktiven sowie passiven Transponder. Die passiven Transponder werden durch das elektromagnetische Feld des Lesegeräts mit Energie versorgt. Im Gegenzug dazu versorgen sich die aktiven Transponder
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mit einer eigenen Batterie. In Abbildung 2-1 ist der grobe Aufbau eines passiven RFID-Systems dargestellt. 4
Bei einem aktiven RFID-System würde der Energiefluss in dieser Abbildung wegfallen.
In jedem RFID-System existiert ein Informationssystem, in der Abb. 2-1 Middleware genannt, das mit den gelesenen Daten der RFID-Lesegeräte per serielle Schnittstelle oder über Netzwerkverbindungen versorgt werden muss. 6 Laut Literatur versteht man unter Informationssystemen „[…] soziotechnische (Mensch-Maschine) Systeme, die menschliche und maschinelle Komponenten (Teilsysteme) umfassen und zum Ziel der optimalen Bereitstellung von Information und Kommunikation nach wirtschaftlichen Kriterien eingesetzt werden.“ 7 Wobei man unter Kommunikation im IS den Austausch von Informationen im System und zwischen IS und der Umwelt versteht. 8
4 Vgl..fürrdiesennAbsatzzgrundlegenddThiesse,,Gross//IntegrationnvonnRFIDDinndieebetrieblicheeITT Landschaft..In::Wirtschaftsinformatikk488Nr.3,,S..17999 5 Quelle::Finkenzeller//RFIDDHandbuch//S.7
6 Vgl..Lampe,,Flörkemeier,,Haller//EinführunginndieeRFIDDTechnologie..In::Fleisch,Mattern(Hrsg.)::Dasssss InternettderDinge//S.70.
7 Krcmar//Informationsmanagement//S..255(zit..nachhProfillderrWirtschaftsinformatik..In::Wirtschaftsssss Informatikk35,,Nr.1,,S.80081))
8 Vgl..Krcmar//Informationsmanagement//S.2555
IntegrationnvonRFIDDSystemenn 88
Schwerpunkt dieser Arbeit soll die RFID-Integration darstellen. Der Begriff Integration bedeutet die „[…] Verknüpfung von Menschen, Aufgaben und Technik zu einer Einheit.“ 9 RFID-Systeme dienen als Schnittstelle zwischen physischen Vorgängen in der realen Welt und den Informationssystemen. 10 Um dies umzusetzen, wird in dieser wissenschaftlichen Arbeit die RFID-Integration im Real Time Enterprise betrachtet. „RTE“ (Real Time Enterprise) bedeutet soviel wie „Echtzeitunternehmen“, dass laut Literatur drei wesentliche Fähigkeiten vorweist:
1. Die eingespeisten Daten sind in Echtzeit ohne Zeitverzögerung in den Datenpool integriert.
2. Der Datenpool kann in Echtzeit abgerufen werden, um beispielsweise Analysen durchzuführen.
3. Die „Schritt für Schritt“ Abarbeitung geht zunehmend mehr in Richtung sofortige Abarbeitung in Echtzeit. 11
Um das RFID-System zu integrieren, kommt der Middleware eine zentrale Rolle zu. Die Middleware wird als eigenständige Softwareschicht verstanden, die die Schnittstelle zwischen Applikation und Plattform bildet. Mit anderen Worten hat sie die Aufgabe, die unterschiedlichen Semantiken von Services aus verschiedenen Systemen miteinander zu verknüpfen. Dadurch soll die Zuverlässigkeit, Sicherheit und Verfügbarkeit von Informationen sowie Skalierbarkeit der Systeme sichergestellt werden. 12 Die allgemeine Definition von Middleware lautet: „Middleware ist derjenige Teil von Software, der den Austausch von Informationen zwischen verschiedenen Komponenten einer verteilten heterogenen IV-Landschaft ermöglicht.“ 13
Die Middleware wird häufig bei komplexen Systemen verwendet, insbesondere in der Logistik z.B. Warenhäusern oder Lieferketten. 14
9 zit..nachhMertens//IntegrierteeInformationsverarbeitung1//S.11
10 Vgl..Fleisch,Mattern//DassInternettderrDinge//S.1011
11 Vgl..fürrdiesennAbsatzzgrundlegenddKuhlin,,Thielmann//ReallTimeeEnterprise//S.33
12 Vgl..fürrdiesennAbsatzzgrundlegenddRiehm,,Vogler//MiddlewareeInfrastrukturrfürrdieeIntegration........... In::Österle,,Riehm,,Vogler//Middleware//S.28
13 zit..nachhSoeffky//Middleware..In::Mertenssu.a..(Hrsg.)/LexikonnderrWirtschaftsinformatik//S.3033
14 Vgl..Kern//AnwendunggvonRFIDDSystemen//S.1833
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3 Integration von RFID-Systemen im Real Time Enterprise
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das RFID-System im Unternehmen zu integrieren. Nachfolgend wird die Integration innerhalb des Unternehmens beschrieben. In Kapitel 3.3 wird auf die Auslagerung näher eingegangen.
