1. Einleitung 2
2. Begriffsklärung 2
2.1 Begriff Borderline-Syndrom 2
2.2 Begriff Persönlichkeit 3
3. Definitionskriterien 3
3.1 DS-MIV 4
3.2 ICD-10 5
3.3 DIB-R 6
3.4 Zusammenfassung 6
4. Symptome 7
4.1 Körperliche Symptome 7
4.2 Psychische Symptome 7
4.3 Auf das Verhalten bezogene Symptome 8
5. Ursachen einer Borderline-Störung 9
5.1 Wurzeln in der Entwicklung 9
5.2 Anlagebedingte Faktoren 10
5.2.1 Biochemisches Ungleichgewicht 10
5.2.2 Genetische Veranlagung 11
5.3 Zusammenfassung 11
6. Zahlen und Statistiken zum Borderline-Syndrom 12
6.1 Häufigkeit des Borderline-Syndroms 12
6.2 Vergleich Borderline-Patienten Gesamtpopulation 13
6.3 Weitere Zahlen 13
6.4 Psychotische Symptome : Vergleich Borderline-Patient psychisch Gesunder 14
7. Therapie 15
8. Suizidalität der Borderline-Patienten 16
8.1 Unterbegriffe zu Suizidalität 16
8.2 Risikogruppen 17
8.3 Zahlen zur Suizidalität bei Borderline-Patienten 17
8.4 Zusammenfassung 19
9. Fallbeispiel 19
9.1 Interpretation nach ICD-10 20
9.2 Vergleich DS-MIV und ICD-10 21
10. Schlussbemerkung 21
Literaturverzeichnis 22
1 NA
1. Einleitung
In der vorliegenden Arbeit wird das ”Borderline-Syndrom” als eine Persönlichkeitsstörung vorgestellt und versucht, anhand von anerkannten Definitionskriterien für diese Krankheit einen umfassenden Einblick in die Problematik zu bieten.
Es wird unter anderem auf die Definitionskriterien des Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Störungen (DSM-IV) und der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) eingegangen.
Nachdem auf die Symptomvielfalt der Borderline-Störung eingegangen wurde, wird der Versuch gemacht die Ursachen der Persönlichkeitsstörung aufzudecken. Es gibt unterschiedliche Ansätze die es zu beweisen gilt.
Gibt es eine Möglichkeit diese Störung zu therapieren? Welche Ansätze Anwendung finden und wie erfolgreich sie sind wird unter Punkt 7. Erläutert.
Diese Arbeit entsteht im Rahmen der Vorlesung “Selbstmordverhütung”. Somit handelt ein spezielles Kapitel von der Suizidalität von Borderline-Patienten.
Zum Schluss wird die Borderline-Persönlichkeitsstörung an einem Fallbeispiel verdeutlicht und es wird auf vorangegangene behandelte Punkte der Hausarbeit zurückgegriffen.
2. Begriffsklärung
Zuerst werden die zwei Begriffe “Borderline-Syndrom” und “Persönlichkeitsstörung” erklärt. In den folgenden Kapiteln wird dann spezieller auf das Thema Borderline-Syndrom als Persönlichkeitsstörung eingegangen.
2.1 Begriff “Borderline-Syndrom”
Frei übersetzt bedeutet der Begriff Borderline “Grenzgänger” oder “Grenzzustand”. Borderline-Menschen suchen bewusst oder unbewusst das Leben in Grenzbereichen und in Extremen. Vereinfacht könnte man ihr Lebensmotto als “alles oder nichts” und “schwarz oder
weiß” beschreiben. Sie leben von einem P ol zum nächsten und zwischen diesen beiden extremen Polen ist kaum etwas vorhanden. Diese Spaltung in zwei Extreme zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben einer erkrankten Person. Besonders deutlich wird dies in zwischenmenschlichen Beziehungen, die für Borderline-Personen nur schwer zu führen sind. Das Borderline-Syndrom ist eine Persönlichkeitsstörung, bei der Symptome einer Neurose und einer Psychose wechselnd auftreten.
2.2 Begriff “Persönlichkeit”
In der Psychologie ist es schwierig eine eindeutige Definition von Persönlichkeit zu finden. Persönlichkeiten und Persönlichkeitseigenschaften eines Menschen werden als Ausdruck für ihre charakteristischen Verhaltensweisen und Interaktionsmuster gesehen, mit denen sie gesellschaftlichen und kulturellen Anforderungen und Erwartungen zu entsprechen versuchen. In diesem Prozess bildet sich die persönliche Identität eines Menschen, die alle Eigenschaften enthält, die wir als Persönlichkeitseigenschaften eines Menschen bezeichnen. Es gibt für Menschen keinen Optimal-Typus an Persönlichkeitsmerkmalen, der als Bemessungsgrundlage dienen könnte. Menschen und ihre Persönlichkeiten unterscheiden sich, da Menschen unterschiedlich sozialisiert werden und unterschiedliche Erfahrungen in ihrem Leben machen, die sich letztlich mit in ihr Konzept einbauen.
