Inhaltsverzeichnis
I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis... II
Danksagung ... IV
1
Einleitung und Fragestellung ... 1
2
Stand der Erkenntnisse ... 2
2.1
Schadbild und Symptomatik ... 2
2.2
Biologie und Morphologie ... 4
2.3
Auswirkungen von Temperatur und Trockenstress... 6
2.4
Holzzersetzung... 7
2.5
Mögliche Vektoren und Verbeitungsmechanismen ... 7
2.6
Verbreitung und Geschichte ... 8
2.7
Ursprung und Ausbreitung... 9
2.8
Gefahr für die Gesundheit des Menschen ...10
3
Material und Methodik...11
3.1
Außenaufnahmen...11
3.1.1
Leipzig, Koburgerstrasse...11
3.1.2
Miltiz, Leipzig...11
3.2
Nachweis des Erregers ...13
4
Ergebnisse...14
4.1
Neue Fundorte ...14
4.2
Reinkulturen ...15
4.3
Auswerten der Bohrkerne...15
5
Diskussion ...19
5.1
Auftreten und Verbreitung in Deutschland ...19
5.2
Hinweise zur Sanierung...19
6
Zusammenfassung...23
7
Summary...24
Anhang A: Bohrkernentnahme ...25
Anhang B: Niederschlags- und Temperaturanomalien in Leipzig...27
Literaturverzeichnis...29
Abbildungsverzeichnis
II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Stromatisches Gewebe von C. corticale, 50fach vergrössert
4
Abb. 2: Betroffene Bergahorne in Leipzig / Miltiz
11
Abb. 3: Bohrkern A1
13
Abb. 4: C. corticale Sporen
15
Abb. 5: Sporenmasse von C. Corticale
16
Abb. 6: Lose Rinde mit Sporenflächen
16
Abb. 7: Lose Rinde
16
Abb. 8: Durch Myzel angehobenes Phelloderm
16
Abb. 9: tangentialer Querschnitt mit losem Phelloderm
17
Abb. 10: verborgende Sporenmassen
17
Abb. 11: Holzverfärbung, Ausschnitt radialer Querschnitt
17
Abb. 12: Holzverfärbung, radialer Querschnitt
17
Abb. 13: Dach- und Bodenstroma mit stromatischen Säulen
18
Abb. 14: Phialiden, Konidiophore
18
Abb. 15: C. corticale, Reinkultur auf MEA
18
Abb. 16: fruktifizierende C. corticale Kultur
18
Abb. 17: Nectria spp. neben C .corticale auf totem Holz
19
Abb. 18: Schizophyllum commune. und C .corticale auf totem Holz
19
Abb. 19: Sprödbruch durch Weißfäule an von C. corticale befallen Holz
19
Abb. 20: befallener Stämmling
19
Abb. 21: Vollmaske mit Partikelfilter P3
20
Abb. 22. Niederschlags und Temperaturanomalien 2006
22
Abb. 23: Niederschlags und Temperaturanomalien 2003
29
Abb. 24: Niederschlags und Temperaturanomalien 2004
29
Abb. 25: Niederschlags und Temperaturanomalien 2005
28
Abb. 26: Niederschlags und Temperaturanomalien 2006
28
Abbildungsverzeichnis
III
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Sporenzahl in Abhängigkeit des Baumumfangs
3
Tab. 2: Myzelwachstum (cm) von C. corticale an
1 bis 2 m hohen Bergahorn bei 15 °C und 25°C
6
Tab. 3: Bohrkernnahme, Übersicht der Proben
12
Tab. 4: Auswertung der Bohrkernproben
25
Danksagung
IV
Danksagung
Der Autor bedankt sich bei Herrn Dipl. Ing. R
OBERT
H
EINRICH
, Mitarbeiter des
Grünflächenamtes in Leipzig für die Unterstützung bei der Ortbesichtigung und der
Probennahme. Für die Hilfe bei der Laborarbeit geht ein besonderer Dank an Herrn Prof.
Dr. R
OLF
K
EHR
.