3.1 Real Time Enterprise Architektur
Im nun folgenden Hauptkapitel dieser Arbeit soll anhand eines Architekturmodells auf die Integration von RFID-Systemen näher eingegangen werden. Die wesentliche Aufgabe von Architekturen innerhalb eines Unternehmens ist die Unterstützung der Wertschöpfungskette. 15
Das Real Time Enterprise nutzt die RFID-Technik, um die reale Welt mit den Informationssystemen zu verbinden. Wie im vorherigen Kapitel bereits beschrieben, geht es um die Verfügbarkeit der Daten in Echtzeit. Bei Systemen, in denen die Daten nicht in Echtzeit zur Verfügung stehen, wird es schwer, bei fehlerhaften Prozessen rechtzeitig Steuerungsmaßnahmen einzuleiten. Beim RTE wird, wie in Abbildung 3-1 dargestellt, die Middleware in zwei Bereiche aufgeteilt.
15 Vgl..Scheer,,Abolhassan,Bosch//ReallTimeeEnterprise//S..1244
16 Quelle::Gillert,,Hansen//RFIDDFürrdieeOptimierunggvonnGeschäftsprozessen/S..1377
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Sie dient nicht nur als Verbindung zwischen RFID-Ebene und Geschäftsanwendungen, sondern fungiert als vorgelagerte Schicht zur Verarbeitung von Event-Daten. Unter einem Event versteht man eine Nachricht, sobald ein Lesegerät ein reales Objekt mit einem „Tag“ identifiziert. Die verschiedenen Auto-ID Technologien sind auf Ebene 0 angeordnet. Hier werden die Informationen aus der realen Welt durch die Peripherie gelesen und an die Edgeserver 17 auf Schicht 1 weitergeleitet. Die Edgeserver dienen der Überlieferung bereits beschriebener Events an die Middleware. Die klassische Middleware wird im Real Time Enterprise aufgeteilt in eine Auto-ID Middleware auf Schicht 2 für die Eventverarbeitung und in eine EAI-Middleware, mit der die Verbindung zu den Anwendungssystemen hergestellt wird.
