Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 3
2. Methodik der cost-benefit-analysis 3
2.1. Festlegung des Bereichs der Analyse 4
2.2. Evaluation der Effekte des Programms 5
2.3. Schätzung des finanziellen Wertes der Effekte 6
2.4. Angleichung der gesammelten Dollarwerte 7
2.5. Beschreibung der Kosten- und Gewinnverteilung 8
2.6. Sensivity analyses 9
3. Ergebnisse der cost-benefit-analysis 9
3.1. Programmkosten 9
3.2. Kinderbetreuung 12
3.3. Elementar- und Sekundarerziehung 12
3.4. Erwachsenenbildung und höhere Bildung 15
3.5. Beschäftigung und Gehalt 16
3.6. Kriminalität und Verbrechen 20
3.7. Wohlfahrtshilfe 22
4. Zusammenfassung 23
Literaturverzeichnis 26
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1. Einführung
Da es zu Beginn der 60er Jahre einen hohen Bedarf an qualitativ hochwertigen Programmen im Bereich der Frühpädagogik gab, wurde 1962 unter der Leitung von Dr. David P. Weikart das Perry Preschool Project entwickelt. Dieses Vorschulprogramm wurde für drei- bis vierjährige Kinder an der Perry Grundschule in Ypsilanti, Michigan, erarbeitet.
Ziel des Programms war es, Kindern zu helfen, die negativen Einflüsse der Armut und deren Auswirkungen auf die Schulleistung zu überwinden. Dementsprechend nahmen 123 Kinder aus armen Familien teil, die ein hohes Risiko hinsichtlich schulischem Versagen aufwiesen. Es waren Kinder aus Familien mit einem niedrigen sozioökonomischen Status und einem relativ geringen IQ von 80-86 Punkten. Das Projekt umfasste neben täglichen Unterricht auch Hausbesuche, um die Eltern in den Erziehungsprozess ebenfalls einzubeziehen.
Da die Ergebnisse des Projekts durch die High/Scope Perry Preschool Study bereits ausführlich evaluiert wurden, wird das Perry Preschool Project in der Literatur als Programm mit „einige[n] der besten Überlegungen zu qualitativ hochwertiger Erziehung in der frühen Kindheit“ beschrieben (Fthenakis & Textor (Hrsg.), 2000, S. 179). Ein ebenso wichtiger und interessanter Aspekt ist die Wirkung des Programms im finanziellen Bereich. Da man bei diesem Vorschulprojekt quasi in das Leben junger Kinder - also in „menschliches Kapital“ - investiert, nimmt die Analyse hinsichtlich der Kosten und des Gewinns in der Langzeitstudie eine ebenso große Stellung ein. In der folgenden Arbeit soll nun durch einen genaueren Blick auf die Ergebnisse der Kosten-Nutzen-Analyse geprüft werden, inwieweit sich diese Investition gelohnt hat. Dabei soll zunächst im Punkt 2 die Vorgehensweise dieser Analyse erläutert werden, bevor auf die konkreten Ergebnisse in verschiedenen Bereichen im dritten Punkt eingegangen wird.
2. Methodik der cost-benefit-analysis
Bei der Investition in ein Programm wie dem Perry Preschool Projects stellen sich die beteiligten Interessengruppen, wie zum Beispiel Steuerzahler, Teilnehmer des Programms oder die Gesellschaft allgemein, natürlich vielerlei Fragen:
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Hat sich die Investition gelohnt?
Welchen Nutzen haben diejenigen, die darin investiert bzw. teilgenommen haben?
Für welche Personengruppe hat es sich besonders rentiert? Wer übernahm die Kosten und wer ermittelt den Gewinn des Projekts? Aus diesem Grund war die cost-benefit-analysis von Anfang an ein fester Bestandteil der High/Scope Perry Preschool Study. Sie stellt ein wichtiges Instrument zur Erfassung aller Kosten und Erträge einer Investition dar. Die Analyse sollte zum Einen Antworten darauf geben, inwieweit das Programm eine rentable Investition für die Steuerzahler war, d.h., ob die Gewinne größer waren als die Kosten, und zum Anderen die Verteilung auf einzelne Personengruppen untersuchen.
