IV
Inhalt
Abbildungsverzeichnis V
Einleitung 1
Teil 0 - Theoretische Vorbemerkungen 3
1. Einordnung in Real- und Formalwissenschaften 3
2. Fundamente einer mathematisch-philosophischen Betrachtung 3
3. Determinismus 5
Teil 1 - Der Graph des Erkenntnispotentials 9
4. Die Normalverteilung des Guten und des Bösen 9
4.1 Der einzige kausale Zusammenhang 10
4.2 Der korrelative Charakter des Universums 12
4.3 Glaube an das Sein 13
4.4 Grundgesamtheit als Seinsakte 15
4.5 Normalverteilung des Guten und des Bösen 17
4.5.1 Gutes 20
4.5.2 Böses 21
4.6 Freier Wille 23
4.6.1 Kritik an der zeitgeistigen Debatte 23
4.6.2 Der freie und unfreie Wille. 24
5. Wille zur Erkenntnis 25
5.1 Die Reflexion als Schaffensprozess 26
5.3 Wandlung der Seinsakte 28
5.4 Erkenntnispotential der Weltgeschichte 30
Teil 2 - Der Code hinter dem Erfahrbaren 32
6. Die tatsächliche Welt 32
6.1 Göttliche Binärkodierungen 32
6.2 Graph des Seins 33
Teil 3 - Eine normative Herangehensweise 35
7. Methode des Lebens in Unfreiheit 35
8. Die Liebe als Sinn des Seins (oder: Der gefühlvolle Graph) 37
Fazit 38
Literaturverzeichnis VI
V
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die kausale Beziehung zwischen Gott und Sein
Abbildung 2: Die Sein auf Sein Punktwolke
Abbildung 3: Sein auf Gott
Abbildung 4: Seinsobjekt 1 trifft auf Seinsobjekt 2
Abbildung 5: Der Graph des Erkenntnispotentials der Weltgeschichte
Abbildung 6: Der Graph des Seins
1
Einleitung
Die Welt, wie wir sie erfahren, zeigt eine durchaus große Mannigfaltigkeit der einzelnen Objekte des Universums und lässt sich daher nicht in einer absoluten Theorie erfassen, die die konkreten Dinge beschreibt oder sogar erklärt. Dies folgt aus der chaotischen Struktur der Realität. 1 Was aber dennoch möglich ist, ist die Welt in ihrer abstrakten Form allgemein zu beschreiben. Die folgenden Ausführungen sollen solch einen Ansatz bieten. Er nutzt bestimmte Teile der Mathematik und Philosophie, um mit ihnen in ihrem Extrem alles beschreiben zu können, was der menschliche Geist wie - gemäß der realen Umwelt - zu fassen bereit ist. Dieser Analyse folgend, wird der eintretende Weltenlauf beschrieben. Es wird beschrieben, wie der Mensch und alle Seinsobjekte (alles dem Menschen und der Materie Erdenkliche, für eine genaue Definition siehe Teil 1) im Universum die anderen Seinsobjekte erfahren und bedingen können. Der Grundgedanke fußt größtenteils auf der platonischen Ideenlehre und der leibnizschen Monadologie. Beide Gedankengerüste werden nicht in ihrer Gesamtheit rekonstruiert und verändert, sondern schlicht an ihren Grundansätzen behandelt, um die nötigen Teile für ein alles umfassendes System zu ergründen. Diese beiden fragmentarischen philosophischen Teile werden durch die Nutzung der Normalverteilung und ihrer Glockenkurve in mathematische Relationen und Variablen gesetzt, mit denen das gesamte Universum, wie wir es zu erfahren fähig sind, beschrieben werden kann. Wie es erfahren wird, bedingt sich durch die tatsächlich eintretenden Akte der Erkenntnis. Es wird darüber hinaus eine Antwort darauf gegeben, wie trotz der Implikationen der erläuterten Theorie sinnvolles Leben denkbar ist.
