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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. 2
1. Einleitung. 3
2. Biografie von Georg Caspar Homans. 4
3. Begriffsdefinitionen. 5
3.1. soziale Interaktion. 7
3.2. Die 5 Haupthypothesen. 8
3.3. Gruppe und Konformität 11
3.4. Macht 13
4. Ein Vergleich mit Peter M. Blau (aus „Exchange and Power in Social Life“ New York
1964 ) 14
5. Kritik an den Homans schen Grundlagen soziologischer Theorien. 19
6. Schlussbemerkung / Fazit 20
7. Literaturverzeichnis 22
Zitatangaben. 22
Prim ärliteratur 23
Sekund ärliteratur 24
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1. Einleitung
Leistung und Gegenleistung, zwei Schlagwörter, die das gesamte Leben einer Gesellschaft charakterisieren und typisieren. Sie bestimmen die sozialen Beziehungen der Menschen untereinander und offenbaren, dass jeder Mensch seinen Eigennutz aus Tauschverhältnissen optimiert und sein Verhalten so anpasst, dass er möglichst viel erhält und dafür erdenklich wenig geben muss. Aber was genau bedeutet das für den Einzelnen? Ein Cafebesitzer, zum Beispiel, ist doch bestrebt, seine Produktpreise so anzugleichen, dass sein monatlicher Profit möglichst lohnend und gewinnbringend ist. Ein Cafebesucher hingegen wird niemals oder höchst selten in ein Cafe gehen, in dem die Preise für ihn zu teuer sind. Folglich wäre doch eine perfekte soziale Beziehung zwischen Cafebesitzer und Kunde ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis für beide Seiten. Ist es nun möglich Leistung und Gegenleistung für beide Parteien so zu optimieren, dass beide maximalen Gewinn daraus schlagen? Können beide Seiten auf diese Art und Weise eine soziale Beziehung eingehen oder tun sie dies schon, wenn sie sich ablehnend verhalten? Eines von vielen Beispielen für ein durchaus komplexes und umfangreiches Thema, welches in der Soziologie und Psychologie als Austausch- oder Verhaltenstheorie bekannt geworden ist und ganz offensichtlich zu erklären versucht, warum Personen überhaupt soziale Beziehungen eingehen bzw. solche zu erhalten versuchen. Es handelt sich also um eine Theorie, die dem Individuum bezüglich der Gestaltung seiner sozialen Beziehungen kreative Leistungsfähigkeit beipflichtet.
Bedeutende und namenhafte Soziologen, wie James S. Coleman, Peter M. Blau oder Claude Levi-Straus, haben sich schon Anfang des letzten Jahrhunderts intensiv und sorgfältig mit diesem Thema auseinander gesetzt.
Auch Georg Caspar Homans, ein amerikanischer Soziologe, beschäftigt sich mit der Materie des sozialen Verhaltens und bringt in den 60er Jahren die zwischenzeitlich in Vergessenheit geratenen Grundlagen der Austauschtheorie wieder in die Soziologie. Der Au-tor verfasst 1961 die Aufsätze „Grundfragen soziologischer Theorien“ und versucht, in der mir vorliegenden Auflage von 1972, anhand von Begriffsdefinitionen und simplen
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Erläuterungen die grundlegenden sozialen Prozesse des menschlichen Verhaltens anschaulich darzustellen.
Homans will jedoch nicht implizieren, wie sich diese Entwicklungsgänge im Verhalten von Personen unterschiedlicher Herkunft, Anzahl und in unterschiedlichen Umgebungen auswirken. Für ihn steht das Verhalten des Menschen im Vordergrund und nicht seine religiöse oder politische Abstammung.
Die Aufgabe dieser Hausarbeit ist es, Schwerpunkte Georg C. Homans herauszuarbeiten und zu klären, wie soziale Interaktion und sozialer Austausch möglich ist. Im Anschluss daran, wird die Verhaltenstheorie Homans unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Standpunkte kritisch verglichen und diskutiert. Eine Schlussbemerkung beendet diese Arbeit.