Da die Langzeitstudie fünf Erhebungswellen umfasste, lieferte sie der cost-benefitanalysis eine fundierte Grundlage zur Datenerhebung. Es wurden Daten zum 10. und später zum 19. Lebensjahr ermittelt, wobei letztere wiederum gesammelt wurden, um Schätzungen bis hin zum 27. Lebensjahr machen zu können. Diese gingen dann in die neuesten Erhebungen zum 27. Lebensjahr ein und lieferten genaueste Daten für die gesamte cost-benefit-analysis.
Wie nahezu jede cost-benefit-analysis umfasste auch die des Perry Preschool Projects eine Serie von sechs Schritten. Im Folgenden soll nun der Prozess der Durchführung näher erläutert werden (vgl. Barnett, 1996).
2.1. Festlegung des Bereichs der Analyse
Um jegliche Ergebnisse einer Untersuchung beurteilen zu können, muss man sie vergleichen können, d.h., man benötigt eine sogenannte Kontrollgruppe. Das Design der High Scope Study legte dafür die grundlegende Gegenüberstellung von zwei Gruppen nah: eine Gruppe, die an dem Vorschulprogramm teilgenommen hat, versus eine Gruppe ohne Teilnahme am Perry Preschool Project. Obwohl dieser Vergleich äußerst sinnvoll war, wurde er doch durch zwei entscheidende Faktoren erschwert:
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Einen Aspekt stellte die unterschiedliche Dauer der Teilnahme der Kinder dar. Einige nahmen nur ein, andere dagegen zwei Jahre das Programm in Anspruch. Bei der ersten cost-benefit-analysis - im Alter von 10 Jahren - berechnete man daher spezielle Daten für Kinder, die entweder ein oder zwei Jahre am Programm teilnahmen. In der zweiten Analyse - zum 19. Lebensjahr - wurden Kostenschätzungen wiederum für beide Teilnahmegruppen gemacht. Die Gewinnschätzungen basierten diesmal jedoch auf der gesamten Gruppe der Teilnehmer. Der Vorteil dieser Methode ist die erhöhte Gültigkeit der geschätzten Gewinne. Da die cost-benefit-analysis Ergebnisse mit höchstmöglichster Gültigkeit liefern sollte, wurde im weiteren Verlauf der Durchführung diese Methode verwendet.
Der zweite Einflussfaktor war die unterschiedliche prozentuale Verteilung der männlichen und weiblichen Teilnehmer. Obwohl 59% der Teilnehmer männlich und 41% weiblich waren, sollten die Ergebnisse der Analyse eine Gesellschaft repräsentieren, die jeweils zur Hälfte aus Männern und Frauen besteht. Um dies zu gewährleisten, wurden zunächst alle Werte separat für Männer und Frauen geschätzt. Daraus bildete man dann einen Durchschnittswert für die allgemeine Bevölkerung. Die zunächst getrennte Untersuchung ergab nahezu gleiche Gewinnresultate für beide Geschlechter. In einigen Bereichen traten dennoch bestimmte Unterschiede auf, die im Punkt 3 näher beschrieben werden. Doch im Großen und Ganzen war die Wirkung dieser Unterschiede auf die Gesamtergebnisse eher gering.
Neben der Gegenüberstellung von teilnehmender und nicht-teilnehmender Gruppe wurde noch eine zweite Differenzierung vorgenommen. Da eine cost-benefitanalysis, wie bereits erwähnt, vor allem eine ökonomische Analyse ist, wurden die Kosten und Gewinne nicht nur für die Gesellschaft als Ganzes geschätzt, sondern auch speziell für die Steuerzahler sowie die Programmteilnehmer und deren Familien.