In Teil 0 werden zunächst theoretische Vorbemerkungen erläutert. Anhand räumlicher und zeitlicher Intuition wird danach die Ambivalenz bezüglich des göttlichen Determinismus und dem möglichen Einfluss des Seins selbst wirkend tätig zu werden, erläutert und begründet. Ab Teil 1/Kapitel 5 folgen die Theoriebauseine der eigentlichen Theorie mit der mathematischen Formulierung, der Ideenlehre und der Monadologie anhand der Herleitung der gaußschen Normalverteilung durch die Binomialverteilung. Es wird dargelegt, wie sich Gut und Böse mathematisch als etwas Äquivalentes darstellen lassen. Abschließend wird die göttliche Determination auf den Willen des Menschen behandelt und die geringe Wahrscheinlichkeit für einen allein biologisch determinierten Menschen begründet.
1 Chaos als ein System, das so komplex ist, dass man es kaum wirklich fassen kann, Kauffman 1996, S. 33.
2
In Kapitel 6 folgt eine Darstellung, wie die Dynamik und damit die Veränderungen der Ideenerfahrungen durch die Reflexion von Seinsobjekten durch Seinsobjekte und eine Veränderung der Seinsakte, in denen sich die Seinsobjekte befinden, über die Zeit (oder den Willen) mathematisch beschrieben werden können. Weiter wird beschrieben, wie Gottes Wirken durch die Zeit und den diskretionären Eingriff Einfluss auf unser Erkenntnispotential nimmt. Zuletzt wird das Erkenntnispotential der Weltgeschichte, wie es die vorhergehende Theorie bedingt, dargestellt.
Teil 2 beschreibt, wie durch diese Theorie ein Binärcode auf abstrakter Ebene hinter den Dingen der Welt gedacht werden kann. Er schließt mit einer graphischen wie formalen Darstellung des Weltenlaufes ab.
Die Herangehensweise in Kapitel 7 setzt den Fokus darauf, wie trotz der Erkenntnis völliger Unfreiheit ein sinnvolles Leben verteidigt werden kann. Dieses wird in Kapitel 8 mit dem Gefühl - und der Liebe in ihrem Extrem - als treibende Kraft des menschlichen Miteinanders abgeschlossen.
Definitorisch zu beachten ist, dass die folgenden Ausführungen bei der Verwendung des Begriffs Gott keine Aussagen über eine Personalisierung machen und damit Gott mehr oder weniger als eine Solche sein kann. Der Begriff Allmacht wird mit dem Begriff Gott gleich gesetzt. Außerdem sei angemerkt, dass einen stochastischen Zusammenhang einer Normalverteilung darstellt und für den tatsächlich im Sein eingetretenen Einfluss Gottes steht.
3
Teil 0 - Theoretische Vorbemerkungen
1. Einordnung in Real- und Formalwissenschaften
Die Interessensobjekte der Realwissenschaften sind die in der Materie fassbaren Seinsobjekte. Zu diesen Wissenschaften gehören alle Wissensschaften außer den Formalwissenschaften. Diese zeichnen sich wiederum dadurch aus, dass sie von der Materie abgekoppelt existieren. Zu ihnen gehören die Mathematik, die Logik, wie die formale Philosophie. Beide Wissenschaftskategorien unterscheiden sich dahingehend, dass Realwissenschaften sich qualitativ oder quantitativ empirisch belegen lassen und Formalwissenschaften höchstens formal. Die hier dargelegten Gedanken folgen einer formalen Logik als Abstraktum hinter der Realität.
2. Fundamente einer mathematisch-philosophischen Betrachtung
Der mathematisch-philosophische Ansatz versucht die Realität dort, wo sie nur gedanklich zu fassen ist, in mathematischen Begriffen, Kategorien und Beweisen 2 zu konkretisieren. Alle Seinsobjekte im Universum lassen sich demnach durch mathematische Mittel darstellen - sei es durch Variablen, Graphen oder Funktionen. Die folgenden Gedanken sollen das Instrumentarium bieten, welches die Theorie im Folgenden nutzt.
