Inhaltsverzeichnis iii
Inhaltsverzeichnis
Verzeichnis der Abkürzungen v
Abbildungsverzeichnis vi
Tabellenverzeichnis vii
1 Einleitung 1
2 Theoretischer Rahmen 3
2.1 Nacht- und Schichtarbeit 3
2.1.1 Formen der Schichtarbeit 3
2.1.2 Nachtarbeit 4
2.1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen 4
2.1.4 Gründe für Nacht- und Schichtarbeit 4
2.1.5 Physiologische Grundlagen 5
2.1.6 Gesundheitliche Risiken 7
2.2 Krebs 10
3 Fragestellung und Methodik 12
3.1 Fragestellung 12
3.2 Methodik 12
4 Ergebnisse und Bewertung 15
4.1 Vorstellung der einzelnen Studien 15
4.1.1 Schernhammer et al. (2001) 15
4.1.2 Hansen (2001) 16
4.1.3 Davis et al. (2001) 17
4.1.4 Schernhammer et al. (2006) 18
4.1.5 Lie et al (2006) 19
Inhaltsverzeichnis iv
4.1.6 O’Leary et al. (2006) 20
4.1.7 Pronk et al. (2010) 21
4.1.8 Pesch et al. (2010) 22
4.1.9 Kubo et al. (2006) 23
4.1.10 Conlon et al. (2007) 24
4.1.11 Schernhammer et al. (2003) 24
4.1.12 Viswanathan et al. (2007) 25
4.1.13 Schwartzbaum et al. (2007) 26
4.1.14 Poole et al. (2011) 27
4.1.15 Schernhammer et al. (2011) 28
4.2 Bewertung 29
5 Diskussion und Interpretation 35
6 Fazit 39
Literaturverzeichnis 41
A Anhang: Zusätzliche Informationen 1
Verzeichnis der Abkürzungen und
englischen Fachbegriffe
CHD
CI
HR
IARC International Agency for Research on Cancer
IHD ischaemic heart disease
NHS national nurses’ study
OR odds ratio
RDD random digit dialing
RR relative risk
SIR standardized incidence ratio
Abbildungsverzeichnis vi
Abbildungsverzeichnis
2.1 Heruntergefahrene Körperfunktionen des Menschen in der Nacht 6
2.2 Leistungskurve des Menschen 6
3.1 Fließschema für die Literaturauswahl 14
4.1 Forestplot über die Zusammenfassung der Effekte von Schichtarbeit
und Krebsrisiko 29
Tabellenverzeichnis vii
Tabellenverzeichnis
2.1 Bekannte Tatsachen betreffend Länge und Qualität des Schlafs von
Schichtarbeitern 7
2.2 Studien zu Schichtarbeit und kardiovaskulären Störungen 8
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse - Brustkrebs 30
4.2 Zusammenfassung der Ergebnisse - Prostatakrebs 31
4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse - weitere Krebsarten 32
4.4 Auswertung und Gesamtpunktzahl 33
4.5 Beurteilung der Studienqualität 34
1 Einleitung
In den letzten Jahren wurde in der Öffentlichkeit sowie in der Fachwelt die Frage, ob Nacht- und Schichtarbeit Krebserkrankungen beeinflusst, häufig diskutiert. Ausschlaggebend für diese Diskussion war unter anderem eine Auswertung zahlreicher Studien von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) im Oktober 2007, wonach bestimmte Formen von Schichtarbeit als wahrscheinlich humankarzinogen eingestuft wurden (IARC, Aufgerufen am 27. März 2011). Weitere epidemiologische Studien geben Hinweise auf eine Beteiligung von Schichtarbeit an der Entstehung von psychischen Belastungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gastrointestinalen Beschwerden sowie auf Schlafstörungen, die wiederum zu weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können, wie zum Beispiel Konzentrationsschwäche oder Nervosität (Beermann, 2010). Für die Gesundheit stellt Schichtarbeit somit eine besondere Belastung dar. Konträr dazu entwickelt sich unsere Gesellschaft immer mehr zu einer „24-Stunden Gesellschaft“. Anfang des 20. Jahrhunderts beschränkte sich die Schichtarbeit vor allem auf das medizinische Personal und die Beschäftigten der Schwerindustrie sowie der chemischen Industrie. Ökonomische Umstrukturierungen, vor allem im Bereich des Dienstleistungssektors, lassen die Arbeitszeit jedoch nicht länger auf bestimmte Tageszeiten beschränken, sondern fordern eine immer währende Verfügbarkeit. Besonders im Dienstleistungssektor ist in der Zukunft mit einer weiteren Zunahme der Nacht- und Schichtarbeit zu rechnen.
In Deutschland arbeiten inzwischen mehr als drei Millionen Erwerbstätige regelmäßig oder ständig in der Nacht (Statistisches Bundesamt Deutschland, April 2010). Weitere 2,4 Millionen arbeiten gelegentlich in Nachtschichten (Statistisches Bundesamt Deutschland, April 2010). Dabei stellt Deutschland keine Ausnahmeerscheinung dar, da sich Schichtarbeit europaweit tendenziell im Aufwärtstrend befindet (Statistisches Bundesamt Deutschland, Dezember 2004). Der mögliche Zusammenhang zwischen Nacht- und Schichtarbeit und Krebs stellt sich in der Wissenschaft widersprüchlich dar. So wiesen Schernhammer et al. im Rahmen der Nurses Health Study, einer US-Längsschnittstudie, auf, dass langjährig
im Schichtsystem arbeitende Frauen ein signifikant höheres Risiko haben, an einem Karzinom der Brust zu erkranken. Ursächlich hierfür sei vermutlich eine verringerte Melatoninkonzentration im Blut, welche durch den gestörten Tag-Nacht-Zyklus der Schichtarbeiter zustande kommt (Schernhammer et al., 2001), (Schernhammer et al., 2003). Gegensätzlich dazu fanden Judith Schwartzbaum et al. in einer Kohortenstudie keinen Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und der Entstehung von Krebserkrankungen. Weder bei weiblichen noch bei männlichen Schichtarbeitern gab es erhöhte Raten einer Krebserkrankung (Schwartzbaum et al., 2007).
