Laktose und Laktoseintoleranz - Inhaltsverzeichnis
Grundlagen Laktose 4
Chemie und Eigenschaften 4
Struktur 4
Eigenschaften 4
Laktosederivate 4
Absorption und Stoffwechsel 5
Laktaseaktivit ät 6
Funktionen und Aufgaben 6
Bedeutung im Stoffwechsel 6
Bedeutung in der Lebensmitteltechnologie 6
Vorkommen und Gehalte in Nahrungsmitteln 7
Definition und Häufigkeit 11
Definition 11
H äufigkeit 11
Ursachen und Risikofaktoren 12
Genetische Grundlage 12
Risikofaktoren 12
Formen und Klassifizierung 13
Prim ärer Laktasemangel 13
Endemischer (ethnischer) Laktasemangel 13
Angeborener (kongenitaler) Laktasemangel 13
Entwicklungsbedingter Laktasemangel 13
Sekund ärer Laktasemangel 13
Pathophysiologie 13
Symptomatik 14
Diagnostik 15
Wasserstoffatemtest 15
Falsch negative Ergebnisse 15
D ünndarmfehlbesiedlung 16
Laktosetoleranztest 16
Laktoseintoleranz -Gentest 16
Ern ährungstherapie 16
Laktose. 16
Laktosearme Diät 17
Laktosefreie Diät 17
Praxisempfehlungen 17
Milch und Milchprodukte 18
Industriell verarbeitete Produkte 18
Weitere Maßnahmen 19
2
Kalzium 19
Enzympr äparate 19
Assoziierte Erkrankungen. 19
Fruktosemalabsorption 19
Nahrungsmittelallergien 20
Osteoporose 20
Literatur. 21
Impressum 22
3
Grundlagen Laktose
Synonyme und andere Schreibweisen:
x Lactose, Milchzucker
Chemie und Eigenschaften
Der Zweifachzucker Laktose kommt in der Natur hauptsächlich in der Milch vor und wird daher allgemein auch als Milchzucker bezeichnet. Der Name leitet sich aus dem lateinischen Wort für "Milch" lac oder lactis und der Endung -ose für "Zucker" ab.
Struktur
Laktose (Milchzucker) ist aus je einem Molekül Glukose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker) aufgebaut. Diese sind über eine sogenannte beta-1,4-glykosidische Bindung verbunden: das erste C-Atom der Galaktose geht eine Bindung mit dem vierten C-Atom der Glukose ein.
Eigenschaften
Laktose schmeckt nur mäßig süß und besitzt lediglich ¼ der Süßkraft von herkömmlichem Haushaltszucker (Saccharose). Je Gramm weist der Milchzucker einen Brennwert von 4 kcal bzw. 17 kJ auf. Bei Raumtemperatur ist dieser zudem relativ schlecht löslich.
Laktosederivate
Durch künstlich beigeführte chemische Veränderungen entstehen synthetische Zweifachzucker, wie Laktulose oder Laktitol.
Laktulose
Bei Laktulose ist Galaktose anstelle von Glukose mit Fruktose (Fruchtzucker) verknüpft. Hierdurch kann diese im Darm nicht mehr gespalten werden und gelangt unverdaut weiter in den Dickdarm. Durch das hohe Wasserbindungsvermögen zieht diese Wasser mit sich und erweicht so den Stuhl. Laktulose wird daher als Abführmittel (Laxans) bei Verstopfung eingesetzt. Einige Darmbakterien können Laktulose verwerten, wobei organische Säuren anfallen. Diese fördern zusätzlich die Darmbewegung.
Laktulose wird teilweise auch bei hepatischer Enzephalopathie eingesetzt, einer Funktionsstörung des Gehirns, die durch eine verminderte Entgiftungsfunktion der Leber entsteht. Ammoniak, der u.a. bei der Eiweißspaltung entsteht, wird nur ungenügend entgiftet und wirkt toxisch auf Nerven und Gehirn. Laktulose fördert im Darm die Ansiedlung von Milchsäurebakterien und drängt so ammoniakbildende Keime zurück.
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Zudem erniedrigt die Säurebildung den pH-Wertes im Darm, wodurch Ammoniak als Ammoniumsalz vorliegt, welches leicht ausgeschieden wird.