3.2 Schichten
Die folgende Beschreibung orientiert sich in Anlehnung an „RFID-Für die Optimierung von Geschäftsprozessen“: 18
Schicht 0 - Auto-ID Peripherie
Auf Schicht 0 ist die Auto-ID Peripherie angesiedelt. Durch sie werden die Daten der physischen Objekte erkannt und an die Edgeware weitergeleitet. Mögliche Techniken sind GPRS/GSM, RFID, Barcode, WLAN oder andere Auto-ID Technologien. Die Orte der Informationsgenerierung bezeichnet man auch als „Point-of-Creation“ (POC) bzw. „Point-of-Action“ (POA) bei der Informationsverwendung. 19 Bei mobilen Geräten, die z.B. Bluetooth nutzen, ist ein zusätzlicher Access Point notwendig, um die Daten aus dem drahtlosen Netz in das Unternehmens-LAN einzuspeisen. 20
17 GemeinttisttdieKapselunggderHardwareemittdemmRFIDDSystem..Vgl..Fleisch,,Mattern//DasInternetderrrrr Dinge//S.1055
18 Vgl..fürrfolgendennAbsatzzgrundlegend::Gillert,,Hansen//RFIDDFürdieeOptimierunggvonnGeschäftsproooo zessen/S.136614000
19 Vgl..Fleisch/RFIDDalssersterSchritttderrIntegrationnvonnrealerrunddvirtuellerrr Welt.In::Eberspächer,vonnReden/Umhegttoderrabhängig?//S.766
20 Vgl..Thiesse//ArchitekturunddIntegrationnvonnRFIDDSystemen..In::Fleisch,,Matternn(Hrsg.)//DassInternettttt derrDinge//S.108109
IntegrationnvonRFIDDSystemenn 111 Schicht 1- Edgeware 21
Dies ist die Schicht, auf der die Edgeware Server angeordnet sind. Die Aufgabe der Server ist die Überwachung der Reader bzw. Antennen. Im Detail bedeutet das:
1. Funktionsfähigkeit der Hardware überwachen
2. Bei auftretenden Störungen das IS alarmieren
3. Filterung der Events z.B. bei einem Medienbruch wie Mehrfachlesung 22
4. Weiterleitung der Events an die nächste Schicht
5. Schutz der nächsten Schicht vor Überlastung (Pufferung)
Schicht 2 - Event-Middleware
Nun kommt die Neuerung dieser Architektur ins Spiel. Der eine Teil der klassischen Middleware wird Event-Middleware genannt und ist als eigenständige Anwendungsschicht zu betrachten. Mithilfe dieser Schicht werden die Daten erfasst und wenn nötig verdichtet, um die Datenmenge im WAN oder LAN auf ein Minimum zu reduzieren. Die gesamte Ebene ist im Internet implementiert und die Kommunikation erfolgt dynamisch-eventgesteuert mittels Webservices. Folgende 9 Aufgaben werden in der Event-Middleware umgesetzt:
1. Die Device-Administration dient zur Anmeldung der Auto-ID Geräte an der Peripherie. Desweiteren unterstützt die Middleware die Edgeware, indem sie die Auto-ID Hardware permanent kontrolliert. Bei Verbindungsabbrüchen oder Betriebsstörungen wird das IS sofort informiert.
2. Das Event-Alert Management empfängt, speichert und verarbeitet die Events. Diese Ebene dient der Aufbereitung der Daten für die „ERP-Systeme“ 23 (Enterprise Resource Planning). Zugleich findet hier die Aggregation und Disaggregation von physischen Objekten statt.
21 MancheAutorennbezeichnenndieeEdgewareauchalssMiddleware,,vgl..fürrdiesenAbsatzzgrundlegenddddd Thiesse,,Gross//IntegrationnvonnRFIDDinndieebetrieblicheeITTLandschaft..In::WirtschaftsinformatikkNr.3,,,,, S..182
22 BeispiellaussFleisch//RFIDDalssersterrSchritttderrIntegrationnvonnrealerrunddvirtuellerrr Welt.In::Eberspächer,vonnReden/Umhegttoderrabhängig?//S.744
23 vonneinemmERPPSystemmsprichttman,,wennndassGesamtsystemmFunktionenwieeAdministration,,Disposiiii tionnunddFührunggvereint,,Vgl..Stahlknecht,,Hasenkamp/EinführungindieeWirtschaftsinformatik/// S..326/327
IntegrationnvonRFIDDSystemenn 122
3. Track & Tracing bedeutet Routenverfolgung von Objekten. Ebenso werden auf dieser Ebene die Suchanfragen verarbeitet. Hinzu kommt ein Warnsystem, das Alarm schlägt, sobald sich ein Objekt außerplanmäßig bewegt.
-4. EPC Code Mapping impliziert eine Verwaltung von verschiedenen Co des, falls das Unternehmen branchenübergreifend kommuniziert und unterschiedliche Standards verwendet.
5. EPCIS ermöglicht den Zugang zum „EPCglobal-Netzwerk 24 . Der Sinn dieses Netzwerks ist es, Produktinformationen jederzeit verfügbar zu machen und das Filtern und Bündeln der gelesenen Daten zu unterstützen. Diese Funktion wird auch als „Application Level Events Specification“ (ALE) 25 bezeichnet. Die Produktinformationen werden in Form von Object-Homepages im Internet abgelegt und sind für die Netzwerkteilnehmer jederzeit abrufbar. EPCglobal ist als Schnittstelle zwischen RFID-Middleware und der Anwendungssoftware zu sehen.
