Inhaltsverzeichnis
4
1. Einleitung.
4
2. Entwicklung Nepals von 1950 - 2010.
4
2.1 Sozioökonomische Entwicklung.
6
2.2 Politische Entwicklung.
6
3. Auswirkungen des Tourismus.
6
3.1 Definition Ferntourismus.
7
3.2 Sozioökonomische Auswirkungen.
7
3.2.1 Veränderung des Arbeitsmarktes.
8
3.2.2 Die Rolle der Sherpas.
8
3.2.3 Urbanisierung.
9
3.3 Kulturelle Auswirkungen.
10
4. Umweltproblematik.
10
4.1 Abfall und Abwasser.
10
4.1.1 Verursacht durch das Bevölkerungswachstum.
11
4.1.2 Verursacht durch den Tourismus.
12
4.2 Rodung des Bergwaldes.
12
4.2.1 Gründe für die Rodungen.
13
4.2.2 Dimension der Rodungen.
13
4.2.3 Folgen für die heimische Bevölkerung.
14
4.2.4 Folgen für Flora und Fauna.
14
4.3 Konzepte für nachhaltigen Tourismus.
14
4.3.1 Beispiel „Hauser Exkursionen“
15
4.3.2 Die Auswirkungen des nachhaltigen Tourismus.
15
5. Schluss
1. Einleitung
„Der globale Tourismus hat die Spitze des Mount Everest erreicht.“ Reinhold Messner, der als Erster den Mount Everest ohne künstlichen Sauerstoff bestieg.
Dieser Satz, mit dem Messner die Kommerzialisierung des Extrembergsteigens kritisiert, spiegelt die Situation am Everest gut wieder. Das Everest-Gebiet gilt als eine von „Sonntagsbergsteigern“ überlaufene Müllkippe. Doch nicht nur am Everest machen sich Touristen aus aller Herren Länder breit. Der Himalaya generell wurde in den letzten Jahren immer weiter für Touristen erschlossen. Besonders im bitterarmen Nepal sind die geldbringenden Gäste gerne gesehen. Die Folgen, die diese Tourismusströme indes mit sich bringen sind beachtlich: ökonomisch, sozial und ökologisch sind die Konsequenzen spürbar. Was genau, vor allem in ökologischer Hinsicht, bewirkt der Tourismus also in Nepal?
Die Antwort auf diese Frage wird Gegenstand der vorliegenden Arbeit sein. Um die Auswirkungen des Tourismus auf die jeweilige Region verstehen zu können, muss man sich zunächst über die bisherige Entwicklung der Gegend klar werden. Auch wirtschaftliche Aspekte sollen daraufhin betrachten werden, sie stellen schließlich die Hauptmotivation der Nepalesen dar, Tourismus zu betreiben. Bei der Umweltproblematik muss schließlich unterschieden werden, welche Hintergründe die jeweiligen Probleme haben, denn nicht nur Touristen sind schuld an der katastrophalen ökologischen Situation in Nepal.
2. Entwicklung Nepals von 1950 bis 2010
2.1 Die Sozioökonomische Entwicklung
Mit 68% sind in Nepal auch im 21. Jahrhundert noch gut zwei Drittel der Bevölkerung im primären Sektor beschäftigt. Dieser Anteil erwirtschaftet jedoch nur 38% des Bruttoinlandsprodukts. Die schlechten geographischen Bedingungen, sowie der Mangel an landwirtschaftlichen Maschinen und Düngemitteln sind Hauptgrund für die ineffiziente Landwirtschaft. Folglich sind die Erträge häufig so gering, dass sie komplett
4
für den Eigengebrauch benötigt werden. Es lebt also ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung von Subsistenzwirtschaft. 1
Hauptexportprodukt Nepals sind Textilien, vor allem Teppiche. Die Teppichknüpferei war ursprünglich ein 1961 gegründetes Hilfsprojekt von der UNO und Swiss Aid für tibetische Flüchtlinge. Aber auch Deutschlands Rolle ist von großer Wichtigkeit. Deutschland pflegt seit den 1950er Jahren eine enge Beziehung zu Nepalwirtschaftlich, kulturell und politisch. Es existiert bei der Handelsbilanz der beiden Staaten ein Überschuss zugunsten Nepals, der allein schon als eine Art von Entwicklungshilfe gesehen werden kann. Ein wichtiger Punkt der Zusammenarbeit ist insbesondere Deutschlands Versuch, die herrschende Energieknappheit in Nepal auf umweltfreundliche Art zu lösen. Sehr vielversprechend ist dabei die weitgehend ungenutzte Wasserkraft. Da aber zum Beispiel der Bau von großen Staumauern extrem kapitalintensiv ist, ist Nepal hier stark abhängig von Partnern wie Deutschland, die bei der Finanzierung helfen. 2
Allein eine verbesserte Energieversorgung könnte Arbeitsplätze schaffen, das Misstrauen ausländischer Investoren verkleinern und somit einen langfristigen Aufschwung bringen. Dies führt zu einem weiteren traditionellen Problem der nepalesischen Wirtschaft: Die Vorbehalte ausländischer Investoren. Lange Zeit war diese durch die politisch unsichere Lage begründet, jetzt sind es die weit verbreitete Korruption und die mangelnde Infrastruktur, vor allem die unsichere Energieversorgung. Es ist schwierig in einer Stadt wie Kathmandu mit teilweise halbtägigen Stromausfällen ein Unternehmen zu betreiben. Nepal verfügt außerdem über keine nennenswerten Rohstoffvorkommen, die es exportieren, bzw. mit denen es Energie erzeugen könnte. Diese Tatsachen tragen schließlich zu dem sehr niedrigen jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 340 US-Dollar bei. Es ist also festzustellen, dass es sich bei Nepal um eines der ärmsten und am schlechtesten entwickelten Länder Asiens handelt. 3
1
Auswärtiges Amt Deutschland. März 2010. „Wirtschaft“.
