Refluxkrankheit - Inhaltsverzeichnis
Definition und Häufigkeit. 3
Definition. 3
H äufigkeit. 3
Ursachen und Risikofaktoren 3
Ursachen 3
Risikofaktoren. 4
Pathophysiologie 5
Symptomatik 6
Komplikationen und Folgeerkrankungen 6
Komplikationen 6
Folgeerkrankungen. 7
Ern ährungstherapie 8
Ziele der Ernährungstherapie. 8
Übergewicht. 8
Ern ährungsfaktoren 8
Weitere Empfehlungen 11
Medikament öse Therapie 11
Übersicht 11
Literatur. 17
Impressum 18
2
Definition und Häufigkeit
Synonyme:
gastroösophageale Refluxkrankheit chronisches Sodbrennen engl.: gastroesophageal reflux disease (GERD)
Definition
Bei der Refluxkrankheit handelt es sich um einen krankhaften, chronischen Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre, der auf einen ungenügenden gastroösophagealen Verschluss (= Ösophagussphinkter, Schließmuskel) zurückzuführen ist. Der Magensaft reizt dabei die vor Säureangriffen ungeschützte Speiseröhre, so dass es zu Entzündungen der Schleimhaut kommt, die mit Brennen und Schmerzen hinter dem Brustbein einhergehen (Refluxösophagitis). Im Gegensatz zu dem gelegentlich nach reichhaltigen bzw. fettreichen Mahlzeiten auftretenden Sodbrennen, tritt dieses bei der Refluxkrankheit mindestens einmal die Woche auf. Weitere mögliche Symptome sind morgendliche Heiserkeit und vermehrtes Aufstoßen. Oft treten in diesem Zusammenhang auch Schlafstörungen auf.
Häufigkeit
Bei etwa 25% der Deutschen treten leichte Refluxsymptome auf, bei 14% mäßige Beschwerden und 4% zeigen eine schwere Refluxsymptomatik. Die Prävalenz nimmt mit steigendem Alter zu und erreicht den Höhepunkt etwa im sechsten Lebensjahrzehnt [Noc06]. Eine geschlechtsspezifische Häufung scheint es, zumindest beim Vergleich von Männern und nicht-schwangeren Frauen, nicht zu geben. Während der Schwangerschaft kann es allerdings hormonbedingt zu einem vorübergehenden, gehäuften Sodbrennen kommen [Den05].
Ursachen und Risikofaktoren
Ursachen
Wie zahlreiche Zivilisationskrankheiten scheint sich ebenso die Refluxkrankheit aus einer Kombination aus genetischer Veranlagung und Lebensstilfaktoren zu entwickeln. So tritt chronisches Sodbrennen meist unter Blutsverwandten, nicht aber unter angeheirateten Verwandten gehäuft auf, was auf einen genetischen Zusammenhang schließen lässt [Den05]. Auch anatomische Fehlbildungen können den chronischen Reflux begünstigen. Aus physiologischer Sicht kann eine Refluxkrankheit verschiedene Ursachen haben:
der Verschluss des gastroösophagealen Schließmuskels ist zu schwach, um den Magensaft zurückzuhalten,
durch einen anatomisch abnormen Austritt durch das Zwerchfell liegt ein Teil des Magens im Brustraum (Hiatushernie), wodurch der Verschluss gestört ist,
durch eine ungenügende Peristaltik und/ oder eine unzureichende Bildung des neutralisierenden Speichels ist die Säure-Clearance der Speiseröhre gestört, wodurch zurückfließender Magensaft länger auf die Schleimhaut des Ösophagus einwirkt
Im Allgemeinen werden in dem Zusammenhang zwei Formen unterschieden:
3
Primäre Refluxkrankheit
Hier liegt in erster Linie eine Funktionsstörung des gastroösophagealen Schließmuskels vor, die durch Faktoren wie fettreiche Mahlzeiten, Alkohol oder Zigarettenkonsum gefördert wird. Auch Hiatushernien spielen hierbei häufig eine Rolle.
Sekundäre Refluxkrankheit
Hier wird der Reflux durch andere Faktoren als eine direkte Schließmuskelstörung verursacht. In Frage kommen beispielsweise starkes Übergewicht, hormonelle Einflüsse in der Schwangerschaft oder Magenoperationen.
Risikofaktoren
Adipositas
Bei Übergewichtigen ist der Druck im Bauchraum häufig erhöht, wodurch die Druckdifferenz zwischen Speiseröhre und Magen abnimmt und der Rückfluss von Speisebrei begünstigt wird. Zudem ist die Säureclearance des Ösophagus aufgrund einer geringen Speichelsekretion häufig verringert.
Tabakkonsum
Tabakkonsum erhöht den intragastralen Druck und führt zu einer verminderten Sekretion des neutralisierenden Bikarbonats im Speichel. Nikotin schwächt den Ösophagusschließmuskel und damit den Verschluss. Zudem fördern sowohl das tiefe Einatmen wie auch Husten im Zusammenhang mit Rauchen den Reflux von Mageninhalt.
Obstipation (Verstopfung) und Meteorismus (Blähungen)
erhöhen den Druck im Abdominalraum
Schwangerschaft
Das Schwangerschaftshormon Progesteron reduziert den Tonus des Ösophagusschließmuskels. Zudem erhöht das Ungeborene mit zunehmendem Wachstum den Druck im Magen.
Medikamente
Bestimmte Medikamente regen die Produktion von Magensäure an und können Sodbrennen verstärken wie z.B. x kaliumhaltige Arzneimittel x cholesterinspiegelsenkende Arzneimittel (Statine) x bestimmte Antibiotika x Hustenlöser mit Azetylzystein x theophyllinhaltige Asthmamittel
4
Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
Ein Zwerchfellbruch mit Verlagerung von Magenabschnitten in den Brustraum begünstigt
Refluxerscheinungen. Pathophysiologie
Sodbrennen entsteht durch den Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre. Bei gesunden Personen wird der Reflux durch den Verschluss des Ösophagussphinkters zwischen Speiseröhre und Magen weitgehend verhindert. Tritt dennoch saurer Magensaft über wird dieser einerseits durch Bikarbonat im Speichel neutralisiert und andererseits durch die Peristaltik der Speiseröhre zurück in Richtung Magen befördert. Ein Versagen dieser drei Mechanismen begünstigt den Reflux von Mageninhalt.
Der Magensaft reizt die ungeschützte Speiseröhre, so dass es zu Entzündungen der Schleimhaut kommt,
Durch die Angriffe auf die Schleimhäute können sich nicht nur lokale Schäden bilden, sondern auch Geschwüre und Stenosen. Dabei entstehen Engstellen im Ösophagus, die die Passage des Nahrungsbreies behindern. Problematisch ist weiterhin die Umwandlung von Platten- in Zylinderepithel (Barrett-Schleimhaut) mit gleichzeitiger Risikosteigerung für Adenokarzinome. Neben dem aggressiven Magensaft kann auch alkalische Gallenflüssigkeit in die Speiseröhre gelangen, was oft nach einer Gastrektomie (Magenentfernung) der Fall ist.
Arbeit zitieren:
FET e.V., 2011, Fachkompendium Refluxkrankheit, München, GRIN Verlag GmbH
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