-6. Clearing house & repository ist nichts anderes als das zentrale Daten managementsystem in Form einer Datenbank. Hier werden die Daten gespeichert, verwaltet, nach Empfängern gefiltert sowie Zahlungsströme abgerechnet. Außerdem enthält die Datenbank Information über die Objekt-, Routen- und Teilnehmerdaten.
7. Value Added Applications werten die Datenbasis statistisch aus.
8. Das Auto-ID Portal ist eine Art Zugriffsplattform auf das System. Hier können berechtigte Nutzer administrieren, Objekte verfolgen, Object Homepages aufrufen oder Statistiken abrufen.
9. GSM/GPRS Gateway kontrolliert den mobilen Datenverkehr.
Schicht 3 - EAI-Middleware
EAI bedeutet soviel wie Enterprise Application Integration. Dieser zweite Teil der Middleware verknüpft die Anwendungen innerhalb eines Unternehmens
24 ElektronischerProduktcodeeimmInternetauchhalssInternetderrDingeebezeichnet,,vgl..Clasen//Dasss EPCgloballNetzwerk..In::Seifert,,Becker:RFIDDinnderrLogistik..Hamburgg2005,,S.18111
25 Vgl..BITKOM//WhiteePaperrrRFID//S.355
IntegrationnvonRFIDDSystemenn 133
oder über die Grenzen des Unternehmens hinweg. In dieser Arbeit wird auf die EAI-Middleware allerdings nicht weiter eingegangen.
Schicht 4 - ERP-Systeme
Mit ERP-Systemen sind die Anwendungssysteme gemeint, die mit den dynamischen Eventdaten der Event-Middleware versorgt werden. Dazu gehören folgende Komponenten:
x ERP bzw. Enterprise Resource Management (Einsatzplanung der Ressourcen)
x SCM bzw. Supply Chain Management (Lieferkettenmanagement) x CRM bzw. Customer Relationship Management (Kundebeziehungsmanagement, hier Vertriebssystem)
x WMS bzw. Warehouse Management (Waren- und Distributionsverwaltung)
x PLM bzw. Product Lifecycle Management (IT-System zur Produkterfassung)
In der Literatur wird die Architektur des RTE teilweise unterschiedlich modelliert. Es ist auch möglich, auf der Ebene-4 Monitoring- und Reporting-Komponenten zu installieren. 26 Die Monitoring-Komponente dient der Visualisierung von Ob-jektinformationen in Echtzeit und ist direkt an das RFID-System angeschlossen (Track&Tracing). Auf der anderen Seite ist die Reporting-Komponente für die Aufbereitung von Vergangenheitsdaten verantwortlich. Sie muss im Wesentlichen folgende Dinge erfüllen: x Auflistung der Tags pro Lesegerät x Auflistung von Lesegeräte bei der Tag-Suche
x Auflistung von Events für bestimmte Tags, Reader oder Organisationen 27
26 Vgl..fürrdiesennAbsatzzgrundlegenddDittmann,,Thiesse//IntegrationnunddOperabilitättvonnRFIDD Systemen..In::Seifert,,Becker//RFIDDinnderrLogistik//S..22772288
27 Vgl..VDEB,AIMDeutschland/ManagementtLeitfadennfürdennEinsatzzvonnRFIDDSystemen//S.2555
IntegrationnvonRFIDDSystemenn
3.3 On-Demand Service
Nicht alle Unternehmen implementieren ein solches umfangreiches Architekturmodell. Neben den operativen Aufgaben wirkt die Digitalisierung der Geschäftsprozesse sehr belastend. Aus diesem Grund greifen Unternehmen auf On-Demand Services zurück. 28 Die Bedeutung von On-Demand („auf Anforderung“) ist mit Outsourcing annähernd vergleichbar, allerdings spielt hier der Serviceumfang eine wesentliche Rolle. Um Auto-ID Verfahren unternehmensübergreifend effizient einsetzen zu können, sind komplexe Netzwerkstrukturen erforderlich. Der Informationsfluss ist in Abbildung 3-2 dargestellt und wird im Folgenden näher erläutert sowie mit RFID in Verbindung gebracht.