diplo/de/Laenderinformationen/Nepal/Wirtschaft.html> ( 07.08.10 )
2
Auswärtiges Amt Deutschland. März 2010. „Beziehungen zu Deutschland“.
www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Nepal/Bilateral.html> ( 07.08.10 )
3
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
de/was_wir_machen/laender_regionen/asien/nepal/zusammenarbeit.html> ( 07.08.10 )
5
2.2 Die Politische Entwicklung
Im Jahr 1951 wurde vom nepalesischen König eine konstitutionelle Monarchie ausgerufen. 1960 schaffte der amtierende König diese aber wieder ab, hob das parlamentarische System auf und verbot die Parteien. Erst blutige Unruhen im Jahr 1990 brachten die konstitutionelle Monarchie zurück. 4
Sechs Jahre später brach in Nepal ein Bürgerkrieg zwischen Maoisten und Regierungstruppen aus. Die Maoisten verübten Anschläge auf Kraftwerke und Regierungsgebäude und lieferten sich Gefechte mit der Armee. Dabei starben insgesamt circa 12 Tausend Menschen. Nach massiven Protesten, nun auch von Seiten der Zivilbevölkerung, wurde 2006 von einer Übergangsregierung ein Friedensvertrag mit den Maoisten unterzeichnet und der Bürgerkrieg somit offiziell beendet. Verschiedenen Regierungswechseln folgten 2008 schließlich Wahlen, die die Maoisten gewannen. Kurz darauf riefen sie die Republik aus. 5 Die Maoisten bemühten sich daraufhin, „ins bürgerliche Leben zu drängen“ 6 , was ihnen aber aufgrund ihrer Vergangenheit nur teilweise gelang. Nicht zuletzt deswegen zerfiel die maoistische Regierung wieder im Mai 2009, Nepal gilt seitdem als Krisenland.
3. Auswirkungen des Tourismus
3.1 Definition Ferntourismus
Bei der im Himalaya vorliegenden Art von Tourismus, handelt sich größtenteils um Ferntourismus, da das Gros der Touristen aus Europa, Nordamerika und ferneren asiatischen Ländern kommt. 7 Deshalb soll dieser Begriff zunächst kurz erläutert werden.
4
vgl. Bergener, John C. et al. 2006. Das große ADAC Länderlexikon. Seiten 467 - 469
5
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. 31.03.09.
www.bmz.de/de/was_wir_machen/laender_regionen/asien/nepal/index.html> ( 14.08.10 ) 6 Spiegel Online. 21.06.10. „Maoisten-Rebellen drängen sich ins bürgerliche Leben“ von
Manfred Ertel.
6
Der Ferntourismus macht heute einen der weltweit größten Wirtschaftszweige aus und wurde erst durch die Etablierung des Flugzeuges als Verkehrsmittel möglich. Der Entwicklungsländertourismus besteht in etwa seit 1960. Er bringt Devisen 8 ins Land und kann somit gerade für Entwicklungsländer einen bedeutsamen Entwicklungsfaktor darstellen. Doch auch tiefgreifende Veränderungen für die heimische Bevölkerung sind die Folge.
3.2 Sozioökonomische Auswirkungen
3.2.1 Veränderung des Arbeitsmarktes
Der Tourismus ist einer der größten Hoffnungsträger für die nepalesische Wirtschaft, immerhin 81 % der Anreisenden sind Erholungsurlauber oder kommen zum Trekking und Bergsteigen. 9
Besonders in und um Kathmandu, sowie entlang der Trekkingpfade am Mount Everest steigt die Zahl der Beschäftigten in diesem Sektor stark. Sie war jedoch aufgrund der immer wieder auftretenden politischen Spannungen von starken Schwankungen betroffen. Des Weiteren vermag dieser Trend noch lange nicht dem Arbeitsmarkt tatsächlich einen ernsthaften Anschub zu geben. 10 Dafür ist die Zahl der im Dienstleistungssektor arbeitenden Nepalesen noch viel zu gering. Dies wäre aber unbedingt notwendig um das Land zu modernisieren und die extrem hohe Arbeitslosigkeit, die 2008 bei 46% lag, zu bekämpfen.
Um mehr Nepalesen in der Tourismusbranche beschäftigen zu können, müssten diese zunächst eine bessere Ausbildung erhalten, Englischkenntnisse wären von großem Vorteil, was aber bei einer Alphabetisierungsrate von rund 48,6% kaum zu realisieren ist. 11 Die schwerfällige Bürokratie ist ein weiteres Defizit, das zugunsten der Zunahme des Tourismus beseitigt werden müsste.
Im Großen und Ganzen halten sich die Einflüsse des Tourismus auf den Arbeitsmarkt, im Gegensatz zu vielen anderen Drittweltländern, eher in Grenzen.
8 Bei Devisen handelt sich grundsätzlich um Forderungen auf ausländische Währungen.
Bargeld aus dem Ausland müsste korrekterweise „Sorten“ genannt werden, was aber im
allgemeinen Sprachgebrauch der Tourismusforschung eher unüblich ist. 9 vgl. Abbildung 2 im Anhang 10 vgl. Abbildung 3 im Anhang
11
CIA - The World Factbook. 02.09.10.
factbook/geos/np.html> ( 05.09.10 )
7
Arbeit zitieren:
Moritz Degler, 2011, Tourismus im Himalaya und die daraus entstehende Umweltproblematik am Beispiel Nepals, München, GRIN Verlag GmbH
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