Inhaltsverzeichnis:
Abbildungsverzeichnis 2
1. Einleitung 4
2. Anthony Giddens Strukturationstheorie 5
2.1 Einordnung des Strukturierungskonzeptes
5
2.2 Erklärung wichtiger Begrifflichkeiten 7
3. Anwendung des Strukturierungskonzeptes von Anthony Giddens
16
3.1 Veränderung im Bereich Informationstechnologie für publizistische
Medien 15
3.2 Ausblick und zukünftige Entwicklung 23
Literaturverzeichnis 22
2
Abbildungsverzeichnis:
I.The theory of structuration: from actor- structure to social
practice .............................................................................................. 8
II. Stratification model of consciousness and action
............................................................................................................ 11
III. Dimensionen der Dualität von Struktur
............................................................................................................ 14
IV. Auflistung verschiedener Ressourcenarten nach Giddens ...........
............................................................................................................ 15
V. Ausstattung privater Haushalte mit ausgewählten Informations-und Kommunikationstechniken (IKT) nach unterschiedlichen Erhebungen in Deutschland 18
VI. Vorhandensein einer Homepage oder Webseite nach Art des
Gewerbes .......................................................................................... 20
1. Einleitung
Die Arbeiten von Anthony Giddens haben in den letzten Jahren große Aufmerksamkeit und Interesse, weit über ein soziologisches Fachpublikum hinaus, geweckt. Mit zahlreichen Veröffentlichungen stellte Giddens eine umfangreiche soziologische Theorie vor, die man durchaus als eigenständig bezeichnen darf und welche mittlerweile einen internationalen Diskurs zur Mikro- und Makrodebatte angeregt hat. Insgesamt veröffentlichte Giddens über 200 Artikel in Fachzeitschriften und seine 35 Bücher wurden in 29 Sprachen übersetzt (vgl. Giddens 2003). Obwohl das Werk des Briten sich inzwischen in erster Linie mit modernen Gesellschaften beschäftigt, beinhaltet sein Hauptwerk „Die Konstitution der Gesellschaft“ auch Aspekte einer „großen Theorie“:
Das vorliegende Buch weist einen deutlichen soziologischen Bias insofern auf, als ich vorwiegend Material herangezogen habe, das sich auf moderne Gesellschaften bezieht. Allerdings will das Buch als eine Einführung in die Theorie der Strukturierung in hohem Maße auch eine Formulierung der Aufgaben einer allgemeinen Sozialtheorie sein und ist in eben diesem Sinne Theorie. Das heißt im Zentrum stehen das Verständnis menschlichen Handelns und sozialer Institutionen. (vgl. Giddens 1988 S.30). Aufgrund der thematischen Breite seines Werkes gilt Anthony Giddens als einer der führenden Soziologen der Gegenwart. „Sein Beitrag zur sozialwissenschaftlichen Methodologie besteht in der Theorie der Strukturierung...“ (Müller, 2002 S.164) und in seiner Theorie der Moderne, die sich mit der mehrdimensionalen Ordnung moderner Gesellschaften beschäftigt (ebd.) .
In der vorliegenden Arbeit wird die Strukturationstheorie von Anthony Giddens dargestellt. Es erfolgt zunächst eine allgemeine Einordnung der Theorie. Hierauf werden deren Grundbegriffe erläutert. Im Anschluss wird in Punkt 3 versucht, das Giddenssche Strukturierungskonzept im Zusammenhang mit organisatorischem Wandel zu beleuchten, und insbesondere der Erklärungsgehalt für publizistische Medien und Organisationen des Mediensektors betrachtet. Ein Theorievergleich mit einzelnen Autoren, beziehungsweise eine Herleitung der Theorie aus ihren klassischen Ursprüngen kann im Rahmen dieser Seminararbeit
nicht erfolgen. Anschließend an die Darstellung der Theorie wird im letzten Teil eine Aussage über ihre Anwendbarkeit im publizistischen Umfeld getroffen.
2. Anthony Giddens Strukturationstheorie
2.1 Einordnung des Strukturierungskonzeptes
Das Strukturierungskonzept von Anthony Giddens versucht einen Brückenschlag zwischen mikro- und makrosoziologischen Ansätzen. Einerseits bestreitet es die alleinige Erklärungskraft von mikrosoziologischen Ansätzen, also Theorien, die Entstehung und Fortentwicklung von Gesellschaften nur mit Hilfe der Betrachtung der Gesellschaftsmitglieder zu erreichen suchen. Zu dieser Art der Soziologie könnte man zum Beispiel den symbolischen Interaktionismus eines Gorge Herbert Mead, spieltheoretische Ansätze, hermeneutische Modelle, und Sprechhandlungstheorien (stellvertretend könnte man die Diskurstheorie eines Jürgen Habermas anführen) zählen. Alle diese Modelle haben, wie erwähnt, das Individuum im Mittelpunkt des Interesses und konstruieren ausgehend von den Handlungen von Personen den Aufbau von Systemen und Gesellschaften.