Zunächst wird die Ware beim Lieferanten bestellt und für den Versand vorbereitet. Wenn die Bestellung verladen und an der Laderampe vom RFID-Scanner erkannt wurde, wird automatisch ein Liefer-Avis für den Kunden generiert. Unter einem Lieferavis versteht man „[…] die Vorankündigung eines Wareneingangs mit Spezifizierung der ankommenden Einheiten und Mengen […].“ 30 Die gesamte Kommunikation zwischen den Vertragspartnern erfolgt über „EDI“ (Elect- 28 Vgl..Frischmuth,,Oecking//OutsourcinggalssstrategischeUnternehmensentscheidung.In::Kuhlin,,,, Thielmann/ReallTimeeEnterpriseeinnderrPraxis//S.3311
29 Quelle::Gillert,,Hansen//RFIDDFürrdieeOptimierunggvonnGeschäftsprozessen/S..1411
30 zit..nachhtennHompel,,Heidenblut//TaschenlexikonnLogistik//S.2111
IntegrationnvonRFIDDSystemenn
ronic Data Interchange)-Nachrichten. EDI bedeutet „[…] zwischenbetrieblicher Austausch von Geschäftsnachrichten, wie z.B. Bestellungen oder Rechnungen, auf Basis standardisierter Datenformate und Kommunikationsformen.“ 31 Sobald der Kunde die Ware erhält, wird die Lagereingangsmeldung verschickt und die Verkaufszahl mitgeteilt. Nun kann der Lieferant die Rechnung stellen. Diese begleicht der Kunde in Form der vertraglich geregelten Zahlungsmodalität. Während des Informations- und Warenflusses werden permanent Tracking In-formationen ausgetauscht.
Dieses relativ einfache Modell lässt sich durch eine weitere Dimension erweitern, indem die Logistik-Dienstleister mit eingebunden werden. Das erweiterte Modell nennt sich m:n-Netzwerk und wird in Abbildung 3-3 dargestellt.
Die einzelnen Lieferungen werden von den Speditionen über Teilstrecken an die gewünschten Zielorte verbracht. Während des Transports durchlaufen die Waren Zwischenlager, in denen sie teilweise neu zusammengestellt werden. Der gesamte Informationsfluss geschieht auch hier über EDI-Nachrichten. Ein perfekter Lieferstrom ist gegeben, wenn die Objekte pünktlich zur Produktion
31 zit..nachhDörflein/EDIIEDIFACT..In::Mertenssu.a..(Hrsg.)/LexikonderrWirtschaftsinformatik/S.... 159
32 Quelle::Gillert,,Hansen//RFIDDFürrdieeOptimierunggvonnGeschäftsprozessen/S..1422
IntegrationnvonRFIDDSystemenn
oder zum Verkauf am Zielort eintreffen. Um Auto-ID Verfahren nutzen zu können, spielt die Kommunikation mit EDI-Nachrichten eine wichtige Rolle. Die RFID-Reader an den Laderampen können zum Beispiel nur eingehende Waren kontrollieren, wenn das IS ein Liefer-Avis erhalten hat. Weicht der IST-Zustand vom SOLL-Zustand ab, wird der Lieferant umgehend benachrichtigt.
Soll die Produktverfolgung über eine längere Strecke erfolgen, ist es meist unmöglich, dies mit RFID-Antennen umzusetzen. In diesem Fall nutzen die Firmen GPS-Geräte, die die IS mit GSM-Nachrichten versorgen. Somit kann die Position des jeweiligen Objekts mittels geografischer Koordinaten bestimmt werden.
Diese komplexen IT-Infrastrukturen werden von den wenigsten Unternehmen umgesetzt. Um auch kleineren Unternehmen diese Infrastruktur zu ermöglichen, haben sich Firmen gegründet, die diesen Service in Form von Interfaces anbieten. Die Dienstleistungsunternehmen nennen sich On-Demand oder Managed-Services und reduzieren den Kommunikationsaufwand wie in Abbildung 3-3 dargestellt.
