Hypothyreose - Inhaltsverzeichnis
Grundlagen. 4
Anatomie der Schilddrüse 4
Schilddr üsenhormone 5
Definition und Häufigkeit. 12
Definition 12
H äufigkeit 12
Formen und Klassifizierung 13
Einteilung nach ursächlichem Gewebe 13
Einteilung nach Diagnosekriterien. 13
Ursachen und Risikofaktoren 13
Ursachen 13
Risikofaktoren. 14
Pathophysiologie 14
Mechanismus 14
Symptomatik 15
Allgemeine Symptome 15
Auswirkungen einer Hypothyreose der Mutter 16
Auswirkungen auf die Mutter. 17
Diagnostik 17
Anamnese 17
K örperliche Untersuchung. 17
Untersuchung auf Schilddrüsenvergrößerung 18
Labordiagnostik 18
Apparative Untersuchung. 18
Differenzialdiagnostik primäre Hypothyreose. 18
Ern ährungstherapie 19
Allgemeines. 19
Spezielle Nähr- und Wirkstoffe/ Nahrungsmittel 19
Iodmangelbedingte Hypothyreose 20
Ern ährungstherapie bei Schilddrüsenentzündungen wie Hashimoto-Thyreoiditis 20
Medikament öse Therapie 21
Übersicht 21
Assoziierte Erkrankungen. 22
Dyslipid ämien 22
Hashimoto -Thyreoiditis. 23
Koronare Herzerkrankungen. 24
Kretinismus. 25
Nierenerkrankungen. 26
2
Literatur. 27
Impressum 28
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Grundlagen
Anatomie der Schilddrüse
Die Schilddrüse (lat.: Glandula thyreoidea) ist ein schmetterlingsförmiges Drüsenorgan, das sich vor und etwas unterhalb des Kehlkopfes um die Luftröhre legt. Es ist gut tastbar, im gesunden Zustand jedoch nicht äußerlich sichtbar. Das Gewicht liegt zwischen 20 bis 80 g, kann jedoch auch ohne krankhafte Veränderung beträchtlich variieren.
Die Schilddrüse besteht aus zwei ovalen Lappen, die durch ein schmales Mittelstück (Isthmus) verbunden sind, wobei der rechte Lappen meist größer ist als der linke. Umgeben ist das Organ von einer doppelschichtigen Bindegewebskapsel, die es an der Luftröhre befestigt und so das Auf- und Abgleiten während des Schluckvorgangs ermöglicht.
Die Schilddrüse ist in eine Vielzahl kleiner Läppchen untergliedert, die wiederum aus reiskorngroßen Lobuli (Läppchen) bestehen, welche die Schilddrüsenfollikel enthalten.
Drüsengewebe
Die Schilddrüsenfollikel sind etwa 0,1 bis 1 mm große Bläschen, die von einer einschichtigen Epithelhülle umgeben sind. Das durch die Schilddrüsenepithelzellen begrenzte Lumen ist mit einem Speichereiweiß gefüllt, dem Thyreoglobulin, welches der Synthese und Speicherung der Schilddrüsenhormone dient. Zwischen den Follikeln liegen einzelne Zellgruppen, die so genannten parafollikulären C-Zellen, in denen das Hormon Kalzitonin gebildet wird.
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Schilddrüsenhormone sind Abkömmlinge der Aminosäure Tyrosin, welche über eine Etherbindung mit einem Phenolring verbunden ist. Je nach Form enthalten diese drei bis vier Iodatome. Die Schilddrüsenhormone sind die einzigen bekannten Moleküle des Organismus, die auf Iod angewiesen sind.
Formen
Tetraiodthyronin oder Thyroxin (T4):
T4 ist die weniger wirksame Form der Schilddrüsenhormone. Es wird ausschließlich in der Schilddrüse gebildet und nach der Sekretion ins Blut hauptsächlich an Transporteiweiße gebunden befördert. Hieraus resultiert dessen relativ lange Halbwertszeit. Erst kurz vor dem Zielgewebe wird T4 durch die Deiodase zu T3 deiodiert. Intrazellulär löst es durch Bindung an den Thyroxinrezeptor ein Signal aus.
Triiodthyronin (T3):
T3 ist die biologisch hochaktive Form des Schilddrüsenhormons. Es kann aufgrund des fehlenden Iodatoms die Zellmembranen besser passieren, bindet stärker an den Hormonrezeptor und löst in der Zelle ein 5mal stärkeres Signal aus als T4. T3 wird nur in geringen Mengen aus der Schilddrüse sezerniert und im Blut an
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Plasmaeiweiße gebunden. Erst in der Peripherie entstehen größere Mengen durch Deiodierung von T4. Intrazellulär löst es durch Bindung an den Thyroxinrezeptor ein Signal aus. Die Schilddrüse eines durchschnittlichen 70 kg schweren Menschen produziert am Tag etwa 130 nmol T4. Die Gesamtproduktion an T3 liegt etwa bei 50 nmol, wobei 60 bis 80% in der Schilddrüse oder außerhalb durch Iodabspaltung aus T4 gebildet wird.
Reverses Triiodthyronin (rT3):
rT3 entsteht durch Abspaltung eines Iodatoms an anderer Stelle, wodurch das Hormon inaktiviert wird. Insbesondere bei schweren Erkrankungen, wenn der Körper zu schwach für hohe physiologische Leistungen ist bzw. Energiereserven für die Genesung benötigt, wird so die Schilddrüsenhormonwirkung herabgesetzt.
Stoffwechsel
Synthese
Die Synthese der Schilddrüsenhormone erfolgt in den Schilddrüsenfollikeln. Diese bestehen aus einer Schicht Schilddrüsenepithelzellen (Thyreozyten), welche das Follikellumen umgeben. Das Lumen ist gefüllt mit Thyreoglobulin, einem tyrosinreichen Trägereiweiß. Aufgrund der zähflüssigen Konsistenz dieses Eiweißes wird der Thyreoglobulinspeicher als Kolloid bezeichnet.
Reaktionsfolge
Iodination: Iodanreicherung im Schilddrüsenepithel
Iod wird mit der Nahrung in Form von Iodidionen (I - ) aufgenommen. Über das Blut gelangt dieses zur Schilddrüse, wo es über einen aktiven Transport (Iodid-ATPase) in die Schilddrüsenepithelzellen transportiert wird. In der Zelle steckt Iod in einer Art "Iodfalle", da die Iodpumpe nur in eine Richtung arbeitet und das fettunlösliche Ion die Zellmembran nicht passieren kann.
Iodisation: Oxidation zu Iod
Iodid gelangt aus den Epithelzellen in das Lumen und wird durch das membranständige Enzym Peroxidase zu elementarem Iod (I ² ) oxidiert. Dieses lagert sich im Kolloid an die zahlreichen Tyrosinreste des Thyreoglobulineiweißes, wobei Monoiodtyrosin- (MIT) bzw. Diiodtyrosinreste (DIT) entstehen.
Intermolekulare Kopplung
Unter Abspaltung der Aminosäure Alanin entsteht aus einem Molekül MIT und einem Molekül DIT Triiodthyronin (T3) bzw. aus zwei Molekülen DIT Tetraiodthyronin (T4, auch Thyroxin genannt). Diese Synthese verläuft nur bei thyreoglobulingebundenen Tyrosinresten und wird ebenfalls durch die membranständige Peroxidase katalysiert.
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Arbeit zitieren:
FET e.V., 2009, Fachkompendium Hypothyreose, München, GRIN Verlag GmbH
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