Für alle Seinsobjekte lassen sich Variablen definieren, deren Ausprägungen die einzelnen konkreten Zustände widerspiegeln. Als Beispiel sei hier genannt: Das Gefühl. Dieses kann in verschiedenen Gefühlslagen - bedingt durch konkrete Situationen - variieren. Funktionale Beziehungen ordnen einer Variablen eine andere Variable eindeutig zu. Die Variable, die variiert wird, heißt unabhängige oder exogene Variable und die, die man durch Variation der Unabhängigen in Verbindung mit der Art der funktionalen Beziehung erhalten will, heißt abhängige oder endogene Variable. Die unabhängige Variable könnte die Zeit sein, wenn man die Gefühlslage zu einem bestimmten Zeitpunkt erhalten will. Diese Beziehung
2 Beweise sind die als fehlerfrei anerkannten Herleitungen der Richtigkeit oder auch Unrichtigkeit einer Aussage
aus einer Menge von Axiomen (als Regeln, die vorausgesetzt werden können) und anderen Aussagen (deren
Beweis bereits erbracht wurde). Dieses mathematische Instrument wird ebenso verwendet, wie in der herkömm-
lichen Mathematik (Schild & Willershausen 2008, S. 40).
4
die abhängige Variable ist. Am Beispiel des Gefühls lässt sich dies formal folgendermaßen ausdrücken: üüü bzw. : üüü. Die unabhängige Variable
wird in Graphiken im Folgenden auf der horizontalen Achse und die abhängige auf der vertikalen Achse abgebildet.
Bezüglich des Informationsgrades der Variablen gibt es so genannte quantitative und qualitative Skalenniveaus. Bei qualitativen Skalenniveaus lassen sich mindestens Unterschiede und maximal Rangordnungen zwischen den Variablen festmachen (z.B. „männlich und weiblich“ oder „Schulnoten“). Bei quantitativen Skalenniveaus können reelle Zahlen betrachtet werden und es gibt ggf. einen Nullpunkt (z.B. „Grad Celsius, ohne natürlichen Nullpunkt“ und „Grad Kelvin mit natürlichem Nullpunkt“).
Wir argumentieren größtenteils mit qualitativen Merkmalen, weil der Großteil der Variablen sich bzgl. des Informationsgrades nicht eindeutig einordnen lässt. Diese können durch Zahlen schlecht eindeutig dargestellt werden, da man z.B. keine Aussagen über die Zwischenräume in Rangordnungen machen kann. 3 Deshalb wird beim mathematisch-philosophischen Ansatz auf konkrete Zahlen verzichtet; außer es wird darauf hingewiesen. Um Schlüsse aus den mathematischen Variablen und ihren funktionalen Zusammenhängen zu ziehen, müssen die Folgen aus mathematischen Beziehungen bedacht werden, bzw. man muss ihnen folgen. Es kann sein, dass man den ersten Schritt vollzieht und durch mathematische Zusammenhänge dieser Schritt eine andere Bedeutung oder Weiterentwicklung erfährt. Aus der Tatsache, dass man einen Mittelwert erkennt, wird eine denkbare Varianz um diesen Mittelwert bedeutungsbedürftig.
Die Begründung dafür, dass die Mathematik alles beschreiben kann, lässt sich folgern, wenn man fragt, warum die menschliche Sprache in der Lage ist, alles zu erklären, was der menschliche Verstand fassen kann, bzw. was er umreißen kann.
Diese Fähigkeit folgt aus unseren Möglichkeiten, die Realität durch unsere Sprache auf abstrakter Weise in Verbindung zu unseren Gedanken zu setzen. Dies unterscheidet uns von den restlichen Lebewesen und gibt uns die Fähigkeit zu abstrahieren. Die Mathematik wiederum stellt in diesem Sinne ebenfalls eine Sprache dar, die mit ihren Mitteln die Realität in Bezug zu unseren Gedanken setzt. Wir können durch ihre Darstellungsweisen ausdrücken, wie die Realität sich uns zeigt. Sie ist in der hier dargestellten Methode nicht nur auf die in der Theorie kausalen Naturwissenschaften und auf korrelative Wei-
3 EinBeispiel für eine ordinale Rangordnung mit ungleichen Abständen ist das Bewertungssystem der Juristen
an deutschen Hochschulen in staatsexaminierenden Studiengängen. Übertragbar auf das Gefühl, lässt sich nicht
klar darlegen, wie groß der Unterschied zwischen einem Kuss und der Geburt des gemeinsamen Kindes genau
belegt werden kann.
Arbeit zitieren:
Max Frederik Thesing, 2012, Der gefühlvolle Graph, München, GRIN Verlag GmbH
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