2. Biografie von Georg Caspar Homans
Georg Caspar Homans, der als wichtigster Begründer der soziologischen Verhaltenstheorie gilt, wurde am 11. August 1910, als Sohn einer sehr wohlhabenden Familie, in Bosten/ Massachusetts (USA) geboren. Er studierte von 1928 bis 1939 englische und amerikanische Literaturwissenschaften, Geschichte und Soziologie an der Harvard University in Cambridge/ Massachusetts, wo er dann als Dozent und ab 1939 als ordentlicher Professor arbeitete. Angeregt und inspiriert durch seinen Lehrer und Tutor Bernhard DeVoto las Homans verschiedene Abhandlungen von Mandevilles und lernte durch ihn den Bioche-mie-Professor Lawrence Joseph Henderson (1878-1942) kennen, für den er von 1932 bis 1933 als unbezahlter Assistent tätig war. In dieser Tätigkeit hatte Georg C. Homans die Möglichkeit an unterschiedlichen Seminaren teilzunehmen, die für ihn und seine zukünftigen Arbeiten stark prägend waren. Unter anderem lernte er eine Reihe von Sozialwissenschaftlern kennen, darunter zum Beispiel Talcott Parsons, Robert K. Merton und Alfred North Whitehead. Des weiteren gaben diese Studienanstalten „Anlass zu Homans` erstem Buch An Introduction to Pareto (1934).“ (1) Im folgenden Herbst des gleichen Jah-
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res erhielt Georg C. Homans von der Society of Fellows der Harvard University ein fünfjähriges Stipendium, wodurch er genügend Zeit fand, um sich intensiv mit der mittelalterlichen Geschichte Englands beschäftigen zu können. Von 1939 bis 1946 war er dann Faculty Instructor in Harvard, eine Stelle die er als Nachfolger von Robert K. Merton antrat. Ab dem Jahre 1941 bis Ende 1945 gab es jedoch eine Wende im Leben Homans, da er als Lieutenant Commander bei der Marine am zweiten Weltkrieg teilnehmen musste. Nach seinem Kriegsdienst setzte er seine Karriere als ordentlicher Professor fort und wurde 1946 zum Associate Professor an der Harvard University ernannt. Von 1955 bis 1980 war er Full Professor of Sociology und als sich 1970 das Department of Social Relations spaltete, stieg er als Nachfolger von Talcott Parsons zum Chairman des Department of Sociology auf. Am 29. Mai 1989 starb er dann im Alter von 79 Jahren in Cambridge/Massachusetts.
3. Begriffsdefinitionen
Georg Caspar Homans beschäftigt sich in seinen Aufsätzen „Grundfragen soziologischer Theorien“, mit zeitgenössischen soziologischen und psychologischen Hypothesen, wobei er seinen Schwerpunkt auf die Austausch- oder Verhaltenstheorie stellt, die sich mit dem sozialen Verhalten und sozialen Beziehungen der Menschen unserer Gesellschaft ausei-nandersetzt. Der Autor Homans möchte dabei aber keine neue Theorie aufstellen, sondern greift schon vorhandenes Material von anderen namenhaften Soziologen und Psychologen auf, welches er anspruchsvoll diskutiert und prüft. Dabei entsteht eine enge Verbindung zu Burrhus Frederic Skinners (1904-1990, „amerikanischer Psychologe und Verhal-tensforscher, gilt als der führende Vertreter des psychologischen Behaviorismus“ (2) ) Be-haviorismus, bei dem das menschliche Verhalten auf ganz bestimmte Reize von außen reagiert und durch vorherige Erfahrungen profitiert. Diese neu erworbenen Erkenntnisse werden überdies auf erneuerte Situationen übertragen. Das Festhalten an einer Verhal- tensweise hängt davon ab, ob Menschen dafür belohnt worden sind beziehungsweise
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werden. Wird eine Aktivität nicht mehr belohnt, dann wird sie gelöscht. Burrhus F. Skinner führt in diesem Zusammenhang die Fachbegriffe Reflexreaktionen und operante Reaktionen ein, die sich Homans zu gute macht. „Letztere sind keine unwillkürlichen Reaktionen, sondern Verhaltensänderungen, die nur auf vererbte Fähigkeiten beruhen.“ (3) Die Steuerungen von Verhaltensänderungen, also von Lernprozessen, werden damit zur eigentlichen Zielfunktion des Skinnerschen Behaviorismus. Des weiteren ist bei dem amerikanischen Soziologen Georg C. Homans keine genaue wissenschaftliche Grenze zwischen einzelnen Fachgebieten zu erkennen. Die meisten Soziologen neigen, laut Homans, dazu, zwischen Soziologie und Psychologie eine scharfe Grenze zu ziehen. Er tut das hier nicht, denn der Autor ist der Meinung, dass die meisten Hypothesen über individuelles Verhalten im allgemeinen von Psychologen aufgestellt und überprüft werden. Aus diesem Grund nennt man sie häufig psychologische Behauptungen. Da er sich diese Begriffe zu nutze macht, ist es für ihn unlogisch und paradox eine Trennungslinie zu ziehen. Für Georg Caspar Homans sind die „Gesetze der verhal-tenstheoretischen Psychologie“ (4) die „grundlegendsten für alle Wissenschaften, die sich mit dem sozialen Verhalten von Menschen beschäftigen.“ (5) Den Hauptgegenstand dieser Abhandlung stellen also die grundlegenden Prozesse des sozialen Verhaltens dar, „jenes Verhaltens, das auftritt, wenn wenigstens zwei Personen zueinander in Beziehung treten.“ (6)
Weiterhin ist zu erwähnen, dass der Verfasser dieser Abhandlung sich „mehr mit Erklärung als mit Entdeckung [auseinandersetzt], da die Beziehungen, mit denen [Personen] es zu tun haben, großteils bekannt sind und nicht entdeckt zu werden brauchen.“ (7) Unter Erklärung versteht Homans dabei den Nachweis, dass die Entdeckung, also die Erfassung, Feststellung und Beobachtung neuer Fakten, unter bestimmten Bedingungen logisch aus allgemeineren Beziehungen abzuleiten ist. Die Erklärung hilft Wissen zu glie- dern und Ordnung zu schaffen.
Arbeit zitieren:
Madlen Leetz, 2003, Georg C. Homans - Grundfragen soziologischer Theorien, München, GRIN Verlag GmbH
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