Andererseits existieren die systemtheoretischen Theorien, welche die Gesellschaft und Systeme als Rahmen sehen, die nicht durch einzelne Akteurshandlungen erklärt werden können. Diesen makrosoziologischen Ansätzen kann man z.B. den Strukturfunktionalismus eines Talcott Parsons, die Systemtheorie Niklas Luhmanns, und die marxistische Theorie, wenn sie von der Systemperspektive interpretiert wird, zuordnen. Giddens selbst geht davon aus, dass beide Ansätze für sich allein zu kurz greifen:
Eines meiner hauptsächlichen Ziele bei der Formulierung der Theorie der Strukturierung ist es, solchen >>imperialistischen<< Bemühungen ein Ende zu setzen. Das zentrale Forschungsfeld der Sozialwissenschaften besteht - der Theorie der Strukturierung zufolge - weder in der Erfahrung des individuellen
Akteurs noch in der Existenz irgendeiner gesellschaftlichen Totalität, sondern in den über Zeit und Raum geregelten gesellschaftlichen Praktiken. (Giddens 1988, S.52)
Mit anderen Worten kann man sagen, Strukturation ist ein
... von Anthony Giddens geprägter Begriff zur Bezeichnung jener rekursiven Mechanismen, die das Verhältnis von Regelsystemen und Handlungen im Prozeß einer sich in Raum und Zeit konstituierenden sozialen Ordnung charakterisieren. Aufgrund dieser spezifischen Dualität von Ordnung bzw. Struktur sind weder Regeln auf Handlungen noch Handlungen auf Regeln reduzierbar. (Heinritz 1995, S.652)
In eben jenem Ausgleich zwischen objektivistischen und interpretativen Ansätzen 1 liegt ein Teil der Qualität von Giddens Theorie, was im Folgenden noch herausgearbeitet werden soll. Giddens allgemeine Einstellung zum mikrosoziologischen Ansatz erklärt er wie folgt:
So kenne ich zum Beispiel die Forderung nach einer Dezentrierung des Subjekts an und halte diesen Ausgangspunkt für eine Grundlage der Theorie der Strukturierung. Allerdings akzeptiere ich nicht, dass dies die Auflösung von Subjektivität in ein leeres Universum von Zeichen bedeutet. Vielmehr liegen meines Erachtens soziale Praktiken, die in Raum und Zeit hineingreifen, sowohl der Konstitution des Subjekts als auch der des sozialen Objekts zugrunde. (Giddens 1988, S.35)
Giddens selbst formuliert sein Ziel klar mit folgender Aussage: „Mit der Formulierung der Theorie der Strukturierung möchte ich den Dualismus von Objektivismus und Subjektivismus überwinden.“ (ebd. S.41). Die Verknüpfung der zwei soziologischen Grundrichtungen versucht Giddens in einem deduktiven Vorgehen zu erlangen. D.h. er entwickelt seine Theorie und versucht sie anschließend anhand empirischer Zahlen zu bekräftigen.
Trotzdem wehrt sich Giddens gegen einen rein deduktiven Ansatz, wie er in den Sozialwissenschaften öfter gefordert wird.
Es gibt nämlich in den Sozialwissenschaften einige Auffassungen von Theorie, von denen ich mich eindeutig absetzen möchte. Eine bestimmte Begriffsauffassung genoss besonders unter einigen Vertretern des orthodoxen Konsensus Ansehen, wird aber heute nur noch selten vertreten. Es handelt sich dabei um die von bestimmten Spielarten des Logischen Empirismus in der Wissenschaftstheorie der Naturwissenschaften beeinflusste Ansicht, die einzige
Die Begrifflichkeiten subjektivistische und objektivistische Sichtweise werden hier synonym für Mikro- und Makrosoziologie verwendet.
Arbeit zitieren:
Markus Dormann, 2003, Grundaussagen des Giddensschen Strukturierungskonzepts - Wandel in Organisationen, München, GRIN Verlag GmbH
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