Laktitol
Bei Laktitol ist Galaktose anstelle von Glukose mit dem Zuckeralkohol Sorbit verknüpft. Hierdurch kann der synthetische Zucker ebenso wie Laktulose nicht verdaut werden und wirkt ebenfalls abführend. Laktitol wird zudem als Zuckeraustauschstoff in zuckerreduzierten Nahrungsmitteln eingesetzt.
Absorption und Stoffwechsel
Laktose (Milchzucker) aus der Nahrung gelangt in den Dünndarm und wird in dessen Bestandteile Glukose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker) gespalten. Die Spaltung wird durch das Verdauungsenzym Laktase vermittelt, welches in der Zellmembran der Dünndarmschleimhautzellen lokalisiert ist. Die daraufhin freiliegenden Einfachzucker werden anschließend resorbiert.
Spaltung und Resorption von Laktose erfolgen im Vergleich zu herkömmlichem Haushaltszucker (Saccharose) relativ langsam. Die Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel ist somit gering. Die langsame Resorption begünstigt zudem die abführende Wirkung großer Laktosemengen. Übersteigt die aufgenommene Menge die Spaltungskapazität des Laktaseenzyms, gelangt ein Teil des Milchzuckers unverdaut in den Dickdarm. Durch die osmotische Wirkung und das hohe Wasserbindungsvermögen des Zuckers wird Wasser mitgezogen, welches den Stuhl zunehmend verflüssigt.
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Laktaseaktivität
Da Milchzucker von Natur aus lediglich in der Milch von Säugetieren vorkommt, die zur Ernährung des Nachwuchses in den ersten Lebensmonaten gedacht ist, wird das Laktaseenzym nach dem Abstillen überflüssig. Die Bildung - und damit die Aktivität des Enzyms - nimmt daher ab dem Kleinkindalter ab. Der Milchzucker wird somit unverträglich. Erst aufgrund von Mutation und Selektion setzten sich mit Beginn der Weidetierhaltung und zunehmendem Milchkonsum besonders in nördlichen Regionen der Erde Menschen durch, deren Laktaseaktivität auch im Erwachsenenalter noch hoch ist.
Funktionen und Aufgaben
Bedeutung im Stoffwechsel
Laktose (Milchzucker) wird in der Milchdrüse von Säugetieren wie auch beim Menschen gebildet und dient dem Neugeborenen in den ersten Lebensmonaten als wichtige Energiequelle. Zudem unterstützt der Zucker die physiologische Entwicklung der Darmflora beim Neugeborenen. Unverdaute Laktose wird im Dickdarm zu Milch-, Essig- und Kohlensäure abgebaut, welche hier ein saures Milieu schaffen. Dies begünstigt die Besiedlung mit nützlichen Bifidobakterien und hemmt gleichzeitig das Wachstum von Fäulniserregern.
Bedeutung in der Lebensmitteltechnologie
Laktose (Milchzucker) besitzt gute lebensmitteltechnologische Eigenschaften und findet sich daher auch in einer Vielzahl industriell erzeugter Produkte ohne Milch.
Für Menschen mit einer Milchzuckerunverträglichkeit ist der industrielle Einsatz der Laktose problematisch, da diese zum Teil auch in Nahrungsmitteln enthalten ist, in denen der Zucker nicht vermutet wird.
Gewinnung
Laktose wird technologisch aus Süß- oder Sauermolke gewonnen, welche als Nebenprodukt bei der Käseherstellung anfallen. Die Molke enthält etwa 4 bis 5% Laktose. Häufig wird das Permeat, die nach Abtrennung der Molkenproteine anfallende Flüssigkeit, verwendet.
Die Ausgangsflüssigkeit wird eingedampft und das Konzentrat in speziellen Kristallisationstanks kristallisiert. Die anfallenden Laktosekristalle werden anschließend abgetrennt (im Dekander), getrocknet und auf die gewünschte Korngröße gemahlen. Die abgepackte Laktose ist bei richtiger Lagerung nahezu unbegrenzt haltbar.
Arbeit zitieren:
FET e.V., 2009, Fachkompendium Laktose und Laktoseintoleranz, München, GRIN Verlag GmbH
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