1 Einleitung und Fragestellung
1
1
Einleitung und Fragestellung
Bergahorn ist die meist verbreitete Ahornart in Deutschland. Sein Verbreitungsgebiet
dehnt sich von der norddeutschen Tiefebene bis in die Zentralalpen aus. Auch als Allee
und Parkbaum wird Acer pseudoplatanus eingesetzt und hat eine große Bedeutung für
die Gestaltung urbaner Grünflächen. Als Edellaubholz hat Bergahorn sehr hohe
Ansprüche an die Nährstoff-, Licht- und Wasserversorgung sowie an die
Bodenbeschaffenheit (Stiftung Wald, Internet). Trotz der Anfälligkeit gegenüber Dürre und
Spätfrost ist Bergahorn auf verschiedenen Stadtstandorten verbreitet. Zusätzlich zu den
anthroprogenen und abiotischen Stressfaktoren gefährdet seit Sommer 2006 (M
ETZLER
2006) die Russrindenkrankheit Ahornbestände in Deutschland. Ausgelöst wird die
Krankheit durch den Pilz Cryptostroma corticale (E
LLIS
et E
VERH
.) G
REGORY
et W
ALLER
.
In
älterer Literatur wird das
Synonym: Coniosporium corticale verwendet. Im Gegensatz zu
europäischen Nachbarländern war die Russrindenkrankheit bisher noch nicht in
Deutschland nachgewiesen. Einige Monate nach dem ersten Fund von C. corticale im
Rheintal berichtet das Grünflächenamt Leipzig im Oktober 2006 vom rapiden Absterben
einer Gruppe von Bergahornen (mündl. Mitt. H
EINRICH
2006). Bei einer späteren
Ortsbesichtigung werden weitere Befallsgebiete gefunden. Es entstehen Fragen zu
Ausbreitung, Vorbeugung, Sanierung sowie zur Baumkontrolle aufgrund des erstmalig
auftretenden Erregers. Zusätzlich zur Problematik der Bergahorne stellen die Pilzsporen
beim Einatmen eine Gefahr für das Atmungssystem des Menschen dar (E
MANUEL
et al.
1966).
Durch das Auswerten der Quellen und Forschungsarbeiten zur Russrindenkrankheit soll
das reale Risiko der epidemischen Ausbreitung abgeschätzt werden. Am Beispiel der
Stadt Leipzig werden vorbeugende und sanierende Maßnahmen sowie früherkennende
Diagnosemittel erläutert. Die Gefährdung des Menschen durch die Sporen soll ebenfalls
beurteilt werden.
2 Stand der Erkenntnisse
2
2
Stand der Erkenntnisse
2.1
Schadbild und Symptomatik
Die von C. corticale ausgelöste Russrindenkrankheit tritt überwiegend an Acer
pseudoplatanus auf. Laut P
EACE
(1962) wurde der Erreger an weiteren der Gattung
Aceraceae
angehörigen Arten nachgewiesen: Acer campestre (England), Acer
platanoides
und Acer negundo (Frankreich). Als Totholzbesiedler wurde die
saprophytische Form an folgenden Wirten gefunden: A. pseudoplatanus, A. platanoides,
A. saccharum, A. champestre.
Symptome
Befallene Bäume zeigen, bevor sie absterben, eine Abfolge von Symptomen auf. So lässt
sich die Krankheit einige Monate vor dem Auftreten der Sporen erkennen.
An Ästen, Kronenteilen und Stammausschlägen können im Spätsommer
Welkeerscheinungen beobachtet werden. Betroffene Blätter trocknen, verfärben sich
dunkelgrün bis gelblich braun, rollen sich über dem Blattstiel ein und fallen schließlich ab.
Um die durch Welke verlorene Blattfläche zu kompensieren, bildet der Wirt häufig
Reiterate und Stammausschläge, welche später trocknen. Sterben gesamte Zweige oder
Astpartien, bleiben im Herbst trockene Blätter am Zweig. Da kein Korkgewebe mehr
gebildet wird, findet auch kein Blattabwurf statt (G
REGORY
und
W
ALLER
1951).
