Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Philosophische Fakultät II
Institut für Slavistik und Sprechwissenschaft
Seminar für Sprechwissenschaft und Phonetik
Modul: Sprechkünstlerische Kommunikation und Sprechbildung
Seminar: Sprechkünstlerisches Gestalten III
Wintersemester 2007/2008
HAUSARBEIT
Heiner Müller
,,Die Schlacht"
Vorgelegt von:
Clara Finke
3. Fachsemester, Bachelor of Arts Sprechwissenschaft
Halle, 12. November 2007
2
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung...3
2 Biographische Eckdaten...4
2.1 Tabellarischer Lebenslauf...4
2.2 Der politische Heiner Müller...5
2.3 Heiner Müller als Dramaturg...5
3 ,,Die Schlacht"...7
3.1 Zur Entstehung...7
3.2 Inhalt des Werkes...7
3.3 Interpretationen in der Literatur...8
3.4 Eigene Interpretation...10
4 Sprechkünstlerische Erarbeitung des Monologes ,,Die Frau"...11
6 Literaturverzeichnis...13
3
1 Einleitung
,,Mein Text ist ein Telefonbuch und so muss er vorgetragen werden, dann versteht ihn jeder.
Denn dann ist es eine Erfahrung, die man mit einem fremden Material macht. Erfahrungen
machen besteht doch darin, dass man etwas nicht sofort auf den Begriff bringen kann. Dass
man später beginnt, darüber nachzudenken. Bisher sind meine Texte deshalb alle so
schlecht, so falsch inszeniert worden, weil sie mit dieser penetrant aufklärerischen Haltung
präsentiert wurden. Weil sie zu ernst genommen wurden." (Müller 1991, 119)
Heiner Müllers breites Oeuvre stellt für das Theaterpublikum immer wieder eine beträchtliche
Herausforderung dar: es ist vielschichtig und widersprüchlich. Beim Lesen von Rezensionen
trifft man nicht nur auf Zustimmung, sondern durchaus auch auf Kontroversen. Müller wirkt in
jeder Hinsicht polarisierend. Darum lässt er sich auch nur schwer fassen. Viele betrachten ihn
als Fortsetzer Brechts und Artauds. Die einen sehen ihn in der Tradition von Marx, die anderen
in der Nietzsches. Unheimlich war er den Funktionären, störend sein Bekenntnis zum
Kommunismus im Westen. Er wirkt irritierend mit seinen montierten Textkonstruktionen für das
Theater, die das Publikum mit den Trümmern der Wirklichkeit konfrontieren.
Diese Hausarbeit soll zunächst einen kurzen Einblick in Müllers Leben geben. Fortsetzend
beschäftigt sie sich dann mit dem Drama ,,Die Schlacht". Es wird auf Entstehung und Inhalt des
Werkes eingegangen. Desweiteren werden Interpretationen aus der Literatur vorgestellt und
im Anschluss ein eigener Interpretationsansatz gegeben.
Abschließend wird eine Arbeitsfassung des Monologes ,,Die Frau" (4. Szene: Fleischer und
Frau) vorgestellt.
4
2 Biographische Eckdaten
2.1 Tabellarischer Lebenslauf
1929
9. Januar: Reimund Heiner Müller wird in Eppendorf (Sachsen) geboren
1944
Müller wird zum Reichsarbeitsdienst, anschließend zum Volkssturm einberufen
1945
Müller entkommt der kurzzeitigen amerikanischen Gefangenschaft
1947
Besuch eines Schriftstellerlehrganges
Eintritt in die SED und Arbeit als ,,Literaturobmann" in Frankenberg
ab 1950
journalistische Arbeit als Literaturkritiker bei der Zeitschrift ,,Sonntag"
1951
Flucht der Eltern in den Westen, Müller geht nach Ostberlin
Beginn an der Arbeit seines ersten Dramas ,,Die Schlacht"
ab 1953
journalistische Arbeit bei der Zeitschrift ,,Neue deutsche Literatur"
1953
1. Ehe: Heirat mit schwangerer Jugendliebe aus Falkenberg, Scheidung
1954
2. Ehe: Heirat mit Ingeborg Schwenkner (Kinderbuchautorin)
ab 1958
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Maxim-Gorki-Theater Berlin
1959
Verleihung des Heinrich-Mann-Preises durch die Akademie der Künste für ,,Der
Lohndrücker" und ,,Die Korrektur" an Müller und seine Frau
ab 1961
Müller gerät immer wieder in die Kritik der SED: diverse Werke Müllers werden
uraufgeführt und gleich wieder abgesetzt
Ausschluss aus dem Schriftstellerverband
1964
unter dem Pseudonym ,,Max Messer" schreibt Müller Honorararbeiten
1966
1. Juni: Müllers Frau Inge begeht Selbstmord
1967
3. Ehe: Heirat mit der Bulgarin Ginka Tscholakowa
1970
Müller wird Dramaturg am Berliner Ensemble
1975-1991
Verleihung diverser Literatur-Preise (Lessing-Preis der DDR, Mülheimer
Dramatikerpreis, Georg-Büchner-Preis, Nationalpreis I. Klasse für Kunst und
Kultur der DDR, Kleist-Preis, Europäischer Theaterpreis)
1988
Müllers Wiederaufnahme in den DDR-Schriftstellerverband
1990
Präsident der Akademie der Künste in Ostberlin
1992
4. Ehe: Heirat mit der Fotografin Brigitte Maria Mayer
1993
Müller wird künstlerischer Direktor am Berliner Ensemble
(vgl. Müller 1992)
Debüt als Opernregisseur mit ,,Tristan und Isolde" in Bayreuth
1995
30. Dezember: Müller stirbt an den Folgen einer Krebserkrankung in Berlin
(vgl. Zündorf 2001)
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