Die Anzahl der Kommunikationsverbindungen wird reduziert, indem das Unternehmen einen einzigen Kommunikationskanal zum Interface aufbaut. Darüber wickelt der Managed-Services-Anbieter die gesamten Logistik-Anforderungen
33 Quelle::Gillert,,Hansen//RFIDDFürrdieeOptimierunggvonnGeschäftsprozessen/S.1433
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ab und das Unternehmen spart sich dadurch enorme Kosten bzw. Aufwand. Solche Dienstleistungen stehen allerdings erst am Anfang der Entwicklung.
4 Fazit und Blick in die Zukunft
Ziel dieser Arbeit war es, Lösungsalternativen für die Integration von RFID vorzustellen, um Projektmanagern und Softwarearchitekten einen Rahmen zu stecken.
Die RFID-Technik wird sich in den nächsten Jahren rasant weiterentwickeln. Zu den Schwerpunkten der Entwickler zählen u.a. die Herstellkosten der Chips enorm zu senken, so dass es in einigen Jahren getagte Yoghurts zu kaufen geben wird. Die Metro AG hat mit dem „Future Store“ 34 bewiesen, dass eine Umsetzung entlang der gesamten Prozesskette möglich ist. Allerdings ist diese Technologie noch nicht überall im Einsatz. Des Weiteren werden die Hersteller versuchen, sich auf einen Standard zu einigen, damit eine unternehmensübergreifende Kommunikation problemlos möglich ist. Hierzu zählt insbesondere die vom Auto-ID Center 35 entwickelte EPC-Technologie. Eine ganz zentrale Rolle wird die Integrationsfragestellung in bestehende IT-Landschaften einnehmen. Hinzu kommen spezielle Filtermechanismen, die aus den gelesenen Daten brauchbare Informationen generieren. Um den Ansprüchen gerecht zu werden, müssen die Architekturen modular aufgebaut sein sowie Schnittstellen vorweisen können. 36
34 Vgl..http://www.futureestore.orggbzw.
http://www.metrogroup.de/servlet/PB/menu/1008965_l1/index.htm,Abruf:::200881223000
35 ProjekttzurrEntwicklunggvonnRFIDDStandards,Vgl..Franke,Dangelmaierr(Hrsg.)//RFIDDLeitfadennfürrdieee Logistik//S.3777
36 Vgl..fürrdiesennAbsatzzgrundlegenddddd
Thiesse,,Gross//IntegrationnvonnRFIDDinndieebetrieblicheeITTLandschaft..In::WirtschaftsinformatikkNr.3,,, S..185186
IntegrationnvonRFIDDSystemenn
Allerdings gibt es noch einige Problemfelder, die bisher noch nicht erforscht wurden, u.a. 37
x Algorithmen zur Datenauswertung
Die große Informationsflut an der RFID-Hardware macht eine frühzeitige Verarbeitung der Rohdaten unumgänglich, damit die Netzwerke bzw. In-formationssysteme nicht überfordert sind. x Einführungsmethodik
Auch die Einführung von RFID-Systemen braucht eine logische Abfolge von Aktivitäten, an die sich die Unternehmen halten können, z.B. Checklisten, Ergebnisdokumente usw. x Systemmanagement
Um die Leistungsfähigkeit eines RFID-Systems beurteilen zu können, sind z.B. Kennzahlensysteme erforderlich. Desweiteren helfen Softwaretools bei Updates bzw. bei der Überwachung von RFID-Hardware.
Allgemein ist zu sagen, dass es an Referenzmodellen und Methoden für die Integration von RFID-Systemen in IT-Landschaften mangelt. Somit bleibt die Technologie der automatischen Identifikationsverfahren auch in den nächsten Jahren ein spannendes Thema.
37 Vgl..fürrnachfolgendennAbsatzThiesse//ArchitekturunddIntegrationnvonnRFIDDSystemen..In::Fleisch, Mattern//DassInternettderDinge//S..117
IntegrationnvonRFIDDSystemenn
D Literaturverzeichnis
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Friedemann Dorn, 2009, Integration von RFID-Systemen, München, GRIN Verlag GmbH
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