• „reizt“ K., indem sie durch ihr Zuspätkommen am Abend „Unruhe und Unordnung“ bringt, Begegnung endet in sexuellen Überfall (animalisches Vokabular) K. zieht Frl. Bürstner in „Unreinheit“ und Triebbefriedigung
• Sie ist kompromisslos K. fühlt sich in die Enge getrieben und unterwirft sich ihr Frauen führen eigenen Prozess gegen K., Dominanzverhältnisse haben sich umgekehrt Leni
• Vogelkralle Lockvogel des Gerichts
• Ausnutzung ihrer Funktion als Pflegerin um Machtbedürfnis und Besitzgier zu befriedigen
• Besitzt wichtige Funktionen über das Gericht
• K. lässt sich durch Leni von seinem Prozess ablenken erst scheinbare Dominanz über sie (nimmt sie wie ein Kind auf seinen Schoß), dann so große Faszination, dass er über sich verfügen lässt Dominanzverhältnisse haben sich umgekehrt Der Onkel
• Repräsentiert K.s Familie Clan, in dem die Mitglieder für den anderen einstehen und verantwortlich sind Familie im jüdischen Sinne
• Enthüllt schonungslos die Situation, in der K. sich befindet
• Diktiert und verfügt über K.
• In seiner Ambivalenz gehorcht K. dem Onkel (Gesetz), will sich aber zugleich von ihm lösen und gerät bei Leni (Eros) in eine neue Abhängigkeit
Onkel nimmt eine Vaterrolle ein und versucht K. vor der Todesstrafe zu retten Kaufmann Block
• Spiegel-‐ und Zerrbild von K.
• Demonstriert letzten Zustand der Entwürdigung
• Hat seine gesamte Lebenskraft während dem 5 jährigen Prozess verloren
• Blocks Entwürdigung zum Hund deutet K.s Ende voraus Der Prügler
• Prügler und Wächter durch dienstliches und erotisches Verhältnis miteinander Verbunden
• In fast allen Szenen, die mit dem Gericht in Verbindung stehen ist (eine unnatürliche) Erotik im Spiel Erotik nimmt sadomachistische Züge an
• Mit sexuellem Vokabular gespickte Handlung deutet auf sadistische Züge in K. Wächter sind seine Opfer (er hat sie angezeigt), zu spätes Eingreifen durch sinnlose Bestechung, Aggressivität gegenüber dem Opfer Franz Advokat Huld
• Übt Macht auf Angeklagte aus, die seine Hilfe suchen
• Relative Schwäche zeigt sich in Krankheit und Machtkompensation an seinen Klienten (Machtlosigkeit vor Gericht, Machtausübung an Klienten)Profit durch Einschüchterung
• K. reagiert auf Huld unbeteiligt, Desinteresse wird durch sexuelles Interesse an Leni verstärkt Bindungsfreie Sexualität siegt über Vernunft, Kampf, Freispruch, Gesetz, Autoriät, öffentliches Ansehen (alles durch Onkel personalisiert)
Titorelli
• Gerichtsmaler (kein wahrer Künstler)
• Gebunden an Vorgaben des Gerichts
• Zeigt K. die widersprüchliche Struktur des Gesetzes und die Funktion des Gerichtes sowie seiner Urteile
• K. wird Hoffnungslosigkeit seiner Verteidigung klar Bild der Gerechtigkeit wurde vom Maler in einer Jagdgöttin verändert Gerechtigkeit wird er vor dem Gesetz nicht finden Der Gefängnisgeistliche
• Unterrichtet K. über seine bevorstehende Verurteilung Funktionär des Gerichts
• Erzählt K. von der Türhüterlegende
• Billigt dem Türhüter Immunität zu und entschuldigt ihn
• K. ertappt ihn bei Widersprüchen und bestreitet die Würde des Gesetzes und seiner Vertreter Josef K.
• Nach Auflehnung und Empörung Unterwerfung bis zum vorauseilendem Gehorsam
• Nach ursprünglicher Sorglosigkeit zunehmende Hoffnungslosigkeit
• Nach anfänglicher Selbstsicherheit totale Orientierungslosigkeit
hauptsächlich psychischer Prozess, der zur Ausgliederung aus der Gesellschaft und der völligen Selbstaufgabe führt
Erzähler und Erzählverhalten
• Personales Erzählen (Geschichte wird aus der Sicht von K. erzählt) K. = Wahrnehmungszentrum, Leser sieht die Welt mit den Augen K.s Einsinnigkeit
• Enge des Blickwinkels führt zu einem Gefühl der Beklemmung und Unausweichlichkeit
• Ungenauigkeiten in der Wahrnehmung, Fehlen von Erklärungen und keine Begründungen sind verantwortliche für große Irritation, die auf den Leser niederschlägt Beschränktes Wissen
• Drängendsten Fragen des Lesers bleiben unbeantwortet Leser muss selber aktiv werden und sich ein Gesamtbild machen Begrenztes Wissen
• Froschperspektive: Leser nimmt Richter oder Prediger aus K.s Blickwinkel wahr und neigt zur Identifikation mit dem Unterlegenen
• Was sich außerhalb von K.s Blickwinkel ereignet, wird als Vermutung dargestellt hypothetisches Erzählen
Arbeit zitieren:
Marvin Merten, 2012, Franz Kafka - Der Prozess (Interpretation, Sprache, Motive, Raumgestaltung, Themen), München, GRIN Verlag GmbH
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