Totholz mit und ohne Sporenlager sind zu jeder Jahreszeit in der gesamten Krone zu
finden. Die Produktion von Totholz folgt der Blattwelke, ist jedoch nicht unbedingt Folge
der Pilzinfektion. Im frühen Stadium des Befalls sind längliche Rindenrisse zu
beobachten. Schleimfluss tritt als Folge der Kambiumnekrosen in Erscheinung (M
ETZLER
2006).
In teilweise infizierten noch lebenden Bäumen ist eine gelbe, bräunliche oder grünliche
Verfärbung des Kernholzes zu beobachten. Diese dehnt sich sowohl radial als auch
vertikal im Kern- und Splintholz aus. Sporenflächen sind generell da auf der Rinde zu
finden, wo die Holzverfärbung Splintholz und Rinde berührt. Die Verfärbung kommt nicht
durch die fungizide Durchdringung des Holzes zustande, sondern durch die Veränderung
der Zellinhalte oder wände des Holzes. Ist der Baum abgestorben, verschwindet die
Verfärbung und das Holz behält eine schwach graue Farbe.
Die farbliche Veränderung
des Holzes tritt als Begleiterscheinung der Russrindenkrankheit auf. Jedoch ist nicht
2 Stand der Erkenntnisse
3
Tab. 1 : Sporenzahl in Abhängigkeit
des Baumumfangs
(G
REGORY
und W
ALLER
1951)
Baumumfang
Zoll
cm
Sporen pro cm²
(Millionen)
3
7,6
55
12
30,5
34
19
48,3
70
28
71,1
164
29
73,7
174
36
91,4
91
nachgewiesen, dass der Pilz Auslöser der Holzfärbung ist. Acer pseudoplatanus ist
bekannt als leicht färbendes Holz (G
REGORY
und
W
ALLER
1951).
An befallenden Bäumen entwickeln sich unter
normal erscheinender Rinde länglich gestreckte
Hohlräume. Schneidet man die Rinde mit einem
Messer flach ein, ist eine schwarze Fläche zu
erkennen. Der maximal ein Millimeter große
Hohlraum zwischen äußerer Rinde und Phloem ist
gefüllt mit dem russähnlichen Sporenstaub.
Zwischen dem Hohlraum und dem gesundem
Phloem haften weiße Myzelstreifen (G
REGORY
und
W
ALLER
1951).
Einige
Monate
nachdem
Rindenhohlräume
erkennbar waren, fällt die betroffene Rinde ab, sichtbar werden die schwarzen Flächen.
Diese wurde bis dahin noch von so genannten Stromasäulen des Pilzes gehalten. Wird
durch Witterung oder Tiere die äußere Rinde entfernt, brechen die Säulen und eine
Sporenwolke wird frei. Halten die Stromasäulen jedoch die äußere Rinde mit der inneren
verbunden, wird der Zwischenraum häufig von Thysanoptera (Fransenfüßler) und
anderen pilzverwertenden Insekten besiedelt. Bei feuchtem Wetter behalten die Sporen
ihren russartigen Charakter. Tabelle 1 zeigt die besonders hohen Sporenzahlen
(G
REGORY
und
W
ALLER
1951). Fehlt das Phelloderm wird die Sporenmasse durch die
Witterung abgetragen und auf die umliegende Vegetation verteilt. Das schwarze Stroma
bleibt auf der inneren Rinde erhalten (G
REGORY
und
W
ALLER
1951).
Differentialdiagnose
Bergahorn reagiert auf Veränderungen im Wurzelbereich empfindlich mit Zurücksterben
und Totholzbildung (P
EACE
1962). Salz-, Trockenschäden, bodenverdichtende oder
grundwasserabsenkende Maßnahmen sowie Wurzelabgrabungen können ebenfalls
Welkeerscheinungen zur Folge haben. Acer pseudoplatanus auf stressreichen urbanen
Standorten (Alleen, Parkplätzen) neigen besonders zu den oben beschriebenen
Symptomen.
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