2.2. Evaluation der Effekte des Programms
Jede cost-benefit-analysis baut auf einer zugrundeliegenden Evaluation aller möglicher Auswirkungen und Effekte des jeweiligen Programms auf. Es wurde bereits beschrieben, dass durch das Design und die Länge der Studie dies bestmöglichst durchgeführt wurde. Alle Effekte wurden dabei eingeschätzt als grundlegende Differenz zwischen einer Gruppe mit und einer Gruppe ohne Teilnahme an dem Vor-
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schulprogramm. Da erwiesen war, dass das Perry Preschool Project eine Kette von Wirkungen bis ins Erwachsenenalter nach sich zieht, wurden die dafür erforderlichen Daten kontinuierlich während der Elementarschule der Kinder sowie zu späteren Zeitpunkten im Alter von 14-15 Jahren, 19 Jahren und 27 Jahren gesammelt. Trotz der Stärke des Programms gab es ebenso wesentliche Grenzen. So stellte es keine Basis für die Einschätzung von sogenannten indirekten Effekten dar. Dabei sind vor allem zwei allgemeine Arten zu nennen:
Ein Aspekt, für den die Untersuchung keine Daten lieferte, war die Auswirkung auf Geschwister. Das lag zum Einen daran, dass nur wenige der Teilnehmerkinder Ge-
schwister hatten, und zum Anderen, dass die Erhebung der hierfür erforderlichen Daten sehr schwierig war. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass die Teilnahme an dem Programm sowohl das Verhalten der Eltern als auch das des Geschwisterkindes beeinflusste. Dies wäre zum Beispiel möglich, wenn die Mutter eines Teilnehmers angeregt wird, dem Kind öfters vorzulesen. Das hätte dann sicherlich zur Folge, dass sie dies bei allen ihren Kinder tun würde und die Geschwister hätten indirekt Anteil an den Wirkungen des Vorschulprogramms. Der zweite schwer messbare Effekt war der der globalen Wirkungen. Damit sind eventuelle Einflüsse auf die direkte Umgebung wie zum Beispiel die Schule oder die Nachbarschaft gemeint. Die Erfassung dieser Größe ist nur im Rahmen groß angelegter Programme möglich. Wäre das Perry Preschool Project beispielsweise mit einer deutlich höheren Anzahl von Kindern durchgeführt worden, hätte man sicherlich auch Veränderungen hinsichtlich des Schulklimas etc. feststellen können. Auch wenn diese Art von Effekten gegenüber den direkten Auswirkungen eher klein waren, kann dies die Resultate der gesamten Analyse dennoch negativ beeinflussen. Daher war es wichtig, sich trotzdem bewusst zu machen, dass es auch eine Reihe von Wirkungen gibt, die man schwer bzw. kaum erheben kann.
2.3. Schätzung des finanziellen Wertes der Effekte
Die Schätzung des Geldwertes der Auswirkungen des Programms war das Herzstück der gesamten cost-benefit-analysis. In diesem Schritt wurden alle Programmeffekte, Kosten und Gewinne in Dollar übersetzt. Dies ermöglichte es den Untersuchern ein Ausmaß des wirtschaftlichen Einflusses des Projekts auf die Gesellschaft
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zu ermitteln. Dabei stellte sich jedoch das Problem, dass sich natürlich nicht alle Effekte in Dollar ausdrücken lassen. Dazu gehörten u.a. Auswirkungen auf das Freizeitverhalten, Familienbeziehungen, Schulzufriedenheit etc.. Trotzdem musste versucht werden, den Geldwert der größtmöglichsten Anzahl an Auswirkungen zu schätzen, um glaubwürdige und repräsentative Resultate zu erhalten. Dafür wurden sieben Kategorien aufgestellt, für die Schätzungen bezüglich der Kosten und Gewinne gemacht wurden: Programmkosten Kinderpflege und -betreuung Reguläre Elementar- und Sekundarschule Erwachsenenbildung Höhere Bildung Kriminalität und Verbrechen Gehälter und Beschäftigung Wohlfahrt
An dieser Stelle beschränke ich mich auf die Nennung der Kategorien. Die Ergebnisse der jeweiligen Bereiche werden in Punkt 3 näher erläutert.
2.4. Angleichung der gesammelten Dollarwerte
Da die hier beschriebene cost-benefit-analysis über mehrere Jahre hin durchgeführt wurde und sich der Wert des Dollar von Jahr zu Jahr änderte, war es notwendig, diese verschiedenen Werte anzugleichen, um sie vergleichbar zu machen. Dabei wurden zwei Angleichungen vorgenommen:
Zunächst mussten zum Einen die Auswirkungen der Inflation „entfernt“ und zum Anderen alle Dollarwerte der verschiedenen Jahre in einen Kurs übersetzt werden. Auf-grund der Inflation hat ein Dollar aus dem Jahr 1965 einen anderen Wert als ein Dollar von 1990. Daher wurden mit Hilfe des Bruttoinlandprodukts und einem Preisbe-reinigungsfaktor alle gesammelten Dollarwerte in einen realen Wert übersetzt, mit dem man dann auch aussagekräftige Ergebnisse ermitteln konnte. Hierfür einigte man sich auf den Dollarwert des Jahres 1992, auf den alle Kosten und Gewinne umgerechnet wurden.
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Arbeit zitieren:
Susan Dörfler, 2003, Cost-benefit analysis des Perry Preschool Projects, München, GRIN Verlag GmbH
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