Es gibt jedoch Maßstäbe die verdeutlichen, dass bestimmte Eigenschaften einer Persönlichkeit nicht konform und in einigen Fällen sogar pathologisch (krankhaft) sind.
3. Definitionskriterien
Es gibt verschiedene Definitionskriterien für das Borderline-Syndrom. Im Folgenden werden das Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen (DSM-IV), die Internationale Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) und die revidierte Fassung des Diagnostische Interview für Borderline-Patienten (DIB-R) von GUNDERSON und ZANARINI beschrieben.
Im Anhang befindet sich zudem der ”Borderline-Syndrom-Index” (BSI) von CONTE. Hierbei handelt es sich um einen Selbstbeurteilungs-Fragebogen, der in klinischen Untersuchungen eingesetzt wird. Die Genauigkeit und Gültigkeit dieses Verfahrens ist noch umstritten. Mit diesem Verfahren wird die Selbstbeurteilung des Patienten ermittelt.
3.1 DSM -IV
Die Reihenfolge der Merkmale verschob sich jeweils bei der Neuerung des Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Störungen (DSM). Die Merkmale sind entsprechend ihrem Gewicht bei der Persönlichkeitsstörung angeordnet.
Merkmale der Störung sind ein tiefgreifendes Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Affekten sowie eine deutliche Impulsivität. Der Beginn liegt im frühen Erwachsenenalter und manifestiert sich in verschiedenen Lebensbereichen.
Mindestens fünf der angegebenen Kriterien müssen erfüllt sein um eine Diagnose zu stellen. (vgl. Kernberg u.a. 2000, 837)
DSM-IV (1994):
Diagnostische Kriterien der Borderline-Persönlichkeitsstörung:
1. Verzweifeltes Bemühen, ein reales oder imaginäres Alleinsein zu verhindern 2. Ein Muster von instabilen und intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen, das sich
durch einen Wechsel zwischen den beiden Extremen der Überidealisierung und Abwertung auszeichnet 3. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Unbeständigkeit des Selbstbildes oder
des Selbstgefühls 4. Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Bereichen (z.B.
Geldausgeben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, Fressanfälle) 5. Wiederkehrendes suizidales Verhalten, Gesten oder Drohungen, oder
selbstverstümmelndes Verhalten 6. Affektive Instabilität, die auf ausgeprägte Stimmungsänderungen zurückgeführt werden
kann (z.B. intensive episodische Depression, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Zustände gewöhnlich einige Stunden oder, in seltenen Fällen, länger als einige Tage andauern) 7. Chronische Gefühle der Leere 8. Unangemessene, intensive Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z.B.
häufige Wutausbrüche, andauernde Wut oder wiederkehrende Prügeleien)
9. Vorübergehende, auf Stress zurückzuführende paranoide Vorstellung oder schwere dissoziative Symptome. (Rohde-Dachser 1995, 199)
Die vier wichtigsten Symptomkomplexe des DSM-IV sind die affektive Instabilität, die Impulshandlungen, die Identitätsstörung und die dissoziativen oder (pseudo)psychotischen Symptome).
3.2 ICD-10
Die ICD-10 (International Classification of Diseases) ist der Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Krankheiten und gesundheitliche Störungen des menschlichen Organismus. Die 10 steht im diesem Zusammenhang für deren 10. Auflage. Im Kapitel “Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen” ist erstmals die Rede von einer “emotional instabilen Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typus”.
Im ICD-10 wird der übergeordnete Begriff “emotional instabile Persönlichkeitsstörung” definiert als P ersönlichkeitsstörung mit der Tendenz nach Impulsen zu handeln ohne die Konsequenzen zu bedenken. Die emotional instabile Persönlichkeit allgemein (F.60.3) wird im ICD-10 wie folgt erklärt:
“Eine Persönlichkeitsstörung mit deutlicher Tendenz, Impulse auszuagieren ohne Berücksichtigung von Konsequenzen, und wechselnder, launenhafter Stimmung. Die Fähigkeit, vorauszuplanen, ist gering und Ausbrüche intensiven Ärgers können zu oft gewalttätigem und explosivem Verhalten führen; dieses Verhalten wird leicht ausgelöst, wenn impulsive Handlungen von anderen kritisiert oder behindert werden…” (Kernberg u.a. 2000, 837)
Zwei Erscheinungsformen dieser Persönlichkeitsstörungen die durch Impulsivität und mangelnde Selbstkontrolle gekennzeichnet sind, sind 1. die emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typus (F.60.30 ICD-10) 2. die emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Bordeline-Typus (F.60.31 ICD-10) (vgl.
Rohde-Dachser 1995, 200f.)
Zu “2. F.60.31 die emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Bordeline-Typus”:
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Kathrin Schiborr, 2003, Das Borderline-Syndrom, Munich, GRIN Publishing GmbH
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