Ziel dieses systematischen Reviews ist es, einen Überblick zu bis dato vorliegenden Studien zu geben, in denen ein Zusammenhang zwischen Nacht- und Schichtarbeit und der Entstehung von Krebs untersucht wurde. Aufgrund der Aktualität der Studien wurden für die themenrelevante Literaturrecherche über die Internetdatenbanken Scopus und Medpilot nur Publikationen aus den Jahren 2001 bis 2011 herangezogen. Anhand einer kritischen Bewertung dieser Studien soll versucht werden zu klären, ob ein Zusammenhang zwischen Nacht- und Schichtarbeit und der Entstehung von Krebs nach aktuellem Stand der Forschung besteht.
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Nacht- und Schichtarbeit
Unter Schichtarbeit werden jene Formen der Arbeitsorganisation verstanden, bei welcher die Arbeit entweder zu wechselnder Zeit (Wechselschicht) oder zu konstanter, jedoch ungewöhnlicher Zeit ausgeführt wird. Prinzipiell wird bei der Schichtarbeit die gleiche Tätigkeit zu verschiedenen Abschnitten des Tages sowie der Nacht von verschiedenen Arbeitnehmern am gleichen Arbeitsplatz ausgeführt. Schichtarbeit ist also eine Arbeitszeitorganisation, die besonders in tageszeitlicher Hinsicht von der Regelarbeitszeit (Normalschicht; in der Regel liegt die Arbeitszeit zwischen 06:00 und 17:00 Uhr) der Durchschnittsbevölkerung abweicht.
2.1.1 Formen der Schichtarbeit
Generell differenziert man permanente Schichtsysteme und wechselnde Schichtsysteme. In permanenten Schichtsystemen arbeiten die Beschäftigten in nur einer Schicht (zum Beispiel Nachtschicht). Im wechselnden Schichtsystem dagegen arbeiten die Beschäftigten in alternierenden Schichten (Früh-, Spät- und Nachtschicht). Die Schichtarbeit kann sowohl kontinuierlich als auch diskontinuierlich, bzw. teilkontinuierlich erfolgen. Bei der kontinuierlichen Schichtarbeit wird an sieben Tagen der Woche je 24 Stunden (168h/Woche) gearbeitet, einschließlich der Samstage und Sonntage. Im Gegensatz dazu wird bei der diskontinuierlichen oder teilkontinuierlichen Schichtarbeit weniger als 168 Stunden pro Woche gearbeitet (zum Beispiel durch freie Wochenenden).
Darüber hinaus unterscheidet man Zwei-Schicht-Systeme und Drei-Schicht-Systeme. Zwei-Schicht-Systeme bestehen zumeist aus einer Früh- und Spätschicht. Im Drei-Schicht-System wird sowohl in der Frühschicht, Spätschicht als auch in der Nachtschicht gearbeitet (Rutenfranz & Knauth, 1981).
Im Industriebereich haben sich inzwischen auch Vierschicht- bzw. Fünfschichtsyste- me etabliert, um einen kontinuierlichen Arbeitsbetrieb über 7 Tage und 24 Stunden
zu gewährleisten.
2.1.2 Nachtarbeit
Unter Nachtarbeit versteht man die Arbeit zur Nachtzeit. Nach dem Arbeitszeitgesetz ist Nachtarbeit jede Arbeit, die mehr als 2 Stunden der Nachtzeit umfasst (Paragraph 2 Abs. 4 ArbZG), wobei als Nachtzeit die Zeit von 23:00 Uhr bis 06:00 Uhr zählt (Paragraph 2 Abs. 3 ArbZG).
Nachtarbeitnehmer im Sinne dieses Gesetzes sind Arbeitnehmer, die 1. normalerweise aufgrund ihrer Arbeitszeitgestaltung Nachtarbeit in Wechselschicht zu leisten haben oder
2. Nachtarbeit an mindestens 48 Tagen im Kalenderjahr leisten (Paragraph 2 Abs. 5 ArbZG).
2.1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen
Geregelt wird die Arbeitszeitgestaltung insbesondere durch das Arbeitszeitgesetz. Dieses setzt die Rahmenbedingungen für die Arbeitszeiten der Arbeitnehmer fest und ist für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Deutschland verbindlich. Das Gesetz ist darauf ausgerichtet, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer bei der Arbeitszeitgestaltung zu sichern, sowie auch die Rahmenbedingungen für flexible Arbeitszeiten zu verbessern. Der Paragraph 6 (ArbZG) regelt die Arbeitszeit speziell für Nacht- und Schichtarbeitnehmer. Sie ist nach gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit einzurichten. Des Weiteren sind von Bedeutung: • Mutterschutzgesetz (MuSchG), • Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG), • tarifrechtliche Regelungen und • Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG).
Da diese jedoch für die vorliegende Arbeit keine tragende Bedeutung haben, wird hierauf nicht weiter eingegangen.
2.1.4 Gründe für Nacht- und Schichtarbeit
Die Gründe für Nacht und Schichtarbeit sind vielfältig.
Arbeit zitieren:
B.Sc. Frank Güllmeister, 2010, Wie Nacht- und Schichtarbeit Krebserkrankungen beeinflusst, München, GRIN Verlag GmbH
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